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 04 - Historische Bahn 

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Moin aus dem Norden!

Diese Beitragsfolge umfaßt den Abschnitt von Kröderen über Ål nach Flåm, oder anders formuliert: Vom Binnenland an einen Fjord.

Hier die Links zu den anderen Beitragsfolgen:

Teil 1

Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7



Wir schreiben immer noch den 17. Juli 1998 und befinden uns in Kröderen am Bahnhof, dem Endpunkt der von dem NJK als Museumsbahn betriebenen Strecke von Vikersund hierher.


Bild 2.01: Für den Rangierdienst in Kröderen ist die Skd 217. 121 zuständig. Die mit einem 150 PS starken Motor ausgerüstete Lok wurde 1963 von Kronstad geliefert und hat einen astreinen Lizenzbau eines Lokmotors vom schwedischen Hersteller Scania-Vabis als Antrieb:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/kzg2efds.jpg


Bild 2.02: Auch einen Teil des musealen NJK-Zuges fotografierte ich, dazu gehörte dieser Wagen, der über einen Gepäckbereich, ein Postabteil und über einen Großraum für die 3. Klasse verfügt:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/munvco7u.jpg


Bild 2.03: Hier noch eine weitere Aufnahme von der Skd 217. 121, danach ging die Reise weiter:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/ariobq3e.jpg


Unsere nächste Station war in Flå, der Ort liegt an der Bahnstrecke Oslo – Bergen. Der Grund, diesen Ort aufzusuchen, war nichts anderes als ein Tankstop, verbunden mit Brauchwasserentsorgung und Frischwasserergänzung. Auch der Golden Retriever, der die Reise mitmachte, brauchte eine Gelegenheit, um sein Brauchwasser etc zu entsorgen.

Bild 2.04: Hierfür war eine an der Bahnstrecke liegende Brache bestens geeignet. Und das bei diesem Spaziergang ein Zug vorbei gefahren kam, war wirklich reiner Zufall (drauf gehofft hatte ich allerdings):
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/iriklhgv.jpg


Danach fuhren wir weiter und genossen dabei durch zahlreiche Zwischenstopps die beeindruckende Landschaft. Schließlich kamen wir nach Ål, dort machten wir erst einmal Rast. Im Gegensatz zu Flå war nämlich der Besuch des Bahnhofes Ål kein Zufall. Dort hatte die NSB stets eine oder mehrere Reserveloks für die Hauptstrecke Oslo – Bergen bereit stehen. Außerdem war rein zufällig dort ein komplett mit medizinischem Equipment eingerichteter Zug abgestellt. Dieser machte in verschiedenen Orten Station, um dort die Gesundheitsvorsorge (Röntgenreihenuntersuchungen etc) zu gewährleisten. Von dessen Existenz wusste ich allerdings bis zu jenem Tage absolut nichts. Die für diesen Zweck hergerichteten Wagen bestanden überwiegend aus umgebauten ehemaligen Beiwagen für ETs und hatte keine besondere Kennzeichnung.

Bild 2.05: Für den „Krankenhauszug“ war die El 13. 2124 (Thune 1957, Nr. 468) zuständig:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/o8tai9qa.jpg


Bild 2.06: Die Streckenreservelok war ebenfalls fotografierbar, Es handelte sich um die Di3a. 605, die von NoHAB 1957 mit der Fabr.-Nr. 2341 gebaut worden war:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/4b3g8jem.jpg


Bild 2.07: Natürlich fotografierte ich die El 13, 2124 genauso wie…
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/tp27tzu8.jpg


Bild 2.08: …die Di3a. 605 auch noch aus einem anderen Blickwinkel:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/czpr34vy.jpg


Danach wurde es Zeit für uns, ein Übernachtungsplätzchen zu suchen.

Bild 2.09: Fündig wurden wir am wunderschön gelegenen Strandalfjorden, während der „Nacht“ entstand diese Aufnahme;
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/2hkiibsv.jpg


Am nächsten Morgen starteten wir zur Weiterfahrt nach Flåm und kamen nach einem sehr serpentinenhaltigen Straßenverlauf auf Höhe Null dort an. Dieser Ort ist natürlich für Eisenbahnfreunde ein Mußpunkt, aber auch Nicht-Interessierte werden durch die grandiose Landschaft in ihren Bann gezogen.

