DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

[DE] ? Frage zum Triebwagen-Einzelgänger VT 1051 bzw. VT 51

geschrieben von:

Datum: 11.10.17 02:01

Hallo miteinander

Über diesen Triebwagen weiss man Einiges, zusammengetragen vor allem von Gerd Wolff im Band 6 der "Deutschen Klein- und Privatbahnen"

Dieser Triebwagen wurde von der VKA bei WUMAG bestellt, mit der Fabriknummer 10270 erbaut und im Frühling 1938 bei der Mittelthurgaubahn (CH) probeweise in Betrieb gesetzt.

Allerdings schreibt Wolff:"Der VT 51 war für die Mittelthurgaubahn gebaut, aber nicht mehr abgeliefert worden."

Dies stimmt so nicht, der Triebwagen wurde tatsächlich bei der MThB in Betrieb gesetzt, wie dies durch Bilder im Buch von Michael Mente "Von der MThB zur Thurbo" belegt ist. Das Fahrzeug war tatsächlich nur für einen Probebetrieb gedacht, denn die MThB wollte schweizerische Unterlieferanten berücksichtigen und bestellte darauf 2 Triebwagen mit Saurer-Motoren, allerdings nicht bei der WUMAG, sondern in Wismar. Wegen des Krieges gelang deren Fertigstellung erst 1941/42.

Der VT 1051 (Nummer fotografisch belegt: MThB 1051) hingegen blieb aus Kriegsgründen bis 1941 bei der MThB.

1946 wurde er offenbar bei VKA/DEG wieder betriebsfähig gemacht und landete 1949 bei der Teutoburger Wald-Eisenbahn als VT 51 - bei Wolff abgebildet.

—————————

Nun also die Frage: Wo war das Fahrzeug 1941 - 46 und 1946 - 49 ?

Gerd Wolff schreibt zwar:
"... kam über den Umweg Oderbruchbahn - Hamburg zur DEG, die ihn 1946 reparierte und als T 1051 bei der Klb. Neheim=Hüsten - Sundern einsetzte."
Allerdings ist bei ihm dann unter "Klb. Neheim=Hüsten - Sundern" keine Erwähnung des Fahrzeugs zu finden.

Irgendwo glaube ich gelesen zu haben, dass auch die Farge-Vegesacker Eisenbahn besucht worden sein könnte. Ferner besteht eine Aussage, dass der T 1051 auch mit der HzL (Hohenzollerische Landesbahn) etwas zu tun gehabt haben soll, obwohl diese seit 1930 nicht mehr zum VKA/DEG - Konglomerat gehörte.

Hat jemand weiterführende Angaben oder Belege für die genannten Zwischenjahre ?

Mit freundlichem Gruss

Johannes
(an der MThB aufgewachsen)
In unserem Buch "Geschichte und Bahnen der AG für Verkehrswesen, Band 2" [www.drehscheibe-online.de], welches Ende Oktober 2017 erscheinen wird, haben wir bei der Lokliste der Mittelthurgaubahn vermerkt:

VT1051 1A-A1 Wumag 10270 1938
neu an VKA (VT1051), Leih-VT Mittelthurgaubahn/ 1942 Leih-VT Görlitzer Kreisbahn/ 1948 Leih-VT Teutoburger Wald-Eisenbahn/ 1961 an Teutoburger Wald-Eisenbahn (VT51), + 1967, ++ 1973

Der VT war bis 1961 ein Fahrzeug im Eigentum der VKA. Die Görlitzer Kreisbahn passt insofern, weil sie auch eine AGV-Bahn war. Die Oderbruchbahn dagegen eher nicht.

Viele Grüße
Andreas Christopher

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Achristo im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.17 17:15.
Lä schrieb:
Nun also die Frage: Wo war das Fahrzeug 1941 - 46 und 1946 - 49 ?
[www.schmalspur-ostwestfalen.de]

Auch wenn es im verlinkten Beitrag anders steht, am Anfang lief der VT bei der MThB.

Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteressen des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen.
- Otto von Bismarck -
Einige Worte zu diesem TW wurden auch in folgendem Artikel in der "Schweizerischen Bauzeitung" verloren. Auch wenn es grundsätzlich um die SLM Saurer TW geht.

[www.e-periodica.ch]

Felix
Hallo,

alle genannten Bahnen haben natürlich eines gemeinsam: Sie waren allesamt Tochterunternehmen der Aktiengesellschaft für Verkehrswesen [de.wikipedia.org] - daher wurden hier natürlich auch Fahrzeuge getauscht und auch weitergereicht. Daher sind ja auch die Mittelthurgaubahn und die Teutoburger Wald-Eisenbahn miteinander verbunden gewesen.

