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 04 - Historisches Forum 

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Hauptverantwortliche Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - Rönshausener - Th.D.

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Bevor wir unseren Streifzug durch die 90er fortsetzen, zunächst die Links zu den bisherigen Teilen und den dort behandelten Baureihen:
- Teil 1: BR 88.0 (NÖLB), BR 89.0 (pr. T8), BR 89.3 (wü. T3), BR 89.6 (bay. D II), BR 89.8 (bay. R3/3)
- Teil 2: BR 89.70 (pr. T3), BR 89.75 (private T3 und T3-ähnliche), BR 89.78 (pr. T7)
- Teil 3: BR 90.0 (pr. T9.1), BR 91.1 (pr. T9.2), BR 91.2 (ELNA), BR 91.3 (pr. T9.3)

Die Lokomotiven der bisher behandelten Baureihen 88 bis 91 waren ursprünglich alle mehr oder weniger für den Nebenbahndienst vorgesehen. Durch rasch steigende Leistungsanforderungen wanderten sie aber vielfach schon nach kurzer Betriebszeit in den Rangierdienst ab, wo sie häufig den längsten Teil ihrer Betriebszeit verbrachten. Mit der Zunahme der Zuggewichte wurden aber auch im Rangierdienst die Ansprüche höher und so beschafften alle großen Länderbahnen (mit Ausnahme Sachsens) ab der Jahrhundertwende vierfach gekuppelte Maschinen speziell für dieses Aufgabengebiet, die im endgültigen Umzeichnungsplan der Baureihe 92 zugeordnet waren.


Baureihe 92.0

Zu den ersten D-Kupplern in Deutschland zählten die acht Nassdampfmaschinen Reihe T4 der Württembergischen Staatsbahn, die ab 1907 noch vorrangig für den Schiebedienst auf der Geislinger Steige beschafft wurden. Bei der DRG wurden sie als 92 101 - 108 eingereiht.

1916 folgten elf Heißdampfmaschinen als Reihe T6, jetzt speziell für den Verschiebedienst in den großen Rangierbahnhöfen. Alle Loks wurden 1925 umgezeichnet und erhielten die Nummern 92 001 – 011. Bis auf die bereits 1936 durch Unfall ausgeschiedene 92 007 kamen alle Maschinen noch zur DB, die sie aber bis Ende 1948 ausnahmslos an diverse Privatbahnen verkaufen konnte.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b45-MEG_394.jpg
Bild 45
Die ehemalige 92 011 (MF Esslingen 3830/1918) landete bei der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft (SEG), deren Strecken in Baden 1953 an die Mittelbadischen Eisenbahnen AG (MEG) übereignet wurden.
Am 25.03.72 konnte HS die nunmehr als MEG 394 bezeichnete württ. T6 bei der Kaiserstuhlbahn in Endingen aufnehmen.
Auch wenn Lampen und Schilder fehlen, macht die abgestellte Lok einen guten und vollständigen Eindruck. Seit 4/75 befindet sie sich als Schaustück im Europapark Rust.


