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[CB] Die Straßenbahn in Cottbus/Chošebuz 1986 (23B)

geschrieben von: 0nkel_wom

Datum: 04.01.15 14:31

Hallo zusammen

Am 06.10.1986 ging es in aller Frühe von meiner Herberge in Magdeburg über Dessau nach Cottbus.

Zunächst ein Blick auf den Plan aus dem Reichsbahnkursbuch :

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/40/5871340/3036346266313963.jpg

Am Streckennetz hat sich nichts Wesentliches verändert, lediglich die Strecke durch die Bahnhofstraße wurde wieder eröffnet.
Irgendwie habe ich an diesem Tag die falschen Prioritäten gesetzt. Die KT4D waren damals bei mir nicht so beliebt, weshalb ich die Strecken,
auf denen sie eingesetzt wurden, eher verschmähte. Das führte im Fall Cottbus dazu, dass ich kein einziges Bild von der Strecke nach Ströbitz
gemacht habe, die damals noch sehr eingleisig war.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-101.jpeg

(Bild 1) Das erste Bild entstand am Hauptbahnhof. Tw 78 kommt auf der Linie 4 von der Zielona-Gora-Straße.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-102.jpeg

(Bild 2) Anschießend lief ich über die Straße der Jugend Richtung Innenstadt, wo mir Tw 82 zur Zielona-Gora-Straße begegnete.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-103.jpeg

(Bild 3) Tw 50 an der Eisenbahnbrücke.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-104.jpeg

(Bild 4) Ein Tatra-Zug auf der Linie 3 nach Madlow an der Haltestelle Marienstraße.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-105.jpeg

(Bild 5) Der Fahnenschmuck für den bevor stehenden Tag der Republik war schon angebracht.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-106.jpeg

(Bild 6) In der Gegenrichtung ist Tw 81 Richtung Schmellwitz Anger unterwegs.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-107.jpeg

(Bild 7) Tw 80 auf der Linie 4 nach Schmellwitz am nördlichen Ende der Straße der Jugend.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-108.jpeg

(Bild 8) Tw 51 an der Stadtpromenade. Die Strecke durch die Grünanlage ersetzte die alte Streckenführung durch die engen Innenstadtstraßen.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-109.jpeg

(Bild 9) Dann fuhr ich nach Neu-Schmellwitz. Wie in der DDR üblich, stand auch hier schon den ersten Bewohnern des Neubaugebietes eine Straßenbahnverbindung zur Verfügung.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-110.jpeg

(Bild 10) Wieder zurück in der Innenstadt, widmete ich mich dem damals noch eingleisigen Abschnitt in der Friedrich-Ebert-Straße. Als erstes kam Tw 53 auf der Linie 1 zur Jessener Straße.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-111.jpeg

(Bild 11) Linie 4 nach Neu-Schmellwitz.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-112.jpeg

(Bild 12) Linie 1 nach Schmellwitz Anger.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-113.jpeg

(Bild 13) Mit der fuhr ich dann bis zur Endstation. Hier hat Tw 81 die Schleife schon wieder verlassen und macht sich auf den Weg zur Jessener Straße. Die Strecke in der Schmellwitzer Straße
ist heute noch teilweise eingleisig und steht/stand auf der Hitliste der Stilllegungskandidaten ziemlich weit oben.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-114.jpeg

(Bild 14) Tw 50 in der Schmellwitzer Endschleife.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-115.jpeg

(Bild 15) Haltestelle Am Nordrand



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-116.jpeg

(Bild 16) Haltestelle Nordfriedhof mit Tw 53 Richtung Schmellwitz Anger.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-117.jpeg

(Bild 17) Tw 53 auf der Schmellwitzer Straße stadteinwärts.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-118.jpeg

(Bild 18) An der Friedrich-Ebert-Straße kam der Museumswagen 24 des Wegs.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-119.jpeg

(Bild 19) Tatra Nr. 7 auf der Linie 2 nach Cottbus Ost am Altmarkt. Heute ist die Strecke hier zweigleisig.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-120.jpeg

