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Servus,

Nachdem mir in Sachen Autoreisezüge in Münster Hbf recht gut Auskunft erteilt wurde, hätte ich eine weitere (historische) Frage an die Spezialisten:

Welche Schnellzüge wurden auf Bundesbahn Eisenbahnfähren "Übergesetzt" ? Also von Deutschland abgehend Ri. Dänemark/Schweden ? Habe da irgendwie noch Verbindungen in Erinnerung nach Kopenhagen oder so ähnlich. Natürlich die Zeit der 60er - 90er Jahre.
Man kann zwar viel im Internet finden, aber die Details wissen meist die User hier im Forum.

Würd mich wieder sehr freuen über "aussagekräftige" Info's.


Schon mal vielen Dank im voraus.


Gruß
diesel-fan
aus Oberbayern
Hallo dieselfan!

Deine Frage ist sehr leicht zu beantworten!

Alle Züge, soweit sie nicht Festland-Dänemark oder Odense als Reiseziel hatten, wurden per Fähre meist von Puttgarden nach Rödby trajektiert, schlicht und ergreifend deshalb, weil es noch keine Brückenverbindung gab. Du brauchst also lediglich in den jeweiligen Kursbüchern (Auslandsteil) zu schauen, um welche Züge se sich handelt. Die Züge haben grundsätzlich als Zielbahnhof Kopenhagen oder Orte in Schweden (zB Stockholm u Göteborg) oder Norwegen (Oslo) gehabt. Natürlich gilt dieses auch für die Gegenrichtung. Deine Zeitspanne der Frage umfasst immerhin 40 !!! Jahre, erwartest Du wirklich eine lückenlose Ergebnisrecherche?

Gruß
Helmut

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Alle Schnellzüge?

geschrieben von: HLeo

Datum: 10.10.17 19:07

Waren nicht alle Züge, die mit den Fähren zwischen Großenbrode/Puttgardn und Gedser/Rødy Havn übergesetzt wurden, Schnellzüge?

Aber auch zwei Beispiele von mir: Italia-Express und Holland-Skandinavien-Express.

Re: Alle Schnellzüge?

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 10.10.17 19:12

Hallo!

Ja, es waren Schnellzüge, wobei einige davon jahrelang als Zuggattung das "F" führten. In den 1970er Jahren kamen dann TEE (wenige Jahre), IC und ab 1987 auch EC.

Der Fährverkehr wurde in der ersten Hälfte der 1950er Jahren eingerichtet.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Jau, Danke für den Tipp ...

geschrieben von: Der Bahns

Datum: 10.10.17 21:05

.

... bis soeben rätselte ich noch so rum, was ich mir denn heute Abend in Youtube für einen Film angucke ...
Jetzt weiß ich es: Kressin stoppt den Nordexpress - nochmals Danke.
.


Gruß von Wolfgang

ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: rhein-ruhr

Datum: 10.10.17 23:20

Hallo,
noch ein paar Ergänzungen von mir zu den hier schon besprochenen Verbindungen, allerdings handelt es sich um Bundesbahn-Züge aber nicht auf Bundesbahn Fähren:

1. Bei den beschriebenen Verbindungen über Kopenhagen hinaus nach Norwegen und Schweden handelt es sich um Züge, die auf ihrem Lauf zweimal Schiff fuhren. Von Deutschland zuerst wie heute noch über die Vogelfluglinie und dann über den Öresund von Helsingör nach Helsingborg. Bis Ende der 80er Jahre gab es den bekannten Nachtzug "Alfred Nobel" mit Wagengruppen nach Oslo und Stockholm ohne Verkehrshalt in Dänemark, daher ohne Halt von Gedser bis Helsingör

2. Es gab die Verbindungen von Rostock-Warnemünde nach Gedser und die Königslinie von Sassnitz nach Trelleborg. Allerdings fuhr bis 1993 die Reichsbahn, dann die Deutsche Bahn, eigentlich nicht die Bundesbahn. Extra für die Verbindung Trelleborg Sassnitz gab es einen 1./2. Klasse Interregiowagen, weil nur dieser eine Wagen nach Schweden segelte.

