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 04 - Historisches Forum 

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Edit am 21.6.2012: Andreas (KBS 634) hat den entscheidenden Hinweis gegeben. Es handelt sich tatsächlich um das Anwesen Blumenthalstraße 24 (heutige Kasinostraße), das zu Beginn der 1920er Jahre die Rodbergsche Firmenzentrale gewesen zu sein scheint. Das ominöse Gleis am linken Bildrand fand ich kürzlich auf einem Lageplan im Hessischen Staatsarchiv. Damit ist der Sachverhalt, Forum sei Dank, geklärt.




In meiner Seite zu den Industriegleisanlagen in der Darmstädter Landwehrstraße [Fundstelle] bin ich auch auf die hier ansässige Firma Rodberg eingegangen, die unter verschiedenen Namen und mit verschiedenen Besitzern etwa einhundert Jahre lang das Geschehen zwischen Blumenthalstraße (heute Kasinostraße) und Kirschenallee dominiert hat. Die beiden Hallen auf der Südseite, die 1923 aus einer demontierten Zeppelinhalle in der Nähe von Allenstein (genauer: bei Diwity) entstanden sind, von denen eine 1977 abgebrannt ist und die andere als Parkdeck genutzt wird, gehörten zu den Werkstatthallen des Betriebs, dessen Ende mit dem Niedergang der Dampftraktion in den 1960er Jahren abzusehen war. Was weniger bekannt ist: das Firmengelände erstreckte sich zeitweise bis hin zur Kasinostraße.

DSO-User charlesDA stellte mir dankenswerter Weise einen Notgeldschein von 1923 zur Verfügung, auf dem das Rodbergsche Firmengelände abgebildet sein soll. Ich habe da meine Zweifel, weshalb ich zwei Alternativen in den Raum werfe: entweder handelt es sich mehr oder weniger um eine Phantasiezeichnung oder aber das Bild zeigt (vielleicht auch grafisch modifiziert) ein anderes Werk. Doch schauen wir erst einmal auf den Schein:


http://www.walter-kuhl.de/dso/Rodb1923.jpg


Charakteristisch erscheint mir die vor dem Firmengelände gezogene Straße mit dem Eisenbahnanschluß. Das Firmengelände ist hervorgehoben und mir sind einige Fälle bekannt, bei denen das Ambiente idyllisch zurückgestutzt wurde. Gartenlandschaften oder verschwommen erkennbare Häuserzeilen im Bildhintergrund sollten vorsichtshalber nicht als Anhaltspunkt verwendet werden.

Die Örtlichkeiten im Darmstädter Fabrikviertel geben nicht viele Deutungen her – zu verschiedenen Planansichten verweise ich auf die Seite zur Landwehrstraße (Link oben).

1. Es handelt sich bei der Straße mit Gleis um die Landwehrstraße und wir blicken nach Norden. Irgendwie stimmig ist dann die Nord-Süd-Anordnung der Fabrikhallen. Die Straße links müßte dann die Rößlerstraße sein. Aber – es gab kein weiteres Tor auf die Feldbergstraße und auch kein Bahngleis, das selbige gekreuzt hat. Die Einfahrt zu Rodberg befand sich auf der Nordseite der Landwehrstraße, wovon hier nichts zu erkennen ist.

2. Es könnte sich, wenn auch eher unwahrscheinlich, um die Südseite handeln, dann ergäbe sogar die Wohnbebauung im Hintergrund einen Sinn. Dort, wo später die beiden Zeppelinhallen standen, befanden sich tatsächlich zwei Gleiseinfahrten, die von der Trasse der Zuführung der Hessischen Ludwigsbahn in die Alten Bahnhöfe herrühren. Die Straße im Vordergrund ist dann jedoch m. E. Phantasie.

3. Es könnte sich statt dessen um die Kasinostraße handeln, und die Straße links wäre dann die Landwehrstraße. Allerdings ergibt die Anordnung der Gebäude keinen Sinn, weil dort ein ziemlich klobiger dreiflügliger Bau parallel zur Kasinostraße gestanden hat.

Deshalb denke ich eher an ein Phantasieprodukt oder es gibt ein Vorbild, das als Bildmotiv übernommen, leicht abgewandelt und mit dem Schriftzug "Bahnbedarf" verwendet wurde. Leider habe ich zur Zeit keine Vergleichsaufnahmen zur Hand, das würde natürlich weiterhelfen.

Irgendwelche Ideen?

Und daß Rodberg in Zeiten der Weltwirtschaftskrise auch Segelflugzeuge hergestellt hat, war mir auch neu. Rodberg wurde etwa 1926 von einer Firma namens Aquila übernommen. Hier die Rückseite des Scheins:


http://www.walter-kuhl.de/dso/Rodb1922.jpg


Gruß, Walter

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau-Erfelden, und mehr, auf https://www.walter-kuhl.de/riedbahn/.
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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:06:21:02:34:17.
Hallo Walter,

im Bild rechts oben, das sieht nach einer größeren Bahnanlage aus. So nach mehreren Abstellgleisen.

