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Alte Stellwerke in Flensburg und die Bk Schleibrücke

geschrieben von: ayshanancy

Datum: 08.10.11 12:30

Hallo interessiert Eisenbahnfreunde,

1993 ging es im Urlaub an die Schlei, eine tiefe Bucht an der Ostsee. Übrigens eine ganz vorzügliche Gegend für einen ruhigen Urlaub und vor allem zum
Radfahren. Auch aus eisenbahntechnischer Sicht war Schleswig-Holstein eine gute Wahl, war der Eisenbahnbetrieb dort doch ein wenig zurückgeblieben.
Der elektrische Betrieb endete in Hamburg, und von den größeren Stationen besaßen nur Elmshorn (Estw seit 1992), Rendsburg (SpDrL60 seit 1983),
Schleswig (SpDrL60 seit 1986) sowie Puttgarden mit der Fernsteuerstrecke nach Lübeck moderne Stellwerke. In Lübeck, Kiel, Neumünster und Flensburg standen
noch mechanische und elektromechanische Stellwerke. Da wäre noch genug Material für ein paar Beiträge ... Hier geht es aber zunächst um Flensburg und Umgebung sowie
die Blockstelle Schleibrücke.

Zunächst eine Übersicht über die etwas verknoteten Bahnanlagen um Flensburg

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/img_5419x.jpg

und ein alter Plan des Flensburger Bahnhofs:


http://file1.npage.de/008885/90/bilder/ax.jpg

Im Bahnhof selbst befanden sich die Stellwerke Fo und Fw. Der Fahrdienstleiter
saß auf dem Reiterstellwerk Fo:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090914x.jpg

Auf Fo befand sich ein elektromechanisches AEG-Stellwerk:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090919x.jpg

Hier ein paar Nahaufnahmen der Fahrstraßen- und Signalhebel:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090922x.jpg


http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090924x.jpg

Im Gegensatz zu den E43-Hebelwerken waren hier noch Fahrstraßenhebel und Signalhebel getrennt. Es gab auf Fo 4 (rote) Signalhebel: F für die Einfahrt
von Abzw Friedensweg, K für die Einfahrt von Husby und 2 Hebel für die Ausfahrsignale N5 bis N10 für die Ausfahrt nach Husby bzw für die Ausfahrt nach
Abzw Friedensweg. Bei einer Ausfahrt wurde mit dem Fahrstraßenhebel die gewünschte Fahrstraße festgelegt und mit dem Signalhebel dann das entsprechende
Ausfahrsignal auf Fahrt gestellt. Die Befehlsabgabe an Fw erfolgte auch mit grünen Hebeln.
Aus dem Lageplan geht hervor, dass an allen Zugfahrten die beiden Stellwerke sowie ein Aufsichtsbeamter am Bahnsteig mitwirken mussten. Die
Zustimmungsabhängigkeiten dazu befanden sich in den Hebelwerksaufbauten. Im Hintergrund ein E43-Weichenhebelwerk für die Weichen des Bw, die nicht in die
Fahrstraßenabhängigkeiten eingebunden waren.
Auffällig auch: im Gegensatz zu E43 befand sich das Verschlußregister mit den Fahrstraßenschubstangen auf der Rückseite des Hebelwerkes.
Für die Strecke von und nach Abzw Friedensweg war Felderblock installiert. Einen Streckenblock für die Strecke von und nach Husby kann ich aber nirgends
entdecken. Die Strecke war so häufig frequentiert, dass dort eigentlich auch ein Streckenblock hätte eingebaut sein müssen. Vielleicht kann da ja jemand
aus dem Forum etwas zu sagen.

Hier fährt ein Triebwagen als Rangierfahrt ins Bw. Am Signal N5 ist ein Wartezeichen (Signal Ra11: Der Auftrag des Wärters zur Rangierfahrt ist abzuwarten)
angebracht. Der Fdl auf Fo gibt diesen Auftrag mit dem Lichtsignals Sh1. Rechts im Hintergrund die Strecke nach Kiel mit dem Einfahrsignal K.

