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 04 - Historische Bahn 

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Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

Nachdem 1879 Ilmenau von Arnstadt aus durch eine Eisenbahnlinie erschlossen worden war, wünschte das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, dass sein Verwaltungsbezirk Gehren auch eine Bahnverbindung erhalten sollte. An der 1880 erfolgten Ausschreibung für den Bau der Bahnstrecke Ilmenau – Gehren beteiligte sich Hermann Bachstein, der den Zuschlag erhielt. Bereits am 13. November 1881 konnte die Bahnstrecke in Betrieb genommen werden. Das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen wünschte nun auch eine Streckenverlängerung bis Großbreitenbach. Erneut übernahm die Centralverwaltung für Secundairbahnen Hermann Bachstein den Bau und Betrieb. Der Abschnitt Gehren – Großbreitenbach konnte am 2. Dezember 1883 eröffnet werden. Am 1. Juni 1884 kaufte Bachstein die komplette Strecke vom Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen.

Im Jahre 1895 übernahm die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, eine Bachstein-Tochter, die Strecke von Bachstein. Die Centralverwaltung für Secundairbahnen Hermann Bachstein übernahm aber weiterhin die Betriebsführung, bis diese schließlich 1921 auch von der SEG übernommen wurde.

Der Bahnhof Gehren war zunächst als Spitzkehrenbahnhof ausgebildet. Erst 1927 wurde Gehren zum Durchgangsbahnhof umgestaltet. Man errichtete eine Neubaustrecke, die östlich von Gehren einen weiten Bogen zog und schließlich südlich der Stadt wieder auf die alte Trasse stieß. Die Streckenlänge stieg dadurch um 1,45 Kilometer.

Im Jahre 1949 war die Privatbahnzeit zu Ende, die Strecke Ilmenau – Großbreitenbach wurde zum 1. April dem Betrieb durch die Deutsche Reichsbahn übergeben.

Die Strecke hatte ein recht hohes Aufkommen, vor allem im Güterverkehr. Gehren (in 481 Meter Höhe) war der wichtigste Unterwegsbahnhof, hier gab es mehrere große Güterkunden mit Anschlussgleisen. Die VEB Vereinigte Holzindustrie Gehren hatte seit 1956 eigene Werkslokomotiven. Die Strecke begann nun stark zu steigen. In Neustadt-Gillersdorf, wo eine Anschlussbahn zu einem Glaswerk bestand, erreichte sie mit 695 Meter Höhe ihren Scheitelpunkt und fiel dann leicht bis Großbreitenbach in 663 Meter Höhe ab. Die Gleisanlagen in Großbreitenbach lagen eingezwängt zwischen einem weiteren Glaswerk und einem großen Sägewerk. Besonders das Glaswerk in Großbreitenbach hatte ein hohes Güteraufkommen und verfügte seit 1962 über eigene Werkslokomotiven.

Nach der Wende brach 1990 das Aufkommen im Personen- und Güterverkehr stark ein. Bei Gehren musste eine Brücke saniert werden. Die neuen Überbauten wurden 1988 zwar noch angeliefert, aber kamen nicht mehr zum Einbau. Der Güterverkehr wurde zum 31. Dezember 1994 zunächst eingestellt, aber am 26. Juli 1996 nochmals wieder aufgenommen, da das Glaswerk in Großbreitenbach von Wieland-Glas übernommen und erweitert worden war und wieder über die Schiene verfrachtete. Der Personenverkehr endete am 26. Mai 1997, der Güterverkehr schließlich am 31. Dezember 1997. Das Glaswerk in Großbreitenbach und andere Güterkunden hatten zwar Interesse am Weiterbetrieb, wollten sich an den Investitionskosten für die Strecke aber nicht beteiligen, so dass der Betrieb eingestellt wurde.

Ilmenau 1990-1991.jpg

Hier ein Kursbuchauszug der Strecke aus 1990/1991. Interessant ist die Tatsache, dass in den DR-Kursbüchern Ilmenau stets mit „J“ geschrieben wurde.

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Ausgangspunkt der Strecke war der Bahnhof Ilmenau. Ganz rechts am Bahnsteig steht der Zug nach Großbreitenbach, 23. Oktober 1990.

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Wichtigster Unterwegsbahnhof war Gehren, hier ein Foto vom 21. Oktober 1990.

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Der höchstgelegene Bahnhof der Strecke war Neustadt-Gillersdorf, wo 228 746 mit ihrem Personenzug am 19. September 1992 einen kurzen Halt einlegt. Links hinten liegen die 1988 angelieferten, nie benutzten Überbauten für die Brücke bei Gehren. Sie wurden später verschrottet.

22794 Neustadt-Gillersdorf 19091992.jpg

Noch eine Aufnahme aus Neustadt-Gillersdorf, im Vordergrund das Anschlussgleis zur Glasfabrik, 19. September 1992.

Im demnächst folgenden zweiten Teil gibt es abschließend noch einige Fotos aus Großbreitenbach zu sehen.

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.18 10:22.
Hallo zusammen! Tolle Einleitung in´s Thema und geile Fotos! Ich kenne die Strecke aus den neunziger Jahren, als die 50 3688 aus Arnstadt kommend dort Personalschulungsfahrten ausführte. Zahlreiche Streckenabschnitte konnte ich im Videofilm festhalten. In Neustadt - Gillersdorf stand ich auf der Straßenbrücke am Bahnhof und konnte die 50 3688 filmisch festhalten, als sie dort einen Gleisanschluß bediente (es wurde ein einzelner O - Wagen abgeholt). Damit hatte die Dampflok sicherlich keinerlei Mühe, zumal der O - Wagen auch noch leer war. Ja, und wenn mich nicht alles täuscht und ich mich richtig erinnere, dann filmte ich dort auch die 94 1292. Jetzt muss ich doch gleich mal in meinem Archiv nachsehen, wo die Aufnahmen abgeblieben sind. Bin schon gespannt auf Deinen zweiten Teil. Liebe Grüße aus dem fernen Kassel vom Draisinenkalle.
Bei den letzten beiden Bildern fällt mir wieder ein, was alles in den 90er-Jahren möglich war. Würde ich das so auf der Modellbahn darstellen, würde ich nur Kopfschütteln ernten. Aber genau solch eine Garnitur werde ich mal nachstellen.
Da hätte ich bis gerade eben aber auch jedem einen Vogel für gezeigt, weil ich so eine Kombination nicht für möglich gehalten hätte. Vorsintflutlicher Packwagen und schon zum DBuz verhunzte Klasse. Man starrt fassungslos auf den Bildschirm ...