Zu dem VT 51 (bzw. VT 1051) gibt es diesen "Lebenslauf" [www.schmalspur-ostwestfalen.de] , wobei der VT dann in den Jahren 1938 - 1941/42 dann wohl doch bei der Mittelthurgaubahn im Einsatz war.

Über den Einsatz von 1942 bis 1944 bei der Moselbahn finde ich auch im "Kenning" über die Moselbahn nichts, von daher könnte der Einsatz bei der Görlitzer Kreisbahn durchaus passen, zumal die Görlitzer Kreisbahn auch zu der Unternehmensgruppe gehörte. Allerdings sind viele Dieseltriebwagen in dieser Zeit aufgrund des Treibstoffmangels auch abgestellt gewesen.

Der Lebenslauf nach dem II. Weltkrieg dürfte halbwegs passen, dass der Triebwagen im Westen im desolaten Zustand aufgefunden wurde und von der AGV bzw. später DEGA aufgearbeitet wurde, ist ebenso naheliegend. In mehreren Büchern steht übereinstimmend, dass er vom Betriebsleiter (evtl. der Eisenbahn Neheim-Hüsten - Sundern) im Zuge der Evakuierung mit Flüchtlingen gen Westen abgefahren wurde. Bei der Röhrtalbahn Neheim-Hüsten - Sundern soll er von 1946 bis 1948 zum Einsatz gekommen sein, bei der TWE ist er seit 1948 im Einsatz gewesen, wo er schließlich auch 1967 nach einem Unfall abgestellt und 1973 verschrottet wurde.

Zu den Wismarer-Triebwagen gab es schon mal vor einiger Zeit hier im Forum einen Bericht... [www.drehscheibe-online.de]

Viele Grüße

Andreas



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.17 18:09.
Hallo,

in einem mir vorliegenden Artikel über die Röhrtalbahn Neheim-Hüsten - Sundern finden sich übrigens weitere Details zum VT 1051:

Demnach ist der VT 1051 im März 1945 als Rückführfahrzeug zunächst zur Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagener Eisenbahn gekommen, wurde dort auf Anordnung der amerikanischen Besatzungsmacht requiriert und abgefahren. Im August 1946 wurde er von der DEG im RAW Hannover - Leinhausen in desolatem Zustand aufgefunden und zunächst nach Sundern gebracht, hier wurde er offenbar instandgesetzt. 1947 soll er dann zur TWE gekommen sein, wo er vom Bahnhof Verl aus als Stammfahrzeug zwischen Gütersloh und Hövelhof bis zu seiner unfallbedingten Abstellung im November 1967 lief.

Viele Grüße

Andreas
Aus unserem KN-Buch:

"Vor der nahenden Front zog die DEGA einige an die Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn verliehene Fahrzeuge gen Westen ab. Am 21. März 1945 gelangten die Lok 23 der Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagener Bahn, die VKA-Lok 1D und der VKA-Triebwagen T 1051 nach Aschersleben und wurden beim ASN-Bahnhof Nord hinterstellt."