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090915x.jpg




Nun zu Stellwerk Fw:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083115x.jpg

Auch hier ein AEG-Hebelwerk:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090929x.jpg

die Detailansicht der Hebel:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090932x.jpg

Fo und Fw stammen aus dem Jahr 1926 und dürften die letzten AEG-Stellwerke im Bereich der alten DB gewesen sein. Besonders zahlreich war diese Bauart sowieso
nicht vertreten, in der Literatur wird für 1970 für den Bereich der ehemaligen DB ein Bestand von 18 Stellwerken dieser Bauart angegeben. Frage ans Forum:
Wo standen weiter Stellwerke dieser Bauart?
Fo und Fw wurden jdenfalls 1995 außer Betrieb genommen und durch das EStw Ff in Flensburg-Weiche ersetzt.



Weiter zum Verzeigungbahnhof Flensburg-Weiche. Dort befand sich unter anderem das markante Fdl-Stellwerk Wo:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083036x.jpg

Wo war ein mechanisches Stellwerk der Bauart Weinitschke. Hier die Hebelbank mit dem Blockkasten:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083019x.jpg

Flensburg-Weiche war zu diesm Zeitpunkt (1994) schon weitgehend zurückgebaut.Es wurden nur noch wenige Gleise befahren und die meisten Hebel und Blockfelder
waren schon außer Betrieb. Hier aber noch ein Lageplan von Flensburg-Weiche aus der Zeit vor dem Rückbau:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/planx.jpg

Ein weiterer Fdl befand sich auf Wa, während Wm ein Wärterstellwerk war. Von diesen beiden Stellwerken habe ich leider keine Fotos. Vielleicht kann da ja
jemand aus dem Forum nachbessern.
Wo ging nach den Unterlagen auf dem Stellwerk am 15.12.1927 in Betrieb.


In Richtung Norden befindet sich dann die Abzw Friedensweg:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083108x.jpg

Hier ein Blick auf die Hebelbank:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083102x.jpg

Die Weichen der Abzw Friedensweg wurden bereits elektrisch mit einem Dr-Anschluß bedient:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083107x.jpg

wobei die Fahrstraßenabhängigkeit mit den blauen Riegelhebeln auf der Hebelbank hergestellt wurde.

Hier noch ein Blick auf die Bahnanlagen der Abzw Friedensweg:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083113x.jpg

Hier ein Zug aus Dänemark auf der Fahrt nach Flensburg:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94083111x.jpg

Etwas ungewöhnlich war die Signalisierung: Von Dänemark kommend zweigte man am Friedensweg auf Signal Hp1 in Richtung Flensburg ab, auf Signal Hp2 fuhr man
geradeaus nach Flensburg-Weiche.



Zum Abschluß dann die Blockstelle Schleibrücke auf der Strecke von Flensburg nach Kiel. Die Blockstelle sicherte die bewegliche Schleibrücke bei Lindaunis. Hier ein
Bild der Blockstelle mit der hochgeklappten Brücke:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090724x.jpg

Die Blockstelle wurde elektromechanisch bedient:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94090325x.jpg

Hier ein Blick aus dem Stellwerk über die Klappbrücke:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94090329x.jpg

und ein Foto von der anderen Seite:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/93090726x.jpg

In der Grundstellung war die Brücke heruntergeklappt und für den Straßenverkehr freigeben. Dabei konnte die Brücke nur in jeweils einer Richtung befahren
werden und der Fdl und sein Kollege am Schrankenbaum auf der anderen Seite mussten sich über eine Wechselsprechanlage verständigen, welche Richtung
freigeben wurde. Dabei wurde der Verkehr mit den Schrankenbäumen geregelt. Hatte z.B der Fdl seine Schranke geöffnet, so schloß der Wärter auf der anderen
Seite seine Schranke halb, so dass von seiner Seite kein Auto die Brücke befahren konnte, die Autos von der anderen Seite die Brücke aber verlassen
konnten. Damals (1993) war der Straßenverkehr bereits so stark, dass der Fdl und sein Kollege eigentlich ständig am Kurbeln waren. 1996 war dort dann auch
bereits eine Ampelanlage eingebaut.

