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Hafenbahn Offenbach in den 1970ern und 80ern [m14B]

geschrieben von: Dg53752

Datum: 26.03.17 22:55

Liebe Gemeinde,

in Die Reste der Offenbacher Hafenbahn hatte "KBS 632" nach weiteren Aufnahmen von der Offenbacher Hafenbahn gefragt.

Betriebsfotos von der Hafenbahn habe ich nur bei einem Anlass Ende der 1970er gemacht.

Hier kommt Lok 2 mit ihrem Zügle aus dem offenbacher Hafen. Im Hintergrund ragt das Dach des Isenburger Schlosses über die Baumwipfel.

(1)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/01_269-5-2_Hafenbahn_OF_filtered.jpg



Hier hat sie den Zug am "Bahnhof" an der Arthur-Zitscher-Straße abgestellt. Anscheinend wurde hier an die DB übergeben. Ich habe das nie bewusst gesehen, geschweige denn fotographiert.

(2)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/02_269-5-3_Hafenbahn_Nr_3_OF_filtered.jpg



Auf dem Rückweg Richtung Hafen und vermutlich in den Schuppen gleich hinter der Carl-Ulrich-Brücke.

(3)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/03_269-5-4_Hafenbahn_OF_filtered.jpg



Sonst habe ich nur Bilder vom Museumsbetrieb der offenbacher Lokalbahn, die anscheinend bei mehreren Gelegenheiten in den 1980ern entstanden sind. Seinerzeit eher lustlos fotographiert, Daten habe ich keine notiert. War ja bloß "Plastik-Eisenbahn". Heute bin ich froh, weil Infrastruktur zu sehen ist, die es heute nicht mehr gibt.

Die Museumsfahrten nahmen an dem unwirtlichen Parkplatz an der Carl-Ulrich-Brücke ihren Ausgang. Die Parkfläche wurde für die Lederwarenmesse vorgehalten. Leben kehrte hier auch bei Rummel und Flohmarkt ein.

(4)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/04_132-1-1_Alfred_Offenbach_Hafenbahn_86xxxx_filtered.jpg



Hier ist die Gmeinder-Diesellok Nr. 1 unterwegs.

(5)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/05_82-7-4_Lok_1_Offenbach_Hafenbahn_84xxxx_filtered.jpg



Am "Bahnhof" an der Arthur-Zitscher-Straße wurde umgesetzt. Hier geht es anschließend in einer kurzen Rampe Richtung "Naphtol", wie das Hoechst-Werk im offenbacher Volksmund hieß, bzw. zum Staatsbahn-Güterbahnhof.

(6)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/06_107-2-3_Lokalbahn_Offenbach_85xxxx_filtered.jpg



Die Lok setzt wieder an die Wagengarnitur. Ein Gleis ist mittlerweile entfernt worden, vergleiche Fotos 1-3, die Bogenlampen stehen noch.

(7)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/07_132-2-1_Alfred_Offenbach_Hafenbahn_86xxxx_filtered.jpg



(8)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/08_107-3-3_Lokalbahn_Offenbach_85xxxx_filtered.jpg



Auf dem Weg zurück zur Carl-Ulrich-Brücke.

(9)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/09_82-7-5_Lok_1_Offenbach_Hafenbahn_84xxxx_filtered.jpg



Fahrgastwechsel am Parkplatz.

(10)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/10_107-1-4_Hafenbahn_Offenbach_85xxxx_filtered.jpg



Nun drei Aufnahmen vom Umsetzen im Hafen.

(11)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/11_107-1-5_Hafenbahn_Offenbach_85xxxx_filtered.jpg


(12)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/12_107-2-4_Lokalbahn_Offenbach_85xxxx_filtered.jpg


(13)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/13_107-2-5_Lokalbahn_Offenbach_85xxxx_filtered.jpg


An dem Bau mit der Kolonnade hängt ein Schild "Stadtwerke Offenbach Hafenbetriebe".