http://666kb.com/i/dngj5ex8naji9euic.jpg


Hallo,

die Geschichte des Triebwageneinsatzes auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn - und somit auch den Werdegang des VT 51 - habe ich in einem Artikel in der Zeitschrift "Die Museumseisenbahn" (DME) beschrieben (DME 2/2012). Auszugweise hieraus die wesentlichen Angaben zum Lebenslauf:
"...Der VT 1051 VKA wurde mit Genehmigung der Devisenstelle des Deutschen Reichs im Jahr 1937 für die Mittelthurgaubahn von der Vereinigten Kleinbahn Aktiengesellschaft bestellt. Der Bestellung gingen magere Jahre der MThB voraus, da die Bahn von der VKA nur mit Zuschuss betrieben werden konnte. Mit dem Einsatz von Triebwagen sollte der defizitäre Betrieb durchrationalisiert werden. Den Anfang bildete der WUMAG VT 1051, der im März 1938 von der Lieferantin an die VKA ausgeliefert wurde.
Der Triebwagen wurde seit dem 1. April 1938 planmäßig auf den Strecken der MThB eingesetzt. Da für die VKA seit Kriegsbeginn im September 1939 mit Verfügung des Kriegsbetriebes durch die Militärorganisation der Schweizerischen Eidgenossenschaft die Betriebsführung und Verpflichtung zur Defizitdeckung bei der MThB entfiel, zog die Betriebsführerin den Triebwagen Anfang 1942 aus der Schweiz ab. Am 21. März 1942 wurde zwischen der VKA und der Württembergischen Eisenbahn GmbH ein Mietvertrag unterzeichnet, der den Wagen zur Nebenbahn Ebingen - Onstmettingen brachte. Personal der WEG holte den Wagen auf Bahnhof Konstanz ab, tatkräftig unterstützt von dem Leiter der Werkstatt Gammertingen der Hohenzollerischen Landesbahn, die einen baugleichen Triebwagen betrieb. Lange verblieb der große Triebwagen nicht bei der Nebenbahn Ebingen-Onstmettingen, denn er wechselte laut Mietvertrag vom 17. April 1942 zur Schwestergesellschaft Württembergische Nebenbahnen GmbH. Von dieser wurde er auf deren Strecke Korntal - Weissach (Strohgäubahn) zum Einsatz gebracht. Auch hier währten die Einsätze nur sehr kurz. Nächster Standort war noch 1942 die Moselbahn AG in Trier (Betriebsführerin war die VKA). Hier erfolgte kein planmäßiger Einsatz... Die VKA stellte den Wagen an der Mosel wegen fehlender Einsatzmöglichkeiten infolge der Kraftstoffkontingentierung lediglich gesichert unter. Mit dem Triebwagen wurden auch die Ersatzteile des VT 1051 in die Werkstatt nach Andel verbracht, wo sie bei Kriegsende 1945 durch Plünderung und Zerstörung in Verlust gerieten.
Der Triebwagen selber war allerdings bereits zuvor im Spätsommer 1944 von Andel in Richtung Eberswalde in Bewegung gesetzt worden, wo er laut Mietvertrag vom 25. Oktober 1944 seit 1. September 1944 auf der DEGA Bahn Eberswalde - Finowfurt eingesetzt wurde. Entlang der brandenburgischen Eisenbahn befanden sich viele kriegswichtige Betriebe, so beispielsweise die Ardelt - Werke, die zu einem beispiellosen Transportaufkommen führten und den Einsatz vieler Leihfahrzeuge erforderten.
Mit Näherrücken der Front begann die Betriebsführerin DEGA im März 1945 mit der Rückverlagerung angeliehener Fahrzeuge. So verließ der VT 1051 im Schlepp der Leihlokomotiven Aschersleben-Schneidlingen-Nienhagen Nr. 23 (Cn2t, Henschel 17870/1920) und VKA 1D (Dn2t, Henschel 20508/1925) Eberswalde Richtung Aschersleben. Dort traf der Räumzug am 23. März 1945 ein, Lok 1D VKA und der VT 1051 wurden anschließend auf Bahnhof Schneidlingen Nord abgestellt. In den ersten Tagen nach Besetzung des Bahngebietes durch die Amerikaner am 17. April 1945 wurde der Wagen durch befreite polnische Zwangsarbeiter beraubt und beschädigt. Anfang Mai 1945 requirierte schließlich die amerikanische Besatzungsmacht den Wagen und führte ihn über Blumenberg in westliche Richtung. Eine von der DEGA/VKA eingeleitete Suchaktion blieb zunächst erfolglos. Erst im August 1946 erhielt die DEGA Kenntnis davon, dass der Wagen seit längerer Zeit im Reichsbahn Ausbesserungswerk Hannover - Leinhausen stand. Ob sich der Wagen bereits seit 1945 in Hannover Leinhausen befand, ist unbekannt. Im Geschäftsbericht 1946 der VKA heißt es hierzu auch, dass das Fahrzeug 1946 beschädigt in der Nähe von Braunschweig aufgefunden worden sei.