Kündigte sich ein Zug an, so schlossen Fdl und Wärter beide ihre Schranken und verschloßen sie. Für die Schranke des Wärters war dafür das Blockfeld "Schranke Wb" da.
Erst dann ließ sich eines der beiden Signale auf Fahrt stellen. Auf dem Foto sieht man auch den Felderblock von und nach Süderbrarup, während der Streckenblock von und
nach Eckernförde rechts oben im Hebelwerksaufbau eingebaut ist. Etwas merkwürdig ist, dass sowohl von und nach Süderbrarup und von und nach Eckernförde ein Erlaubnisfeld
eingebaut ist. Eigentlich sollte die Erlaubnis doch direkt zwischen Süderbrarup und Eckernförde hin und hergegeben werden. Aber vielleicht kann ja jemand aus dem
Forum etwas mehr zum Streckenblock bei Blockstellen an eingleisigen Strecken sagen.

Einmal jede Stunde wurde die Brücke für ca 10 Minuten hochgeklappt. Dabei mussten natürlich auch die Schranken geschlossen und verschlossen werden. Mit den beiden blauen
Weichenhebeln wurde erst die Brücke entriegelt und dann das Schaltpult für die Brücke freigeben. Die Signale waren dann verschlossen und die Brücke ließ sich
hochklappen.

Soviel zu diesen Stellwerken aus dem hohen Norden. Eine Fortsetzung mit den alten Stellwerken aus Freiburg und Umgebung folgt demnächst in diesem Forum.

Gruß von Kay
Moin,

danke für die ausführliche Dokumentation der Stellwerke meines Heimatbahnhofs! So genau kannte ich die Arbeitsweise der einzelnen Stellwerke nicht. Wieder etwas dazu gelernt!

Kurz vor Inbetriebnahme des neuen Stellwerks in Flensburg-Weiche habe ich im Mai 1995 noch die alten Stellwerke in Flensburg-Weiche fotografiert, u.a. die von Dir gesuchten:

Stellwerk Wa Flensburg-Weiche 4.5.1995
Stellwerk Wa Flensburg-Weiche 4.5.1995 lv.jpg

Stellwerk Wm Flensburg-Weiche 4.5.1995
Stellwerk Wm Flensburg-Weiche 4.5.1995 rv.jpg

Gruß
Detlef



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:10:30:14:18:33.

Re: Alte Stellwerke in Flensburg und die Bk Schleibrücke

geschrieben von: S.B

Datum: 08.10.11 17:40

Hallo,

DANKE erstmal wieder für den hoch interessanten HIFO - Bericht, weiter so !
Zu der Stückstahl der elektromechanischen Stellwerke Bauart AEG. Nach einer Stückzahlliste über die Stellwerksbauarten der Deutschen Reichsbahn nach dem Stand vom Oktober 1942, gab es 132 elektromechanische Stellwerke Bauart AEG. Für die Deutsche Bundesbahn sind Angaben nach dem Stand vom Juni 1959 überliefert von 52 Stück elektromechanischen Stellwerken Bauart AEG.