Baureihe 92.2

Zeitgleich mit der württembergischen T4 nahm die Badische Staatbahn 1907 die ersten Loks der Reihe Xb in Betrieb. Die Nassdampfmaschinen bewährten sich gut und so wurden bis 1918 in sechs Baulosen insgesamt 68 Exemplare dieses Typs beschafft. Weitere 30 wurden durch die Deutsche Reichsbahn nachbestellt. Ab 1925 erhielten die Loks die Nummern 92 201 - 320 (mit Lücken), von denen die meisten in den Bestand der DB gelangten, wo sie zum Teil noch bis Mitte der 60er Jahre ihren Dienst verrichteten.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b46-92_231.jpg
Bild 46
Zunächst ein Lokporträt von der Lokführerseite: 92 231 in ihrem Heimat-Bw Villingen am 26.05.64. Gebaut 1909 von der MBG Karlsruhe unter der Fabriknummer 1775, gehört diese Lok zum zweiten Lieferlos.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b47-92_300.jpg
Bild 47
Dann die Heizerseite von 92 300, zur Abwechslung in Farbe und ebenfalls im Bw Villingen am 26.05.64. Wir sehen eine Maschine aus dem 7. Lieferlos, den DRG-Nachbauten.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b48-92_213.jpg
Bild 48
Und noch eine 3. Aufnahme aus Villingen vom 26.05.64: Am Rande des Bws verschiebt 92 213 aus der 1. Lieferserie ein paar Güterwagen.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b49-92_295.jpg
Bild 49
Damit hier nicht nur Villinger Xb auftreten, noch ein Blick in das Bw Karlsruhe Rbf am 13.09.57 - sozusagen full house mit gleich vier Xb und drei T16.1:
Frei im Blickfeld die 92 296, rechts davon hinter dem Mast 92 299, ganz links 92 227 und hinter der 299 versteckt sich 92 215.
Von den T16.1 ist nur 94 965 hinter 92 296 zu identifizieren.


Baureihe 92.4


In der Baureihe 92.4 waren die preußischen T13.1 zusammengefasst, also die Heißdampfversion der T13 (BR 92.5, s. unten). Erstbesteller für diese Bauart war die Deutsche Reichsbahn, Gruppenverwaltung Oldenburg, die für einen Nachbau von nur vier Loks (!) die Konstruktion der bewährten T13 von Hanomag überarbeiten ließ. Das Ergebnis war eine Heißdampflok mit Lentz-Ventilsteuerung, bei ansonsten weitgehend unveränderter Grundkonzeption. Die 1921 gelieferten Loks wurden als 92 401 - 404 eingereiht.
Die Gruppenverwaltung Preußen schloss sich mit weiteren neun Maschinen mit den Nummern 92 405 bis 413 an. Auch die 1923 an die Eisenbahnen des Saarlands gelieferten 92 414 - 418 (urspr. 92 1073 - 1077) müssen trotz kleinerer baulicher Unterschiede zu den pr. T13.1 gezählt werden.

Von den 18 Loks verblieben 92 401, 408 und 414 bei der DRo, alle anderen bei der DRw, die sie bis 11/48 sämtlich an diverse Privatbahnen verkaufte.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b50-WLE_158.jpg
Bild 50
Bei der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) landeten neben 92 409 und 415 auch die 92 403, die wir hier am 16.12.57 im Bahnhof Elfsen (südöstlich von Soest) sehen. Die ursprünglich noch als GOE 288 bezeichnete Maschine (Hanomag 9758/1921) erhielt bei der WLE die Nummer 158.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b51-WLE_158.jpg
Bild 51
Der auch schon 1957 seltene Anblick einer Ventilsteuerung veranlasste HS, für eine Detailaufnahme ein weiteres Mal auf den Auslöser zu drücken.


Zu den Abnehmern der DB 92.4 gehörte auch die Farge-Vegesack-Eisenbahn (FVE), die neben der 92 416 auch 92 406 erwarb und als FVE 161 bezeichnete. 1953 wurde die Maschine an die Teutoburger Wald Eisenbahn (TWE) weitergereicht, die damit drei T13.1 in ihrem Bestand hatte (TWE 174 - 176, ex 92 406, 410 und 412).

http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b52-TWE_174.jpg
Bild 52
Bei einem Besuch in Lengerich am 03.09.61 präsentierte sich die ehemalige 92 406 als TWE 174 (in 2. Besetzung) mit perfekter Grundstellung der Stangen dem Fotografen.


