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 04 - Historische Bahn 

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Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

Zu Anfang der 1970er Jahre war die Scheldetalbahn von Dillenburg nach Wallau die letzte Steilstrecke im Netz der DB, die – abgesehen von einzelnen Schienenbusleistungen – noch ausschließlich von Dampflokomotiven befahren wurde. Hierfür stellte das Bw Dillenburg steilstreckentaugliche Lokomotiven der Baureihe 094, die mit Riggenbach-Gegendruckbremse ausgerüstet waren. Im Winterfahrplan 1970/71 nennt das Heft „Dampfgeführte Reisezüge der DB“ an Werktagen neun Reisezugleistungen auf der Scheldetalbahn sowie weitere Leistungen zwischen Dillenburg und Ewersbach. Diese beiden Strecken wurden stets in einem Fahrplan mit teils durchgehenden Reisezügen bedient. Hinzu kamen für die Baureihe 094 noch einige Güterverkehrsleistungen auf den beiden Strecken.

Zwischen Herrnberg und Hirzenhain gab es wegen der Steigung von 60 Promille bis 1923 Zahnradbetrieb System Abt.

Zum Sommerfahrplan 1972 war es mit der Herrlichkeit vorbei, als die Dampflokomotiven auf der Scheldetalbahn durch Lokomotiven der Baureihe 213 abgelöst wurden, die ihrerseits auf der Murgtalbahn durch Loks der Baureihe 218 freigesetzt worden waren.

Erstmals war ich im Sommer 1970 in Dillenburg, als die DB dort Sonderfahrten auf der Steilstrecke anbot. Danach habe ich im Januar 1972 einige wenige Fotos vom Planbetrieb gemacht – als Zugreisender bei dem schon damals recht geringen Zugangebot ein recht schwieriges Unterfangen. Und schließlich bot die DB zum Abschied vom Dampfbetrieb Ende April 1972 nochmals einen Sonderzug auf der Steilstrecke an. Dabei wurde auch in Gönnern das Lokdenkmal mit der Lok 94 1538 eingeweiht, die zuvor äußerlich im Bw Dillenburg aufgearbeitet worden war.

Große Güterverkehrskunden im unteren Teil der Strecke bis Herrnberg waren früher die zahlreichen Eisenerzbergwerke des Dillreviers. Diese Erze wurden zum großen Teil im Hochofenwerk Oberscheld verhüttet, welches zum 30. April 1968 stillgelegt worden war. Bis 1973 förderte noch die Buderus’sche Erzgrube Falkenstein – deren Erz wurde zuletzt mit Lkw zum ehemaligen Hochofenwerk gebracht und hier auf die Bahn verladen. Weitere einst wichtige Anschließer waren die Adolfshütte, die Isabellenhütte und die Schelder Hütte. Beim Besuch 1972 waren noch zwei Werkslokomotiven zu sehen: Abgestellt eine zur Oberleitungs-Elektrolok umgebaute alte O&K-Diesellok am Nikolausstollen, die dort bis zur Einstellung der Erzförderung 1968 im Einsatz war (leider kein Foto gemacht, da nur vom Zug aus gesehen), und eine moderne O&K-Diesellok im Bereich des ehemaligen Hochofenwerks Oberscheld, die dort die Erzwagen der Grube Falkenstein rangierte.

Später zu Dieselzeiten war ich dann noch recht oft an der Scheldetalbahn und an der Strecke nach Ewersbach unterwegs und konnte deren allmählichen Niedergang erleben.

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Lok 094 652 mit einem gut besetzten Sonderzug im Bahnhof Herrnberg am 7. Juni 1970

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Am gleichen Tag präsentierte sich Lok 94 1538 vor dem Lokschuppen in Dillenburg.

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Lok 94 1538 wenig später auf der Drehscheibe des Bw Dillenburg.

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Am 7. Juni 1970 war der Lokschuppen des Bw Dillenburg noch gut mit Dampflokomotiven gefüllt.

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Am 4. Januar 1972 war Lok 094 538 bereits abgestellt und präsentierte sich äußerlich aufgearbeitet vor dem Lokschuppen in Dillenburg.

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Ein weiteres Foto von der Lok 094 538.

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Bei leichtem Schneeregen fuhren wir mit dem Schienenbus von Dillenburg nach Oberscheld Hochofen. Im Bereich des stillgelegten Hochofenwerks fanden wir diese Werkslok vor, die mit dem Rangieren der Erzwagen von der Grube Falkenstein beschäftigt war und die ich Jahre später in Eibelshausen wiedersehen sollte. Bei der Lok handelte es sich um O&K 25783/57 MV6a, neu an Hessische Berg- und Hüttenwerke AG, Wetzlar, für Hochofenwerk Oberscheld/ 1973 an Buderus AG, Werk Eibelshausen/ 1994 an Verein Bahnbetriebswerk Dillenburg e. V., Herborn/ 2008 an Herboner Eisenbahn-Verein e.V.

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Zug P 3214 mit Lok 094 533 bei der Einfahrt nach Oberscheld Hochofen. Mit diesem Zug fuhren wir weiter in Richtung Herrnberg. Links oben am Hang ist die Trasse der damals bereits stillgelegten Zweigstrecke zum Auguststollen zu erkennen.

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In der Nähe des Haltepunktes Nikolausstollen erwischten wir am 4. Januar 1972 Lok 094 540 mit ihrem talwärts fahrenden P 3219.

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Am 30. April 1972 stand der Zug mit 094 540 zum Dampf-Abschied auf der Scheldetalbahn in Dillenburg zur Abfahrt bereit.

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Der Sonderzug am 30. April 1972 im Bahnhof Gönnern, wo ein Festzelt aufgebaut war und das Lokdenkmal mit Lok 94 1538 eingeweiht wurde.

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Lok 094 533 am 30. April 1972 vor dem Lokschuppen ihres Heimat-Bw Dillenburg.

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Lok 094 540 auf der Drehscheibe des Bw Dillenburg. Und damit endet auch mein Beitrag zum Steilstreckendampf im Scheldetal.

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Achristo im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Klasse, vielen Dank für den Beitrag! Ich habe die Strecke in den Achtzigern "nur" mit Schienenbussen erlebt und war am letzten Betriebstag dabei. Schade, dass das alles schon lange Eisenbahngeschichte ist. Wenigstens hat die 94 1538 überlebt und dampft sogar wieder, das hätte damals wohl auch keiner gedacht.

Viele Grüße
Carsten
Danke für den Beitrag. Vielen kommt mir bekannt vor. Mir gefällt das Bild mit den Vier Lok der Br 050.
Dieser Typ fuhr hier bis ca. 1971 und wurde auch im Bf Haiger im Rangierdienst eingesetzt. Dort wurden
Lok der Reihe 55 abgelöst. So gab es auch die ein oder andere Lz Fahrt v.u.n. Haiger, mit der V-Lok
sind die meisten dann entfallen.
Kennst sich noch jemand genauer mit dem Ende der Dillenburger 50er aus?
Die späteren Bilder um Dillenburg wären auch von Interesse...
Wobei die mit interessanteste Zeit des Bw Dillenburg wohl doch eher um 1968 gewesen ist als hier auch E-Lok im
Schuppen abgestellt wurden.
Viele Grüße
Timo

http://fs5.directupload.net/images/user/151228/g8tvaw3h.jpg An alle Stellen

Schöne Bilder - Danke ! (o.w.T)

geschrieben von: Stephan Rieche

Datum: 13.10.17 21:15

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)