DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

Die Nebenbahn von Aschaffenburg nach Höchst/Odw wurde auch als Bachgaubahn bezeichnet. Sie ging am 1. Mai 1911 zwischen Aschaffenburg Süd und Großostheim in Betrieb, während der weitere Abschnitt bis Höchst/Odw am 1. Dezember 1912 eröffnet wurde. Der Abschnitt von Aschaffenburg nach Mömlingen liegt in Bayern, der restliche Abschnitt in Hessen. Aber auch auf dem hessischen Abschnitt standen typisch bayerische Lokalbahn-Bahnhofsgebäude.

Das auf dem Stadtgebiet Aschaffenburgs gelegene Teilstück erlangte bald größere Bedeutung, als der Mainhafen Aschaffenburg 1921 eröffnet wurde. Die Strecke zum Hafen zweigt bei Aschaffenburg-Nilkheim von der Bachgaubahn ab. Weitere Industriebetriebe siedelten sich zwischen Aschaffenburg-Nilkheim und Großostheim an. In Neustadt war die Konservenfabrik (Odenwald-Konserven) ein guter Kunde im Güterverkehr. Das Güteraufkommen steigerte sich mit der Ansiedlung zweier Reifenfabriken (Pirelli und Metzeler) in Sandbach, Grund für die Aufrechterhaltung des Güterverkehrs von Höchst bis Sandbach bis zum Jahresende 1998.

Am 25. Mai 1974 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Aschaffenburg – Höchst eingestellt, gleichzeitig endete der Güterverkehr zwischen Großostheim und Neustadt. Der Güterverkehr zwischen Aschaffenburg-Nilkheim und Großostheim wurde am 28. September 1991 eingestellt. Es folgte die Einstellung des Güterverkehrs zwischen Neustadt und Sandbach zum 1. Januar 1995 sowie zwischen Sandbach und Höchst am 31. Dezember 1998. Bis Aschaffenburg-Nilkheim findet auch heute noch Güterverkehr statt, hauptsächlich zur Bedienung des Hafens Aschaffenburg. Im Juni 2012 übernahm die Bayernhafen-Gruppe diese Teilstrecke von der DB.

Heute gibt es Überlegungen, die Strecke bis Großostheim für den Güter- und eventuell auch für den Personenverkehr zu reaktivieren.

Am 25. Mai 1974 fuhr ich im letzten Personenzug-Paar von Aschaffenburg Hbf nach Höchst/Odw und zurück mit. Von dieser Tour habe ich ein paar Fotos ausgesucht.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/ab-hyc10.jpg  

Der letzte Fahrplan der Nebenbahn Aschaffenburg – Höchst vom Winter 1973/74. Zugkreuzungen im Personenverkehr gab es demnach in Großostheim und in Mömlingen Bf, wobei in Mömlingen gegen 18:47 Uhr planmäßig drei Schienenbusse angetroffen werden konnten.

651 Großostheim N3953 25051974.jpg

N 3953 im Bahnhof Großostheim am 25. Mai 1974.

653 Mömlingen Ort N3953 25051974.jpg

Der Zug in Mömlingen Ort, 25. Mai 1974. Aus gegebenem Anlass wurde der Schienenbus als Doppelgarnitur geführt.

654 Neustadt Odw N3953 25051974.jpg

N 3953 beim Halt in Neustadt/Odw, 25. Mai 1974.

655 Höchst Odw 25051974.jpg

Der Zug nach Ankunft in Höchst/Odw, 25. Mai 1974.

659 Höchst Odw 25051974.jpg

Während des zweistündigen Aufenthalts in Höchst kam auch auf der Odenwaldbahn ein Schienenbus, 25. Mai 1974.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/662_hy10.jpg

N 3954 mit Personal und bereitgestellt zur Abfahrt nach Aschaffenburg in Höchst/Odw, 25. Mai 1974.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/664_hy10.jpg

Der letzte Personenzug der Bachgaubahn, N 3954, entsprechend geschmückt, wurde am 25. Mai 1974 von einer Reihe von Eisenbahnfreunden begleitet. Wer erkennt sich wieder? Auf dem Schild steht "Heute mache ich hier Schluss, am Montag fährt der Omnibus".