Bild 2.10: Zu dieser Landschaft gehören nicht nur die alpin anmutenden zahlreichen Höhenzüge, sondern auch die in Norwegen so zahlreichen Wasserfälle. Zur mehr „unscheinbaren Kategorie“ zählt dieser hier:
http://fs5.directupload.net/images/user/160222/4ss9utn9.jpg


Bild 2.11: In Flåm stand damals die El 9. 2063 als Denkmal aufgestellt im Freien. Die Lok wurde 1944 von Thune (Nr. 420) gebaut:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/qnmelyrc.jpg


Bild 2.12: Auch aus einem anderen Blickwinkel nahm ich die kompakte Lok auf:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/cu3pzs3h.jpg


Bild 2.13: Für den normalen Zugverkehr zwischen Flåm und Myrdal, dem hochgelegenen Anschlußbahnhof an der Bergenbahn, wurde ein geliehener ET der SJ verwendet. Eigentlich war der Triebwagen im S.Bahnverkehr von Stockholm zu Hause:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/gcc5ch2s.jpg


Bild 2.14: Da sich auf den Bahnanlagen noch nichts tat, fotografierte ich nicht nur die El 9. 2063 erneut, sondern…
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/y5j9gtpj.jpg


Bild 2.15 …auch den schwedischen Triebwagen.
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/mxsectqc.jpg


Für den großen Besucheransturm wurde ein aus 8 speziallackierten Waggons bestehender Zug vorgehalten, dieser war in der Lage, z. B. die Besucherscharen eines Kreuzfahrtschiffes aufzunehmen. An jedem Zugende befand sich eine Lok der Baureihe El 17, die ebenfalls die spezielle Flåmsbahnlackierung trugen.

Bild 2.16: Dieser spezielle Zug, fast ausschließlich mit Fahrgästen aus dem fernöstlichen Raum besetzt, traf nun im Bahnhof Flåm ein. Es führte die EL 17. 2230, die erst 1987 bei Henschel (Nr. 32904) hergestellt worden war:
http://fs5.directupload.net/images/user/160218/om263w4l.jpg



Von dieser Zugkombination habe ich noch weitere Aufnahmen gemacht. Die dritte Folge, die von unserer Reise von Flåm über Bergen bis nach Lillehammer (!!!) berichtet, werde ich in den nächsten Tagen ins Forum einstellen – bis dahin

Grüsse in die Runde

Helmut


Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr durch Anklicken des Bildes hier:
http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
Inhaltsverzeichnisse von weiteren Eisenbahnfreunden
bitte hier anklicken!

Text zu Bild 2.01 nachgebessert
Je suis Français!



7-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:03:08:11:58:22.
Moin Helmut,

mit diesem Beitrag entführst Du mich in eine Gegend, in der ich nie gewesen bin, da ich weder die Bergen- noch die Flamsbahn jemals besucht habe.
Interessant ist, daß in Al eine Di3. als Reservelok vorgehalten wird, obwohl die Bergenahn seit langem elektrifiziert ist. Ich finde es auch mutig, einen schwedischen Vororttriebwagen auf der steilen Flamsbahn einzusetzen. Braucht er für diese steile Strecke keine extra Zulassung?

Auch gefällt mr Deine "Nachtaufnahme" sehr gut - lichter langer Sommertag!

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

Viele Grüße
Detlef

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/58/781958/6331313862616564.jpg

Hallo Helmut,
du entführst uns in eine Gegend, wo ich noch nie gewesen bin und wahrscheinlich
auch nie hinkommen werde. Deshalb verfolge ich deine sehr sehenswerten Berichte
mit großem Interesse. Vielen Dank und schöne Grüße vom
dampfgerd
Hej Helmut,

danke für Deine Fortsetzung.

