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[A, D] Lebenslauf einer alten Südbahn-Lokomotive

geschrieben von: Professor

Datum: 19.03.17 15:02

Im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte hatte die Graz-Köflacher-Bahn unter anderem insgesamt 18 Lokomotiven der Südbahnserie 29 - ein Nassdampf-Dreikuppler mit Außenrahmen - in ihrem Fahrpark. Gegen Ende ihrer Lebenszeit standen noch die Nummern 671, 674, 677 und 680 in Betrieb. Die Nr. 671 mit Bj 1860 ist als Museumslokomotive noch immer in Betrieb. Die Nr. 674 ging an des Eisenbahnmuseum in Budapest, Lok Nr. 677 wurde am 17.01.1965 ausgemustert.

Die Lok Nr. 680 - StEG 513/1860 - kam als 49.10 zu den BBÖ und wurde am 31.12.1925 an die GKB abgegeben. Sie fuhr vor dem Ablauf der Kesselfrist noch mit eigener Kraft nach Hamburg, um den Buster Keaton-Film "Der General" zu bewerben. In Hamburg wurde sie von der Sturmflut von 1962 überrascht und verschwand unter den Wassermassen. Sie blieb in Deutschland stehen, wurde am 20.09.1964 ausgemustert und kam per 16.01.1967 nach Berlin. Seit 1987 im Deutschen Technikmuseum Berlin, ist sie dort im Zustand nach der Überschwemmung ausgestellt.

Die Bilder zeigen sie im Verschub am Graz-Köflacher Bahnhof um 1950 - 1955 (Foto Franz Kraus, Slg. Pospichal), an der Bekohlungsanlage in der Zugförderung des genannten Bahnhofs (um 1960, unbek. Fotograf) sowie am 22.09.2016 im Museum Berlin.

http://666kb.com/i/dhmt3ay6j3t9w14u5.jpg

http://666kb.com/i/dhmt3o8pfc0m6ita5.jpg

http://666kb.com/i/dhmt40fk0yis5onnh.jpg



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.17 21:27.
...als "Lehrlinge der Waggon-Union der Ausbildungsberufe Betriebs- und Bauschlosser",
wie es damals auf dem Foto hieß, sich am Ende der Aufarbeitung für das damals noch
Museum für Verkehr und Technik geheißene heutige Deutsche Technikmuseum dem
Pressefotografen zeigte.

Drei Wochen haben sie mit Unterstützung der Ausbildungsleitung in den WU-Lehrwerkstätten
die Lok, "die total verrostet war, so weit aufgearbeitet, daß sie wieder roll- und vorzeigefähig
ist. Auf Wunsch des Museums wurde der alte Zustand dabei - soweit irgend möglich - belassen."

Im weiteren wird auf dem Bildrückseitentext Freude darüber ausgedrückt, "einen Beitrag zur
Verkehrsgeschichte geleistet zu haben."

Ausbildungsmeister Werner Ihn, mit abgebildet, war im Fototext mit damals 51 Jahren angegeben.


Eine Anekdote noch: Der Lok wurden damals die Stangen abgebaut und sie wurde ausgeachst,
zur Entrostung wurden diese Teile, soweit empfindliche Partien dabei schützen möglich waren,
gesandstrahlt. Der vereehrte Kustos des Museums, Alfred Gottwaldt, soll dem Vernehmen nach
darüber ziemlich ungehalten gewesen sein, weil eben der letzte Betriebsdreck dabei mit verloren
gegangen war. Das Sandstrahlen und Reinigen war aber sicherlich der Kompromiss zur Herstellung
eben der Beweglichkeit zum Verrollen der Lok, denn unterschiedliche Konzepte verlangen nun
eben auch einmals deren Deplatzierung innerhalb der Ausstellung...

gkb-380_wu-bln-19870402-_1024x759.jpg


Auch ich hoffe, selbst um den Preis einer Urheberrechtsverletzung, einen ergänzenden Beitrag
zur Doku zur Verkehrsgeschichte angegeben zu haben.

Auch auf nur seit kürzerer Zeit historischen Fotos ist schon viel zu entdecken.

Beste Grüße
VB995
Hallo!
Alfred B.Gottwaldt war als Buchautor super. Schade,das die Aufarbeitung des C-Kupplers
bei WU abgebrochen wurde. die pr P 8-Ok 1 PKP ist im Schrottzustand in Polen, nie so gefahren, wie sie schon ewig(1986/1987 )in der Ausstellung steht. Bischen herrichten und im letzten Fahrzustand, wäre nicht schlecht..
Bei der Gasag T 3 ist jetzt angefangen worden. Vielleicht kommen da noch mehr?

Gruß
thomas.splittgerber, berlin
Thomas Splittgerber schrieb:

Hallo!
Alfred B.Gottwaldt war als Buchautor super. Schade,das die Aufarbeitung des C-Kupplers
bei WU abgebrochen wurde. die pr P 8-Ok 1 PKP ist im Schrottzustand in Polen, nie so gefahren, wie sie schon ewig(1986/1987 )in der Ausstellung steht. Bischen herrichten und im letzten Fahrzustand, wäre nicht schlecht..
Bei der Gasag T 3 ist jetzt angefangen worden. Vielleicht kommen da noch mehr?

Gruß
thomas.splittgerber, berlin

Gude auch,

Der Hoffnung kann ich mich nur anschließen. So sehr ich Alfred B schon seit unserer Bekanntschaft in Frankfurt schätze, in diesem einen Punkt stimmten ich und viele mir bekannte EF definitiv nicht überein. Er vertrat den Standpunkt, Exponate im letzten Zustand vor dem Zugang ins Museum zu zeigen. Würden das andere Museeen auch so handhaben, sähen wir statt schönen Fundstücken aus dem Altertum nur mit Lehm verklumpte Brocken. Es darf natürlich nicht zu dem Unsinn heutiger mit Autolack hochglanzlackierter und glattgeschweißter "Museums"-Loks kommen.


Manfred Sandtner, Frankfurt am Main