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? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: Richrath

Datum: 12.01.15 06:02

Hallo Leute,

Ich stelle meine Frage Frage wegen der dampfkompetenz hier ein.

Ich sehe schonmal aus dem damaligen regelbetrieb Bilder hier im Forum, Diesel als Vorspann vor einer Dampflok, manchmal auch eine e- Lok.
Wie funktioniert das mit der Steuerung, also einem synchronen fahren?
Klar, jeder Lokführer hat seinen Plan und beschleunigt auf x km/h aber die Elektro oder Dieselloks sollten doch besser anfahren. Jedenfalls,stelle ich mir vor, dass die eine Lok die andere teilweise gezogen, oder geschoben hat, also sich die Kräfte teilweise aufheben.

Die Frage beschäftigt mich schon länger und ich bin gespannt auf die Antworten.

Besten Dank vorab

René
Hallo,

die Mehrfachtraktion mit Dampf-, Diesel- und E-Traktion gemischt ist grundsätzlich unproblematisch vom Zughaken her betrachtet. Die Kräfte heben sich nie auf.
Auch dann nicht, wenn die Ellok schneller beschleunigt. Ich habe zum Beispiel noch nie gesehen, dass eine Ellok schnell beschleunigt ... und die Dampflok dahinter kommt nicht mit ... oder so. Das geht schließlich nicht, weil sie ja fest gekuppelt sind (sollte zumindest so sein).

Sei es drum:
Ist zum Beispiel bei zwei Loks die vordere die stärkere, so wird sie mehr leisten als die zweite Lok. Die zweite Lok zieht aber trotzdem ... und ist an der Zugkraft beteiligt. Die Zugkräfte bei zwei Loks heben sich nicht auf ... wenn eine Lok die schwächere ist. Sie addiert sich. Das heißt, sie besteht aus der Zugkraft von der ersten und der Zugkraft von der zweiten Lok. Die schwächere zieht ja schließlich auch etwas.

Ist die vordere Lok die schwächere, so zieht sie auch. Nur eben nicht so stark wie die Zweite. Aber sie ist trotzdem an der Zugkraft beteiligt. Die Kupplung zwischen erste und zweiter Loks ist stramm ... also gespannt ... hängt nicht durch.

Bitte sehr ...

:-)

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: S&B

Datum: 12.01.15 09:33

Stell Dir vor, Du ziehst einen schweren Handkarren bergauf. Die Deichsel umfaßt Du mit der einen Hand, die andere Hand reichst Du einem Freund, der ziehen hilft.
So ist das bei der Bahn auch.
Anders kann das bei Dampfschiebelok sein, die nicht an den Zug angekuppelt sind. Ich habe schon gesehen, daß in Aachen Hbf ein mit SNCB Ellok gezogener Schnellzug der Dampflok (50), die eigentlich schieben sollte, im Bahnhofsvorfeld abgehauen ist. :-)
Grüße
Ulrich
Moin,

nur mal so am Rande: Doppeltraktion und Vorspannfahren sind zwei verschiedene Dinge. Gemeinsam haben sie, dass man mindestens zwei Fahrzeuge benötigt.
Doppeltraktion beinhaltet immer eine syncrone Steuerung der Maschinen von einem Führerstand aus, daher kann man hier Baureihen nicht beliebig kombineren. Wenn doch, führt das zu Vorspannfahrten, weil man dann die zweite Maschine ebenfalls mit einem Lokführer besetzen muss.

Und bei Vorspannfahrten addieren sich auch bei unterschiedlichen Fahrzeugen je nach ihrer Leistungsfähigkeit bzw. der Bedienung durch den jweiligen Lokführer die Kräfte beim Beschleunigen. Da wird also keine Lok "mitgeschleift". Bis dahin spielt die Geschwindigkeit eine nachrangige Rolle. Hat man die Sollgeschwindigkeit erreicht, muss auf beiden Fahrzeugen von beiden Lokführern die Leistung so gedrosselt werden, dass diese nicht überschritten wird. Da kommt es ein wenig auf die Abstimmung zwischen beiden Fahrzeugführern an.