3. Zu Bundesbahnzeiten fuhren aber bis so Anfang der 80er Jahre zu Weihnachten und zu den Sommerferien "Gastarbeiter" Sonderzüge bis nach Sizilien, entferntestes Ziel war Agrigento an der sizilianischen Südküste. Und diese Züge wurden dann von Villa San Giovanni nach Messina mit Schiffen der FS übergesetzt.
Liebe Grüße
rhein-ruhr

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: Alpenbahner

Datum: 10.10.17 23:39

Leider habe ich diesen Trajektverkehr nie selbst erlebt.

So ganz erschließt sich mir der Sinn aber heute nicht mehr: Zumindest für Puttgarden - Gedser werden die Reisenden kaum im Wagen sitzen geblieben sein, sondern sich an Bord bewegt haben, zumal das Benutzen der Zugtoiletten bei den offenen Systemen mit Sicherheit auf dem Schiffsdeck verboten war, wahrscheinlich durfte man aber auch aus Sicherheitsgründen nicht im Zug bleiben??? Hat man den Zug dann vor der Verladung verlassen, ich denke mal ja, denn im Schiff gabs ja keine Bahnsteige und man hätte bis auf Schienenoberkante runterklettern müssen. Hat man damals das Gepäck unbeaufsichtigt im Abteil zurückgelassen? Ich hätte da allein schon Bauchweh gehabt. Nur wenn ich in Puttgarden den Zug verlassen muß, mich zu Fuß aufs Schiff begeben, übersetze, und ich in Gedser wieder am Bahnsteig in den Zug einsteigen muss, warum wird der Zug dann überhaupt übergesetzt, mal abgesehen vom Gepäck? Dann könnte man ja auch einem dänischen Zug weiterfahren, ohne den ganzen technischen Aufwand. Wie ist es heute im Diesel-ICE, bzw DSB-IC3?
Und wie war das nachts bei den Schlafwagen? Blieb man da im Zug, bei Toilettenverbot?
Wie war das bei Helsingör-Helsingborg? Das ist ja nur eine recht kurze Überfahrt.

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 11.10.17 00:01

Hallo!

Der "Alfred Nobel" fuhr noch bis in die 1990er Jahre hinein. Erst 1994 kam das Aus.

Ehe ich es vergesse: zwischen Saßnitz und Trelleborg, aber auch zwischen Warnemünde und Gedser sind DB-Wagen gelaufen. Zuerst nur über Saßnitz der "Saßnitz-Express" ab 1958 und dann ab Sommer 1973 über Warnemünde mit dem "Ostsee-Express". Der Kurswagen München - Malmö über Saßnitz blieb bestehen. 1983 wurden diese Kurswagenverbindungen eingestellt, da der bisherige Münchener Zug, D 308/309, nicht mehr über Berlin hinausfuhr. D 318/319 und D 328/329 hatten keine Kurswagen mehr aus München und damit auch keine DB-Wagen mehr.

Diese Schiffe wurden allerdings nicht von der DB, sondern von der DSB, SJ bzw. DR (DDR-Schifffahrt) gefahren.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.17 00:02.

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: rhein-ruhr

Datum: 11.10.17 01:28

Hallo Alpenbahner,
warum die Vergangenheitsform, noch kannst du das erleben, entweder an der Vogelfluglinie oder nach Sizilien.
Alpenbahner schrieb:

Leider habe ich diesen Trajektverkehr nie selbst erlebt.
Wie gesagt, bis Brücke/Tunnel über den Fehmarnbelt fertig sind dauert es noch ein paar Monde, also auf.

