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 04 - Historische Bahn 

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? Wagendaten gesucht

geschrieben von: Charlie Pinguin

Datum: 12.08.17 10:40

Hallo Mitleser,
beim Durcharbeiten der Bildersammlung Theurer bin ich auf die anliegenden (und von ihm gemachten) Bilder gestoßen. Außer der Wagen-Nummer "Bahnhofswagen 79 180a/b" und den Aufnahmedaten habe ich keine weiteren Informationen dazu. Gemäß der Zuordnung innerhalb der Sammlung müsste es sich um einen S-Bahn-Triebzug der Baujahre 1925 oder 1927 handeln (damals angeschriebene Betriebsnummern 15xx bzw. 16xx). Ist diese Vermutung richtig?

UT 15407.JPG
Bild 1

UT 15408.JPG
Bild 2

UT 23442.JPG
Bild 3

UT 23443.JPG
Bild 4
Die Bilder 1 und 2 sind vom 25.04.1970, Bilder 3 und 4 von 26.03.1976. Die kaum zu entziffernde Beschriftung lautet außer der Nummer noch Kornwestheim (1970) bzw. Stuttgart-Nord (1976). deshalb vermute ich die Aufnahmeorte auch in Stuttgart, außerdem ist auf dem Bild 2 im Hintergrund eine Straßenbahn zu erahnen.
Der meine Versuche im Netz etwas zu dem Fahrzeug zu finden, sind kläglich gescheitert. Wahrscheinlich habe (mangels auch nur grundsätzlicher Kenntnisse bei der Wagennummerierung) nicht die richtigen Suchbegriffe "generiert".

Mit freundlichen Grüßen
Karl Schreeck

Re: ? Wagendaten gesucht

geschrieben von: LiteraD

Datum: 12.08.17 11:17

Aufnahmezettel Stuttgart Hbf Güterbahnhof.
Gruß LiteraD

Wohn-Schlafwagen in Stuttgart Hgbf (m3B)

geschrieben von: sc

Datum: 12.08.17 11:19

Hallo Karl,

danke für die Präsentation der Bilder der ehemaligen Hamburger S-Bahn-Wagen. Alle vier Bilder sind definitiv im ehemaligen Stuttgarter Hauptgüterbahnhof entstanden.

Fritz Willke hat dort mehrere Wohn-Schlafwagen gleicher Bauart fotografiert.

Wohn-Schlafwagen Stg 7967
https://abload.de/img/wohnschlafwg_7967stg_a7y3c.jpg

Wohn-Schlafwagen Stg 7656
https://abload.de/img/wohnschlafwg_7656stg_5vx39.jpg


Wohn-Schlafwagen Ffm 9597
https://abload.de/img/wohnschlafwg_9597ffm_wrlqx.jpg

Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem Bahnhofswagen um den ehemaligen Stg 7656 handelt, denn auch er hatte auf einer Wagenhälfte ein Blechdach.

Grüße aus Hamburg
Stefan

ex ET 99

geschrieben von: OttoBahn

Datum: 12.08.17 11:21

Ist nicht ganz mein Thema, aber das sind die Ex-Hamburger Triebwagen. Schau mal hier nach, da ist sicher auch weiterführendes [www.google.de] und [de.wikipedia.org]

Otto Bahn

Re: Wohn-Schlafwagen in Stuttgart Hgbf

geschrieben von: Kanzleirat

Datum: 12.08.17 11:41

Moin an die Waterkant,

die von Dir genannte Stg 7967 steht nicht im Verzeichnis; wie wäre es aber mit Stg 7657 ??

Kanzleirat

Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund,
warum sich so wenig Leute damit beschäftigen.

[ Henry Ford 1863-1947 ]

Dann würde ich dem Verzeichnis keinen Glauben schenken (m1B)

geschrieben von: sc

Datum: 12.08.17 12:01

Hallo,

für mich ist das Foto eindeutig

https://abload.de/img/wohnschlafwg_7967stg_c8lh1.jpg

Schöne Grüße
Stefan
... das ist so eine typische S.C. Antwort.
Der offiziele DB-UPlan für Bdwg ist mit 3 (drei) Korrekturen erschienen. Der hier gezeigte Stg 7967 hat 1971 keine UIC-Nr mehr erhalten.

Trotzdem danke.

Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund,
warum sich so wenig Leute damit beschäftigen.

[ Henry Ford 1863-1947 ]

A. gewaltigen Sch. meine Ich (o.w.T)

geschrieben von: Plumps

Datum: 12.08.17 20:26

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Wohn-Schlafwagen in Stuttgart Hgbf (m3B)

geschrieben von: Charlie Pinguin

Datum: 14.08.17 10:05

Hallo Stefan,
danke für den Hinweis auf die mögliche Altnummer. Da der Aufnahmestandort identisch ist, gehe ich auch davon aus, dass es sich um die selben Fahrzeuge handelt.
Ich habe diese in Meine Bildbeschreibung übernommen.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Schreeck

Re: Wohn-Schlafwagen in Stuttgart Hgbf (m3B)

geschrieben von: wgr22453

Datum: 14.08.17 21:19

Die ersten 4 Bilder zeigen sicherlich dasselbe Fahrzeug, den Bahnhofswagen 79 180. Es ist einer der 35 1924/25 gebauten eisernen Viertelzüge der Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn Blankenese - Ohlsdorf. Vmtl. alle zur Betriebseinstellung 1955 noch vorhandenen 30 Einheiten wurden zu Bahndienstwagen umgebaut. Die Züge 1589a/b-1603a/b (Nummernplan ab 1932) wurden von Görlitz/BBC, 1604a/b-1623a/b von Wismar/Wasseg geliefert. Bislang wurden keine äußerlich erkennbaren Bauartunterschiede zwischen den beiden Herstellern bekannt, die eine Zuordnung von Bahndienstwagenbildern zu Herstellern erlauben würden. Die für 1952 geplante Umnummerung in die Baureihe ET 99 fand nur auf dem Papier, nicht jedoch an den Fahrzeugen statt. Die erfassten 52 der ursprünglich 57 eisernen Einheiten sollten die fortlaufenden Ordnungnummern 001-052 erhalten, für die 10 noch vorhandenen hölzernen Züge waren die Ordnungsnummern 061-070 vorgesehen. Geliefert wurden die Züge mit den Nummern 641a/b - 675a/b nach dem Nummernplan von 1924. Die allerersten trugen anfangs noch Nummern nach dem vorhergehenden Nummernplan, zumindest für 831/832 > 641a/b > 1589a/b und 835/836 > 643a/b > 1591a/b kann das angenommen werden.

Von den 1927 - 1933 gelieferten 22 weiteren eisernen Doppelwagen ist die erste Serie aber leicht zu unterscheiden. Insbesondere das Jakobs-Drehgestell preußischer Bauart wurde von der Bauart Görlitz II schwer abgelöst, aber auch das segeltuchbespannte Holzdach wich einem genieteten Blechdach. Dieses hatte auch nur noch einen (statt 2) - abwechselnd rechts und links angeordneten - Luftsauger pro Abteil. Auch die Stirnfronten unterscheiden sich, so waren die Rahmen-Kopfstücke unterschiedlich ausgeführt, da die älteren Wagen noch mit normalen Zug- und Stoßvorrichtungen, die ab Baujahr 1927 aber mit Scharfenbergkupplung geliefert wurden. Relativ leicht sind die Stirnfronten an der „Bauchbinde“ unter den Fenstern unterscheidbar, ab 1927 war diese durchlaufend, bei den älteren Wagen fehlt diese in der Mitte.

Der Stuttgart 7967 ist damit auch leicht der Bauart 1924 zuzuordnen, wie auch der Stuttgart 7656. Bei den Holzdachwagen gab es wohl häufig Probleme mit den Segeltuchdächern, die stetige Pflege erfordern. Man findet verschiedene Ersatzlösungen, alle bisher aufgeführten Einheiten haben auf dem a-Wagen offenbar eine gefalzte Dachdecke aus dünnem verzinkten Stahlblech bekommen, während die b-Wagen die Art der Dacheindeckung nicht klar erkennen lassen. Beim 7656 sind auch die Wendler-Sauger nicht mehr vollzählig und das Detailbild des 7967b könnte ebenfalls ein gefalztes Blechdach zeigen, aber mit flachgelegten statt senkrechten Falzen. Dass der Bahnhofswagen 79180 aus dem Stg 7656 hervorgegangen sein könnte, ist wenig wahrscheinlich. Er hat zwar eine identische Anordnung der nicht verschlossenen Fenster, aber dass jemand bei einem Bahnhofswagen fehlende Luftsauger wieder angebaut haben könnte, ist sehr unwahrscheinlich.

Der Frankfurt 9597 gehört nun aber zu den ab 1927 gelieferten Wagen, das genietete Blechdach ist beim Steuerwagen gut erkennbar, auch die durchgehende Bauchbinde der Stirnwand und das mittige Görlitz-Drehgestell. Interessant auch, dass er zu den wenigen Einheiten gehört, die ihre Griffstangen und Türpuffer nicht verloren haben, auch die Dachrinne ist noch da, die Fallrohre fehlen jedoch. Ungewöhnlich auch, dass 2 Bankfenster offen blieben. Die 22 Einheiten der Baujahre ab 1927 teilen sich wie folgt auf:
1624-1633 Görlitz/Wasseg 1927 (1625b 1943 ausgemustert, 1625a > 1636a, 1626 > BCD6f 32911, 1631b 1942 ausgemustert, Ersatz durch 1615b)
1634-1640 Wismar/Wasseg 1927 (1636a 1943 ausgemustert und durch 1625a ersetzt)
1641-1643 Wismar/Wasseg 1931 (1642, 1643 > Gepäckzüge ET 174)
1644-1645 Wismar/Wasseg 1932 (Lauf- und Triebdrehgestelle Ba. Görlitz)
Diese Wagen weisen kleine Bauartunterschiede auf, die teils nur an einzelnen Fahrzeugen festgestellt werden konnten, ob sie für die jeweilige ganze Lieferung gelten, ist nicht nachweisbar.
Einheit 1624 und bildlich belegt auch weitere Wagen aus Görlitz 1927 besitzen an den Wagenenden abweichend von allen anderen Einheiten um etwa 15 cm tiefer angebrachte Rangierer-Griffstangen. Der Grund für die abweichende Anordnung ist unbekannt. Diese Wagen haben auch keine Abdeckleisten auf den Blechstößen über den Türen, die glatt verschweißt sind.
Bei Einheit 1638 sitzen die Wiegenfedern des Mitteldrehgestells beidseitig des Drehgestellrahmens, sonst innerhalb. Dass das auch für die anderen 6 Einheiten dieser Wismar-Lieferung gelten könnte, ist wahrscheinlich, denn ein Fabrikfoto des 1634 scheint ebenfalls diese Ausführung zu zeigen.

Da der 9597 normal angebrachte Rangierergriffe und Abdeckleisten auf den Blechstößen über den Türen hat, gehört er wohl nicht zur Serie 1624-1633, die innen liegenden Wiegenfedern des mittleren Drehgestells sprechen auch nicht für 1634-1640, damit bliebe dann nur der 1641 übrig. Das ist natürlich keine abgesicherte Erkenntnis, aber eine mit gewisser Wahrscheinlichkeit.