Grüße
Frank

Zu meinen Beiträgen:
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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:12:13:27:46.
Noch eine kleine Bemerkung dazu: folgendes sagt dazu recht einfach die Zugförderungsvorschrift 948/B1 Ausgabe 1965 (DB) zu diesem Thema:

001.jpg

Gruß Fritzle.

Re: Vorspann heisst das.........und erfordert erfahrene Dampflok-Personale

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 12.01.15 15:39

Hallo,


das heisst Vorspann wenn Tfz verschiedener Antriebsarten vor einem Zug sind.

Doppeltraktion gibt es nur bei Baugleichen Tfz., die über eine enstprechende Fernsteuermöglichkeit verfügen,so das ein Lokführer 2 Lokomotiven vom führenden Fahrzeug aus steuern kann.
Dann hast du aber eine Ausnahme dort erlebt. Vorgesehen waren planmäßig dafür nur T 14.1, einzeln oder doppelt,je nach Zuggewicht. Eine SNCB E-Lok musste einen Zug bis 500 Tonnen alleine dort hoch befördern. Dann haut die E-Lok mit einem Zug von über 500 Tonnen der Drucklok auch noch ab und die dafür vorgehaltenen T 14.1 waren zufällig alle in der Werkstatt oder anderweitig beschäftigt.
Alle Achtung vor diesem SNCB-Lokführer.


MfG

der eifelindianer

Doppeltraktion aus Diesel- und Ellok

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 12.01.15 17:19

Schrankenkurbler schrieb:
-------------------------------------------------------
> das heisst Vorspann wenn Tfz verschiedener
> Antriebsarten vor einem Zug sind.
>
> Doppeltraktion gibt es nur bei Baugleichen Tfz.,
> die über eine enstprechende Fernsteuermöglichkeit
> verfügen,so das ein Lokführer 2 Lokomotiven vom
> führenden Fahrzeug aus steuern kann.

Also, bei unseren südlichen Nachbarn sind Doppeltraktionen von Taurus und Herkules möglich.

Gruß
Christian
---
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Re: Doppeltraktion aus Diesel- und Ellok

geschrieben von: ytracks

Datum: 12.01.15 17:57

Ersetze baugleich durch bauartgleich, also Diesel oder Elektro, dann klappt es mit der Doppeltraktion von nur einem Fphrerstand.

Ytracks

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: S&B

Datum: 12.01.15 18:21

Lieber Indianer,
das war Anfang der 70er Jahre, und die T14.1 weilten schon alle im Lokhimmel (oder der Lokhölle, je nachdem).
Vorne war wohl eine SNCB 18 oder 16 dran, und ich vermute, der Lokführer auf der 50 war etwas schlafmützig.
Jedenfalls hat er verbotenerweise den Zug kurz hinter der Fußgängerbrücke Kamperstr. wieder eingeholt.
Grüße
Ulrich



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:12:18:22:31.
Hallo Ulrich,

das Spiel mit der Schiebelok geht auch umgekehrt. Man erzählt sich, dass ein Zug in Neckargemünd von Ellok auf Dampflok - es soll wohl eine 50er gewesen sein - umgespannt wurde. Die Ellok setzte sich dahinter und sollte den Zug aus dem Bahnhof heraus anschieben. Die Ellok hat die Hauptarbeit übernommen - die Geschwindigkeit soll auf deutlich über 80 km/h gestiegen sein - dem Dampflokpersonal sei etwas die Düse gegangen ... zum Glück kam dann das Fahrdrahtende :-)

Grüße,
Martin
Das Jahr hattest du uns ja verschwiegen, denn um 1960 war die T 14.1 auf der Rampe Standard.
Der Lokführer wird die Leistung der 16 oder 18 wohl etwas unterschätzt haben. Man sollte sich beim Nachschieben ein solches Vorgehen aber gut überlegen, denn das kann böse ins Auge gehen. Du schreibst von Brücke Kamperstrasse, hatte man den Bahnübergang dort schon zurückgebaut.

Du scheinst dich in der Ecke übrigens gut auszukennen, verrate mir bitte ab wann in Ronheide der Lokschuppen nicht mehr benutzt wurde.

Beste Grüße
vom lokindianer



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:12:20:35:57.

