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 04 - Historische Bahn 

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Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

Hier [www.drehscheibe-online.de]  hatte ich über Geschichte und Strecken der "Taunusbahnen" berichtet, dem Nachfolger der früheren Frankfurter Lokalbahn AG.
 
Fotos aus der FLAG-Zeit kann ich hier an dieser Stelle nicht bieten, schließlich erfolgte die Übernahme des Betriebes durch die Stadt Frankfurt bereits 1955. Das ist mein Geburtsjahr. Ich möchte hier für den DSO-Beitrag nur eigene Fotos veröffentlichen.
 
Als ich anfing, Eisenbahnen zu fotografieren, waren die alten FLAG-Triebwagen nicht mehr im Einsatz, sondern durch DÜWAG-Fahrzeuge ersetzt. Als Arbeitswagen waren jedoch noch vereinzelt die alten Wagen aus der FLAG-Zeit aktiv.
 
Die beiden Dampfloks wurden 1955 und 1962 ausgemustert und durch eine Akkulok (2020) und eine Diesellok (2018) ersetzt. Die Akkulok kam 1955 von der Frankfurter Hafen- und Industriebahn und wurde 1955/57 auch für Fahrleitungsbetrieb umgebaut. Die 1962 beschaffte Diesellok war vorher bei der Steinhuder Meer-Bahn im Einsatz und wurde bei SCHÖMA in Diepholz umgebaut. Zur Steuerung von Fahrleitungs-Kontakten erhielt die Lok Stromabnehmer. Der Gütertriebwagen musste 1970 nach einem Unfall ausgemustert werden. Normalerweise war die Lok 2020 im Einsatz, die Lok 2018 diente als Reservemaschine.
 
Die auf den Taunusbahnen zum Einsatz kommenden Straßenbahn-Triebwagen mussten für den Einsatz auf den Eisenbahn-Strecken besonders ausgerüstet werden. Einmal waren das Doppelscheinwerfer (statt der einfachen Scheinwerfer bei der innerstädtischen Straßenbahn), und zum zweiten wurden die Fahrzeuge mit breiteren Radbandagen ausgerüstet. Als dann 1968 die Tunnelstrecke in der Eschersheimer Landstraße in Betrieb ging, erhielten die schmalen Straßenbahnwagen einseitig die "Blumenkästen", um den Spalt zur Bahnsteigkante zu überbrücken.

F 399-10 Heddernheim 20051976.jpg

ATw 2025 (ex 305) in Heddernheim am 20. Mai 1976. Er gehörte zum ursprünglichen Wagenpark und verlor beim Umbau zum Turmwagen sein Laternendach.

F 399-11 Heddernheim 20051976.jpg

Ein weiteres Foto dieses Triebwagens vom 20. Mai 1976.

F 822 Wiesenau 29041975.jpg

Seit 1968 kamen auf den Taunusbahn-Strecken tunnelgängige DÜWAG-Wagen zum Einsatz, hier ein solcher Zug an der Haltestelle Wiesenau am 20. April 1975.

F 823 Wiesenau 29041975.jpg

Hier solch ein DÜWAG-Zug von der anderen Seite. Deutlich sind die "Blumenkästen" zu sehen, die dafür sorgten, dass kein Spalt zwischen den schmalen Straßenbahnwagen und den Bahnsteigen im Tunnel entstand.

F 825 Niederursel 29041975.jpg

Ab Dezember 1971 kamen U-Bahn-Wagen auf der Strecke nach Bad Homburg und ab Mai 1978 auch auf der Strecke nach Oberursel-Hohemark zum Einsatz. Hier ist ein solcher Wagen am 29. April 1975 als Probefahrt in Niederursel zu sehen.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/f_841_10.jpg

Lok 2018, die V36-Diesellok mit Stromabnehmer, am 2. Mai 1975 im Güterbahnhof Oberursel. Näheres zur Lok in Teil 3 dieser Serie.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/f_842_10.jpg

Hier das SCHÖMA-Fabrikschild dieser Lok.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/f_547610.jpg

Dieselbe Lok von schräg von vorn, 31. August 1981 in Oberursel.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/f_597610.jpg

Hier ein Typenfoto der zur Oberleitungslok umgebauten Akkulok 2020, 24. März 1982.

https://i62.servimg.com/u/f62/18/79/98/86/f_598810.jpg

Bis zur Aufgabe des Güterverkehrs vorhanden war auch dieser Güterwagen, ebenfalls aufgenommen am 24. März 1982 in Oberursel Gbf.

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Achristo im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Danke für die schönen Aufnahmen, auch mal aus unbekannten Perspektiven.

Allerfeinst. Da kann man sich gar nicht sattsehen . Bitte mehr davon.