(Bild 20) In diesem Moment wäre ich fast durchgedreht. Hätte alles so schön sein können am Oberkirchplatz und dann fährt mir diese Karre ins Bild. 200 Puls und den Kirchturm abgeschnitten.
Heute greift die Altersmilde und ich finde das Bild gar nicht so schlecht. In dem Haus rechts befand sich übrigens ein Fachgeschäft für Agitations-, Propaganda- und Werbematerial.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-121.jpeg


http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-122.jpeg

(Bilder 21 und 22) Danach fuhr ich weiter Richtung Zielona-Gora-Straße. Am Komplexzentrum Leninallee entstanden diese beiden Aufnahmen.



http://www.onkel-wom.de/bilder/straba_cottbus/straba_cb_01-123.jpeg

(Bild 23) Ein letztes Bild im letzten Licht am Hauptbahnhof.


Das wars für heute.
Gruß aus Frankfurt
Onkel Wom!





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:05:06:16:27:59.

Sehr schön.

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 04.01.15 16:55

Hallo,

Na Bild 20. ist doch mit das Beste aus der ganzen Serie, wobei am Ende aber alle Bilder zu gefallen mögen. Wie ein Blick zurück in die Vergangenheit, wie ich sie kennen gelernt habe. Nun komm ich zwar nicht unbedingt aus der Cottbusser Gegend, aber in den anderen Bezirksstädten sah es ja nicht viel anders aus, das Ambiente war doch überall recht einheitlich. :-) Vor allem waren die Straßen nicht vollgekleistert mit aufdringlicher überbunter Werbung, es strahlt alles noch eine gewisse Natürlichkeit aus.
Auf Bild 12. läuft am linken Bildrand auf dem Bürgersteig ein ABV seine Runde, hat wahrscheinlich den Fotografen bei seinem Treiben nicht bemerkt. :-))) Aber solch alltägliche Straßenszenen mit Kohlehaufen vor dem Haus, paar Meter weiter ein Konsum mit seinen Auslagen(Kohl gab es zu der Zeit wohl gerade im Überfluss), die Häuser im Einheitsgrau, die Straße unsaniert, mit etwas suchen und Glück, kann der Fotograf solche Szenen noch heute in Polen finden, nur Trabbis und Wartburgs wird man da dann nicht mehr finden. Alles in allem ein sehr schöner Bilderbogen in die damals schöne Zeit.


MfG 229 147-4

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:04:16:55:36.

Danke für die wunderbaren Aufnahmen! (o.w.T)

geschrieben von: ludger K

Datum: 04.01.15 17:00

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

[CB] Die Straßenbahn in Cottbus/Chošebuz 1986

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 04.01.15 17:08

Die Straßenbahn in Cottbus benutze ich seit etwa 1953 ... :-) . Fotografiert habe ich die Straßenbahn aber noch nie. An der Haltestelle bei Bild 4 steige ich seit Mai 2012 an fast jedem Werktag morgens ein und am Nachmittag wieder aus und es ist noch immer eine Tatrabahn. Einige Deiner Aufnahmen sind inzwischen absolut historisch. Bei Bild 7 wurden die alten Eckgebäude, links von der Straßenbahn, inzwischen durch einen sehr großen, teuren und protzigen Geldpalast ersetzt. Bezahlt haben diesen Palast die Kunden der Sparkasse CBSPN mit ihren Guthaben und Krediten.

Wünsche Dir alles Gute für das neue Jahr und weiterhin viel Freude am Hobby

Wartburg 311

geschrieben von: Buran

Datum: 04.01.15 17:31

Jo, meine Meinung...ein 311 ist doch ein Klassiker...so was ziert jedes Bild.
Besonders schön der abgelichtete Moment des Schlenkers: links blinken, rechts fahren, um dem KT4D auszuweichen :-)
Hallo!

Ja, da erkenne ich einiges wieder. Heute sieht es oft ganz anders aus.

Bild 3: Die auf der linken Seite zu sehende Baracke existiert nicht mehr. 1993 hat´s dort gebrannt. 1995 wurden die letzten Spuren "plattgemacht".

Bilder 4, 5, 6 (6 entgegengesetzt): auf der linken Seite ist der (noch) bestehende Busbahnhof. Wurde 1990 errichtet.

Bild 7: vieles weg. Dafür der bereits benannte "Sparkassenbau".

Bild 8: Das "Sternchen" existiert nicht mehr. Dafür heute das Blechen-Carree. Die auf der linken Seite zu sehende Schule wurde in den Kauftempel integriert.

Bilder 10 - 12 (auch 18): vieles saniert, bis auf ein paar hundert Meter ist die Strecke zweigleisig.

Bilder 16, 17: zweigleisig und sanierte Häuser.

Bild 23: Das linke Gebäude ist 2013 endgültig verschwunden. Der Bahnhof wurde erstmalig 1993 saniert. Die Szenerie wird sich bald ändern, wenn der Bau für die neue Bahnhofsschleife beginnt. Am Standort des Fotografen befindet sich jetzt die "Fürst-Pückler-Passage" mit angrenzendem Hotel.

Vom Liniennetzplan ist doch vieles anders geworden. Die Buslinien tragen jetzt Nummern (10 - 22). Nur die Linien 1 und 3 haben noch den originalen Laufweg. Trifft auch für die 4 zu (obwohl die "4" hier am Bonnaskenplatz endet...). Ebenso fehlt die Verbindung in der Lutherstraße, welche von der 5 bedient wird (zur Zeit auch Linie 3).

Ach ja, nach Ströbitz fuhren in jener Zeit bis etwa 1990 auch immer wieder mal Zweiachser. Zudem war es die Zu- und Abführungsstrecke zum Betriebshof Berliner Straße. Ebenso bekommen viele Gotha-Wagen 1987/88 neue Nummern verpasst. 1988 wird der 50. Tatra-Wagen in Betrieb genommen (heute Wagen 150). 1991 standen 72 Tatra-Wagen zur Verfügung. Im März 1991 wurde daher der letzte planmäßige Kurs mit den Gotha-Wagen gefahren. Heute gibt es noch einzelne Zweiachser, fahren nur noch sporadisch (auf Bestellung bzw. bei baustellenbedingten Sonderverkehren).

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:04:17:48:12.

Re: Sehr schön.

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 04.01.15 17:45

229 147-4 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo,
>
> Na Bild 20. ist doch mit das Beste aus der ganzen
> Serie, wobei am Ende aber alle Bilder zu gefallen
> mögen. Wie ein Blick zurück in die Vergangenheit,
> wie ich sie kennen gelernt habe. Nun komm ich zwar
> nicht unbedingt aus der Cottbusser Gegend, aber in
> den anderen Bezirksstädten sah es ja nicht viel
> anders aus, das Ambiente war doch überall recht
> einheitlich. :-) Vor allem waren die Straßen nicht
> vollgekleistert mit aufdringlicher überbunter
> Werbung, es strahlt alles noch eine gewisse
> Natürlichkeit aus.
> Auf Bild 12. läuft am linken Bildrand auf dem
> Bürgersteig ein ABV seine Runde, hat
> wahrscheinlich den Fotografen bei seinem Treiben
> nicht bemerkt. :-))) Aber solch alltägliche
> Straßenszenen mit Kohlehaufen vor dem Haus, paar
> Meter weiter ein Konsum mit seinen Auslagen(Kohl
> gab es zu der Zeit wohl gerade im Überfluss), die
> Häuser im Einheitsgrau, die Straße unsaniert, mit
> etwas suchen und Glück, kann der Fotograf solche
> Szenen noch heute in Polen finden, nur Trabbis und
> Wartburgs wird man da dann nicht mehr finden.
> Alles in allem ein sehr schöner Bilderbogen in die
> damals schöne Zeit.
>
>
> MfG 229 147-4

Bitte nicht böse sein, wenn ich Deine Träumereien ein bisschen nüchterner beleuchte: ich sehe DDR-Endzeitbilder kurz vor dem Untergang nach 40 Jahren intensivem Abwirtschaften. Nimm's mir nicht übel, aber "eine gewisse Natürlichkeit" vermag ich da nicht zu erkennen - die Bilder sind vor allem ein eindrucksvoller Beleg vom fortgeschrittenen Stadium des Verfalls der DDR in jenen Jahren. Das sollte man nicht allzu nostalgisch verklären - ein sehr schöner Bilderbogen ist es, so weit gehe ich mit Dir, aber "die damals schöne Zeit" vermag ich nun wirklich nicht zu erkennen, selbst wenn ich versuche 90% der damaligen Realität auszublenden.....

Gruß Tss

Re: Sehr schön.

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 04.01.15 18:14

Dem kann ich nur beipflichten. Im wahrsten Sinne des Wortes grauenhaft, wie viele Städte zum Ende der DDR aussahen. Hauptsache die Fahne sitzt an der richtigen Stelle.

Re: Sehr schön.

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 04.01.15 18:18

Türen schließen selbsttätig schrieb:
-------------------------------------------------------
> Bitte nicht böse sein, wenn ich Deine Träumereien ein bisschen nüchterner beleuchte: ich sehe DDR-Endzeitbilder kurz vor dem Untergang nach
> 40 Jahren intensivem Abwirtschaften.
> Gruß Tss
Na hoffentlich zeigt Dir mal jemand die Bilder aus dem Süden von Cottbus aus dem Jahr 1945 oder 1949. Da stand nämlich an vielen Stellen nicht mehr viel, weil ein großer Bombenangriff am 15.02.1945 auch große Teile von Cottbus in eine Trümmerwüste verwandelt hatte, inklsive Bahnhof Cottbus auf dem auch noch ein Muni-Zug explodierte. Selbst Reisende aus dem Westen können sich bestimmt noch an das 30 jährige Barackenprovisorium als EG erinnern. Und so hieß es nach 1945 erst mal aufräumen und aufbauen. Und so wurde dann aus einem Provinzkaff mit nicht mal 55 000 Einwohnern eine Großstadt mit mehr als 130 000 Einwohnern.
Mit "intensivem Abwirtschaften" funktioniert so etwas nicht, aber das begreifen nur alle jene des Denkens fähige Mitbürger, die nicht schon die Weisheiten der Bild-Zeitung oder die Lügen von Löwenthal mit der Muttermilch eingezogen haben. Und den inzwischen für einen Einkaufstempel abgerissenen Gebäuden in der Stadtpromenade trauern sehr viele Cottbusser nach. Insbesondere dem unvergessenen Sternchen. Wobei die historischen Gebäude am Altmarkt ohne Sanierung zu Zeiten der seeligen DDR schon vor 1970 zusammen gefallen wären.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:04:18:25:14.

Re: Sehr schön.

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 04.01.15 19:37

Hallo!

Ja, die Stadtpromenade ist wirklich traurig. Die hässlichen Absperrungen und die fehlenden Pavillons sorgen bei vielen Cottbusern für Frust. Demnächst soll ja zumindest der Postparkplatz gemacht werden.

Zu DDR-Zeiten wurde das meiste Geld in die Hauptstadt gepumpt. Alle anderen Städte und Gemeinden mussten sich den Rest aufteilen. Dennoch hat man es in Cottbus geschafft, zumindest im Bereich des Altmarktes ein recht ansehnliches Viertel zu schaffen. Selbst die Neubauten waren an die Historie angelegt.

In Sachen Stadtsanierung kam die Wende 1989/90 genau richtig. Sonst würde es heute noch schlimmer aussehen. Nur wurden leider auch viele Fehler gemacht (siehe Stadtpromenade).

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Re: Sehr schön.

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 04.01.15 20:44

Dieter Buddrus schrieb:
-------------------------------------------------------
> Türen schließen selbsttätig schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Bitte nicht böse sein, wenn ich Deine
> Träumereien ein bisschen nüchterner beleuchte: ich
> sehe DDR-Endzeitbilder kurz vor dem Untergang nach
>
> > 40 Jahren intensivem Abwirtschaften.
> > Gruß Tss
> Na hoffentlich zeigt Dir mal jemand die Bilder aus
> dem Süden von Cottbus aus dem Jahr 1945 oder 1949.
> Da stand nämlich an vielen Stellen nicht mehr
> viel, weil ein großer Bombenangriff am 15.02.1945
> auch große Teile von Cottbus in eine Trümmerwüste
> verwandelt hatte, inklsive Bahnhof Cottbus auf dem
> auch noch ein Muni-Zug explodierte. Selbst
> Reisende aus dem Westen können sich bestimmt noch
> an das 30 jährige Barackenprovisorium als EG
> erinnern. Und so hieß es nach 1945 erst mal
> aufräumen und aufbauen. Und so wurde dann aus
> einem Provinzkaff mit nicht mal 55 000 Einwohnern
> eine Großstadt mit mehr als 130 000 Einwohnern.

Ein Schicksal, was Cottbus mit vielen anderen Städten in vieler Herren Länder im Verlauf des Zweiten Weltkriegs geteilt hat. Ich verstehe aber nicht, was das mit dem Thema und mit meinem Kommentar zu tun haben soll? Diese Aufbauarbeit ist doch unbestritten, ebenso wie das intensive Abwirtschaften.

> Mit "intensivem Abwirtschaften" funktioniert so
> etwas nicht, aber das begreifen nur alle jene des
> Denkens fähige Mitbürger, die nicht schon die
> Weisheiten der Bild-Zeitung oder die Lügen von
> Löwenthal mit der Muttermilch eingezogen haben.

Ein ziemlich abenteuerliches und apodiktisches Gedankenkonstrukt, was Du Dir da zusammen stöpselst. Nebenbei unterstellst Du mir damit ja auch, Teil dieser von Dir als "nicht-begreifen-wollend" und "des Denkens nicht fähig seiend" apostrophierten Bevölkerungsanteile zu sein. Ich will das gar nicht weiter kommentieren, nur soviel: ich hatte das Glück, so aufgewachsen zu sein, dass ich neben der Bild-Zeitung und dem TV-Magazin des Herrn Löwenthal eine Fülle anderer Medien jeglicher politischer Färbung und jeglichen intellektuellen Niveaus zur freien Auswahl hatte. Davon mache ich bis heute reichlich Gebrauch. Ich erwähne das nur, weil Deine Bewertungen den Verdacht nahelegen, dass Du Dir das nicht so recht vorstellen kannst.
Hallo!

Danke für die schönen Bilder einer längst vergangenen Zeit.

Die abgeschnittene Kirche in Bild 20 ist der Turm vom Gerichtsberg. Im "Propagenda-"/ Werbemittelladen gab es die "berühmten" DEWAG??? Serien " Bilder von der Eisenbahn"......damals.....

Aber Bild 1 ist schon sehr optimistisch. Die 4 nach Saspow. Saspow wurde nie erreicht, war aber glaube ich mal geplant. Später war es "Neu Schmellwitz" wo die 4 hinfuhr und die 1 nach "Schmellwitz Anger".

Sieht man die ersten 2 Bilder denkt man: verdammt viele Westkarren waren da unterwegs.

Weißkohl gab es in der ganzen Stadt zu kaufen.....

André

der münchner - nur echt mit dem "n" ;-)





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:04:21:03:20.

Proll-Golf und Daimler

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 04.01.15 21:05

Hallo,

und ein Dankeschön für diese "einfach-so-gemacht"-Aufnahmen, die viel vom Fluidum (<- ohne Wertung, ob das jetzt romantisch, natürlich oder verfallen ist) einer typischen DDR-Stadt der 1980-er Jahre zeigen.

Bemerkenswert finde ich dabei, dass auf Bild 1 ein gepimpter Proll-Golf daher gerollt kommt. Deren typische Fahrer hatten ja eher selten die DDR als Reiseziel. Der Daimler auf Bild 2 passt da schon besser zu der Klientel, die sich ins teuerste Museum der Welt (25 Mark Eintritt am Tag) aufmachte.