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: Mw

Datum: 12.01.15 20:05

Wenn nun die E- oder V-Lok vorne anfährt, die Dampflok dahinter aber nur die Zusatzbremse löst, wird diese (wegen der gelösten Bremse) zwar nicht "mitgeschleift", aber wie der Wagenzug aus dem Stand beschleunigt. Der Dampflokführer tat sich mit dem Öffnen des Reglers bei sagen wir mal 5-10 km/h viel leichter.

Und zum Thema Nachschieben:

Ich habe es selbst beobachtet (weil ich am letzten Wagen durch die Übergangstür geschaut habe) daß die nicht gekuppelte Drucklok mehrfach zurückgeblieben ist, dann wieder beschleunigte und den Zug einholte. Und das mehrfach über sagen wir mal 10 km Schiebestrecke.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: 215055

Datum: 12.01.15 20:46

[Ich habe es selbst beobachtet (weil ich am letzten Wagen durch die Übergangstür geschaut habe) daß die nicht gekuppelte Drucklok mehrfach zurückgeblieben ist, dann wieder beschleunigte und den Zug einholte. Und das mehrfach über sagen wir mal 10 km Schiebestrecke] sic!

Guten Abend,
da interessiert es mich doch wo und wann du solche Erlebnisse hattest?

Grüße

215055

Re: Doppeltraktion aus Diesel- und Ellok

geschrieben von: DerAltenbekener

Datum: 12.01.15 20:48

Christian sagte doch bereits das die Österreicher auch einen Diesel Herkules mit einem E-Taurus und umgekehrt steuern können.

Übrigens war das hier für 605 und 411/415 (evtl. 403/406) vorgesehen. Würde übrigens den verbrauchten Sprit der 605 auf Hamburg Berlin warhscheinlich merklich senken...

Dieses "verkehrsrote Geraffel" ist ja schlimm!
"Seit wann ist die bauliche Kürzung von Bahnsteigen ein Beitrag zur Verkehrswende?" (fentapi 19.2.2019)


mfg DerAltenbekener

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: Mw

Datum: 12.01.15 20:50

Kann ich Dir genau sagen. Sonderfahrt (ca 1985) der 01 118 von Nürnberg nach Bayreuth mit Altbau-Schnellzugwagen, auf der Rückfahrt nachgeschoben von einer 211er bis Schnabelwaid.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: 215055

Datum: 12.01.15 20:59

Also nicht im Planbetrieb, dass beruhigt mich etwas.
Obwohl ich an der Geißlinger Steige und beim Schubbetrieb ab Bf. Neu-Ulm auch so einiges erlebt habe.
Da würde die Fahrdienstvorschrift heute noch überschnappen-:)
Was ein Glück nie ist etwas passiert. Außer die Verbogenen Puffer einer V 60. Aber dass ist eine andere Geschichte, die auch irgendwie mit dem Schubbetrieb zu tun hat.
Vielleicht irgendwann einmal mehr dazu.
Es grüßt

215055
Mw schrieb:
-------------------------------------------------------
> Wenn nun die E- oder V-Lok vorne anfährt, die
> Dampflok dahinter aber nur die Zusatzbremse löst,
> wird diese (wegen der gelösten Bremse) zwar nicht
> "mitgeschleift", aber wie der Wagenzug aus dem
> Stand beschleunigt. Der Dampflokführer tat sich
> mit dem Öffnen des Reglers bei sagen wir mal 5-10
> km/h viel leichter.

Kleine Bemerkung dazu: Auf der Zuglok ist die Zusatzbremse immer in Lösestellung und das Führerbremsventil je nach Bauart in der Abschluss- oder Mittel-Stellung. Die durchgehende Bremse wird von der Vorpannlok bedient.

> Und zum Thema Nachschieben:
>
> Ich habe es selbst beobachtet (weil ich am letzten
> Wagen durch die Übergangstür geschaut habe) daß
> die nicht gekuppelte Drucklok mehrfach
> zurückgeblieben ist, dann wieder beschleunigte und
> den Zug einholte. Und das mehrfach über sagen wir
> mal 10 km Schiebestrecke.