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Achristo im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Vielen Dank für die Schließung einer Wissenslücke: Dass es bis 1974 diese Bahnstrecke gab, war mir völlig unbekannt.

Beim Lesen Deines Beitrages bin ich dann noch über den Ortsnamen Großostheim gestolpert. Mann, da war doch mal was! Ach ja, da gab (und gibt es laut Internetauftritt immer noch) eine Brauerei deren Bierkisten ich so um 1973 bei meinen Ferienjobs im Getränkeshop eines Supermarktes abgeladen habe. Das war damals der günstigste Gerstensaft im Angebot, der Kasten für 9,99 DM, im Angebot auch mal für 6,99 DM!

Grüße aus der Pfalz
Hubert
Hallo Andreas,

herzlichen Dank für diesen Beitrag! Bilder von Großostheim, als der Bahnhof noch besetzt war, und von Mömlingen Ort habe ich bisher noch nie gesehen. Und ganz generell scheinen Aufnahmen von diesr echt früh verdieselten Strecke rar zu sein.

Ein Hinweis noch, weil's zum Thema passt: den (mutmaßlich) letzten Güterzug nach Großostheim habe ich hier mal gezeigt: [www.drehscheibe-online.de]

Beste Grüße
Volker

Lieber Andreas, lieber Volker!

Vielen Dank für Eure ergänzenden Beiträge über die Strecke AB- Höchst (Odenw.), die ich auch nicht  mehr kennengelernt  hatte. Solche Nebenbahnen sind, wie man heute nachvollziehen kann, mit der Ausmusterung ihrer Fahrzeuge "mit gestorben". Sehr deutlich im Westen mit Ausmusterung von 211/212 und Schienenbussen, im Osten  war´s auch so 201-204 und LVT (1970-1994 u.a. wg. Mora C im GV). In den 50 er und beginnenden 60 er Jahren fallen Ausmusterungen von 74 und 93 zeitgleich mit Streckenstillgungen zusammen.
Die Gegend habe ich auch nur 1-2 Mal besucht. Das da auch typisch Bayerischen EG gestanden haben/hatten, damit habe ich nicht wirklich gerechnet. Da mir die Örtlichkeiten nicht sonderlich bekannt waren, haben die beiden Beiträge, bei mir, wieder einige Wissenslücken geschlossen.

Gruß
thomas.splittgerber, berlin
Andreas, du bringst es wirklich! Auch diese Strecke ist mir, obwohl lange in Rhein-Main lebend, durchgegangen.

Ich erinnere mich, dass ich in Neustadt bei der Konservenfabrik irgendwann mal einen Kühlwagen habe stehen sehen. Foto: Leider Fehlanzeige! Bei meinen späteren häufigen Besuchen im Odenwald war ich auch oft in Höchst. Im März 1997 konnte ich noch eine 290 fotografieren, die zwei Güterwagen Richtung Reifenwerk zog.

Bald danach war endgültig Schluss. Den Schlusspunkt setzte im Juni 1999 wieder ein Schienenbus, wohl das letzte Schienenfahrzeug, das den Viadukt in Höchst überquerte. Als kleines Dankeschön für deine tollen Berichte hier ein Foto:

http://666kb.com/i/doyqalybxubzmzw8w.jpg

Danke und Gruß
Jörn.http://666kb.com/i/doyq3nzwobjro9dds.jpg

Oh, mein Gott!

geschrieben von: Frankfurter

Datum: 05.12.17 00:43

So eine hohe Brücke und eine offene Tür im Schienenbus!

Streckensperrung!

Hubschraubereinsatz

Leichensuchhundestaffel!

Aufknüpfen der (Un-)Verantwortlichen!


... Pffff

Entspannen!

Wir sind hier ja im HiFo.

Dann ist ja nix passiert! Damals! Nur eine Natur-Klimaanlage.

;-)
Manfred
Palatino schrieb:
Vielen Dank für die Schließung einer Wissenslücke: Dass es bis 1974 diese Bahnstrecke gab, war mir völlig unbekannt.
Und dieses besagte Großostheim kämpft gerade für eine Reaktivierung des Abschnitts nach Aschaffenburg...