Gruß

1401
Schöne Bilder, vielen Dank.
Da die Gleise zwischen Bommersheim und Niederursel mehr oder weniger im Dreck versanken, wurde der Oberbau 1975 erneuert.
Deshalb die Schwellen an der Böschung. Das hintere Gleis war scheinbar schon soweit saniert, worauf der helle Schotter hinweist.
Mein Vater hatte damals mit Super 8 gefilmt, wie Schwellen von Niederbordwagen herunter geworfen wurden. Der Materialzug war mit 2018 und 2020 bespannt.
Michael
eiei - das sind aber feine Bilder! Herzlichen Dank dafür.

RUHRKOHLE - Sichere Energie
Michael Fischbach schrieb:
Da die Gleise zwischen Bommersheim und Niederursel mehr oder weniger im Dreck versanken, wurde der Oberbau 1975 erneuert.

Das waren, so weit ich weiß, Vorbereitungen für den U-/Stadtbahnbetrieb. In diesem Zusammenhang wurde die gesamte Strecke durchgearbeitet und der Oberbau erneuert. Dabei kam es abschnittsweise zum eingleisigen Betrieb, während am anderen Gleis gebaut wurde. Das werden wir in den nächsten Folgen noch genauer zu sehen bekommen.

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Hallo Achristo,

zu deinem Bild Nr. 6 mit der "V 36" gibt es noch folgendes zu ergänzen:
Es handelt sich nicht um eine V 36, sondern um eine BMAG-Lok vom Typ LDF 300 C !
Sie hat einen kürzeren  Rahmen und verfügt über nur 300 PS.  
Heute steht sie im Technikmuseum Speyer.

Gruß aus Stuttgart.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.17 22:20.
Hallo Andreas,

danke für Deinen Bericht!

Der Turmwagen 2025 entstand aus einem ehemaligen Wagen der Frankfurter Lokalbahn. Dies erkennt man an der früheren Wagennummer 305, an der Form des Fahrgestells und an den verbliebenen Wagenkasten-Deckleisten mit halbrundem Querschnitt.

Die Lok 2020 war ursprünglich eine reine Akku-Lok und bei der Frankfurter Hafenbahn im Einsatz. Als sie zu den Taunusbahnen kam, erhielt sie einen zweiten Tatzlager-Fahrmotor für die andere Endachse und die Einrichtungen für den wahlweisen Betrieb unter Oberleitung. Nachladen der Akkus war allerdings nur an der Steckdose in der Lokhalle Bommersheim möglich. Damit die Lok die recht enge Kurve dorthin befahren konnte, waren die Räder der Mittelachse spurkranzlos.

Der Stückgutwagen 2104 war eigentlich nur vor dem Umbau der Homburger Strecke auf Stadtbahnbetrieb im Laufe des Jahres 1971 im Einsatz. Danach waren die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) der einzige Kunde der Bahn und der Stückgutwagen wurde nicht mehr gebraucht.

Gruß
Johannes
Guten Morgen Andreas

Du hast hier ja in letzter Zeit einen beeindruckenden Ausstoß.
An die Fahrten zur Tante nach Oberursel kann ich mich noch ganz gut erinnern. Erst mit der 24, später mit der A3.
Ganz toll war es, wenn der Fahrer im Mt-Wagen die Gardine offen hatte. Dann hatte der Bub einen schönen Blick auf die
Strecke und den Fahrplan, der in einem Holzrahmen steckte und an der Scheibe neben dem Handrad lehnte, auf dem solche
Dinge standen, wie "Kreuzung mit einem Personenzug" oder "Kreuzung mit einem Güterzug".
Tunnelstrecken mochte ich damals schon nicht, ab Dornbusch fuhr man wenigstens oberirdisch. So richtig interessant
wurde es aber erst, nachdem die A1 mit den komischen Wagen weg war, d.h. ab Wiesenau.
Da kam dann schon mal ein Güterzug entgegen. In Niederursel stieg der Schaffner ein und verkaufte die langen weißen
Fahrscheine für den Überlandtarif oder stempelte sie ab.
In Weißkirchen musste der Fahrer telefonieren (mit dem Fahrdienstleiter in Oberursel, wie ich heute weiß). Ab dem
Depot wurde es eingleisig. An der Portstraße gab es eine Schleife und viele Anschlussgleise lagen noch, auch wenn sie
nicht mehr benutzt wurden, z.B. am Kupferhammer. Bis zur Motorenfabrik fuhren aber noch Güterzüge.
Die Umstellung auf U2-Wagen hat mich damals tief betrübt. Diese sterilen Kisten, wo sich der Fahrer hinter einer Wand
versteckte und wo man keinen Blick mehr auf die Strecke hatte.

Und wenn ich heute nach Oberursel fahre, sitze ich, wenns geht, wieder ganz vorne. Bei den neuen U5-Wagen hat man
ja freie Sicht auf die Strecke.

Vielen Dank für die Erinnerungen und viele Grüße
Wolfgang