Viele Grüße

Heiko (der die Cottbuser (oder Cottbusser?) Straßenbahn erst 7 oder 8 Jahre später besuchte, als die Gotha-Wagen zu Grabe getragen wurden)

http://www.desiro.net/Signatur-BC100.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:04:21:06:21.

Re: Proll-Golf und Daimler

geschrieben von: Bahnhof Ottrau

Datum: 04.01.15 21:56

Der Golf hat ein DDR-Kennzeichen. Der Besitzer muss dafür sehr beneidet worden sein.

Re: Proll-Golf und Daimler

geschrieben von: TB77

Datum: 04.01.15 22:07

Hallo!

So selten waren die Westautos gar nicht zu mal der weiße Einser auf Bild 2 tatsächlich ein DDR-Kz hat.
Man konnte sie vereinzelnt schon fast jeden Tag sehen. Die guten GENEX Import Golf 1 und 2 oder die Mazda FIAT aus dem INTERSHOP ;-)
Die meisten haben sie nur Wochenends gefahren.

VG TB77

Re: Proll-Golf und Daimler

geschrieben von: BTTB

Datum: 05.01.15 08:27

Offiziell gab es auch welche, aber sehr schwer kam man ran.
Wow!

Großartige Bilder mit viel Atmosphere!

DAnke fürs zeigen :-)

Re: [CB] Die Straßenbahn in Cottbus/Chošebuz 1986 (23B)

geschrieben von: BR 213

Datum: 05.01.15 09:26

Ich nehme mal an, daß die zahlreichen Flaggen für den folgenden 7. Oktober, den Feiertag dr Gründung der DDR, bereits im Voraus aufgehangen wurden.

zügige Grüße

FRANK

Mitglied im Verein Freunde der 212 001-2 e.V.
0nkel_wom schrieb:
-------------------------------------------------------
> Das führte im Fall Cottbus dazu, dass ich kein einziges Bild von der Strecke nach Ströbitz
> gemacht habe, die damals noch sehr eingleisig war.

Damit kann ich dienen.
Das Dia zeigt einen "Achtwagenzug" KT4D auf der damals noch eingleisigen Strecke in der Kolkwitzer Straße:
str&ouml;bitz~1979.jpg

Hier standen die fabrikneuen Wagen 3 bis 10 noch ohne Nummern wegen Gleisbauarbeiten im Sommer 1979 einige Tage abgestellt auf freier Strecke. Heutzutage aus Angst vor Vandalismus völlig undenkbar.

> (Bild 1) Das erste Bild entstand am Hauptbahnhof. Tw 78 kommt auf der Linie 4 von der Zielona-Gora-Straße.

Dazu ein Vergleichsbild von 1982. Ein Tatrazug biegt aus der Lutherstraße in die noch eingleisige Thiemstraße ein:
Thiemstr-Lutherkirche 1982.jpg

Beide Bilder belegen, dass auch damals trotz wirtschaftlicher Probleme eine Menge in die öffentliche Verkehrsinfrastruktur investiert wurde: Innerhalb von 12 Jahren (1979 bis 1991) wurde der gesamte, in den Jahren 1957 bis 1969 (Waggonbau Gotha und CKD Prag) gebaute zweiachsige Wagenpark durch vierachsige Gelenktriebwagen ersetzt. Das bedingte die Erneuerung der Gleichrichterwerke und großer Teile der Oberleitungsanlagen. Gleichzeitig wurde das Streckennetz in der Vetschauer Straße, Sachsendorf und Neu-Schmellwitz erweitert und bestehende Strecken zweigleisig ausgebaut. Sogar Produkte aus dem NSW (nicht sozialistischen Wirtschaftsgebiet) wurden dabei eingesetzt:

NBS Schienenprofil Kl&ouml;ckner 1976.jpg

Investitionen gab es eben nicht nur in der Hauptstadt ...
Der unübersehbare Verfall betraf vor allen Dingen private Häuser, deren Erhaltung aus den geringen Mieten nicht zu bezahlen war.
Und vieles davon ist für das kundige Auge in der interessanten Bilderserie von Onkel Wom zu sehen.

So long

Mario
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