Alpenbahner schrieb:
So ganz erschließt sich mir der Sinn aber heute nicht mehr: Zumindest für Puttgarden - Gedser werden die Reisenden kaum im Wagen sitzen geblieben sein, sondern sich an Bord bewegt haben, zumal das Benutzen der Zugtoiletten bei den offenen Systemen mit Sicherheit auf dem Schiffsdeck verboten war, wahrscheinlich durfte man aber auch aus Sicherheitsgründen nicht im Zug bleiben??? Hat man den Zug dann vor der Verladung verlassen, ich denke mal ja, denn im Schiff gabs ja keine Bahnsteige und man hätte bis auf Schienenoberkante runterklettern müssen. Hat man damals das Gepäck unbeaufsichtigt im Abteil zurückgelassen? Ich hätte da allein schon Bauchweh gehabt. Nur wenn ich in Puttgarden den Zug verlassen muß, mich zu Fuß aufs Schiff begeben, übersetze, und ich in Gedser wieder am Bahnsteig in den Zug einsteigen muss, warum wird der Zug dann überhaupt übergesetzt, mal abgesehen vom Gepäck? Dann könnte man ja auch einem dänischen Zug weiterfahren, ohne den ganzen technischen Aufwand. Wie ist es heute im Diesel-ICE, bzw DSB-IC3?
Und wie war das nachts bei den Schlafwagen? Blieb man da im Zug, bei Toilettenverbot?
Wie war das bei Helsingör-Helsingborg? Das ist ja nur eine recht kurze Überfahrt.
Also mal eins nach dem anderen: Wie es in den paar Jahren mit den wenigen Zügen von Puttgarden nach Gedser war weiß ich auch nicht, da gab es mich auch noch nicht.
Jetzt ist es auf der Vogelfluglinie so:
- der Zug muss verlassen werden. An den Türen werden kleine Holztreppchen aufgestellt. Der Zug wird verschlossen, Gepäck lässt man im Zug (natürlich ausser Wertsachen). Den Zug verlässt man natürlich erst auf dem Schiff und kehrt vor dem Anlegen in den Zug zurück, so dass man mit dem Zug das Schiff verlässt.
- damals Nachtzug: Man blieb im Zug, ist ja sonst auch blöd, dafür hat man den Schlafwagen bezahlt. Kurz vor Ende von Sassnitz-Trelleborg bin ich die Route mit dem SJ-Nachtzug gefahren. Dort musste man im Zug verteilte Boardingcards ausfüllen, die dann eingesammelt wurden. Damit man im Falle vom Absaufen des Schiffes weiß, wer im Schlafwagen auf dem Ostseegrund liegt... Was mit den Toiletten war kann ich so nicht sagen, habe durchgeschlafen. Aber auch frücher im D-Zug oder Eurocity "Merkur" Zeitalter wurden die Klos vor Befahren des Schiffes abgeschlossen, damit nichts aufs Schiffsdeck fiel. Aber Sassnitz-Trelleborg sind 4 Stunden, da muss der eine oder andere wohl die Sanitärräume des Schiffes aufsuchen. Auch damals wurden vor den Türen kleine Treppen aufgebaut damit man gefahrlos rauskam.
- Helsingör-Helsingborg bin ich damals mit dem Alfred Nobel gefahren, da blieb man im Zug, gleiches war auch beim Nachtzug Oslo-Kopenhagen. Bei Tageszügen weiß ich nicht.
- Körsör-Nyborg (Inseln Seeland-Fünen) bin ich nie gefahren, da müssen andere etwas zu erzählen.
- Villa S. Giovanni-Messina musste man beim Tages-IC den Zug verlassen. Die Problematik mit den Schlaf-/Liegewagen taucht hier immer wieder auf, als Grund/Vorwand (?) für das Einstellen der Nachtzüge nach Sizilien. Auch in Italien werden die Sicherheitsbestimmungen strenger.

Ich hoffe etwas Aufklärung gemacht zu haben
rhein-ruhr

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: Der Hamburger

Datum: 11.10.17 08:21

Moin,

auch von mir eine kleine Ergänzung.

Eine Fährlinie Puttgarden - Gedser hat es nie gegeben. Von 1951 bis 1963 fuhren Fährschiffe zwischen Großenbrode Kai und Gedser, danach wurde dann die Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rødby Færge eröffnet. Daneben gab es natürlich von 1903 bis 1995 die Fährlinie Warnemünde - Gedser. Folglich hat auch der Nachtzug "Alfred Nobel" nie in Gedser ein Fährschiff verlassen.