Gruß S.B

Super-Beitrag! Danke (o.w.T)

geschrieben von: willem

Datum: 08.10.11 17:41

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
http://www.smilies.4-user.de/include/Berufe/smilie_be_051.gif
Hallo Kay,
danke für diesen interessanten Beitrag!
Könnten die 2 Erlaubnisfelder an der Schleibrücke damit zusammenhängen, daß Lindaunis früher ein Bahnhof mit Kreuzungsmöglichkeit war?
Noch eine Bitte: Könntest Du zumindest die Fotos künftig in bildschirmtauglicher Größe zeigen (ca. 1000 Pixel Breite)? Bei den Plänen sind die Details wichtiger, da stört das Scrollen weniger.
Viele Grüße
Stefan

https://abload.de/img/db-251902-4003812-titu8k49.jpg

Servus,

eine kleine Rückfrage zu deinem Beitrag: du schreibst bei der Beschreibung des Stellwerks "Fp", dass das E43-Hebelwerk für die Weichen im Bw zuständig war. Gehe ich dann recht in der Annahme, dass das auf deinem Plan noch vorhandene Stellwerk "Fa" durch dieses Hebelwerk ersetzt wurde?

ayshanancy schrieb:
-------------------------------------------------------
> Fo und Fw stammen aus dem Jahr 1926 und dürften
> die letzten AEG-Stellwerke im Bereich der alten DB
> gewesen sein. Besonders zahlreich war diese Bauart
> sowieso
> nicht vertreten, in der Literatur wird für 1970
> für den Bereich der ehemaligen DB ein Bestand von
> 18 Stellwerken dieser Bauart angegeben. Frage ans
> Forum:
> Wo standen weiter Stellwerke dieser Bauart?
> Fo und Fw wurden jdenfalls 1995 außer Betrieb
> genommen und durch das EStw Ff in Flensburg-Weiche
> ersetzt.

Eine größere Ansammlung elektromechanischer AEG-Stellwerke wurde während bzw. kurz nach dem 1. Weltkrieg im Bereich Frankfurt/Oder errichtet. Hier standen insgesamt elf Stellwerke, die zwischen 1945 und 1990 ersetzt wurden. Im Westen Deutschlands sind AEG-Stellwerke ansonsten nur noch aus Nordrhein-Westfalen bekannt, drei Stellwerke im Bahnhof Wuppertal-Oberbarmen waren bis 1978 mit dieser Bauform ausgerüstet, dazu kommt ein Stellwerk einer Werksbahn in Oberhausen. In Österreich entstanden ebenfalls einige Anlagen, z.B. in Wien West (Stellwerk 2, 1925-1977) sowie auf verschiedenen Bahnhöfen der Arlbergbahn. Im heutigen Polen gibt es noch zwei Bahnhöfe, die zu Zeiten der DRG mit AEG-Stellwerken versehen wurden: in Gorzow Wlkp (Landsberg/Warthe) gibt es noch 5 Stellwerke, in Lezno (Lissa) deren 3.

Zur Größe der Aufnahmen: ich empfinde die Größe in Ordnung, mit einem Wunsch nach noch höherer Auflösung würde ich mir vermutlich wenig Freunde machen ;)

P.S.: Wie schon die vorherigen Teile deiner Serie über Stellwerke in Deutschland, so auch hier: ganz große Klasse.

Viele Grüße, Christian
http://www.christianmuc.de/foren/mh-tafel-k.jpg
Mehr oder minder aktuelle Bilder gibt es auf flickr: Fotos | Alben




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:10:08:19:54:30.
Servus Kay!

Danke für den überaus interessanten Stellwerksbericht!


Im vierten Bild ist am Blockkasten ein Schlüssel mit dem Schild "As" zu sehen. Was hatte der Schlüssel für eine Bedeutung?

Schönen Gruß
Gabriel

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.
As ist der Anschluss(stellen)schlüssel - er wird über das rechts oberhalb vorhandene Anschlussfreigabefeld (Afr) freigegeben bzw. gesperrt.

Viele Grüße, Christian
http://www.christianmuc.de/foren/mh-tafel-k.jpg
Mehr oder minder aktuelle Bilder gibt es auf flickr: Fotos | Alben

Danke, Christian für die Antwort! (o.w.T)

geschrieben von: JimKnopff

Datum: 09.10.11 00:49

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.
Hallo Christian,
ich denke, dass du mit deiner Vermutung recht hast. Der Plan wurde 1966 aufgestellt, ich habe ihn 1993 fotografiert. In der Zeit wird die Bedienung des Bw auf Fo umgeschaltet worden sein. Der Betrieb im alten Bw wurde ja auch im Laufe der Jahre nicht mehr ...

