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Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: br424er

Datum: 08.08.17 18:05

Nabend,
bevor ich im Urlaub bin , hätte ich noch eine Frage. Habe ein Negativ bekommen von einer Dampflok . Aufnahme soll ca 1928-31 sein und in Griechenland aufgenommen worden sein. Vielleicht eine Feldbahnlok ? Und ist die Lok auch in Griechenland abgelichtet worden ??
Über jeden Hinweis bin ich Dankbar.
Gruß
Ludwig
bilder_0077.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.17 20:33.

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: 44_0256-6

Datum: 08.08.17 18:10

Hallo,

würde ich mal für eine Brigadelok halten. Kannst du einen Ausschnitt mit dem Fabrikschild am hinteren Teil des Wasserkastens zeigen?
Dann erkennt man eventuell den Hersteller.

Mario

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: Wolfram D.

Datum: 08.08.17 18:12

Hallo,

ja, du liegst mit deiner Vermutung richtig, das ist eine Brigadelok der deutschen Heeresfeldbahnen (Konstruktion: Henschel 1904/05, Dn2(t)).

Gruß
Wolfram

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: br424er

Datum: 08.08.17 18:12

Das Schild ist leider nicht zuerkennen !
Gruß
Ludwig

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 08.08.17 19:16

Brigadelok ist kalr. Offensichtlich scheint links des Zuges eine Kaimauer zu sein, also irgendwo in einem Hafen.

RUHRKOHLE - Sichere Energie

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: kbs755

Datum: 08.08.17 20:55

Hallo Ludwig,

eine 600 mm Bahn am Hafen in Griechenland gab es in Volos. Allerdings hatte die wohl keine Brigadeloks.
Es gab dann aber zu der Zeit noch eine 600 mm Bahn von Stavros (nordöstlich von Thessaloniki am Meer gelegen) nach Langada (?). Ich bin 1987 die Strecke mal mit Carsten Recht im Auto abgefahren aber ich erinnere mich nicht ob die in Stavros zum Hafen führte. Und über die eingesetzten Loks weiß ich jetzt aber auch nichts.
Ich muss morgen mal im Buch "Die Kleinbahnen in 600 mm Spurweite" von Carsten Recht nachschauen ob da was drin steht.

Gruß Norbert

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 08.08.17 21:08

Hallo!

Auch in Deutschland kam man auf 600mm per HF-Lok/Brigadelok direkt in einen Hafen. Eine solche Situation bestand zB in Anklam, wo die Strecke der MPSE im dortigen Hafen endete. Die MPSE besaß sogar mehrere Brigadeloks, allerdings kenne ich Anklam nicht und kann daher das Bild nicht lokalisieren. Aber ein Schiffsmast mit Takelage ist zweifelsfrei auf dem foto zu erkennen, in sofern ist die Vermutung, das es sich bei der Aufnahme um einen Hafenort handelt, wohl richtig.

Gruß aus dem Norden
Helmut

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http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
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Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: oseYannis

Datum: 08.08.17 21:27

Von einem profunden Griechenland Kenner habe ich folgendes Mail erhalten:
Hm. Spannendes Rätsel. Wenn wir davon ausgehen, dass es wirklich GR ist, kommen nicht viele Stellen in Frage. Ich kann links keine Spur einer Mauer sehen, aber sehr wohl die Takelage eines kleinen Frachtschiffes. Also ein Hafen, eher kein großer. 600 mm Strecken am Meer gibt es heute keine mehr, und um 1930 auch nicht viele: Die Pilionbahn hatte ein paar Kontakte mit dem Meer, besonders direkt in Volos. Ob es damals dort eine Brigadelok gab, weiß ich allerdings nicht. Daneben gab es in und bei Volos einige Industriebahnen, die auch zu Verladestellen am Meer führten. Der teilweise sichtbare Güterwagen ist m.M. zu groß für eine Industriebahn. 2 O&K Loks habe ich übrigens selbst noch in Volos gesehen, eine sogar in Betrieb in einem Vergnügungspark.
Und die zweite Idee: Stavros. Es gab damals eine öffentliche Schmalspurbahn vom (heutigen) Bahnhof Gallikos, nördlich an der Halbinsel Chalkidiki bei den Seen vorbei, bis zum Meer bei Stavros. Basis war eine Militärbahn aus dem Weltkrieg. Geplant war die Fortsetzung bis an die JSC bei Myrini, aber vermutlich wurde dieser Teil nicht fertiggebaut. Da gibt es divergente Berichte. Aber jedenfalls: Diese Bahn wurde vermutlich auch mit Brigadeloks betrieben (und mit Decauville Material). Leider kenne ich keinerlei Betriebsfotos von dieser Bahn. Meine Vermutung ist dennoch: Stavros!
Gruß Yannis