Hier ist der Museumszug an seinen Startpunkt zurückgelangt.

(14)

http://www.dg53752.de/DSO037_OF_Hafenbahn/14_107-2-2_Lokalbahn_Offenbach_85xxxx_filtered.jpg



Ich weise auch nochmal auf den Beitrag Hafenbahn Offenbach 2002 von "0nkel_wom" hin, der mir irgendwie entgangen war und aus dem ich gelernt habe, dass die DB AG die Bedienung der Hafenbahn noch übernommen hatte. Ich war bisher eigentlich der Meinung gewesen, dass der Verkehr auf der Offenbacher Hafenbahn mit dem Rückzug des städtischen Hafenbahnbetriebs seit 1996 ruht.

In den Zusammenhang passt vielleicht auch der Beitrag Industriebahn Offenbach.


Grüße
Hans-Jörg "Dg53752"

Bildschirm richtig eingestellt? Von schwach bis weich alles zu erkennen?
http://www.dg53752.de/misc/Graukeil.jpg
Oh das sind Erinnerungen. Aus meinem Fenster im 12 Stock des Rathauses konnte ich immer wieder mal wieder die langen Schrottzüge beobachten, die in den letzten Jahren den Betrieb aufrecht erhielten. Man muss auch dazu sagen, und das wurde erst später bekannt, der Schrott aus der Ukraine war schwach radioaktiv und wurde im Hafen umgeladen. Also keine Träne nachweinen, so dicht an einem Wohngebiet. Jedes Mal wenn ich den Zug sah, hatte ich die Idee die Kamera aus dem Schrank zu holen und schnell mal zum Main zu laufen. Nie Zeit und irgendwann war es zu spät.

Kurz vor dem Stilllegung habe ich die Eisenbahnfreunde aus Hanau überzeugen können, zum Mainuferfest, das ich organisierte, nochmal an einem Wochenende zu fahren. Davon müsste ich noch einige Fotos haben, inklusive Bekohlung durch das THW, und endlich mal scannen. Und anlässlich der Aufgabe der Industriebahn haben wir nochmal eine interne Fahrt mit Presse und Gästen (fast) und um Offenbach, also vom Militärdepot bis in den Hafen gemacht). Davon müsste es auch noch Fotos geben.

Aber es gibt noch eine schöne Geschichte aus den achtziger Jahren. Zum Mainuferfest wurde der Parkplatz mit sehr massiven Gittern abgesperrt. Am Sonntag Abend haben Mitarbeiter unserer damaligen Stadtwerke die Gitter abgebaut und zur Abholung gelagert. Am nächsten Morgen fanden wir zwei Gitter, die mächtig verbogen waren. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass irgendwelche Vandalen die dicken Rohre verbogen haben konnten. Zwei Monate später telefonierte ich aus irgendeinem Anlass mit einem Mitarbeiter vom Bahnhof Offenbach. Und warum auch immer sprachen wir auch über die Hafenbahn und er erzählte mir, dass eine Lok bei der Fahrt auf der Hafenbahn beschädigt worden sei. Naja. Und dann haben wir die Versatzstücke zusammengefügt und festgestellt. Wir hätten bei den Gittern vielleicht den Abstand zum Gleis beachten sollen und der Lokführer bei der Fahrt aus dem Fenster gucken müssen. Und dann haben wir beschlossen, die nächsten zwanzig Jahre darüber nicht zu sprechen.
Morsche Hans-Jörg

eigentlich waren mir solche Industrie-Museumsbahn-Strecken immer ein Graus. Nicht wichtig genug. Zusammengestoppelter Wagenpark.
Aber Dein gelungener Beitrag zeigt mir mal wieder, wie wichtig es war auch diese Atmosphäre mit ein zu fangen.