Gruß Andreas

Gruß Andreas

Zwei Bildausschnitte

geschrieben von: Pallaswiese

Datum: 06.06.12 18:54

Andreas merkte eine Abstellanlage an. Interessanter Gedanke, nur – wo soll die entweder vor 1912 oder noch danach in der Nähe vom Rodberg gewesen sein? Der Ausschnitt:


http://www.walter-kuhl.de/dso/Rodc1923.jpg


In einer PN wurde nach dem dampfenden Etwas im Bild links unten gefragt, evtl. ein Dampfkran. Das frage ich mich jetzt auch, auch wenn es nicht so recht nach Kran aussieht. Der Ausschnitt:


http://www.walter-kuhl.de/dso/Rodc1922.jpg


Gruß, Walter

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Hallo Walter,

> 1. Es handelt sich bei der Straße mit Gleis um die
> Landwehrstraße und wir blicken nach Norden.
> [...]
> Die Straße links müßte dann die
> Feldbergstraße sein. Aber – es gab kein weiteres
> Tor auf die Feldbergstraße und auch kein
> Bahngleis, das selbige gekreuzt hat. Die Einfahrt
> zu Rodberg befand sich auf der Nordseite der
> Landwehrstraße, wovon hier nichts zu erkennen
> ist.

die Feldbergstraße endet an der Landwehrstraße und hatte auch nie eine Fortsetzung nördlich der Landwehrstraße.
Könnte es sich bei der Straße links um die Rößlerstraße handeln?

Gruß
- Christopher
Zitat:
Könnte es sich bei der Straße links um die Rößlerstraße handeln?

Ja. Danke für den Hinweis, ich sollte die Straßennamen meiner Nachbarschaft eigentlich besser kennen.

Gruß, Walter

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Hallo Walter!

Wie in dem Beitrag [www.drehscheibe-foren.de] und hier [www.drehscheibe-foren.de] schon erwähnt, war die Bahnbedarf AG doch in der Blumenthalstraße. Dann wäre auf dem Bild evt. im Hintergrund Anlagen der HLB zu sehen!?

Gruß Andreas

Gruß Andreas




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:06:11:19:06:01.

Ein Bildausschnitt aus dem Jahr 1902

geschrieben von: Pallaswiese

Datum: 12.06.12 00:45

Hallo Andreas,

ich habe keine Ahnung, was nach Ende des Ersten Weltkriegs aus dem Güterbereich mitsamt Lokschuppen der Hessischen Ludwigsbahn zwischen Pallaswiesenstraße und Landwehrstraße geworden ist. Die Stadtpläne dieser Zeit (etwa 1927) zeigen eine große Brache. Dennoch ist der Gedanke reizvoll, daß, wenn der Notgeldschein die Blumenthalstraße zeigen würde, dann dort vielleicht wirklich ein Abstellplatz vorhanden war.

Was die Blumenthalstraße selbst betrifft, hat ein – vielleicht mitunter ebenfalls phantasiebegabter – Zeichner 1902 ein Stadtbild erstellt, auf dem ausgerechnet der hier gesuchte Bereich künstlerisch wertvoll zugedeckt worden ist. Der Plan ist im Digitalen Archiv der ULB Darmstadt komplett zu finden. Hier der Ausschnitt:


http://www.walter-kuhl.de/dso/Rodb1902.jpg


Im Bildvordergrund die Bahnhofsanlagen der Hessischen Ludwigsbahn. In der Bildmitte die Gütergleisanlagen mitsamt dem städtischen Lagerhaus, das später Teil von Rodberg wurde. Die Straße, die oberhalb des Lagerhauses von links nach rechts verläuft, ist die heutige Kasino- und damalige Blumenthalstraße. Die Gebäude rechts neben dem Schriftzug "[DARMSTA]DT" haben m. E. wenig Ähnlichkeit mit den Gebäuden an der Straßenfront auf dem Notgeldschein.

Gruß, Walter

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Re: Ein Bildausschnitt aus dem Jahr 1902

geschrieben von: KBS 634

Datum: 12.06.12 16:34

Hallo Walter!

Vergleich mal die beiden Häuser an der Front, dazwischen die Durchfahrt wo auf dem Notgeldschein darüber das Schild Bahnbedarf steht. Dann die 3 Werkhallen dahinter der Schornstein wie auf dem Notgeldschein. Ich finde hier schon eine Ähnlichkeit!

Gruß Andreas

Gruß Andreas