Im April 1972 bereisten wir Rumänien, per Bahn. Wir waren zu dritt, naiv und noch reichlich grün hinter den Ohren. Keiner von uns hatte den 20. Geburtstag hinter sich!
Die Hinreise erfolgte via Budapest – Lemberg. Rumänien haben wir in Viscani erreicht.
1 – 230 059 am 2.4.1972
2 – Schneepflug in Iasi, 2.4.72
3 – Abgestellte Karpaten-S 3/6 in Iasi, 2,4.72
4 bis 7 – Meterspur-Strassenbahn Iasi, 2.4.72
8 – 50 327, auf dem Weg von Iasi von Suceava, 2.4.72
9 – Unser Zug, geführt von 230 059. Die 150 1120 leistet Vorspann. 2.4.72
10 – Kurswagen-Schnellzug von Salva nach Sighet beim Wasserfassen am frühen Morgen. 3.4.72
11 – Viseu de Sus. Wer hätte gedacht, dass ich hier Jahrzehnte später wieder aus dem Zug steigen würde, zwecks Besuch der Wassertalbahn?
12 bis 14 – Auf Breitspur umgebaute 375 877 in Sighet, 3.4.72. Sighet war Grenzbahnhof, damals zur Sowjetunion, später zur Ukraine. Internationalen Schienenverkehr gibt es heute keinen mehr.
15 – CFR 150 095, 4.4.72
16 – Auf der Schmalspurstrecke bei Tirgu Mures. Die Dampflok, mit ausgehängten Treibstangen, wird lediglich zum Heizen der Anhängewagen mitgeführt. 5.4.72
17 – Werkbahn in Praid, 5.4.72
18 – Bahnhof Praid mit Schnalspur- und Normalspurgleisen. 5.4.72
19 – Unser Zug nach Blaj, abfahrbereit in Praid. 5.4.72
20 – Blick aus dem Zug.
Auf einer Unterwegsstation holte uns ein Uniformierter aus dem Zug, der ohne uns weiter fuhr. Grosses Lamento im Büro des Stations-Vorstehers. Ein Rumäniendeutscher wurde herbefohlen, er fungierte als Dolmetscher. Von Beginn weg besonders aggressiv war ein Zivilist, während die Uniformierten eher gleichgültig zu reagieren schienen. Der Zivilist warf uns gestikulierend vor, wir hätten Züge fotografiert. Grauenhaft! Die Aufregung hielt vielleicht eine halbe, vielleicht eine ganze Stunde an. Dann wurde der Zivilist, all seinen Protesten zum Trotz, weggeschickt. Der schon vorher sehr freundliche Dolmetscher erklärte uns, der Zivilist sei nichts anderes als ein blöder Kerl, ein Informant der Securitate. Nun, wir wussten damals nicht, was «Securitate» bedeutete. Der Stations-Vorsteher, jetzt ebenfalls die Freundlichkeit in Person, begann uns mit Kuchen und Süssgetränken zu bewirten. Dann rief er nach seiner Tochter, die er uns mit leuchtenden Augen vorstellte. Die schöne Rumänin war von der ungewohnten Situation etwa gleich überfordert, wie wir es waren. Wir haben uns dann artig die Händchen geschüttelt. Es dauerte einige Zeit, bis wir mit dem nächsten Zug nach Blaj weiterfahren konnten. Sehr spät dort eingetroffen, mussten wir im Wartsaal übernachten. Dort hat uns am nächsten Morgen eine alte Frau gefragt, ob wir die Ausländer seien, die man gestern verhaftet hätte. Gut, sei dass alles in Ordnung! Die Rumäniendeutschen in der Region seien besorgt gewesen und hätten gestern Abend über uns geredet ...
21 – Dieseltriebwagen in Brasov. 6.4.72
22 bis 24 – Normalspur-Strassenbahn Bukarest. 6./7.4.72
25 – Bucuresti Nord, 7.4.72
26 bis 28 – Wechsel von der Adhäsions-Diesellok 040 DHC auf die Zahnrad-Dampflok 40-003 in Boutari. 8.4.72
29 bis 32 – Umfahren in Portile de Fier, der höchstgelegenen Station der Zahnradbahn. 8.4.72
33 – Führerstands-Mitfahrt auf der 40-003. 8.4.72
34 bis 36 – Auf der Talstrecke von Zaicani nach Subcetate. 8.4.72
37 und 38 – Auf dem Weg von Subcetate nach Sibiu. Unten die 50 125. 8./9.4.72
39 – Meterspur-Strassenbahn Sibiu, 9.4.72
40 – Schmalspurbahnhof Sibiu, 9.4.72
41 – 142 046 im Bahnhof Arad. 10.4.72
42 – Dieseltriebwagen, daselbst.
43 und 44 – Meterspur-Tram Arad. 10.4.72
45 – Bestens frequentierter Überlandbahn-Zug in Arad, 10.4.72
46 bis 51– Normalspur-Tram Oradea, 10.4.72
52 – Normalspur-Tram Timisoara, 11.4.72
53 – 142 046 in Arad, 11.4.72. Wenig später sind wir in den Zug nach Ungarn gestiegen.
Bernhard Studer
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