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: tobias_bautzen

Datum: 08.08.17 22:39

Hallo,
ein schönes Bild und ein interessantes Rätsel. Was mir noch auffällt: Der Wagen ist ein Brigadewagen, das Gleis aber kein typisches Brigadegleis. Außerdem liegt das Gleis mit seinen Dachschwellen einfach so auf dem Pflaster. Das spricht m. E. für ein temporäres Gleis, vielleicht im Zusammenhang mit einer Baustelle. Heeresfeldbahn-Fahrzeuge waren ja in der fraglichen Zeit auch bei Baufirmen im Einsatz.

Das links sichtbare Schiff ist nicht unbedingt ein Segelschiff, denn es sind keine gerefften Segel zu sehen. Es kann auch ein Dampfer sein, sicher nicht sehr groß. Den Mast im Hintergrund halte ich für eine Peilmarke, vielleicht für die Hafeneinfahrt oder die Fahrrinne zum Hafen. Der Schuppen könnte auch in Skandinavien stehen, aber das Bild kann auch an allen möglichen anderen Küsten in Europa entstanden sein. Es gibt jedenfalls nichts landestypisches zu sehen.

Viele Grüße Tobias

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: tobias_bautzen

Datum: 08.08.17 23:00

... und noch mehr Details zum Schiff: Der Mast ist der achtere Mast eines Dampfers oder vielleicht schon eines Motorschiffes, denn er ist oben schwarz gestrichen, damit man den Ruß nicht so sieht. Über der Bordwand des Brigadewagens erkennt man ein Rettungsboot in seinen Davits, darüber einen nach achtern gedrehten Lüfter.

Es ist nicht zu erkennen, dass die Lok unter Dampf steht. Vielleicht ist sie mit dem Schiff angekommen oder wartet auf den Abtransport? Auf dem Wasserkasten steht eine Ölkanne, dahinter liegt eine umgekippte Schlittenwinde. Der Knüppel zum Eingleisen war in gleicher Art auch bei der Waldeisenbahn Muskau üblich. Das Gerümpel hinter der Lok könnte auch für eine Baustellenbahn sprechen.

Viele Grüße Tobias

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: Carsten Friese

Datum: 08.08.17 23:15

Hallo Helmut,

an Anklam mag ich nicht glauben,obwohl die MPSB und die Anklam-Lassaner Kleinbahn den Hafen bedienten. Es müsste die Peene-Klappbrücke im Hintergrund zu sehen sein.

[www.youtube.com] (ab min 6:07)
[www.kostenloses-forum.com]

Gruß
Carsten

Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: Detlef Schikorr

Datum: 09.08.17 00:52

Moin,

ich werfe einmal die 600 mm Bahn Gostivar - Ohrid in den Ring. Die liegt zwar in Makedonien, wurde aber mit diesen Loks betrieben...

Was meint ihr dazu?

Gruß
Detlef

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/6331313862616564.jpg

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: hfb312

Datum: 09.08.17 10:59

Hallo,

1. Vom Fabrikschild her dürfte es sich um eine der Borsigloks handeln. Die Lok ist bis auf die entfernte HF Nr. noch völlig unverändert.
2. Der Schornsteindeckel ist offen, ein An- oder Abtransport z.B. per Schiff daher unwahrscheinlich.
3. Das Gleis führt nicht mittig auf die Schuppentür zu, daher ist das nicht der Lokschuppen.
4. Das Gleis liegt provisorisch auf dem Pflaster, daher keine permanente Bahn, eher eine Baufeldbahn z.B..
5. Deltlef denkt in die richtige Richtung: In Mazedonien an der griech./bulg. Grenze gab es bis 1918 mind. zwei große dt. HF Bahnen, Gostivar-Ohrid (betrieben bis in die 1960er!) und Gradsko-Prilep, beide aber ohne Hafenanbindung. Bisher ist der Verbleib dt. HF Loks in GR nicht bewiesen, aber auch nicht ausgeschlossen.