Die Verstärkung des Triebfahrzeugparkes auf der Flåmbahn mit X10-Triebwagen in den Sommermonaten war in den 90er Jahren üblich und endete erst 1999.
Grundsätzlich wurden dafür die Triebwagen von Storstockholms Lokaltrafik (SL) gestellt.
Interessant an Deiner Aufnahme des X10 3181 sind für mich zwei Dinge.
Zum einem, dass am Triebwagen das SL-Logo abgeklebt wurde und zum anderen, dass ich eine statistische Quelle berichtigen muss.
In "Lok & vagnar 4" wird für das Jahr 1998 angegeben, das die X10 3178-3180 an die Flåmbahn ausgeliehen wurden. Dank Deiner Aufnahme muss diese Angabe um die Nr. 3181 erweitert werden.

Viele Grüße
Frank

X10 auf der Flåmsbana

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 23.02.16 09:16

Hej Frank,


das Abziehen der SL-Embleme von den X10, die den ganzen Sommer über auf der Flåmsbana eingesetzt werden sollten, war bis

Mitte der 90er Jahre ganz normal. Stattdessen wurde an dieser Stelle ein NSB-Bildsymbol aufgeklebt, das den Fahrzeugen

nebenbei bemerkt gar nicht schlecht zu Gesicht stand. Die Statistik aus Lok och vagnar 4 ist übrigens mit Vorsicht zu genießen,

da dort nur die offiziell ausgeliehenen Triebwagen erfaßt und die kurzfristig umgesetzten Fahrzeuge (Austausch von Schadzügen)

unter den Tisch gefallen sind.


Ha det bra!


Woife
Moin Helmut,

Flåm habe ich von insgesamt 5 Besuchen in guter Erinnerung, und an einen Flåmbahnzug voller Asiaten kann ich mich auch gut erinnern (zuletzt 2014 erlebt). Wenn man bedenkt, dass die Existenz der Flåmbahn Anfang der Neunziger gefährdet war, sollten wir uns aber freuen, dass Touristen, eben auch massenhaft auftretende asiatische, dafür gesorgt haben, dass solche Pläne vom Tisch sind!

Ein ähnlich schöner Teakholz-Wagen, wie Du auf Bild 2.02 zeigst, steht übrigens auch in Flåm, allerdings abseits der Bahntrasse, um einen Teil des Aufbaus beraubt und als Restaurant.

Deine Fotos gefallen mir wieder sehr gut; und ich freue mich besonders, dass Du damit meine Erinnerungen aufgefrischt hast!

Gruß
Klaus

Re: X10 auf der Flåmsbana

geschrieben von: frank58

Datum: 23.02.16 21:08

Hej Woife,

danke für Deine Ergänzung. Auch 1997 war der 3181 als Leihfahrzeug auf der Flåmbahn im Einsatz. In jenem Jahr mit NSB-Logo (Foto in Motorvagnsåret 1997). Daneben sind auch Aufnahmen des X10 3202 mit SL-Logo auf der Flåmbahn abgedruckt.

Auf Helmuts Bild von 1998 könnte er so eine Rolle als Austauschfahrzeug gespielt haben. Denn die X10-Einheiten fuhren ja in Doppel- bzw. Dreifachtraktion. Zumindest auf den mir bekannten Aufnahmen. Auch ist der X10 3181 außerhalb eines Bahnsteiges abgestellt, was meiner Meinung nach nicht für einen baldigen Einsatz spricht. Wobei ich die Betriebsabläufe in Flåm nicht kenne.

Viele Grüße
Frank

X10 in Flåm auf Gleis 2

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 24.02.16 01:39

Hej Frank,


auf Gleis 2 war in Flåm seinerzeit der Reservewagen abgestellt. Bei Bedarf wurde mit ihm ein Vierwagenzug

zu einem Sechswagenzug verstärkt.


Ha det bra!


Woife
Moin Helmut,

dort so hoch oben war ich auch noch niemals. Die Fahrzeuge sind ja durchweg interessant, daher danke ich für die Mitfahrgelegenheit!