Viel war jedenfalls im August 1946 nicht mehr vom VT 1051 übrig geblieben: Einrichtungsbestandteile wie Abteiltüren, Beleuchtung, Fensterrahmen, Türen, Heizungen, Sitze etc. waren entwendet oder mutwillig beschädigt, beide Motoren und Kupplungen, ein Getriebe sowie alle Messinstrumente und Führerstandsarmaturen waren vom RAW Leinhausen ausgebaut und in Reichsbahntriebwagen eingebaut worden. Einzig verbliebenes weiterhin verwendbares Element der Antriebsanlage war ein Getriebe.
In diesem Zustand wurde der Wagen im Spätsommer 1946 zur Kleinbahn Neheim-Hüsten-Sundern überführt und dort zunächst gesichert untergestellt. Die dortige Werkstatt sollte die Wiederaufarbeitung des Wagens vornehmen. Bereits im September 1946 erwarb die DEGA daher von der MAN einen generalüberholten MAN W6V15/18 Dieselmotor. Die Bahnverwaltung der NHS versuchte unterdessen über Reichsbahndienststellen (insbesondere RBD Wuppertal) alle fehlenden Teile für die Wiederinbetriebsetzung des Wagens zu beschaffen. Die Reichsbahn stellte im Laufe des Jahres 1947 ein Getriebe zur Verfügung, Verglasung war ebenfalls bereits bei der Industrie geordert.
Im August 1947 entschied die DEGA den Triebwagen zukünftig auf der Teutoburger Wald Eisenbahn AG zum Einsatz zu bringen. Zu diesem Zweck sollte er in der TWE Betriebswerkstatt in Lengerich instandgesetzt werden. Am 04. Oktober 1947 verließ der Wagen in Begleitung von TWE Personal Sundern nach Lengerich, wo sofort mit den Arbeiten begonnen wurde. Bis Dezember 1947 war die Inneneinrichtung weitgehend wieder hergestellt, Fensterglas und sonstige fehlende Teile gingen am 22.12.1947 unter Bewachung von Personal der NHS in Lengerich ein. Der Wagenkasten war Mitte Januar 1948 fast fertig, gefertigt wurden noch die Abteilzwischentüren und neue Fensterrahmen. Ebenfalls noch 1946 neu bestellte Motoren konnten von MAN wegen fehlender Kurbelwellen erst im Februar 1949 geliefert werden, weshalb der Wagen zunächst einmotorig und ohne Anhängerwagen in den Einsatz ging. Der Neuaufbau mit Hauptuntersuchung konnte am 8. Mai 1948 nach 10.350 Arbeitsstunden abgeschlossen werden. Der VT 1051 VKA absolvierte ab 11. Mai 1948 fahrplanmäßige Einsätze auf der TWE von Lengerich aus nach Ibbenbüren und Versmold...
Mit Verfügung vom 19. Februar 1954 ordnete die DEG die Umnummerung des VT 1051 in VT 51 VKG an (die Vereinigten Kleinbahnen AG VKA waren zwischenzeitlich in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umfirmiert worden, VKG). Die Umzeichnung erfolgte am 22.4.1954.
Zunehmende Schwierigkeiten in der Ersatzteilbeschaffung für die 1951 von der MAN aus der Produktion genommenen Motortype WGV 15/18 führten 1955 zu Remotorisierungsüberlegungen...
Unter Berücksichtigung der Verbreitung der DEUTZ Motoren bestellte die DEG im Oktober 1955 zwei Deutz Dieselmotoren A12L614 mit je 200 PS. Im Juli 1957 wurde der Triebwagen zum Umbau der Werkstatt Lengerich zugeführt. Neben der neuen Motorisierung wurden die Fronten erneuert. Sie erhielten je zwei große Führerstandsfenster und getrennte Signallaternen für Spitzen- und Zugschlusssignal. Die Arbeiten dauerten bis zum 21. April 1958 und verursachten 7265 Fertigungsstunden. Die Abnahme des modernisierten Triebwagens wurde am 5. Mai 1958 bescheinigt, die Übergabe an Einsatzstelle Verl erfolgte allerdings erst Ende Juni 1958.
Zum 01. Januar 1961 erfolgte der Verkauf des VT 51 VKG an die TWE... Der Wagen behielt seine Fahrzeugnummer nach dem Eigentümerwechsel.
Nachdem der VT im Februar 1962 nach unfallbedingter Zerstörung einer Motoranlage einen Ersatzmotor ... erhalten hatte, fuhr der Triebwagen am 21. Oktober 1964 vor dem Bahnhof Bad Iburg infolge menschlichen Versagens des VT - Personals auf einen haltenden Güterzug auf und wurde stark beschädigt. Mit monatlichen Laufleistungen von bis zu 10.000 Kilometern war das Fahrzeug jedoch seit Anfang der 60er Jahre der zuverlässigste TWE – Triebwagen, so dass sich die DEG zur Reparatur entschloss. Die Instandsetzung wurde innerhalb 6 Wochen vorgenommen. Im September 1967 wurden notwendige Neubandagierungen der Radscheiben sowie die Reparatur des seit Juli 1967 defekten zweiten Motors abgeschlossen. Doch bereits am 10. November 1967 besiegelte ein weiterer schwerer Unfall das Ende des VT 51 TWE. Bei einem Bahnübergangsunfall mit einem LKW in Gütersloh erlitt der VT so starke Beschädigungen, dass eine Wiederaufarbeitung angesichts des stark rückläufigen Personenverkehrs nicht mehr lohnend erschien. Der Wagen wurde in Lengerich abgestellt und im Dezember 1973 zerlegt."

Einsätze auf der Görlitzer Kreisbahn oder gar auf der Oderbruchbahn sind zu keinem Zeitpunkt erfolgt.

Viele Grüße,
Jochen Fink
Das nenne ich eine gründliche Recherche, woran sich manch ein Autor ein Beispiel nehmen kann. Ein Foto aus der Vor-Umbau-Zeit habe ich noch gefunden:


http://666kb.com/i/dngwe1iqgm5p1s2yc.jpg

VT 1051 in Lengerich-Hohne Pbf, 10.8.1952
Foto: Hans-Jürgen Sievers (Sammlung Ludger Kenning)

Geschätzte Mit-Eisenbahnfreunde

Ich bin überwältigt von der Fülle von Informationen, die in kurzer Zeit zusammengekommen sind.

Allerbesten Dank !

Eine kleine Ergänzung:
Die HzL hatte nicht einen baugleichen, sondern einen beinahe baugleichen Triebwagen, den VT 3.

Unterschied: Am Nicht-Gepäckende besass der VT 1051 das Zweitklass-Abteil, der VT 3 hingegen die Zugstoilette, die beim VT 1051 jenseits der dortigen Einstiegsplattform platziert war. Dies lässt sich durch Bilder belegen, die in meinem Besitz, aber nicht in meinem Eigentum sind.

Wenn man denkt: Die MThB, ständig defizitär, hat sich trotzdem nach dem 2.Weltkrieg langsam hochgerappelt, wurde mit Bundeshilfe elektrifiziert, fiel dann allerdings in eine Konkursfalle und verlor ihren Namen. Nichtsdestotrotz - die Strecke gehört heute zum Schweizer Fernverkehrsnetz mit stündlichen Interregios Konstanz - Zürich und erlebt im Moment die Anlage eines zweiten Doppelspurabschnitts. Im Regionalverkehr setzte die MThB Massstäbe, die von ihrer Nachfolgerin Thurbo hochgehalten werden: kostengünstige Triebzüge mit stufenfreien Einstiegen, Die Haltepunkte sind grösstenteils Bedarfshalte mit Haltanforderung durch die Reisenden.

Angefangen hat das alles - aktenkundig - am 18.März 1938 mit einer Probefahrt VT 1051, zu der Schulklassen als "Passagierballast" eingeladen waren. Die Foto findet sich im Buch von Michael Mente: "Von der MThB zur Thurbo".


Mit freundlichem Gruss

Johannes

Danke für diese ausführlichen Ergänzungen

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 14.10.17 15:32

Lieber Johannes und lieber Jochen Fink,

ein herzliches Dankeschön für die Ergänzungen!

Unsere Angaben zu VT 1051 / VT 51 waren aus den verschiedensten Quellen zusammengelegt worden, leider hatten wir die Veröffentlichung in der DME gar nicht auf dem Schirm. Danke an Jochen für das sorgfältige Lesen und Aufarbeiten der Akten - ich habe eure Ergänzungen in den Lebenslauf eingearbeitet.

Hier ein paar Eindrücke aus den letzten Betriebsjahren:

0052 (hb) - 033-900.jpg

Bild 1: VT 51 Ende April 1967 in Gütersloh - das Fahrzeug muss wirklich zuverlässig im Einsatz gewesen sein, da Helmut Beyer ihn in diesen Jahren mehrfach erwischt hat.


0052 (hb) - 035-900.jpg

Bild 2: VT 51 am gleichen Regentag in Gütersloh Nord. Deutlich ist die umgebaute Fahrzeugfront mit den beiden Stirnfenstern und den modernen Lampen zu sehen - und der angehängte Güterwagen, den der Triebwagen regelmäßig in Richtung Harsewinkel mitnahm. Weiss eigentlich jemand, wofür das Ablassrohr vorne neben der Kupplung gebraucht wurde? Wohl kaum für die Toilette - oder? (Foto: Helmut Beyer).


0065 (hb) - 017-900.jpg

Bild 3: Am 23.06.1967 ist er mit einem Beiwagen im Haltepunkt Verl West zu sehen (Foto: Helmut Beyer)


0095 (hb) - 017-900.jpg

Bild 4: Am 17.06.1968 steht VT 51 nach seinem letzten Unfall in Lengerich ... und blieb dort bis zu seiner Zerlegung im Dezember 1973 (Foto: Helmut Beyer).


Gruss, Christoph Beyer





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.17 15:39.