Aus meiner heutigen Sicht eigentlich weniger wegen den Fahrzeugen, eher wegen des Umfeldes. Industrieareale haben durchaus Ihren ästhetischen Reiz, der mir lange verborgen blieb und erst richtig bewusst wurde, als sie alle am Verschwinden waren..
Wenn man das mit der heutigen Situation vor Ort vergleicht, Offenbach - was haste Dir vaändert...

Auf einen einzigen Besuch am Hafen, dazu noch bei 'Miesswetter', kann ich zurückblicken.
Was man da durchaus hätte machen können, zeigt Dein Bilderbogen sehr anschaulich.
Wie gut, dass wir nicht alle dasselbe haben. So kann ich mich immer wieder freuen, dass andere, mit anderem Blickwinkel und mehr Verständnis 'als wie' ich, solche Sächelchen konserviert haben.
Einfach nur: schön.

Schöne Grüße nach Schwabach

Peter Bäuchle

Re: Hafenbahn Offenbach in den 1970ern und 80ern [m14B]

geschrieben von: 010522

Datum: 27.03.17 10:26

Danke Hans-Jörg für den für mich besonders interessante Bericht über die Offenbacher Hafenbahn.
Sie war die erste Bahn im Westen nach meiner Übersiedlung die mich beschäftigte bei der ich viel Spaß und Freunde fand.
Erinnere mich gern daran zurück.

Mein erster Naßdampfer der Alfred

http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/hifofb0317oncavl7ks98.jpg

Auch die geile Diesellok hatten wir auf der Hafenbahn die ich sehr gern fuhr.

http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/fb0317hifo2h4xqkl5p8.jpg

https://s2.imagebanana.com/file/200220/thb/1VKckO7S.png
>>> [www.fotocommunity.de] <<<
Achtung ! Bilder ohne Datum sind leider möglich.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:03:27:11:14:27.
Herrlich - Ralf auf einem kleinem Werksbahnhopser aus Grafenberg :)

Das ist schon was anderes als 'nen Jumbo der 'ne 01.5, nicht, Ralf?

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(
tolle, atmosphärische Bilder. Herzlichen Dank dafür. Ja, man hat so vieles seinerzeit links liegen lassen oder nur halbherzig geknipst, wo man heute froh ist, überhaupt, diese Knispbilder zu haben.

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

Wieso...

geschrieben von: Enno

Datum: 27.03.17 17:17

Wieso muss ich bei Bild 6 spontan an Jim Knopfs Emma denken? 😉

Beste Grüße Enno http://www.abload.de/img/bornsignaturvef1.jpg http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg Bild anklicken
Liste meiner Schmuddel-Beiträge auf DSO



Sehr schöne Bilder aus einem unbekannten Land weit jenseits der Balkangrenze, die Frankfurter ja nur unter Gefahr für Leib und Leben überschreiten konnten. Ich sach ema nur: "Die Staa binne se aa, die Hunde lasse se laafe!"

Siehe auch [de.wikipedia.org]

und

[kamelopedia.net]

Ich habe mich nur zwei Mal in meinem langen Leben in das Offebäscher Hafengebiet gewagt. Irgendwo schlummern die Bilder von einem Flachwagen, m.W. ex PO (Frongreisch) und einmal sah ich auch das süße Dampfzügelchen nach dem Motto "Alibifotos von einer Museumsgerümpelfuhre". Halt eine hübsche Lok mit den unvermeidbaren Spantenwagen und Einzel-Dreiachsern, die damals und auch heute bei "richtigen" Eisenbahnfreunden nicht gerade auf Gegenliebe stießen. Und mit der Frankfurter Hysterischen Eisenbahn hatten wir sowas ja auch, wozu sich dann in Gefahr begeben?

Aber inzwischen erfreut man sich ja an so vielem, das inzwischen verschwunden ist, egal ob Offebäscher Hafenbahn oder auch Frankfurter Loksche, aka 50 685.