Ist die ungekuppelte Schiebelok vom nachzuschiebenden Zuge abgekommen, so darf sie sich an denselben während der Fahrt nicht wieder ansetzen. Wo das heute steht, dürfen Betriebler ausforschen. Aktualität 1965.

Gruß Fritzle

002.jpg

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: Mw

Datum: 12.01.15 21:23

Fritzle schrieb:

>>Auf der Zuglok ist die Zusatzbremse immer in Lösestellung und das Führerbremsventil je nach Bauart in der Abschluss- oder Mittel-Stellung. Die durchgehende Bremse wird von der Vorpannlok bedient.<<

Das bestätigt meine Darstellung bzw Erfahrung ja.
Es kommt im übrigen sehr darauf an, wer von den beiden Triebfahrzeugen das stärkere ist. Eine E-Lok würde oftmals den gesamten Zug samt Dampflok alleine den Berg hochziehen. Hängt aber ganz vorne z.B. nur eine V100 vor dem 600t-Schnellzug, wirds für die kleine schon happig und der Dampfer MUSS mithelfen.

In der zitierten (zugförderungs-)Vorschrift von 1965 steht u.a. "da es nicht möglich ist, daß usw. "
Möglich das schon, aber nicht garantiert. Das hängt sehr vom Können des Lokführers der Schiebelok ab, ob er beim Wiederannähern Schaden anrichtet oder nicht. Ein guter Meister wird das niemals tun.
Es ist übrigens gar nicht so leicht, bei Loks mit langem Vorbau (Dampflok, aber auch schon bei einer V100) eindeutig festzustellen, ob man noch Puffer an Puffer fährt oder ob da nicht schon Luft dazwischen ist.
Das Wiederanfahren nach Halt in der Steigung, womöglich bei Nässe oder in der Kurve, dürfte das schlimmste Übel sein.

Gruß
Mw

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Re: Doppeltraktion aus Diesel- und Ellok

geschrieben von: Frank St.

Datum: 12.01.15 21:46

DerAltenbekener schrieb:
-------------------------------------------------------
...
>
> Übrigens war das hier für 605 und 411/415 (evtl.
> 403/406) vorgesehen. Würde übrigens den
> verbrauchten Sprit der 605 auf Hamburg Berlin
> warhscheinlich merklich senken...

... wofür dann im Kraftwerk für die E-Traktion ein paar Schüppen Kohle mehr gefeuert werden müssten. Die Summe der verbrauchten Energie bleibt gleich. Der Unterschied besteht nur in der Effizienz der Erzeugung. Am besten wären wahrscheinlich Solarpanele auf dem Fahrzeugdach oder ein kleines Windrad, das durch den Fahrtwind angetrieben wird.

Nicht ganz ernsthaft grüßt
Frank

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Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: Richrath

Datum: 12.01.15 22:31

Leute ihr seid super!

Ich habe jetzt verstanden und kurz nachgedacht ist es ja auch logisch.

Hatte mir immer Gedanken gemacht, wie die Lokführer die loks irgendwie synchron bekommen. Physik ist eben doch einfach :-)

Danke danke.

Beste Grüße

René

Re: Doppeltraktion aus Diesel- und Ellok

geschrieben von: eifelindianer

Datum: 12.01.15 22:39

Ich denke lesen kann Jeder selber.

Will man dazu die aktuellen Regeln wissen, nehme man das Tf Heft 418 und lese folgende Module

Nachgeschobene Züge: Modul 2120 Abschnitt 2, Absatz 6a
Nachschieben – analoger Zugfunk – Betriebsart C, Betriebsart E: Modul 6310 Abschnitt 7 Absatz 1, 2
Nachschieben – Ansetzen an den Zug: Modul 3238 Abschnitt 2)
Nachschieben – Beenden: Modul 3338 Abschnitt 8
Nachschieben – Befehle: Modul 3338 Abschnitt 4
Nachschieben – Bremsen: Modul 3338 Abschnitt 7
Nachschieben – Druckkraft: Modul 3338 Abschnitt 6
Nachschieben – Geschwindigkeit: Modul 3338 Abschnitt 5
Nachschieben – Kuppeln Schiebetriebfahrzeug: Modul 3238 Abschnitt 3
Nachschieben – Verständigen: Modul 3338 Abschnitt 3
Nachschieben – Zugbeeinflussung abschalten: Modul 3238 Abschnitt 5
Nachschieben – Zugvorbereitung: Modul 3238 Abschnitt 4
Nachschieben von Zügen (Gespräche im GSM-R-Zugfunk führen): Modul 6310 Abschnitt 7

Oder man nehme die 408 und lese dazu:
Nachschieben - Einstellen von Fahrzeugen 0701 Abschnitt Absatz 6a
Nachschieben - Regeln für den Fdl 0441
Nachschieben - Regeln für den Tf 0442


MfG



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:13:17:03:30.