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]
Hallo achristo,

herzlichen Dank für deine Bilder aus der näheren Umgebung meiner Wahlheimat. Ich selbst habe Großostheim zwar noch mit Schienen, aber ohne Zugbetrieb gesehen. Das war kurz vor dem endgültigen Streckenabbau.
Einzig übrig geblieben ist ein kurzes Streckengleis auf einer Brücke über den Welzbach am Großostheimer Rathaus. Auf Google-maps sehr gut zu erkennen.

@Palatino: ich bilde mir ein, dass ihr damals bei eurem Besuch bei mir eine "Hopfenkaltschale" aus genau jener Brauerei genossen habt. Inzwischen wird dort nicht nur das Bier unter dem angestammten alten Namen, sondern auch die ehemaligen Aschaffenburger Biere gebraut. 

Und dass es dort eine Bahnstrecke gab, hast du sicherlich vergessen, denn ein altes Relikt hat den Streckenabbau überlebt und ziert seit dem mein Grundstück.

Dass man gerne diese Strecke wieder in Betrieb nehmen möchte, ist schon länger ein Thema. Allerdings hat man sich durch die Entwidmung selbst keinen Gefallen getan, denn heute gilt das gesamte Unternehmen als Neubau. Somit müsste an der Kreuzung mit der Obernburger Straße eine Brücke gebaut werden, ein BÜ ist offensichtlich tabu. Das wiederum macht die Sache jetzt ordentlich teuer.
Die Brücke der B469 hingegen wurde in diesem Jahr komplett erneuert. Das Planum für die Strecke liegt bis Großostheim mehr oder weniger baubereit. Im Bereich des ehemaligen Bahnhofes ist indes heute alles überbaut. Hier will man sich nach einer neuen Lösung umschauen, da eine Weiterführung über Großostheim hinaus angestrebt wird. Bleibt bei dem täglichen Stauwahnsinn auf der Großostheimer Straße morgens und abends die Hoffnung, dass der Schienenverkehr eines Tages doch wieder ins Laufen kommt.

Herzliche Grüße

----------------------------------------------

Wolfgang Zitz

http://abload.de/img/stwksf4_2a_bannereqqrv.jpg


meine HiFo-Beiträge





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.12.17 15:08.

Aschaffenburg – Höchst - etwas Buchfahrplan (1 Scan)

geschrieben von: Olaf Ott

Datum: 05.12.17 22:30

Guten Abend!

Für die Interessierten etwas aus dem Jahr 1969:


http://fs1.directupload.net/images/171205/ubrwdh8d.jpg


Von dieser Strecke habe ich vorher noch keine Aufnahmen angesehen.

Vielen Dank!

Olaf Ott

offene Tür am Schienenbus

geschrieben von: Palatino

Datum: 06.12.17 07:48

Wenn ich Bilder von damals mit offenen Türen am Schienenbus sehe, muss ich immer schmunzelnd an ein Erlebnis Anno 1974 auf der Fahrt von Horb nach Eutingen denken. Es war um die 30° warm und mein Kumpel und ich hatten auf den Trittstufen an der offenen Tür Platz genommen. In der Steigung hinter Horb kam der Zugführer zu uns und meinte in breitem Dialekt: "Gell, Ihr Bube, passet wohl uff, dass Ihr ned do nausfalle tut!" Mit diesem "Quasi-Segen" des Zugführers hat die Fahrt natürlich noch mehr Spass gemacht, und in Eutingen wartete eine P 8 auf uns für die Weiterfahrt.

Wie jeder leicht feststellen kann, ist keiner von uns aus dem Zug gefallen, es hat auch kein anderer Reisender einen Herzkasper bekommen. Denn auf den Stufen zu den anderen Türen saßen noch weitere Fahrgäste.

Grüße aus der Pfalz
Hubert

Museumsbahnstrecke ?

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 06.12.17 13:47

Offene Türen an heißen Sommertagen beim 798 sowie beim 515 waren an der Tagesordnung, obwohl es natürlich eigentlich nicht erlaubt war.
Nebenbei bemerkt: die Strecke hätte Museumsbahnstrecke für Zuckersusi (98 727) werden können. 

Grüße aus Pampanga
Horst