Noch en Gude,
Manfred
Hallo Hans-Jörg,
toll die alten Bilder aus Offenbach, auch die von der Industriebahn, alles vor meiner Zeit.
Kennt sich denn hier jemand mit der Industriebahn aus?

Ich habe eben nochmal nachgeschaut und viel neues entdeckt was ich so noch nicht gesehen habe:
[www.deutschefotothek.de]
Wenn man diese Karte mit Google Maps vergleicht sieht man die Strecken.
An der Schreberstraße war eine Art "Bahnhof" von dort ging das Gleis in einem Bogen hinter dem
heutigen Profigetränkeshop ab. bis in das Gelände am Odenwaldring 38. Ich hätte nicht gedacht dass das
Gleis von Westen her kam. Ich dachte auch ich hätte mir das Gleis irgendwie eingebildet.
Hier eine Aufnahme ab 6:46 in diesem herrlichen Film:
[www.youtube.com]
Die MSO Werke AG am Odenwaldring 38
[www.fr.de]
Hier ist noch ein Link zur Brache nebenan, über die Vergangenheit wusste ich auch nichts, ist schon interessant die
Geschichte Offenbachs und dieser krasse Wandel.
An die Offenbacher hier, was war eig. in dem Gebäude Odenwaldring 1 früher? ich kenne es als altes Büro :)
Es ist erstaunlich wie die alten Gleisanlagen noch heute die Grundstücke bestimmen...

Viele Grüße
Timo

http://fs5.directupload.net/images/user/151228/g8tvaw3h.jpg An alle Stellen
Fernschreiber (iTelex): 8611843 wihi d

Re: Hafenbahn Offenbach in den 1970ern und 80ern [m14B]

geschrieben von: Dg53752

Datum: 29.03.17 22:00

Hallo Timo,

interessante Karte! "Bis in das Gelände am Odenwaldring 38": An diesen Anschluss kann ich mich nicht erinnern, was nicht ausschließen soll, dass der in den 1970ern vielleicht noch gelegen hat. Das war vermutlich ein Anschluss der Schleifmittelfabrik Friedrich Schmaltz auf dem Gelände Ecke Odenwaldring/Waldstraße. Da hat mein Großvater in den 1950ern gearbeitet. Noch erstaunlicher finde ich das Gleis nach Tempelsee!

Auf Deinem Videolink ist ab 10:47 kurz die Hafenbahn mit Lok 2 oder 3 zu sehen.

Grüße
Hans-Jörg

Das Gleis nach Tempelsee

geschrieben von: 0nkel_wom

Datum: 30.03.17 09:02

Moin Hans-Jörg

Danke erstmal für die Bilder, besonders die ersten mit dem gemischten Güterzug (aus welchen Anschlüssen die verschiedenen Wagen wohl eingesammelt wurden)
und dem dreigleisigen Bahnhof (da hat man sich beim Rückbau auf zwei Gleise ja nochmal richtig Arbeit gemacht und nicht einfach nur eine weiche ausgebaut).
Auch die Gleise am Nordring und das Pförtnerhaus (Bilder 11-13) kenne ich noch, die waren da aber schon nur noch selten genutzt.

Das Gleis nach Tempelsee dürfte die spätere Straßenbahnlinie 27 zum Brunnenweg sein, eröffnet 1948 (?).
Nicht minder interessant ist allerdings das Gleis, das von der Fabrik weiter nach Osten führte. War das eine Feldbahn?

Viele Grüße
Wolfgang

Re: Hafenbahn Offenbach in den 1970ern und 80ern [m14B]

geschrieben von: 52 2006

Datum: 30.03.17 13:23

Odenwaldring 1 war soweit ich mich zurück erinnern kann immer ein Wohnhaus mit Firmen oder Geschäften im Erdgeschoss, Fahrschule, Orthopedie, KFZ-Gutachter, was weiß ich alles... Ob da mal Büros in den Obergeschossen waren, weiß ich nicht.