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: DH 240

Datum: 12.01.15 22:40

Hallo zusammen,

Eine kleine Geschichte am Rande zum Nachschieben:
In den 90ger Jahren gab es dort auf der Rampe Aachen HBF nach Süd rauf einen kleine Unfall mit einer Nachschiebenden V60.
Der Zug hatte den Scheitelpunkt erreicht und daher verlangsamte die Schiebelok die Fahrt. Ein Fahrgast, der aus dem hintersten Fenster schaute bemerkte dies und dachte, das der Zug die Lok verloren hätte und zog die Notbremse.
Der Zug kam natürlich in dem Moment viel schneller zum stehen, als die Schiebelok, der ja noch beim Ausrollen war.
Die Folge war, das die Schiebelok mit nicht unbeträchtlichem Tempo auf den nun stehenden Zug auffuhr.
Hat der V60 ganz schön die Front verbeult.

http://www.vennbahn.de/dso/sign1.jpg

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: S&B

Datum: 12.01.15 22:47

>>Die Ellok setzte sich dahinter und sollte den Zug aus dem Bahnhof heraus anschieben. Die Ellok hat die Hauptarbeit übernommen - die Geschwindigkeit soll auf deutlich über 80 km/h gestiegen sein - dem Dampflokpersonal sei etwas die Düse gegangen ...<<

Weshalb? Die Dampferpiloten waren doch unumschränkte Herrscher über das Bremsventil. :-)
Grüße
Ulrich

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: S&B

Datum: 12.01.15 22:51

>>Das Jahr hattest du uns ja verschwiegen,<<

Bitte um Entschuldigung.

>>Du schreibst von Brücke Kamperstrasse, hatte man den Bahnübergang dort schon zurückgebaut.<<

Ach, doch schon lange vor den 70er Jahren.

>>verrate mir bitte ab wann in Ronheide der Lokschuppen nicht mehr benutzt wurde.<<

Seit kurz vor meiner Geburt.

Viele Grüße
Ulrich

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: S&B

Datum: 12.01.15 22:53

>>Hatte mir immer Gedanken gemacht, wie die Lokführer die loks irgendwie synchron bekommen. Physik ist eben doch einfach :-)<<

Die übliche Schraubenkupplung/Puffer genügt zum synchronisieren. ;-)
Grüße
Ulrich

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: S&B

Datum: 12.01.15 23:00

'Besser' noch die Geschichte mit dem Güterzug von Aachen West nach Montzen. Die Schiebelok (2x50) hatten an den falschen Güterzug angesetzt, der vorne noch nicht bespannt war. Auf ein Pfeifen irgendwo von vorne ließen die 50 ihre Muskeln spielen und drückten den Zug bis Geusenweg aufdaß er alleine nach Montzen seinen Weg finde. Wieso der Zug aber in West nicht festgebremst stand, müssen Rangiermeister erklären.
Grüße
Ulrich

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: DH 240

Datum: 13.01.15 00:16

Das war im Juli 1970.