Baureihe 92.4
4


1927 bzw. 1928 beschaffte die Kreis Oldenburger Eisenbahn (KrOE) bei der AEG zwei D-Kuppler für ihre Stammstrecke von Neustadt (Holstein) nach Oldenburg (Holstein). Diese Maschinen waren eine völlig eigenständige Konstruktion, die mit anderen, bisher behandelten Bauarten nichts gemein hatte, insbesondere nicht mit den T13.1.
Bei der Verstaatlichung der KrOE zum 01.01.1941 verpasste ihnen die Reichsbahn die Nummern 92 441 und 442. Erste verblieb bei der DRo und wurde dort erst am 19.01.66 ausgemustert. Die 92 442 kam dagegen zur DRw, die sie aber bereits in 4/49 an die Hohenzollerische LandesBahn (HLB, später HzL) verkaufte, wo sie die Nummer 16 erhielt und bis ca. 1970 im eingesetzt wurde.

http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b53-HzL_16.jpg
Bild 53
Am 21.05.64 konnte HS die bestens gepflegte HzL 16 ex DB 92 442 in der Lokstation in Gammertingen erlegen.

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Betriebsdienst übernahm die Gesellschaft zur Erhaltung Historischer Schienenfahrzeuge (GES) die Lok und heute ist sie in der SVG Eisenbahn-Erlebniswelt in Horb zu besichtigen.


Baureihe 92.5

Die stückzahlmäßig größte Unterbaureihe bei den Vierkupplern der BR 92 bildet, wie üblich, eine preußische Bauart. Für die gestiegenen Anforderungen im Rangierdienst ließ die KPEV bei der Union Gießerei in Königsberg einen D-Kuppler entwickeln, die Reihe T13 nach Musterblatt M III-4q, die letzte in großer Stückzahl beschaffte Nassdampfmaschine der KPEV. Das erste Exemplar wurde 1910 abgeliefert, weitere 511 folgten bis 1916. Der dringende Bedarf an schweren Rangierloks veranlasste die DRG, Gruppenverwaltung Preußen, 1921/22 weitere 72 Loks nachzuordern. Zusammen mit weiteren Maschinen für andere Bahnen kommt die T13 damit auf eine Gesamtstückzahl von 666 Loks, einige Direktlieferungen an Industriebetriebe nicht mitgerechnet.

Im Uz-Plan von 1925 besetzten die preußischen T13 die Nummern 92 501 - 913 und 1001 - 1072. Spätere Übernahmen waren 92 919 - 990, 996 und 1101 - 1112. Nach dem Krieg gelangten noch zahlreiche Maschinen in den Bestand der DRw/DB bzw. DRo/DR. Letzte DB T13 war die 92 739, ausgemustert beim Bw Kassel am 23.12.65.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b54-92_702.jpg
Bild 54
Eine T13, die HS mehrfach über den Weg lief, war die Aachener 92 702; das erste Mal in 12/56. Von der zweiten Begegnung zeugt dieses Bild, aufgenommen am 08.09.59 im Aachener Hbf. Ich habe dieses Bild ausgewählt, weil es die Lok im Gegensatz zu den meisten anderen Aufnahmen dieser BR von der Lokführerseite zeigt.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b55-92_702.jpg
Bild 55
Die 92 702 blieb HS treu, und so konnte er von dieser T13 sogar noch eine Farbaufnahme machen – ebenfalls in Aachen Hbf am 05.06.60.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b56-92_1009.jpg
Bild 56
Der letzte Einsatzschwerpunkt der DB 92.5 war Kassel, wo wir im dortigen Bw am 24.05.63 die 92 1009 sehen.

Die DRG Nachbauten belegten ab der Betriebsnummer 1001 einen neuen Hunderterblock und waren damit nummernmäßig von den echten preußischen T13 abgesetzt. Trotzdem habe ich bisher keinen Hinweis darauf gefunden, dass wir es hier mit einer eigenständigen Unterbaureihe 92.10 zu tun haben.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b57-WL_80580-1.jpg
Bild 57
Etliche T13 wurden an Ausbesserungswerke, Privat- oder Werkbahnen abgegeben. Für den ersten Fall steht die ehemalige 92 528, die bereits 1935 dem RAW Recklinghausen zur Verfügung gestellt wurde. Als sich das Werk Ende der 50er Jahre schon kurz vor der Stilllegung befand, wurde die Werklok 80 580/1 noch an das AW Duisburg-Wedau weitergereicht, wo sie am 04.07.59 auf den Film gebannt werden konnte.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b58-MoKB_50.jpg
Bild 58
Zum Abschluss des T13-Kapitels noch eine Maschine, die es zu einer Privatbahn verschlug: Ebenfalls schon sehr früh, nämlich 1936, wurde 92 719 an die Moerser Kreisbahn verkauft, wo sie noch bis 1969 im Bestand geführt wurde. Als HS sie am 13.06.59 als Lok 50 in Moers aufnahm, hatte sie also noch rund 10 Jahre bis zu ihrem endgültigen Ausscheiden vor sich.