Das mit der Schleifmaschinenfabrik weiß ich noch rudimentär, jedenfalls dass da mal eine Fabrik war, weil ich da gegenüber vor 1975 ab und zu bei Leuten in so einem Wohnblock zu Besuch war. Auch der Stahlbau-Lavis hatte Bahnanschluss, da ist heute das Ringcenter. Es dürfte ein Schmach für alle Frankfurter sein, dass der Lavis als einen seiner letzten Aufträge noch den Eisernen Steg in Frankfurt saniert hat.

Interessant an der Karte ist auch, dass darauf auch die Steinbruchbahn vom Bieberer Berg durch Tempelsee runter zur heutigen Stadthalle an der Waldstraße zu sehen ist, dort war früher sowas wie eine Ziegelei oder Kalkwerk. Das Areal der Fabrik müsste nicht nur die Stadthalle umfassen, sondern auch die benachbarten Hochhäuser und den Penny-Markt an der Waldstraße. Das Bähnchen hatte im Tempelsee sogar noch einen Abzweig, wie man aus der Karte erkennt, dort befindet sich solange ich mich zurückerinnere ein Park mit zwei Seen. Mir war bis zum Sehen dieser Karte nie klar, wieso dieser Park so ist, wie er ist, mit den Seen und Hügeln, jetzt ist das aber klar. Auch die Anbindung dieses Werkes an die Lokalbahn entlang der Waldstraße ist erkennbar. Hochinteressant! Der Steinbruch auf dem Bieberer Berg wurde dann mit Müll verfüllt, war später das Areal des Tambourbades, das Bad wurde wegen dem scheinbar ausdünstenden Müll im Boden dann geschlossen, und heute ist auf dem Areal ein Sportplatz. Wie oft war ich in dem Schwimmbad?!? Der Albatros, Michael Groß, hat dort auch immer trainiert. Mein Opa hat mir mal beim Spazieren gehen von der Bahn erzählt, aber da war sie schon lange weg, und wir nutzen den Bahndamm an einer bestimmten Stelle als Fahrrad-Cross, da konnte man schön steil runter und wieder rauf. Im Buch über Eisenbahnen in Offenbach vom Michael Hoffmann ist mehr darüber drin, es lohnt sich auch hier im Forum mal nach "Offenbacher Semmering" zu suchen. Da hatte ich einst mal den heute noch sichtbaren Bahndamm dieser Bahn entlang des Heusenstammer Wegs fotografiert, die Bilder dürften aber weg sein (Imageshack).

Als Kind bzw. Jugendlicher bin ich der Hafen- und Industriebahn oft hinterhergeradelt und habe beim Rangieren beobachtet, entweder unten am Main, oder im Lauterborn-Gebiet, bis hinter an die Sprendlinger Landstraße, die Loks kenne ich alle noch, und an den bärtigen Lokführer kann ich mich auch noch erinnern, obwohl ich zu der Zeit eigentlich schon dank Auto einen größeren Aktionsradius hatte, nicht sonderlich bahnbezogen. Fotos habe ich leider nie gemacht, um so mehr freue ich mich jetzt über diese hier! Gerne mehr!

In Lauterborn im Wohngebiet zwischen den Hochhäusern steht heute diese Lok auf der ehemaligen Trasse als Andenken an die Industriebahn. Die Gleise sind sonst längst weg, zumeist zugunsten eines Radweges. Die Lok haht mit der Offenbacher Lokalbahn überhaupt nix zu tun.

26022014048.jpg

26022014050.jpg

schild1.jpg

schild2.jpg

Spannend übrigens auch das nach Südwesten abzweigende Gleis in Heusenstamm! Das ist auf der Karte länger als die Reste die heute noch ins Post-Depot gehen. Besonders aktuell ist die Karte aber für 1934 nicht, dort wo seit 1927 mein Haus steht, ist auf der Karte noch gähnende Leere, auch das Sägewerk, ein paar Meter weiter, ist auch nicht drauf. Das Sägewerk wurde vor ein paar Jahren abgerissen, für hippe junge Wohnungen, dabei wurden ein gutes Dutzend Feldbahngleise entsorgt, jedenfalls soweit ich sehen konnte was aus dem Schutthaufen herausragte.

kondensierte Grüße, Stefan

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Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.