Ulrich, wir beide kennen auch den Lokführer des Zuges ;-)

Hier der Zeitungsbericht dazu:


http://www.vennbahn.de/dso/101.jpg

http://www.vennbahn.de/dso/102.jpg

http://www.vennbahn.de/dso/103.jpg

http://www.vennbahn.de/dso/sign1.jpg

Re: ? Doppeltraktion Dampf E oder diesel funktionsweise

geschrieben von: HFy

Datum: 13.01.15 20:39

Der Schiebebetrieb verdankt sich ja nicht zuletzt dem belgischen Stromsystem mit 3kv=, wo meines Wissens Schäden an der Fahrleitung und am Stromabnehmer zu befürchten sind, wenn der Zug in der Steigung stehenbleiben sollte. Dasselbe gilt auch für die Strecke von Lüttich nach Ans. Vermutlich deshalb wurden auch verhältnismäßig leichte Züge nachgeschoben. In den letzten Jahren des Betriebs mit lokbespannten Schnellzügen gab es in Aachen Süd noch einen Unfall, als ein Schnellzug nach Belgien an der Ausfahrt Aachen Süd Zwangsbremsung bekam und die Schiebelok, die schon zurückgeblieben war, auf den letzten Wagen donnerte. Beteiligt waren m.W. eine 16 und eine 215. Ich habe es aber selbst nicht gesehen, sondern in der Zeitung gelesen.

Herbert
Guten Abend Ulrich,

Schiebeleistung mit der Baureihe 050-053 habe ich in Fotos auch gesehen, aber leider nie in Realität gesehen (oder vergessen?).
Waren dies planmäßige Leistungen des Bw Aachen West bzw. nach Aufgabe der Dampflokunterhaltung im Bw Aachen West Leistungen des Bw Stolberg?
Vielleicht kannst Du mir etwas Nachhilfe geben, denn ich muss zugeben, ich kenne mich mit Umlaufplänen nur sehr geringfügig aus.

Ich hoffe, wir sehen uns am Donnerstag!

Beste Grüße

Guido

http://www.guidorademacher.de/Banner.jpg
Hallo Eifelindianer,

im August 1964 entstand das nachstehende Bild. Dort gab es den Bahnübergang an der Kamperstraße noch. Ob er schon gesperrt war, weiß ich nicht.

http://www.guidorademacher.de/Sonstiges/Aachener%20Hbf/Bilder/image011.jpg


Im September 1964 war er defintiv nicht mehr vorhanden.

http://www.guidorademacher.de/Sonstiges/Aachener%20Hbf/Bilder/image025.jpg



Aber wann wurde die Brücke gebaut? Dazu habe ich keine Quellen.

Beste Grüße

Guido

http://www.guidorademacher.de/Banner.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:13:22:26:28.

? zug eingeholt

geschrieben von: TWA

Datum: 14.01.15 12:55

>>> Jedenfalls hat er verbotenerweise den Zug kurz hinter der Fußgängerbrücke Kamperstr. wieder eingeholt.

Er hat den Zug bestimmt nicht eingeholt - schon gar nicht verbotenerweise!!! - sondern ist ganz ruhig und sinnig hinter dem Zug mit mäßiger Geschwindigkeit hinterher getrudelt. Und ganz plötzlich, wie aus heiterem Himmel, ist der Zug ganz doll langsamer geworden und hat sich quasi auf die ahnungslose Lok gestürzt.
Wenn da also was Verbotenes im Spiel war, dann war es das empörend rücksichtslose Verhalten des Lokführers auf der Zuglok!!!
;-))

Re: ? zug eingeholt

geschrieben von: S&B

Datum: 14.01.15 14:15

>>Er hat den Zug bestimmt nicht eingeholt - schon gar nicht verbotenerweise!!! - sondern ist ganz ruhig und sinnig hinter dem Zug mit mäßiger Geschwindigkeit hinterher getrudelt.<<

Aha! Ich interpretiere: Zwei Züge in einem Blockabschnitt. Ein D und eine Lz. Das geht ja nun mal garnicht! :-)
Grüße
Ulrich

Re: ? zug eingeholt

geschrieben von: TWA

Datum: 14.01.15 15:38

>>> Zwei Züge in einem Blockabschnitt. ... Das geht ja nun mal garnicht! :-)

Aber natürlich geht das. Und das ist doch auch voll in Ordnung.
Schließlich wird ja hier eine knappe Resource besonders effizient ausgenutzt. Jeder BWLer wird da jubeln ;-))

Vergleichsfotos Ausfahrt Aachen Hbf, @ Guido

geschrieben von: martin welzel

Datum: 15.01.15 06:25

Boah, Guido, das sind aber zwei tolle Vergleichsaufnahmen! Im ersten Bild kann man gerade noch sehen, wo das damalige Dampflok-Bw abgerissen worden war.
Und dass im Zuge des Auflassens des Bahnübergangs nicht gleichzeitig die heutige Fußgängerbrücke gebaut worden war, hätte ich nicht gedacht!