Gruß von Kay
Hallo,

ayshanancy schrieb:
-------------------------------------------------------

> Einen Streckenblock für die Strecke von und nach Husby kann ich aber
> nirgends entdecken. Die Strecke war so häufig frequentiert,
> dass dort eigentlich auch ein Streckenblock hätte
> eingebaut sein müssen.

Dann war vllt. tatsächlich keiner vorhanden (?) Würde evtl. auch erklären, warum die Strecke als Nebenbahn geführt blieb (zumindest im Bundesbahngebiet wäre das eine mögliche Erklärung).



> Etwas ungewöhnlich war die Signalisierung: Von Dänemark kommend zweigte man am Friedensweg auf
> Signal Hp1 in Richtung Flensburg ab, auf Signal Hp2 fuhr man
> geradeaus nach Flensburg-Weiche.

Laut meiner Karte war die Strecke nach Flensburg-Weiche zweigleisig, daher kann ich hier nicht ganz folgen. Wäre es ein Fehler in meiner Karte und Friedensweg - Flensbg.-Weiche eingleisig, hätte ich vermutet, daß dann das mittlere Gleis eines der äußeren Gleise unterquert und nach Flensburg-Weiche führt. (?)



> Kündigte sich ein Zug an, so schlossen Fdl und
> Wärter beide ihre Schranken und verschloßen sie.
> Für die Schranke des Wärters war dafür das
> Blockfeld "Schranke Wb" da.

Wurde das nur für Zugfahrten geblockt, oder auch, wenn die Brücke geöffnet wurde ? (Daß die Schranke "Wb" bei der Brückenöffnung auch zu sein muß, ist mir klar, ich meine hier die Meldungsart, Block oder fernmündlich.)


> Erst dann ließ sich eines der beiden Signale auf Fahrt stellen.

Ein Schloß am Blockaufsatz kann ich nicht ausmachen, demnach wohl über elektrische Kontakte abhängig und das Blockfeld vmtl. dann stromlos, solange ein Signal auf Fahrt stand ?



> während der Streckenblock von und nach Eckernförde rechts oben im Hebelwerksaufbau
> eingebaut ist.

Die gelben Meldelampen etwa (oder soll das ein eigenartiges rot sein ?) ?


>Etwas merkwürdig ist, dass sowohl von und nach Süderbrarup und von und nach
> Eckernförde ein Erlaubnisfeld eingebaut ist. Eigentlich sollte die Erlaubnis
> doch direkt zwischen Süderbrarup und Eckernförde hin und hergegeben werden.

Finde ich auch merkwürdig. Die von Stefan Motz geäußerte Vermutung, daß es mit dem früheren Bahnhofsstatus von Lindaunis zusammenhängt, hatte ich auch erst gedacht. Aber der alte Bahnhof Lindaunis war ja ein Stück weiter Richtung Süderbrarup, weshalb ich da auch im Moment ratlos bin.


. Mit den beiden blauen Weichenhebeln wurde erst die Brücke entriegelt und
> dann das Schaltpult für die Brücke freigeben.

Und der Brückenwärter konnte rechts am Hebelwerk einen Schlüssel entnehmen, mit dem er dann zum Bedienpult der Brücke rüberging ?

Ansonsten vielen Dank für diesen und die vorigen Beiträge, wirklich Spitze!

Da ich mir schon um diese Betriebsstelle hier [www.drehscheibe-foren.de] und hier [www.drehscheibe-foren.de] den Kopf zerbrochen habe, fand ich besonders den Beitrag über die Bk Schleibrücke hochinteressant.


Gruß Reichsbahner1981



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:10:09:21:15:31.