Viele Grüße in die Hauptstadt an der Unterelbe,

Martin
Morsche Helmut,

welch' helle Freude hast Du bei mir ausgelöst mit dieser Reihe. Norwegen.
In meinem Fotobuch beschrieb ich die Antworten die ich bekam als ich dieses Zielgebiet im Kreis durchaus aufgeschlossener Eisenbahnfreunde einmal ansprach: zu weit, zu teuer und kein Wetter.
Paah !! Kann ich da nur sagen.
Es ist immer eine Reise wert gewesen und keine war dabei, von der ich behaupten wolle ohne wirklich gute Bilder heim gekommen zu sein..
Warst Du eigentlich auch schon mal früher da oben?
Bei Deinem Standortvorteil wäre das ja durchaus möglich...
Na ja, näheres am WE

Herzlich Grüße

Peter
Hm, eine Lokomotive von Scania-Vabis? Sicher?
Meines Wissens waren sowohl Scania (Scania, lateinische Bezeichnung der schwedischen Region Schonen, Firma gegründet in Malmö) als auch Vabis (Vagnfabriks Aktie Bolaget I Södertälje, gegründet in Södertälje) immer reine Fahrzeughesteller, will sagen, sie bauten Lastwagen und Busse (ursprünglich mal auch Pkw), Motoren ... Aber Lokomotiven?
1911 fusionierten beide Unternehmen, seit 1968 firmiert man nur noch als "Scania" - wiewohl der ursprüngliche Vabis-Unternehmenssitz Södertälje heute der Unternehmenssitz des fusionierten Unternehmens ist, entfiel "Vabis" - und heute gehört das Unternehmen zu 100 Prozent zu VW. Innerhalb des VW-Konzerns hat man eine "Schwester", und die heisst MAN (und baut auch Nutzfahrzeuge).
Aber dass "Scania-Vabis" je Lokomotiven gebaut haben soll - noch dazu noch so "spät" - ist mir jedenfalls neu.
Immerhin spannend: die "Wolfsburger" als "getarnte" Lokomotivbauer ...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:02:24:14:59:44.
Skd 217b.121 im Bild 2.01 ist 1961 von Strømmen hergestellt worden und hat einen Rolls-Royce C6SFL-Dieselmotor erhalten. Die Skd 217a fahren mit einem Scania-Vabis D812-Dieselmotor herum.

Die Angaben stammen aus:
Norske Lok och Motorvogner 1.1.1986
Norsk Jernbaneklubb 1986

VG,
Martin

Re: Vabis: Vagnfabriks AB i Södertälje

geschrieben von: bengt

Datum: 25.02.16 12:50

freiherr von poempelskirchen schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hm, eine Lokomotive von Scania-Vabis? Sicher?
> Meines Wissens waren sowohl Scania (Scania,
> lateinische Bezeichnung der schwedischen Region
> Schonen, Firma gegründet in Malmö) als auch Vabis
> (Vagnfabriks Aktie Bolaget I Södertälje, gegründet
> in Södertälje) immer reine Fahrzeughesteller, will
> sagen, sie bauten Lastwagen und Busse
> (ursprünglich mal auch Pkw), Motoren ... Aber
> Lokomotiven?
> 1911 fusionierten beide Unternehmen, seit 1968
> firmiert man nur noch als "Scania" - wiewohl der
> ursprüngliche Vabis-Unternehmenssitz Södertälje
> heute der Unternehmenssitz des fusionierten
> Unternehmens ist, entfiel "Vabis" - und heute
> gehört das Unternehmen zu 100 Prozent zu VW.
> Innerhalb des VW-Konzerns hat man eine
> "Schwester", und die heisst MAN (und baut auch
> Nutzfahrzeuge).
> Aber dass "Scania-Vabis" je Lokomotiven gebaut
> haben soll - noch dazu noch so "spät" - ist mir
> jedenfalls neu.
> Immerhin spannend: die "Wolfsburger" als
> "getarnte" Lokomotivbauer ...

Vabis: Vagnfabriks AB i Södertälje

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/EJ/GBJ/BC/54.jpg

Von VABIS hergestellt.
Hej Martin,

Kronstad als Hersteller des Skd 217 121 ist schon richtig. Siehe auch die Homepage von Norsk Jernbaneklubb [forsk.njk.no]

Offensichtlich ist Ende der 1950er Jahre die Produktion der Skd 217 von Strømmen nach Kronstad verlagert wurden. Die Gründe hierfür kenne ich jedoch nicht.

Da vermutlich Strømmen als Hauptauftragnehmer für die gesamte Skd 217-Lieferung galt, wird in der von Dir genannten Quelle auch Strømmen als Hersteller genannt.

Viele Grüße
Frank