8-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:03:30:13:54:46.
Hallo Timo,

ich habe mal versucht den Verlauf der Industriebahn auf "Heute" anhand von Stadtplänen von 1949,1952 und 1954 zu übertragen:

Nach Ausfädlung aus der DB-Strecke, gab es gleich nach dem Bogen einen rückläufigen Anschluss in ein Firmengelände (?). Dann folgte ein Anschluss im städischen Fuhrpark, anschließend wurde die Bieberer Str. gekreuzt. Am Matho-Gelände entlang ging es zur Oberen Grenzstr., Höhe Ahornstr. war ein Anschluss zurück auf das Matho-Gelände. Im Verlauf folgte die Kreuzung mit der heutigen Gördelerstr (Lichtenplattenweg gab es damals noch nicht), wird die Buchhügelallee gekreuzt.Es folgt der Abzweig Schlachthof der einen 2gleisigen Umsetzbahnhof hatte und einen eigenen Lokschuppen am Gleisende. Dieser war Sitz und Werkstatt der Offenbacher Lokalbahn (OLB).

Auf der Industriebahn folgte der Anschluss im Rowenta-Gelände, dann die Kreuzung der Waldstr. Das Gleis Richtung Tempelsee war wohl der Anschluss der Zementfabrik Portland, der die Bauten im Dreieichpark zu verdanken sind. Dieser ist 1949 nicht mehr im Stadtplan, hier gibt es dann eine Strassenbahnlinie (27).

Die Anschlüsse bis zur Senefelderstr. sind wohl alle zur MSO/Lauer und Schmaltz gehörig, auch der der rückläufig in das dreieckige Gelände führt. Die Trennung durch die Strasse wurde wohl 1954 aufgegeben. Im Stadtplan ist ein Gelände verzeichnet, die Strasse fehlt. Auf dem MSO-Gelände, am Anschluss Senefelderstr., gab es wohl eine Wagondrehscheibe, über die die Wagen ins Gelände kamen. Das Gleis parallel zur Senefelder diente auch als Abstellgleis, hier stand oft "Material" von Lavis.

Anschließend Kreuzung der Senefelder und Anschluss von Lavis über die Senefelder hinweg. Im Lavis-Werk gab es eine große Portalkranbrücke. Der Weg hinter Lavis besteht nicht mehr, er war Höhe der Carl-Maria-von-Weber-Str. ungefähr der heutigen Ringcentereinfahrt. Dann folgt die Querung der Schubertstr.,der Richard-Wagner-Str, wo in den 60ziger ein Eisenbahnwagen als Wohnung diente (heutiges Gelände der Elisabeth-Gemeinde), dann kommt der Abzweig Richtung Süden.

Zunächst aber weiter Richtung Westen,vor der Kreuzung mit der Schumannstr lag früher der Schrottplatz Fröhlich (heute Bolzplatz am Hit), gegenüber ein Anschluss der mir zwar bekannt ist, aber der Firmenname fehlt mir. Da gegeüber lag der Schrottplatz Plam, heute der Hit-Markt. Es wurde anschließend die Sprendlinger Landstr. gequert zum Anschluss der Firma Stöhr (Förderanlagenbau). Da gabe es neben der Backstr. ein Gleisende mit imposanten Portalkran und im Musterraum an der Ecke konnte man bunte Kisten über die verzweigte Musteranlage flitzen sehen.

Beim Abzweig Richtung Süden ging es zur Sterinfabrik "Harmonia", die bei entsprechendem Wind auf Meilen zu riechen war, aber wenig harmonisch.... Ob alle 3 Anschlüsse hierher gehörten weis ich nicht. Nach der Querung der Sprendlinger kam noch die Firma Kessel Loos. Der Richtung Süden verlaufende Anschluss diente später noch dem US-Depot.