Re: Alte Stellwerke in Flensburg und die Bk Schleibrücke

geschrieben von: BorisM

Datum: 09.10.11 21:56

Reichsbahner1981 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Wurde das nur für Zugfahrten geblockt, oder auch,
> wenn die Brücke geöffnet wurde ? (Daß die Schranke
> "Wb" bei der Brückenöffnung auch zu sein muß, ist
> mir klar, ich meine hier die Meldungsart, Block
> oder fernmündlich.)

Eine der beiden Weichenhebel für die Brückenriegel hat - wie man auch auf dem Foto erkennen kann - eine blaue Nadel zur Anzeige der Gleisfreimeldung. Heute ist die Schrankenanlage zur "Gleisfreimeldung" dieses Hebels abhängig gemacht, ich denke deswegen dass das damals auch schon der Fall war.

> Und der Brückenwärter konnte rechts am Hebelwerk
> einen Schlüssel entnehmen, mit dem er dann zum
> Bedienpult der Brücke rüberging ?

Nein. Die Brücke ist über mehrere Weichenantriebe verriegelt, die von den beiden Weichenhebeln bedient werden und so abhängig zum Stellwerk gemacht sind. Ob die Brückensteuerung die Lage der Riegel überwacht weiß ich nicht, eine Schlüsselabhängigkeit besteht jedenfalls nicht.

Der Schlüssel ist ein Hilfsschlüssel. Mit diesem Hilfsschlüssel lässt sich die Brücke draußen von Hand bedienen, wenn der elektrische Antrieb ausgefallen ist. Dazu gibt es an der Brücke eine Folgeabhängigkeit über eine ganze Reihe von Handentriegelungen und Handbedieneinrichtungen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:10:09:22:01:44.
Danke für die Antwort.

BorisM schrieb:
-------------------------------------------------------

> Eine der beiden Weichenhebel für die Brückenriegel hat - wie man auch auf dem Foto erkennen kann -
> eine blaue Nadel zur Anzeige der Gleisfreimeldung.

Also ist die Sicherheit nicht nur über die Signalzugschlußstelle, sondern zusätzlich noch durch Gleisfreimeldung der Brücke gewährleistet. Da nur ein Hebel diese Anzeige hat: Gehe ich recht in der Annahme, daß technisch erzwungen war, daß dieser Hebel zuerst bedient wurde (Folgeabhängigkeit) ?


> Heute ist die Schrankenanlage zur "Gleisfreimeldung" dieses Hebels abhängig gemacht,

Du meinst, zusätzlich auch die Schrankenanlage ?

> ich denke deswegen dass das damals auch schon der Fall war.

Muß ich leider passen.

Re: Alte Stellwerke in Flensburg und die Bk Schleibrücke

geschrieben von: BorisM

Datum: 10.10.11 00:24

Reichsbahner1981 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Also ist die Sicherheit nicht nur über die
> Signalzugschlußstelle, sondern zusätzlich noch
> durch Gleisfreimeldung der Brücke gewährleistet.
Ähm nein, da hast Du mich falsch verstanden, Gleisfreimeldung existiert nicht. Aus Sicht des E-Mechs ist aber die Schrankenanlage eine Gleisfreimeldung - wenn die Schranken geschlossen und festgelegt sind, dann ist die "Weiche" "freigemeldet". Der Brückenriegel ist ja aus Sicht des Stellwerks eine Weiche, und die Schrankenanlage ist aus Sicht des Stellwerks die Gleisfreimeldeanlage des Weiche. Schranken zur Bedienung freigegeben entspricht Weiche besetzt, Schranken festgelegt entspricht Weiche frei. Nur wenn die Schranken festgelegt sind ist die Weiche aus Sicht des E-Mechs frei und erst dann kann der Hebel bewegt werden, der die Brückenriegel entfernt.

