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 04 - Historische Bahn 

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Komisch, so manche Merkwürdigkeiten erkennt man erst nach Jahrzehnten. So erging es mir kürzlich, als ich zwischen den Jahren dank des unterirdischen Wetters und vor lauter Langeweile mal wieder den Scanner laufen ließ. Mehr oder weniger zufallsgetriggert nahm ich mir einige Negativstreifen aus dem Jahre 1974 vor.

Über das verlängerte Christi-Himmelfahrts-Wochenende im Mai 1974 machte ich mit zwei Freunden eine Foto- und Tonbandtour an die Rampe Hartmannshof – Neunkirchen bSR im fränkisch-oberpfälzischen Grenzgebiet, wo seinerzeit ja noch umfangreicher Dampfbetrieb herrschte. Auf Hin- und Rückfahrt legten wir noch einen kurzen Stopp im Bw Crailsheim und knipsten so alles, was uns da vor die Linse kam. Am Nachmittag des 26. Mai 1974 war nicht nur traumhaftes Wetter, sondern, wohl wegen des verlängerten Wochenendes, auch „Full House“. Fast der ganze Dampflokbestand des Bw Crailsheim schien sich an diesem Sonntag mal wieder zu Hause zu versammeln. Zwei Filme gingen dabei drauf…. .

Irgendwann tauchte dann auch mal 023 038 auf und stand im besten Fotografierlicht vor der Kohle.
NK 075 06  0033bb.jpg


Ok, dann noch ein Bild vom Triebwerk.

NK 076 01 0005aa.jpg


Im Jahre 1974 noch eine Dampflok mit Fabrikschild am Zylinder zu erwischen, war mir damals schon als außergewöhnlich aufgefallen. Also dann noch ein Detailfoto von dem Jung-Fabrikschild… .

NK 076 01 0003aa.jpg


Heute, fast 44 Jahre danach, ist mir dann beim Scannen bzw. bei dem Beschriften/Archivieren eingefallen, dass Jung doch eher bei den 23er mit den hohen Nummern als Hersteller dominant war. Also mal nachgeschaut. Uupps, die einschlägige Literatur nennt für 23 038 als Hersteller Henschel mit der Fabriknummer 28538. Aber welche DB-Nummer trug dann die von Jung unter der Fabriknummer 12761 im Jahre 1958 gebaute Lokomotive. Das war die 23 091! Wie konnte denn sowas passieren? Ich vermute, dass die nur 13 Jahre lang eingesetzte 23 091 ihre(n) Zylinder an 23 038 weitervererbt hat und das Fabrikschild derartig mit dem Zylinder verwachsen war, dass es eine unlösbare Verbindung eingegangen ist, an der vermutlich auch spätere Souvenirjäger gescheitert sind.

Heute hätte ich mir natürlich noch den Zylinder auf der Lokführerseite angeschaut, was der wohl für ein Schild getragen haben mag.

Jetzt würde mich natürlich schon interessieren, ob einer aus der kompetenten Schar der HiForisti, insbesondere aus dem Lauda-Clan, mal den anderen Zylinder fotografiert hat und wer sonst noch was über den linken Zylinder der 023 038 weiß.

Ein schönes Wochenende noch!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.18 15:44.
Moin Matthias,

na, das is ja 'n Dingen!
;-))

Auf meinem allerersten Bild der 023 038 vom 27.7.1970 scheint sie aber dieses Fabrikschild von Jung schon zu haben (Ulm Hbf):

http://www.eisenbahnhobby.de/Sueddt70/SW9-72_023038_Ulm_27-7-70_S.JPG


Ich folge jedoch Deiner Vermutung, dass der Zylinder samt Fabrikschild mal die Lok gewechselt haben muss; allerdings ist 023 091 erst am 20.2.1971 z-gestellt worden - also erst später als meine Aufnahme.

Sehr merkwürdig!

Danke für dieses Interessante Rätsel,

Martin
Ich hätte als Vorschlag noch einen gemeinsamen (zeitgleichen) AW Aufenthalt beider Maschinen.

Ytracks
Hallo,

hier eines der letzten Bilder der 23 038, am 10.05.1976 im AW Braunschweig:

http://images.bahnstaben.de/HiFo/00060_Schrott!%20Teil%203%20%20AW%20Braunschweig,%2010.05.1976/3664626633306262.jpg

Vom Fabrikschild ist leider auch in der 1:1-Ansicht nichts zu sehen.

Grüße - Helmut (ICE)

Hallo Schildergucker,

eigentlich sind die Fabrikschilder der Vorschrift entsprechend oval und vorne überm Laufrad am Rahmen angenietet. Am Zylinder sind "nur" Schmuckschilder als Werbung für den Hersteller.
Das Schmuckschild ist ausserdem nur mit der Zylinderbekleidung, nicht mit dem Zylinder verschraubt, die Verwechslung kann also auch nur das Verkleidungsblech betreffen.
Interessant wäre jetzt natürlich, wie die Sache am rechten Zylinder aussieht.