Vielleicht kann der ein oder andere noch ergänzend beitragen oder meine Erinnerung berichtigen.

LG Michael B.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:03:31:18:39:36.

Re: Hafenbahn Offenbach in den 1970ern und 80ern [m14B]

geschrieben von: Dg53752

Datum: 31.03.17 19:52

Hallo Michael,

Du nennst da einige Namen, die mir auch noch geläufig sind. An der Sprendlinger gab's noch Fredenhagen. Vom Produktprogramm her wäre die Firma auch noch heisser Kandidat für einen Anschluss, aber nix genaues weiß ich nicht.

Wäre schön, wenn Matthias noch die Fotos von der Abschiedsfahrt einstellen würde *lieb guck*.

Grüße
Hans-Jörg, seit 30 Jahren weg aus Offenbach
Hallo Hans-Jörg,

Fredenhagen lag weiter südlich als Kessel-Loos, das Gebäude steht ja noch, aber trotz passendem Produktprogramm gab es hier nie einen Gleisanschluss. Aber es könnte sein, dass die Firma Fredenhagen (früher) auch auf der anderen Seite der Sprendlinger Landstr. Gelände hatte und dort einer der 3 Anschlüsse zu ihr führte. Ein Hinweis befindet sich bei Hofmann.

Ein interessantes Kapitel ist im nur noch antiquarisch erhältlichen Buch des EK-Verlages "Eisenbahnen im Rhein-Main-Gebiet" enthalten, wo es auch Lokliste (ab 1908) und anderes Zahlenmaterial gibt. Auch im Buch von Michael Hofmann (DGEG-Medien) gibt es noch viel mehr ausführliche und hochinteressante Details zu Hafen- und Industriebahn.

Gruß
Michael B.
Hallo Industriebahnfreunde,

hier Ergänzung meines Beitrages vom 31.03.2017 nach Recherche im Net:

Der erste Anschluss nach der Ausfädlung ist in einer Planskizze für Rangierer der Industriebahn mit "K.Reichard" gekennzeichnet.

Der Anschluss an der Oberen Grenzstrasse / Ahornstr. gehörte dem Bauunternehmen W.Krebs und nicht zur Matho (früher L.Schmeltzer - Zelloloidwerke später K. Matthaei = Matho die vermutlich keinen Anschluss hatten).

Auf dem späteren Rowenta-Gelände, war der Anschluss ursprünglich der Maschinenfabrik Hartmann, der gegenüber auf der anderen Seite der Waldstr. gehörte zu Lauer & Schmaltz, während der an der Schumannstr. unbekannte Anschluss wohl der Lederwarenfabrik M. Zimmer diente. Entlang des Blam-Geländes lag ein zweites Gleis, welches als "Freiladegleis" bezeichnet ist und wohl von Blam "über die Mauer weg" genutzt wurde. Der Anschluss über der Sprendlinger, neben der Backstr. ist mit Paffrath,Müller,Fredenhagen und Kurth beschrieben. Also Fredenhagen hier und nicht südlicher.
Die drei südlichen Endeanschlüsse waren wohl tatsächlich alle auf dem Harmonia-Gelände. Neben dem, der vor der Querung der Sprendlinger zur Firma Loos hin liegt, steht im Rangiererplan "Kohlen". Hier war wohl das Kohlenlager der Harmonia zu finden.

Mal schauen,was sich noch alles ermitteln lässt.

LG Michael B.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:04:02:17:52:14.

Re: Hafenbahn Offenbach in den 1970ern und 80ern [m14B]

geschrieben von: 52 2006

Datum: 03.04.17 15:38

Sehr spannend, was ihr da so rausbekommt. Was für tolle Maschinenbauunternehmen es früher in Offenbach alles gab.

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
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