> Da nur ein Hebel diese Anzeige hat: Gehe ich recht
> in der Annahme, daß technisch erzwungen war, daß
> dieser Hebel zuerst bedient wurde
> (Folgeabhängigkeit) ?

Das weiß ich nicht, wäre aber naheliegend.
Hallo,

noch ein paar Anworten und Ergänzungen:

Zur Signalisierung am Friedenswerg: auf dem Foto von den Bahnanlagen sind die beiden Gleise von und nach Flensburg-Weiche links, rechts das eine Gleis von und nach Flensburg. Von Dänemark kommend fährt man geradeaus nach Flensburg-Weiche, dabei wird Hp2 signalisiert. Auf Hp1 zweigt man ab nach Flensburg.

Hier noch ein Foto vom Hebelwerksaufbau mit dem Streckenblock von und nach Eckernförde:

http://file1.npage.de/008885/90/bilder/94090328x.jpg

Der Fdl verschloß übrigens seine Schranke mit einem Schlüssel, mit dem er dann den Schlüsselschalter links oben am Hebelwerk aufschließen konnte. Zusammen mit dem Blockfeld "Schranke Wb" wurden so die Signale freigegeben und anscheinend auch der Brückenriegel.

Gruß von Kay

Danke für die klärende Antwort (o.w.T)

geschrieben von: Reichsbahner1981

Datum: 11.10.11 11:29

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Hallo Kay,

danke für die Ergänzungen und den Streckenblockscan.

Wenn Schnellfahrweichen mit größerem Radius Hp 1 abzweigend nach Flensburg zugelassen haben, frage ich mich nur, warum geradeaus (allerdings nur in der Fahrtrichtung nach Flensbg.-Weiche) dies dann nicht auch möglich war.
Möglicherweise war das Gleis nach Fl.-Weiche nur als Güterzuggleis eingestuft und man wollte mit Hp 2 den bei höherer Geschwindigkeit erforderlichen schriftl. Befehl "Reisezüge über Güterzuggleise" vermeiden. Vielleicht hatte es auch seinen Grund z.B. im nachfolgenden Hauptsignal (Bremswegabstand, D-weg dort).

Gruß Reichsbahner1981

vielleicht,möglicherweise..

geschrieben von: willem

Datum: 11.10.11 12:11

Wenn man aus Richtung Dänemark über Friedensweg nach Weiche fährt,kommt 300 m hinter dem Signal Friedensweg eine scharfe Kurve,die nur mit 60 km/h zu befahren ist.
Man hat sich vielleicht,möglicherweise die doppelsignalisierung gespart und gleich ab Signal nur 60 km/h zugelassen.


gruß
willem

http://www.smilies.4-user.de/include/Berufe/smilie_be_051.gif
Hallo Kay
auch wenn Dein Beitrag schon etwas älter ist, trotzdem heute noch zwei Antworten zu den Fragen die gestellt wurden. Das Stellwerk Fo hatte zu dem Zeitpunkt Deiner Aufnahme als Blockbauform nach Husby Trägerfrequenzblock 71 mit einem seperaten Bedienpult auf dem Schreibtisch des Fdl.
Der Schüssel AS diente der Bedienung der Awast von NordSchrott kurz hinter dem Bahnhof auf dem Gleis in Richtung Friedensweg. Wurde der Schlüssel für eine Bedienung entnommen war eine Blockbedieniung nach Friedensweg nicht mehr möglich, die Erlaubniss mußte in Flensburg sein.

Das Stellwerk Fo konnte man übrigens kurzlich ersteigern, habe aber nichts gehöhrt ob es einen Käufer gab.

Und eine Ergänzung zu Lindaunis, dort gab es nach Eckernförde Tf59 und nach Süderbrarup Felderblock, das es keinen durchgehenden Böock von Eckernförde nach Süderbraup gab dürfte auch an den 21km Entfernung gelegen haben, das hätte man mit dem alten Tf59 nicht hinbekommen.
Gruß Jens



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:10:29:19:22:24.
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