Es ist in der Tat so, dass die Züge auf der Vogelfluglinie nach der Fahrt auf das Schiff verlassen werden müssen. Bei den jetzt eingesetzten IC3-Garnituren und den bis vor wenigen Tagen noch fahrenden ICE-TD wurde der Zug dann verschlossen und erst kurz vor Ankunft im anderen Fährhafen wieder zum Einsteigen geöffnet. Auf den Fähren sind Treppenanlagen aus Metall fest installiert, die Züge müssen also zwingend an der richtigen Stelle halten.

Wie es früher aussah, als die Züge noch lokbespannt fuhren und nur die Wagen von einer Rangierlok auf die Schiffe geschoben wurden, kann ich nicht genau sagen. Es gab sicherlich auch damals schon die Anweisung, den Zug auf der Fähre zu verlassen und die oberen Decks aufzusuchen. Ob dies aber auch kontrolliert und die Wagen sogar abgeschlossen wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 11.10.17 09:38

Hallo,

Um einmal auf Deinen Beitrag einzugehen. Die erste Fährlinie bestand zwischen Grossenbrode Kai und Gedser und erst später dann zwischen Puttgarden und Raedby. Auf den Fährschiffen gab es schmale Bahnsteige, Die Reisenden blieben auch nicht in den Wagen, sondern gingen nachdem die Wagen auf dem Fährschiff standen und der Ausstieg frei gegeben war, auf die oberen Decks der Fährschiffe. Dabei konnten die gastronomischen Einrichtungen und Läden auf dem Schiff genutzt werden. Bis hin zum damals üblichen Duty Free Einkauf an Bord. Während der Überfahrt wurden die Wagen für einige Zeit verschlossen, da das Reisegepäck in den Wagen verblieb. Bezüglich Schlafwagen - hier konnten die Reisenden im Wagen verbleiben, mussten aber die sanitären Einrichtungen des Schiffes nutzen. Auf der Vogelfluglinie kamen nicht nur deutsche, sondern auch dänische Fährschiffe zum Einsatz.

Ich habe in den letzten 28 Jahren einige Fahrten mit Fährschiffen erlebt. Da ist es dann doch sehr schon, das die Reisenden nicht erst Aussteigen und zu Fuss mit dem Gepäck auf das Fährschiff müssen. Die Rangierfahrten auf das und von dem Fährschiff waren auch immer ein Erlebnis.





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.17 18:23.

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: Karl Heinrich

Datum: 11.10.17 09:51

Moin,
man stieg/steigt an Bord aud dem Zug aus und der Zug wird verschlossen.
Im Ankunftshafen umgekehrt.
Helsingör-Helsingborg war nach meiner Erinnerung anders, weil das keine geschlossenen Fähren waren, mit nur einem Gleis und ich meine Platz für max. 3 Reisezugwagen. Hier bedarf es sicher Ergänzungen.
Schönen Mittwoch, Karl

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 11.10.17 10:09

Hallo,

"2. Es gab die Verbindungen von Warnemünde nach Gedser und die Königslinie von Sassnitz nach Trelleborg. Allerdings fuhr bis 1993 die Reichsbahn, dann die Deutsche Bahn, eigentlich nicht die Bundesbahn. Extra für die Verbindung Trelleborg - Sassnitz gab es einen 1./2. Klasse Interregiowagen, weil nur dieser eine Wagen nach Schweden segelte."

an der Stelle möchte ich einmal ergänzen. Auf diesen beiden Fährlinien kamen auch dänische oder schwedische Fährschiffe zum Einsatz.
Auf der Fährstrecke zwischen Warnemünde und Gedser verkehrten die Züge "NEPTUN" (Zuglauf von Berlin nach Kopenhagen), "OSTSEE-EXPRESS" (Zuglauf von Berlin nach Kopenhagen) und "PROGRESS" (Zuglauf von Prag über Berlin nach Kopenhagen). Vom "NEPTUN" wurden im Winter ein Wagen und im Sommer zwei oder drei Wagen trajekiert. Bis in die 1970-er Jahre kamen beim "NEPTUN" auch dänische oder deutsche Triebwagenzüge zum Einsatz. Vom "OSTSEE-EXPRESS" wurden zwei Wagen, ein Sitzwagen und eine Schlafwagen trajektiert. Zu besten Zeiten führte der "OSTSEE-EXPRESS" Kurswagen von München über Berlin-Stadtbahn nach Kopenhagen. Es gab auf dieser Fährstrecke in den 1990-er Jahren sogar einen Kurswagen von Budapest nach Kopenhagen. Auf der Königslinie waren es die Züge "BERLINAREN" (Zuglauf von Berlin nach Malmö), "SASSNITZ-EXPRESS" (Zuglauf von Berlin nach Malmö), "MERIDIAN", und "CZARDAS". Der "BERLINAREN" bestand auch bis in die 1970-er Jahre hinein aus einem Schnelltriebwagen. Als der Zug dann lokbespannt war, wurden von diesem Zug ein Sitzwagen und der Schlafwagen von Berlin nach Stockholm trajektiert. Vom "SASSNITZ-EXPRESS" wurden ein Sitzwagen und ein Schlafwagen trajektiert und an den Verkehrstagen ein Schlafwagen von Moskau nach Oslo. Vom Meridian wurden sogar Wagen der MAV nach Schweden trajektiert, hatte dieser Zug doch den Laufweg von (Bar -) Belgrad über Budapest, Prag, Dresden, Berlin, Sassnitz-Hafen und Trelleborg nach Maälmö. Der "CZARDAS" hatte den Laufweg von Budapest mit Kurswagen aus Belgrad nach Malmö und bestand aus Wagen südeuropäischer Bahnverwaltungen. In der Endphase der Königslinie gab es die Zugpaare "KURT TUCHOLSKY" von Berlin nach Malmö und "SASSNITZ-EXPRESS" von Berlin nach Malmö, aber auch bei diesen Zügen wurden mehr als ein Wagen nach Schweden trajektiert. Im Sommer 1997 gab es letztmalig auch den "CZARDAS".





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.17 11:22.

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 11.10.17 17:09

Hallo!

Lieber Gerd, der Progreß (D 278/279) fuhr nur zwischen Prag und Rostock! Eine Überführung nach Dänemark war bei diesem Zugpaar gar nicht vorgesehen. Jedoch wurde zu Beginn des Winterfahrplans 1990/91 der D 326/327 zwischen Berlin und Kopenhagen neu eingerichtet (ersetzte D 520/527 Berlin - Rostock). Edit: dafür ab 1991 für wenige Jahre der "Neptun" von Prag nach Kopenhagen.

Jedoch gab es von 1949 bis 1951 einen durchgehenden Zuglauf Prag - Warnemünde mit dem D 11/12, welcher durchlaufende Wagen Prag - Kopenhagen und Bukarest - Warnemünde hatte. 1951 wurde der Lauf auf Prag - Warnemünde endgültig festgesetzt und es wurden keine Wagen nach Dänemark trajektiert. Die Fahrplanlage dieses Zugpaares zwischen Warnemünde und Berlin war eher dem späteren Neptun angesiedelt.

Zwischen Warnemünde und Trelleborg gab es 1947/48 und 1952/53 ein Fähre. Im Winterfahrplan 1947/48 wurde 1x wöchentlich ein Schlafwagen der SJ von Berlin nach Stockholm trajektiert. Von September 1952 bis September 1953 geschah dies erneut, weil der Fährkomplex in Saßnitz wegen "Bauarbeiten" gesperrt war. Die Baumaßnahme wurde jedoch dann abgebrochen und der Stockholmer Zweig kehrte auf seine alte Verbindung zurück.

Anfang der 1980er Jahre wurde der Meridian auf Belgrad, später Sofia, bzw. Berlin beschränkt. Dafür wurde bis Mitte der 1980er Jahre ein durchgehender Wagenlauf Dresden - Malmö eingerichtet (im Zusammenwirken mit dem "Berlinaren" -> D 314/315, 316/317). Siehe auch den "Bogula". Die Königslinie erfuhr dann 1991 eine Aufwertung, als D 310/311 wieder eingerichtet wurde (Dresden - Malmö, Malmö - Berlin; Wagen Dresden - Binz wurden zwischen Bergen und Binz als D 2010 gefahren, in der Gegenrichtung blieb D 917 Binz - Dresden bestehen).

edit: Zugnummernwechsel

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.17 16:26.
Guten Tag,

zuerst ein Link zu meiner Skandinavienreise 1968:
[www.drehscheibe-online.de]

Zwischen 1968 und ca. 1988 (das war die Zeit, wo ich öfters nach Skandinavien fuhr) war es so, dass man auf der Überfahrt Puttgarden-Rødbyfærge je nach Belieben aussteigen durfte oder auch im Zug bleiben konnte. Die Toiletten waren abgesperrt; wer «musste», musste auf die Schiffstoiletten gehen. Das war bei Schlaf- und Liegewagen genauso. Die Reisezugwagen waren nach meiner Erinnerung während der Überfahrt nicht abgesperrt.

Auf den Fähren Helsingør-Helsingborg und Nyborg-Korsør wurde es genauso gehandhabt. Die Fähre Kopenhagen-Malmö beförderte in der genannten Zeit nur Güterwagen und «Fussgänger»; in dieser Verbindung war das Flugboot (eine Art Katamaran) für uns schneller und bequemer.

Zu Helsingør-Helsingborg: nach meiner Erinnerung hatten auf den Fährschiffen dieser Linie nur drei (vier?) Reisezugwagen Platz. Züge von Kopenhagen mit Wagen sowohl nach Stockholm als auch nach Oslo oder Züge mit mehr Wagen wurden getrennt und auf zwei verschiedenen Fähren etwa im 20-Minuten-Abstand übergesetzt.

Viele Grüsse,
Hubert.

http://666kb.com/i/d3suyhxde7atexkr4.jpg 07/01/2015 JE SUIS CHARLIE - 13/11/2015 NOUS SOMMES PARIS - 14/07/2016 NOUS SOMMES NICE

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 11.10.17 21:38

Hallo,

Danke für Deine Ausführungen, aber darf ich noch einmal ergänzen. Das Zugpaar zwischen Dresden und Malmü verkehrte nicht nur mit der Zugnummer D 310 / D 311.
Fahrplan 1983/84
D 314/315 ohne Namen
1.2. X Dresden – Berlin-Lichtenberg – Greifswald - Stralsund-Rügendamm – Sassnitz
1.2. Berlin – Sassnitz – Trelleborg - Malmö.
Fahrplan 1984/85
D 317/314 BERLINAREN (Zugname nur D 317)
Malmö – Trelleborg – Saßnitz-Hafen – Stralsund-Rügendamm - Neubrandenburg – Berlin – Dresden
1. 2. Malmö – Berlin-Ostbahnhof (DR-Wagen)
1. 2. X Sassnitz – Dresden (DR-Wagen)
D 316/315 BERLINAREN (Zugname nur D 316)
1. 2. Berlin-Ostbahnhof – Sassnitz-Hafen – Malmö (DR-Wagen)
X Saßnitz - Berlin (DR-Wagen)
Y Berlin – Sassnitz (DR-Wagen)
WL Berlin – Stockholm (nur beim D 316) (DR-Wagen).





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.17 22:02.

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 12.10.17 15:49

So weit wie mir bekannt ist wurden die Züge samt Passagieren auf die Fähre Puttgarden-Rödby gefahren und man hatte aus Sicherheitsgründen das Eisenbahndeck zu verlassen. Ich nutzte die Zeit für den Einkauf im Duty Free und zur Möwenbeobachtung.

Wer die Alternative für Deppen wählt hat die geistige Sprungkraft einer Mülltonne und die Intelligenz einer toten Ameise.

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: WL-1958

Datum: 12.10.17 18:42

Hallo zusammen,

bereits seit 1951 gab es Eisenbahn-Fährverkehr der DB nach Dänemark über die Verbindung Gedser – Großenbrode Kai; sie bestand bis 1963, als die Vogelfluglinie Rodbyhavn – Puttgarden eröffnet wurde. Die DB setzte mit der „Deutschland“ (ab 1953) und der „Theodor Heuss“ (ab 1957) zwei Fähren ein; daneben stellte auch die DSB Fähren.

