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? zu KEL 3

geschrieben von: Tobias M

Datum: 26.01.11 22:33

Hallo,

letztens bin ich über eine KEL 3 = Kriegsellok 3 gestolpert. Angeblich ist diese gebaut worden, ich kann aber weder bei DSO noch sonst im Web irgendwo etwas zu dem Thema finden. Zur Erinnerung: Kriegselloks waren Elektrolokomotiven, die man im selbsternannten 3. Reich als kriegswichtig ansah. Im Gegensatz zu Kriegs-Dampfloks waren sie kaum entfeinert, sondern wurden nur teilweise mit Heimstoffen gebaut.
KEL 1 = E 44
KEL 2 = E 94
KEL 3 soll eine Bo'Bo'Bo' Lokomotive für Bergbauzwecke gewesen sein, ob normalspurig oder auf schmaler Spur ergibt sich aus dem Wikipedia-Artikel zum Thema Kriegsloks nicht.
Die weiter genannten KEL 4 bis 6 sind schmalspurig.

Über Kriegsdampflokomotiven wird eine ganze Menge geschrieben, Bauformen mit Kondenstendern oder die ominöse Br 53, aber über die Kriegselloks findet man fast nichts.

Kamm mir jemand zur KEL 3 helfen? Vielleicht eine Zeichnung, Foto, technische Daten?

schöne Grüße

Tobias

Auch für die Diskussion in DSO gilt: Man muss nicht auf jeden vorbeifahrenden Jauchewagen aufspringen und das Ventil öffnen.

Re: Angeblich ist das passende Wort......-)

geschrieben von: SchrankenThomas

Datum: 26.01.11 22:58

Hallo,


Angeblich ist das passende Wort......-)


KEL ist mal wieder typischer Wiki-Schrott...........

Wenn man von Kriegslokomotiven sprechen will, dann nur von den Dampflokomotiven der Baureihen:
-44
-50
-52
-86


die aufgrund des hohen Bedarfes an Güterzuglokomotiven in einer vereinfachten Version gebaut wurden.
Die Offizielle Bezeichnung für diese Baureihen lautete : Übergangs-Kriegslokomotive.

Ansonsten wurde,sofern die Lokomotivfabriken dafür noch Rohmaterial erhielten,ganz normal gebaut.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:01:26:23:00:51.

Re: Angeblich ist das passende Wort......-)

geschrieben von: maschinist

Datum: 27.01.11 10:47

Mahlzeit!

es gab weit mehr Kriegslokomotiven, als nur die 4 aufgezählten Baureihen.
Für die Wehrmacht wurden beispielsweise Feldbahnloks unterschiedlichster Leistung beschafft,
die als KDL 11-13 bezeichnet wurden, dazu Motorloks (KML3-8)...
Der Kriegstypenkatalok beinhaltete im Großen und Ganzen, was unter den Bedingungen des Krieges
gebaut werden sollte: Für Reichsbahn, Wehrmacht, Industrie.

Gruß Sven

Re: ? zu KEL 3

geschrieben von: Wolfram D.

Datum: 27.01.11 11:20

Hallo,

die KEL 3 ist für Normalspur gebaut worden, Dienstmasse 150 t, Lieferanten waren AEG und SSW/(Mechanteil ?).
Die richtige Achsfolge ist Bo+Bo+Bo, es waren dreiteilige Lok ohne durchgehenden Lokkasten.
Einige haben bis 1990 überlebt, zivile Typenbezeichnung EL1.
In der CSR sind später ähnliche Lok gebaut und bis nach China exportiert worden.


Gruß
Wolfram



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:01:27:11:21:08.

Die Bezeichnung KEL ist kein Wiki-Schrott!

geschrieben von: Hubert G. Königer

Datum: 27.01.11 13:34

Hallöle,

ich zitiere hier nur Eine von vielen Quellen: A. B. Gottwaldt, Deutsche Kriegslokomotiven 1939-1945. Transpress, Stuttgart: 1998, Seiten 32 und Folgende:

KDL = Kriegs-Dampflokomotive,
KFL = Kriegs-feuerlose Dampflokomotive,
KML = Kriegs-Motorlokomotive,
KEL = Kriegs-Elektrolokomotive,
KDrL = Kriegs-Druckluftlokomotive,
ÜK = Übergangskriegslokomotive (nur entfeinerte Lok der Baureihen 44 und 50).

Viele Grüsse,
Hubert

Re: Angeblich ist das passende Wort......-)

geschrieben von: REIMAR

Datum: 27.01.11 16:05

Hallo,

Das Kriegslokprogramm umfasste alle Loktypen, die als kriegswichtig angesehen wurden. Es umfasste die Kriegsdampflokomotiven KDL 1 - 13, die Kriegsmotorlokomotiven KML 1 - 7, die Kriegselektrolokomotiven KEL 1 - 9 und die Kriegsdruckluftlokomotiven 1 und 2. Zu den uns Eisenbahnfreunden bekanntesten Baureihen zählen sicherlich die BR 52 (KDL 1), Die BR 42 (KDL 3), oder auch die spätere V 36 (KML 1). KEL 1, E94 und KEL 2, E44 gehörten auch zu diesem Programm und sind in diesem Sinne Kriegslokomotiven. Einige Typen wurden auch nur zur Produktion im Ausland vorgesehen, nicht alle Typen sind verwirklicht worden. Als Quelle beziehe ich mich auf Alfred B. Gottwaldt, Deutsche Kriegslokomotiven 1939 - 1945, Seite 32 ff., die ich für seriös halte.