Danke fürs Zeigen und schönen Abend euch heute,

Martin

Re: Vergleichsfotos Ausfahrt Aachen Hbf, @ Guido

geschrieben von: Rheinlanddampf

Datum: 17.01.15 16:05

Schiebelokdienste von Aachen Hbf nach Aachen Ronheide gab es in vielerlei Variationen. Bis zur Stillegung des BW Aachen Hbf 1964 wurden diese Leistungen - zumindest in Bezug auf Reisezüge - von Lokomotiven des BW Aachen Hbf erbracht. Ob das auch für Güterzüge gilt oder ob hier andere BW zumindest auch beteiligt waren, wäre noch zu klären; vieles spricht allerdings dafür. Nach Stillegung des BW Aachen Hbf wurden die Schiebedienste von den BW Aachen - West und Stolberg übernommen, wobei wiederum zu klären wäre, ob Stolberg bereits ab 1964 daran beteiligt war oder erst nach Stillegung des BW Aachen - West zum Ende des Winterfahrplans 1970/1971. Ab dem Sommerfahrplan 1971 waren die Schiebedienste jedenfalls eindeutig eine Leistung des BW Stolberg, vermutlich bis zum Ende des Sommerfahrplans 1975 (damals endete der Planeinsatz für Lokomotiven der Bau8reihe 50 im BW Stolberg). Nach meiner persönlichen Erinnerung wurden Dampflokomotiven der Baureihe 50 des BW Stolberg mindestens noch im Winterfahrplan 1974/1975 für Schiebedienste herangezogen.
Als Schiebelokomotiven dienten neben der Baureihe T14.1 auch T16.1. In der Regel erhielt jeder Zug 2 Schiebelokomotiven, wobei es alles gab: 2 x T14.1, 1 x T14.1 und 1 x T16.1 oder auch 2 x T16.1. Später kam dann die Baureihe 50 zum Einsatz, als die alten Preußen so langsam ausstarben. Die letzte T14.1 der Region, 93 985, wurde am 1. 4. 1968 im BW Aachen - West z - gestellt; mit 94 1062 stellte das BW Stolberg am 1. 4. 1970 die letzte T16.1 ab; zum gleichen Zeitpunkt wurde 94 1561 zum BW Köln - Eifeltor abgegeben, wo sie aber nicht lange blieb. Ab 29. 10. 1971 gehörte sie zum BW Emden, wo sie am 15. 11. 1973 z - gestellt und am 6. 3. 1974 ausgemustert wurde.
Somit stand spätestens ab April 1970 ausschließlich die Baureihe 50 für Schiebedienste zur Verfügung. Noch nicht genannt habe ich die Baureihe 55, die ebenfalls gelegentlich auf der Rampe Aachen Hbf - Aachen Ronheide zu sehen war, wenn auch nicht so regelmäßig wie auf der Rampe Aachen - West nach Montzen.
Und so gab es auch bunte Mischungen bei den Schiebelokomotiven: 93 + 93, 93 + 94, 93 + 55, 93 + 50, 94 + 50, 50 + 50 - alles dabei. Sogar Kuriositäten gab es, zum Beispiel einen von einer belgisch - kanadischen Dampflok Reihe 29 gezogenen Reisezug, geschoben von einer 03 (!) und einer T14.1. Der Knaller war eine rückwärts (!!!) schiebende 01 (!) mit einer T14.1 hinter einem Reisezug. Ich kann´s mit Foto beweisen!! Macht das auf der Modelleisenbahn und jeder hält Euch für bekloppt! Was auch immer der Grund dafür gewesen sein mag - hat´s alles gegeben. Im Falle der rückwärts schiebenden 01 mag das Problem eine nicht einsatzbereite Drehscheibe im BW Aachen Hbf gewesen sein - vielleicht war diese auch schon nicht mehr vorhanden. Trotzdem ein dolles Ding!

Gruß

Rheinlanddampf