Dabei wurde häufig nicht der komplette Zug über die Ostsee transportiert, sondern nur Kurswagen.

So besaß beispielsweise der D 290 „Rijeka-Express“ im Sommer 1958 auf dem Abschnitt Großenbrode Kai – Lüneburg folgende Reihung:
AB FS (Kobenhavn-) Großenbrode- München (-Roma)
WLAB CIWL (Kobenhavn-) Großenbrode- München (-Roma)
B DB Großenbrode- Rijeka
APws DB Großenbrode- Rijeka

In Lüneburg kamen dann noch fünf Wagen aus Hamburg und in Hannover ein weiterer hinzu.

Ein weiteres Beispiel ist der D 381 „München-Express“ München – Großenbrode Kai. Er wurde im Sommerfahrplan 1958 in folgender Reihung gefahren:
WR DSG Bebra- Großenbrode Kai
B ÖBB (Wien-) Würzburg- Großenbrode Kai
AB DB (Wien-) Würzburg- Großenbrode Kai
WLB DB München- Großenbrode Kai
WL DSG München- Großenbrode Kai
WL DSG München- Großenbrode Kai
WL DSG München- Großenbrode Kai
B DB München- Großenbrode Kai
AB DB München- Großenbrode Kai
WLAB CIWL München- Großenbrode Kai (-Kobenhavn)
WLAB CIWL München- Großenbrode Kai (-Kobenhavn)
B DB München- Großenbrode Kai (-Kobenhavn)
Pw DB München- Großenbrode Kai
Teilweise fuhren die Wagen nur in einem bestimmten Zeitabschnitt oder bei Bedarf; auch bestand teilweise gegenseitiger Ausschluss.
Handschriftliche Aufzeichnungen legen die Vermutung nahe, dass der WLB in der Praxis vor dem Pw lief.

Viele Grüße
Ulrich

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 12.10.17 19:23

Hallo!

Und Mitte der 1950er Jahre hatte D 289/290 "Adria-Express" sogar zeitweise Kurswagen Großenbrode - Istanbul. Auch eine Verbindung nach Athen (- Piräus) war dabei.

Fähre Helsingör - Helsingborg: die Fahrzeit war kurz. Nur ca. 20 - 30 Minuten hat das Schiff für die Passage benötigt.

Fähre Kopenhagen - Malmö: in den 1950er Jahren wurden hier zeitweise internationale Kurswagen aus Richtung Deutschland nach Schweden übergesetzt. Wurde aber später, zum Vorteil für Helsingör, aufgegeben.

Der erste internationale Zug der DB, welcher über Großenbrode nach Gedser übergesetzt wurde, war der F 211/212 Italien-Skandinavien-Express. Die Verbindung war eine Notlösung, weil die Fähren ab Warnemünde und Saßnitz aus Richtung DB-Gebiet nicht mehr erreichbar war. Erst 1960 wurde mit D 261/262, bzw. D 161/162, Hamburg - Saßnitz Hafen wieder eine Anschlußverbindung geschaffen. Da offenbar der Zuspruch für den internationalen Reiseverkehr nach Schweden offenbar zu gering war wurde der Lauf des D 161/162 später auf Hamburg - Stralsund begrenzt. Spätestens 1970 ersetzte dann die Saisonleistung D 2061/2062 den D 161/162 auf dieser Verbindung. D 161/162 war nur noch zwischen Hamburg und Rostock unterwegs.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Re: ein paar Ergänzungen zu Fähren mit DB Wagen

geschrieben von: diesel-fan

Datum: 13.10.17 10:19

Servus,

Vielen, vielen Dank für die ausführlichen Informationen zum Thema. Gut, die Zeit von den 60er bis in die 90er Jahre ist schon etwas zu lange, hätte ich etwas verkürzen können.
Auf jeden Fall ist man hier im "Historischen" gut aufgehoben.


Viele Grüße
diesel-fan