Baureihe 92.20

Die bayrischen Vierkuppler (Tenderloks) haben ihren Ursprung in der Pfalz, Es war die Pfalzbahn, die bei Krauss & Co in München fünf vierfach gekuppelte Tenderloks für den Rangierdienst in Auftrag gab, von denen die erste 1913 geliefert wurde. Die als Reihe R4/4 bezeichneten Maschinen bewährten sich und so kamen 1915 noch einmal 5 weitere hinzu und auch die bayrische Staatsbahn schloss sich mit 42 Loks an. Von den somit 51 Loks waren noch 49 Stück im Uz-Plan von 1925 enthalten als 92 2001 - 2049. Zur DB gelangten zwar bis auf 2020, 2025 und 2027 alle, aber die Ende der 50er Jahre einsetzende Ausmusterung sorgte für ein Ausscheiden der kompletten Baureihe bis 1962.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b59-92_2046.jpg
Bild 59
Als Freund bayrischer Lokomotiven war HS froh, am 26.09.57 in München die 92 2046 vom Bw München Hbf anzutreffen.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b60-92_2024.jpg
Bild 60
Anfang der 60er Jahre machten sich die R4/4 bereits ziemlich rar. Umso seltener ist deshalb eine Farbaufnahme einer R4/4, wie hier die der 92 2024 im Bw Nürnberg Hbf am 27.05.60. Trotz widriger Lichtverhältnisse möchte ich deshalb dieses Bild in Farbe zeigen.

92 2024 sollte übrigens mit Ausmusterung am 09.01.62 die letzte 92.20 der DB werden.


http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/b61-38_2921,92_2024.jpg
Bild 61
Abschließend noch die Gesamtansicht der seinerzeitigen Lokparade vor dem Ringlokschuppen im Bw Nürnberg Hbf am 27.05.60.
Von links nach rechts: 64 247 (NüH), 38 3439 (Swa), 38 2921 (NüH) und 92 2024 (NüH).
Wow, was für eine Zusammenstellung – und doch nur Alltag, nichts als Alltag im Jahr 1960.

Damit beenden wir unseren Streifzug durch die zahlreichen Varianten der Baureihe 92, von der die meisten von uns allenfalls noch die eine oder andere Schrottlok gesehen haben. Ende der 50er, Anfang der 60er waren aber viele von ihnen sehr aktiv, und mit den notwendigen Informationen konnte man ohne weiteres eine breite Palette der unterschiedlichsten Bauarten vor die Kamera kriegen.

Soviel für heute. Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.


weiter zum nächsten Teil






5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:10:22:14:51:06.
Vielen Dank Ulrich für den informativen Bildbericht in wiederum bester Qualität.
Da lerne auch ich alter Esel einiges zur Herkunft der bei den NE-Bahnen noch eingesetzten Loks dazu.

Besten Gruß

Ronald
Genial - Die Qualität dieser Bilder: faszinierend.