Gruß

Reinhold
Vielleicht hilft auch eine Primärquelle aus dem Jahr 1945 bei der Überzeugungsarbeit; in der folgenden Liste sind alle KEL mit den zugehörigen technischen Daten und der Erstlieferung vermerkt. Hoffe, man kann das meiste lesen, die vorliegende Kopie gibt leider (trotz Bearbeitung) nicht mehr her:

http://img692.imageshack.us/img692/7826/ausrstungen1942red.jpg


Viele Grüße
Wolfgang

Re: nochmal Anmerkungen dazu......

geschrieben von: SchrankenThomas

Datum: 27.01.11 20:52

Hallo,


noch einmal ein paar Anmerkungen dazu......

Kriegslok ist kein Begriff der Deutschen Reichsbahn bis 1945.....

Auf Firmenprospekten aus den Jahren 1943 bis 1945 wird zum B. bei
- Krauss-Maffei
- Maschinenfabrik Esslingen
mit der
1 E Heißdampf-Güterzuglokomotive Baureihe 50 ÜK

geworben.....schließlich wollte man ja nicht permanent im Krieg sein....

Nachdem der GröFaZ den Betriebsausflug ein bißchen zu sehr ausgeweitet hatte,sah man sich mit der riesigen Ausdehnung gerade das Ostraumes vor ungeahnten Transportproblemen.
Daher wurde im Jahre 1942 der Hauptausschuß Schienenfahrzeuge gebildet,in dem sämtliche deutschen und die in den besetzten Gebieten vorhanden Lokomotivfabriken zwangsweise Mitglied waren.

Sinn und Zweck dieses Ausschusses war es,möglichst schnell für die Versorgung des Reiches und der besetzten Gebiete zusätzliche Güterzugdampflokomotiven zu beschaffen.
Um zu schnellen Resultaten zu kommen,wurde die bereits vor dem Kriege entwickelte Baureihe 50
vereinfacht und in ihren verschiedenen Varianten dann in Masse gebaut.


zu Wehrmachts-Lokomotiven

Im Gegensatz zu heute waren bei der deutschen Wehrmacht Eisenbahn-Pioniertruppen vorhanden,die über eigene Fahrzeuge verfügten und das auch schon seit Kaiser`s Zeiten.

Dazu kamen dann noch speziell die dür den normalen Betrieb von Heer,Luftwaffe und Marine angeschafften Diesel-Lokomotiven.Diese wurden aber schon vor dem Beginn des 2. Wk entwickelt und können wohl kaum als
Kriegsloks bezeichnet werden......

Re: ? zu KEL 3

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 27.01.11 22:33

Hab Dir eine E-mail geschickt.

Willi Ess - Der Lemgoer

Re: ? zu KEL 3

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 27.01.11 23:20

Bevor die Diskussion komplett in Antworten versandet, nach denen niemand gefragt hat, möchte ich Tobias und dem Rest der Interessierten die restlichen gewünschten Info zur KEL 3 zur Verfügung stellen:

http://img545.imageshack.us/img545/5581/360010riebeckschemontan.jpg

http://img220.imageshack.us/img220/5692/360010ottoscharfgrubeb4.jpg

Die Zeichnung gibt den Entwurfsstand wieder, die endgültige Ausführung zeigt die auf einen Bereich konzentrierte Anordnung der Stromabnehmer für Strecken- und Baggerfahrt.

Die von SSW gelieferten KEL 3 wurden im Mechanteil von Henschel gefertigt; die Fabriknummern waren
SSW 3600-10 und Henschel 24405-15,
SSW 3660-67 und Henschel 25450-56,
SSW 4022-28 und Henschel 26754-58 und 27107-08,
SSW 4400-11 und Henschel 25904-15,
SSW 4617-20 und Henschel ?
SSW 4696-99 und Henschel ?.
Die letzten beiden Gruppen waren bestellt und sind stückzahlmäßig auch in der Tabelle enthalten, ob sie tatsächlich gefertigt wurden, ist unklar.

Nach 1945 waren nur noch acht der Loks in Deuben anzutreffen, der Rest war Richtung Osten abtransportiert worden.

Gruß
Wolfgang

Re: ? zu KEL 3

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 27.01.11 23:46

Da es doch noch früh am Tag ist ...

hier auch noch die AEG-Lieferungen zur KEL 3:

http://img26.imageshack.us/img26/3570/aeggrubeottoscharfph.jpg

Gebaut wurden:

AEG 5197-5205,
AEG 5508-5513,
AEG 5607-5623,
AEG 5637-5639,
AEG 5764-5766 und
AEG 5929-5933 (die letzten beiden wurden erst nach 1945 geliefert).

Gruß
Wolfgang

Re: ? zu KEL 3

geschrieben von: Foo'bar

Datum: 27.01.11 23:47

Danke Wolfgang!

Gruß Peter

http://www.mexxoft.com/Signaturen/Sig_Fooblog_08.jpg

Re: ? zu KEL 3

geschrieben von: martin welzel

Datum: 28.01.11 06:37

Moin Wolfgang,

die Siemens-Lok kam mit zwei Schleifstücken je Strombnehme aus, die AEG brauchte deren vier.
Außerdem sind auch noch die Fahrwerke unterschiedlich. Während die Siemens-Lok ihre Achsfederung mittels Blattfedern bewerkstelligte, hatte AEG Blatt- und Schraubenfedern spendiert und sogar die doppelte Anzahl an Sandkästen. Interessant!

Danke fürs Zeigen,

Martin

Re: ? zu KEL 3

geschrieben von: Tobias M

Datum: 28.01.11 20:04

Hallo,

vielen Dank an Wolfgang und Wolfram.

schöne Grüße

Tobias