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Belastungsproben Großhesseloher Brücke 1857

geschrieben von: Walter aus Bayern

Datum: 04.12.17 16:24

Hallo,
heute mal ein Artikel über Brückenbau:

Augsburger Tagblatt
Samstag, 25. Oktober 1857
Nr. 292
München, 21. Okt. Die Probeversuche an unserer eisernen Brücke zu Hesselohe, die zur Freude der Tausende von Besuchern täglich mehr und mehr aus ihrer umhüllenden Rüstung hervortritt, sind heute beendigt worden. Aus den schon seit einigen Wochen im Gange gewesenen Versuchen mit ruhender Belastung ging sowohl die Zweckmäßigkeit der Instruktion als auch die Tüchtigkeit der Ausführung glänzend hervor. Der Entwurf und die Berechnung dieser Brücke rührt bekanntlich von dem k. Direktor v. Pauli her; die Ausführung geschah durch Klett u. Comp. in Nürnberg. Man hatte jeden laufenden Fuß der Brücke fortschreitend mit 60 Zollcentner belastet, ein Gewicht, welches um die Hälfte größer ist, als je, selbst wenn zwei Schienengeleise auf  der Brücke liegen, sich darauf befinden können. Bis diese enorme Last, welche bei den großen Oeffnungen 12,000 und bei den kleinen 6000 Zentner betrug, aufgelegt und wieder entfernt worden war, verstrichen immer mehrere Tage. Ohnerachtet der Größe und Dauer dieser Belastungen zeigte sich bei genauer Untersuchung durch die Techniker des Betriebes und des Baues nirgends eine Beschädigung. Auch haben sich hierbei die einzelen Bögen höchst auffallend wenig eingeschlagen. Die heutigen Versuche hatten vornehmlich  zum Zwecke, das seitliche Schwanken bei dem Darüberfahren von Bahnzügen zu konstandiren. Es wurde zu diesem Zwecke anfänglich eine Lokomotive allein, dann zwei und endlich drei fest aneinander gekuppelte Schlepp=Maschien der schwersten Art, und sogar mit gegen einander gekehrten Kaminen, in immer steigender Geschwindigkeit darüber geführt, indessen einige Schreib=Apparate die eingetretenen Bewegungen der Brücke auf Messingtafeln einritzten. Bei der Geschwindigkeit, wie sie später hier, so dicht an der Station, stets eingehalten wird, waren die Seitenschwankungen bei zwei und drei mit einander verbundenen Lokomotiven im höchsten Falle 1/3 Linie. Endlich ließ man die drei gekuppelten Lokomotiven mit großer Eilzug=Geschwindigkeit (38 Fuß in der Sekunde oder circa 11 Bahnstunden in einer Zeitstunde) hin und her über die Brücke jagen. Bei dieser, allerdings möglichen, aber höchst wahrscheinlich nie eintretenden Geschwindigkeit war die größte Seitenschwankung 97/100 Decimallinie. Hiermit schloß die Reihe der höchst interessanten Versuche mit diesem bei Eisenbahnen bisher noch nie angewendeten Construktonssysteme. Das Publikum, welches hin und wieder über das Tragvermögen dieser so kühn aussehenden Brücke bisher Bedenken trug, wird sich durch diese Versuchsergebnisse beruhigt finden, zumal da auch gegen eine Beschädigung des Eisens durch Rost alle nur erdenkliche Vorsorge getroffen ist. N.M.Ztg.

Gruß
Walter

Re: Belastungsproben Großhesseloher Brücke 1857

geschrieben von: Otwf (K)

Datum: 04.12.17 17:06

Endlich ließ man die drei gekuppelten Lokomotiven mit großer Eilzug=Geschwindigkeit (38 Fuß in der Sekunde oder circa 11 Bahnstunden in einer Zeitstunde) hin und her über die Brücke jagen. Bei dieser, allerdings möglichen, aber höchst wahrscheinlich nie eintretenden Geschwindigkeit...

Merke: damals jagten die Züge, sie rasten nicht, aber immerhin mit ca. 42 km/h.

Re: Belastungsproben Großhesseloher Brücke 1857

geschrieben von: peter76

Datum: 04.12.17 17:15

Otwf (K) schrieb:
Endlich ließ man die drei gekuppelten Lokomotiven mit großer Eilzug=Geschwindigkeit (38 Fuß in der Sekunde oder circa 11 Bahnstunden in einer Zeitstunde) hin und her über die Brücke jagen. Bei dieser, allerdings möglichen, aber höchst wahrscheinlich nie eintretenden Geschwindigkeit...

Merke: damals jagten die Züge, sie rasten nicht, aber immerhin mit ca. 42 km/h.
So groß sind die Füße in Bayern nun auch wieder nicht ;-)
[de.wikipedia.org])
Macht also nur 39,9 km/h