Mein Tip trotz allem: Das Bild "wirkt" nicht wie Mittelmeer. Eher ist es der Hafen der estnischen Insel Saaremaa, von dort gibt es sehr ähnliche HF 1920 er Aufnahmen mit dem für den Ostseeraum typischen Katzenbuckel-Kopfsteinpflaster an der Mole.

[www.histrodamus.ee]

Gruß

Rüdiger



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.17 11:15.

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: stenkelfelder

Datum: 09.08.17 14:08

Ich werfe hier mal das Baltikum in die Diskussion- die Lettische Staatsbahn hat ihre Brigadeloks mit solchen Funkenfänger- Deckeln ausgerüstet und auch der Sandkasten dürfte ein neuerer Umbau sein.
Beides ist auf Fotos von Werner Böttcher aus dem Großdeutschen Freiheitskrieg (O- Ton Jüppchen Goebbels) überliefert.
Ach, und bevor ioch es vergesse: die Kaiserlich Deutsche Heeresbahn mit dem Eigentumskennzeichen HF ist ein Phantom. Die hat Herr Kommerzialrat Alois Ployer in Wien erfunden, und zwar nach 1945. Kaiserlich war vor 1918 nur die (erst 1871 gegründete) Reichsmarine, alle Landtruppen unterstanden weiterhin ihren Landesherren. Da gab es die zwei preußischen Brigaden, Sachsen hatte ein Eisenbahn- Pionierbataillon mit der Gerätepark- Kompanie in Königsbrück und der Betriebskompanie bei den "Breißen" (Kgl. Mil. E. in Schöneberg und Sperenberg). und Württemberg hatte ein Bataillon mit der Parkkompanie in Stuttgart und der Betriebskompanie bei der 2. Brigade der Nordlichter in Hanau. Die bayrische Eisenbahntruppe dagegen blieb bis 1918 eigenständig und war in Ingolstadt stationiert. Die Ingolstädter Eisenbahnfreunde dürften hier über Archivmaterial verfügen.

HF war das Kennzeichen der Baufirma Held & Francke (gegründet 1873 in Breslau, seit 1924 in Berlin und München ansässig und 2002 mit der Muttergesellschaft Holzmann baden gegangen). Und auch das hat Herr Kommerzialrat Ployer auf seine selbst erdichtete Kaiserlich Deutsche Heeresbahn übertragen.
Die Nordlichter gaben ihren Loks vierstellige Nummern und die Bayern zweistellige- das könnte auch evtl. bei stärkerer Vergrößerung des Originals einen Hinweis liefern.

Und ansonsten- F.F. (Fiel Frkniechn) bei der Weitersuche...

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: hfb312

Datum: 09.08.17 14:26

Hallo Stenkelfelder,

alles fast richtig was Du schreibst, "HF" hat sich "halt so" eingebürgert. Aber: Es gibt aus WK 1 Bilder von Brigadeloks bei denen an den Führerstand ein "H.F." aufgepinselt ist - also keine nach 1945 Erfindung. Sandkasten und Deckel sind übrigens original HF, die Umbauten kamen später.

Inzwischen bin ich mir mit der estnischen Insel ganz sicher, siehe dieses weitere Vergleichsbild:

[www.histrodamus.ee]

Gruß

Rüdiger

Re: Bitte um Hilfe wegen einer Dampflok ca 1928-31 (m.1 B )

geschrieben von: br424er

Datum: 09.08.17 14:28

Hallo Rüdiger ,
ich glaube Du hast Recht , das sich die Lok auf der estnische Insel Saaremaa . Wenn man deinen Link vergleicht , könnte es hinkommen.
Gruß
Ludwig