Besten Dank an HS und Ulrich
Moin Herbert und Ulrich,

das ist ja wieder einmal ein Spaziergang der Spitzenklasse, den ihr uns heute gezeigt habt! Diese wunderbaren alten Fotos garniert mit fundierten Texten und Daten erfreuen mich sehr!
Zum Bild der 92 702 im Aachener Hbf möchte ich eine Aufnahme vom 30.1.2016 mit dem Aachener Hilfsgerätewagen 60 80 991 1 080-1 zeigen - etwa hier hatte wohl vor achtundfünfzig Jahren der Dampfer auf seinen nächsten Einsatz gewartet:

http://www.eisenbahnhobby.de/Aachen/Z16251_60809911080-1_AachenHbf_30-1-16.jpg

Das letzte Bild ist - wie übrigens auch die Übersichtsaufnahme im Bild 49 - besonders informativ mit all den weiteren Maschinen, die zum Zeitpunkt der Aufnahme noch vorhanden waren!


Da danke ich mit einem Bild vom 9.10.1977, als ich in Radebeul-Ost auf die DR-Museumslok 92 503 stieß - leider ohne Schilder:

http://www.eisenbahnhobby.de/dr/86-4_92503_Radebeul_9.10.77_S.jpg


Freue mich auf Euch am Mittwoch,

Martin

Re: Mit HS unterwegs – Streifzug durch die 90er, Teil 4 (Dampflok BRn 92.0 - 92.20)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 08.10.17 19:05

Lieber Ulrich, lieber Herbert!

Alle Aufnnahmen sind einfach toll, aber die Gruppenaufnahme im Bw Nürnberg Hbf. ist absolut super!
Vielen Dank!

Gruß
thomas.splittgerber, berlin
Hallo Herbert und Ulrich,
auch für diese Folge Eurer Serie ein dickes Dankeschön für die Bilder aus der Zeit, als ich geboren wurde. Immerhin habe ich noch zwei 92er selbst fotografiert - die 92 739 als Denkmal in Stadtallendorf und die 16 H.L.B. als aktive Museumslok.
Die Frage zur Numerierung der bad. Xb bei der Reichsbahn Gibt es einen vernünftigen Grund, 98 Lokomotiven auf 120 Nummern (mit Lücken) zu verteilen? habe ich mir gerade selbst mit dem Umzeichnungsplan von 1925 beantwortet. Bei jeder der 7 Lieferserien wurde mit einem neuen Zehnerblock begonnen:
92 201 - 92 220
92 221 - 92 232
92 241 - 92 251
92 261 - 92 266
92 271
92 281 - 92 290
92 291 - 92 320
Viele Grüße
Stefan

https://spm-bilder.de/db-251902-4003812-titu8k49.jpg
Hallo Ulrich

Besten Dank für den Beitrag.

Sehr interessant, kenne ich die Villinger 92 319 noch selbst.

Die GES 16 befindet sich nicht mehr in Horb, sondern wird bei der GES in Kornwestheim aufgearbeitet. Am Samstag gesehen.

https://farm8.staticflickr.com/7372/27262807844_f01be29ebb_b.jpg


Hier 1991 zu besseren Zeiten in Schönberg am Kocher

Viele Grüße
Horst

T 13 in Jugoslawien (m 1 B)

geschrieben von: 03 1008

Datum: 09.10.17 09:04

Hallo Herbert, hallo Ulrich,

besten Dank für die neue Folge! Klasse!

Echte T 13 hbe ich leider in Deutschland nicht mehr unter Dampf erwischt. 1966 hielt ich aber Ausschau nach der T 13 in Doboj Novi ((Jugoslawien):

https://farm5.staticflickr.com/4449/37329663130_765811cab2_b.jpg


Die 7927 Kattowitz (Hanomag 6402/1912) und 7958 Kattowitz (Union 2179/1915) gehörten während des Ersten Weltkriegs zum Bestand der Militär-Eisenbahndirektion 7 in Niš und verblieben nach Kriegsende in Serbien. 1930 kamen sie zur Schiffs-Treidelbahn am „Eisernen Tor“. Später wurden die beiden T 13 durch jugoslawische Einheitslokomotiven der Reihe 30 ersetzt. Auch die spätere Eigentümerin JDŽ/JŽ zeichnete die beiden Preußinnen nicht um, sodass sie wohl bis zum bitteren Ende ihre alten preußischen Nummern trugen. An den Wasserkästen waren sogar die KPEV-Betriebsnummernschilder noch vorhanden! (Vgl. EK 7/83, S. 7 und Lok-Magazin 65, S. 132)

Bis die Tage, Helmut
Hallo Herbert, hallo Ulrich

Vielen Dank für diesen sagenhaften Beitrag, ich bin schwer beeindruckt. Ich habe ja auch früh mit dem Fotografieren angefangen, aber bei Herbert ist die Gnade der noch früheren Geburt zu konstatieren.

Bei der T 13 muss ich auch immer an die Lok denken, die ich aus dem heimischen Fenster (damals noch Wohnzimmer meiner Großeltern) auf dem Zechenbahnhof von Ewald-Fortsetzung rangieren sah. Ich muss mal den "Leitsch/Sydow" raussuchen. Ich meine es war die "Ewald-Fortsetzung 2", die so um 1960 verschrottet wurde.

Viele Grüße

Wolf-Dietmar
Lieber Herbert, lieber Ulrich,

vielen, vielen Dank für diesen phantastischen Beitrag, der meinen Puls deutlich höher schlagen lässt. 92 702 in Aachen Hbf in Farbe - so etwas Tolles habe ich noch nicht gesehen.

Ich bin vollkommen begeistert.

Herzliche Grüße

Guido

http://www.guidorademacher.de/Banner.jpg

Re: T 13 in Jugoslawien (m 1 B)

geschrieben von: Trecker 1

Datum: 09.10.17 16:12

03 1008 schrieb:



Echte T 13 hbe ich leider in Deutschland nicht mehr unter Dampf erwischt.

Keine Bange - noch ist es (hoffentlich) nicht zu spät. Gestern war bspw. die Gelegenheit dazu in Minden gegeben; der Schotterwicht hat es in seinem Beitrag zur Ludi-Sichtung [www.drehscheibe-online.de] im Bildsichtungsforum gezeigt:

[url=]http://up.picr.de/30596070xq.jpg[/url]

Das "hoffentlich" ist im Übrigen der nun anstehenden Kesseluntersuchung geschuldet...

Grüße
vom Trecker

Irgendwas passt gar nicht ...

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 10.10.17 14:46

Lieber Ulrich,

wunderschöne Fotos ...

aber

schade,

dass Herbert irgendwie vergessen, wann er wo (und überhaupt) welche Fotos gemacht hat ...
So tauchen hier plötzlich wieder Bilder von Manfred van Kampen auf ...

Auch die angebliche 92 528 war zwar Werklok im AW Recklinghausen, wurde aber nicht zur 805/80.1

aus diversen Quellen und meinen Aufzeichnungen geht hervor, dass es sich definitiv um 92 1081 gehandelt hat, diese hat aber nach meinen Unterlagen das AW Paderborn nicht Richtung Wedau verlassen. Und das Bild nach Wedau (wo denn dort bitte?) zu verorten, ist für mich völlig neu. Ich hatte damals auch die Ehre, einige Bilder von Herbert auszubelichten, das wäre mir gewiss aufgefallen.

Aber seht doch hier:
Carl Bellingrodt selbst hatte diese 92 1081 in Paderborn am 28.1.59 aufgenommen.
[dampflokomotivarchiv.de]
[www.ebay.de]
und weiter unten von Lothar Behlau:
[www.drehscheibe-online.de]


MfG

Klaus D. Holzborn

der sich fragt, wer all diese Daten mal übersichtlich sortiert und verifziert sammeln wird?
Was ist richtig, was falsch, was Schreib- oder Übertragungsfehler, was einfach dazu gedichtet (ja auch das soll es geben oder gegeben haben)?
Leider sind einige jahrzehntelange Mitleser hier sehr kundig, rühren sich aber nicht die Bohne,
könnten aber zu diversen Dingen beitragen und vieles klären ... aber vielleicht erscheint ja mal ein Artikel im E.K. ?

Re: Irgendwas passt gar nicht ...

geschrieben von: Plumps

Datum: 10.10.17 16:33

Klaus D. Holzborn schrieb:

Auch die angebliche 92 528 war zwar Werklok im AW Recklinghausen, wurde aber nicht zur 805/80.1

aus diversen Quellen und meinen Aufzeichnungen geht hervor, dass es sich definitiv um 92 1081 gehandelt hat, diese hat aber nach meinen Unterlagen das AW Paderborn nicht Richtung Wedau verlassen.


Hallo Klaus, da unterscheiden sich deine Quellen erheblich von denen in Nürnberg, das sich die zwei Loks optisch "leicht" unterscheiden tut da auch nichts zur Sache.

80 580/1 <--> 805.80/1

geschrieben von: 03 1008

Datum: 10.10.17 18:25

Hallo Klaus,

über dasselbe Problem bin ich zuerst auch "gestolpert". Zu der Herkunft der T 13 in Wedau kann ich nur sagen, dass es garantiert nicht die 805.80/1 vom AW Paderborn ist. Letztere war ex DR 92 1081 ex Braunschweigische Landes-Eisenbahn-Gesellschaft No. 30, Linke-Hofmann-Lauchhammer 2939/24 und sah vollkommen anders aus. Ein Foto (Sammlung Bert Jülich) gab es in der Zeitschrift Eisenbahn-Illustrierte, Feb. 1988, S. 28. In einem Foto in Fiegenbaum/Hütter: Schwere Brocken, Band 2, S. 311 ist sie als NS 9001 im Hintergrund zu erkennen. Als NS 9001 ist sie auch in Muller u. a.: De Nederlandse Stoomlocomotieven, S. 348 abgebildet.

Viele Grüße, Helmut

Passt scho (m.Beleg)

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 11.10.17 18:37


Lieber Klaus D.
danke für die Komplimente; schön, dass Dir die Bilder von Herbert gefallen.

Nach Rückfrage kann ich bestätigen, dass sämtliche Bilder, speziell auch die farbigen, von ihm selbst und nicht von Manfred van Kampen sind. Die beiden haben damals viele Touren zusammen unternommen – u.a. auch die Fahrt nach England, wo auf der Anreise das Dia der 92 702 in Aachen entstand – so dass es ganz normal ist, wenn sich ähnliche Aufnahmen auch im Bild-Nachlass von MvK befinden, der ja wohl zum Teil bei Dir gelandet ist.

Im Gegensatz zu einigen anderen ist HS sehr daran interessiert, seine Bilder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, statt nur selbst darauf rumzuhocken. Und da ist es doch schön, dass wir diese wirklich historischen Aufnahmen hier einmal zu sehen bekommen.

Was die Werklok 80 580/1 angeht, hatte ich mich vorher mit Lothar Belau ausgetauscht. Der ist ja bekanntlich einer der Experten auf diesem Gebiet und, wie die anderen Lokstatistiker auch, jederzeit sehr kooperativ und hilfsbereit bei der Aufklärung solcher kniffeliger Fälle. Von ihm bekam ich diese Meldekarte zur 92 528:

http://www.bundesbahnzeit.de/dso/HS/Streifzug_90er/Meldekarte.jpg

Die Karte stammt m.W. aus dem Fundus von Friedel und ich hoffe, er hat nichts dagegen, dass ich sie hier zeige.

Aus der Karte geht eindeutig hervor, dass die Recklinghäuser Werklok, für die aus anderer Quelle die Inventar-Nr. 80580/1 bekannt ist, noch für kurze Zeit beim AW Wedau Dienst tat. Das Aufnahme-Datum kurz vor der Ausmusterung passt jedenfalls.

Und noch einmal für alle Nicht-Experten (mich eingeschlossen): Die Nummer 80580/1, egal in welcher Schreibweise, ist kein Alleinstellungsmerkmal, sondern wurde von mehreren AWs für verschiedene Loks vergeben.

Also: Ball flach halten und Gruß in den Harz,
Ulrich B.


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