Danke für die interessanten Bilder
Michael

Der rechte Zylinder der 023 038 ...

geschrieben von: martin welzel

Datum: 13.01.18 19:55

... hatte am 10.7.74 kein Fabrikschild mehr:

http://www.eisenbahnhobby.de/Voelkl-Sueddt/SW558-21_023038_Crailsheim_10-7-74_S.JPG

Und hier ein Ausschnitt:

SW558-21_023038_Crailsheim_10-7-74_Ausschnitt.jpg

VG,
Martin
Hallo zusammen,

also, so das richtige Licht ist mir noch nicht aufgegangen. Wir wissen jetzt dank Martin, dass 023 038 bereits vor Ausmusterung der 023 091 deren Fabrik- und/oder Schmuckschild getragen hat und das am rechten Zylinder bzw dessen Verkleidung nur noch der Träger für das Schild vorhanden war.

Aber was ist mit 023 091 aus dem hohen Norden? Wolf-Dietmar war so nett, mir gestern ein Bild der 23 091 vom März 1967 zukommen zu lassen. ich darf es Euch mit seiner Zustimmung zeigen:

$Loos_Osnabrück Rbf_23 091_1.jpg

... und da fehlt schon das Schild am linken Zylinder.

Weitere sachdienliche Hinweise werden gerne entgegen genommen!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.18 18:07.
Habe mal beim Gieseler nachgeschaut.

Da gibt es eine Aufnahme von 1967 linke Seite:

[www.albert-gieseler.de]

Da ist auch ein Schilduntersatz mit der unteren Aussparung zu erkennen.
An Hand des Schattens würde ich sagen, daß dieses Teil ca 10mm stark
sein könnte. Aber ob da auch ein Schild drauf war?

Des weiteren liegt mir eine Aufnahme von U.Budde (Bundesbahnzeit)
von der 23 091, angeblich Leer 1969, linke Seite vor.
Ist auf seiner Seite auf die Schnelle nicht zu finden...
Dort ist nur der Schilduntersatz als Rahmen zu erkennen.

Wird aber wohl schwierig da Licht ins Dunkel zu bringen.

Allen einen guten Start in die neue Woche

Beste Grüße vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer
Hallo Matthias

Die Frage, wie es zum Tausch des Fabrikschildes kam, lässt mich auch nicht mehr los. Gegen die Theorie eines Zylindertausches oder Zylinderblechtausches samt Schild von der 091 auf die 038 spricht eigentlich insbesondere Dein drittes Bild, also das vom Fabrikschild selbst. Man sieht zwei Schrauben und darum herum das Fabrikschild, wo der entsprechende Bereich herausgebrochen ist. Das spricht für mich als allerdings technischem Laien dafür, dass das Jung-Schild tatsächlich mal vom Zylinder/Zylinderblech getrennt war. Oder aber vom fehlgeschlagenen Versuch eines Souvenir-Jägers.

Mein Bild vom 07. 03.1967, das als Hinweis an die Leser, ist übrigens im Bw Osnabrück Rbf entstanden.

Viele Grüße

Wolf-Dietmar

Herausgebrochener Teil, @ Wolf-Dietmar

geschrieben von: martin welzel

Datum: 15.01.18 15:03

Moin Wolf-Dietmar,

ich meine, dass das Fabrikschild wegen der zwei Befestigungsschrauben des dahinterliegenden Scharniers für den Deckel mit dieser "Ausnehmung" schon so gefertigt gewesen sein muss.
Ich glaube nicht, dass man dadurch Rückschlüsse auf ein etwaiges Abnehmen oder Woandersanschrauben entnehmen kann.

VG,
Martin

Blechtausch

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 15.01.18 16:18

Hallo zusammen

Ich möchte Martin voll zustimmen. Das Problem war, daß das Verkleidungsblech
aus 2 Blechteilen pro Zylinderseite bestand.
Genau oberhalb des Fabrikschildes ist die Trennstelle der 2 Bleche.
Und genau zwischen dieser Trennkante und dem runden Wartungsdeckel MUßTE
das Fabrikschild zwischengequetscht werden. Da auch dummerweise die 2
Befestigungsschrauben des dazugehörigen Scharnier im Wege war, halt man
halt eine "Klinke" an der Unterkante rausgetrennt. ( Man hätte auch das Scharnier
anschweißen können... aber das gehörte sich wohl seiner Zeit nicht)

Diese doch "Fummelarbeit" wird keiner aus Jux und Dollerei an einer "fremden"
Lok gemacht haben. Ich gehe davon aus, das bei einem allfälligen AW-Aufenthalt
aus Gründen des Verschleißes wie Rost und Gammel oder schlechten Gesamtzustand,
ein "passendes" Verkleidungsblech genommen wurde, bevor ein neues Blech mit
den entsprechenden Ausschnitten angefertigt werden mußte.

Man müßte mal auf alten Fotos bezüglich der allgemeinen Machart der Schilder
am Zylinder forschen. Ich kann da leider mangels Material nicht recht weiterhelfen.

Viele Grüße vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer