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 04 - Historisches Forum 

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Flankenfahrt in Düren am 18.08.90 (15 B.)

geschrieben von: Nobbi

Datum: 19.08.10 00:06

Der Originalinhalt dieses Beitrags ist jetzt hier (Beitrag 04-1239) zu sehen.





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.06.26 19:01.

Re: Flankenfahrt in Düren am 18.08.90 (12 B.)

geschrieben von: Plumps

Datum: 19.08.10 00:14

Hallo Nobbi,

das ? zu dem Bild 7 kannst du weglassen, das ist das Trafoschild.

>Auf dem Trafoschild (?) steht "AEG":<

Grüße

Re: Flankenfahrt in Düren am 18.08.90 (12 B.)

geschrieben von: S&B

Datum: 19.08.10 10:19

Hallo Nobbi,
danke für die Bilder "bei Tageslicht".
Als die Flankenfahrt geschah, war es nämlich noch dunkel. Meine Frau und ich saßen in dem N 8001, um nach Mecklenburg Vorpommern zu gelangen- nach Umsteigen natürlich ;-). Dort führte der Eisenbahnamateurclub Jülich eine Rundfahrt mit derern VT 95 durch, die wir gebucht hatten. Als Eisenbahnfreund hatte ich im ersten Wagen das alles am geöffneten Fenster genau mitbeobachen können: Die zweifelnde junge Zub, ob sie nicht zu früh "jeflööt" hatte, die Fahrweise des schlafmützigen Lokführers, der gegen HP00 beschleunigte, die Zwangsbremsung und das gewaltige Funkensprühen wie von einem überdimensionalen Trennschleifer.
Eines ist mir klar: Wenn die Indusi nicht gewesen wäre, hätte uns der Güterzug in Höhe der Wagen erwischt. Das hätten wir wohl kaum überlebt.
Grüße
Ulrich

Re: Flankenfahrt in Düren am 18.08.90 (12 B.)

geschrieben von: roland keller

Datum: 19.08.10 10:40

Hallo Nobbi,

vielen Dank für diese Fotoserie zu einem Eisenbahnunfall, der auch mir nahe gegangen ist. Ich war zwar nicht unmittelbar beim Geschehen dabei. Aber wer jeden Werktag am Unglücksort vorbeikommt, empfindet doch gewisse Beklemmungen bei solchen Ereignissen. So plötzlich kann alles anders sein....

Ich denke, man muss es nicht als "Sensationsgeilheit" betrachten, wenn man auch solche schwarzen Tage der Bahn dokumentiert. Wer den Eisenbahnbetrieb seiner Region zu dokumentieren versucht, kann an solchen Geschehnissen nicht vorbeigehen. Selbst wenn man bestrebt ist, einen sicheren Bahnbetrieb zu gestalten, muss man zugestehen, dass es aus welchen Gründen auch immer zu Unfällen kommen kann. Und so wie es gute Nachrichten gibt, die es festzuhalten gilt, gibt es eben leider auch schlechte Nachrichten. Aus dieser Sicht danke ich Dir, dass Du den Unfall und die Aufräumarbeiten dokumentiert hast und Deine Bilder zeigst.

Nebenbei zeigen Deine Fotos auch sehr eindrucksvoll die Veränderungen, die der Dürener Hauptbahnhof mittlerweile erfahren hat.

Mit vielen Grüßen

Roland

[www.eisenbahn-stolberg.de]

http://img116.imageshack.us/img116/6122/signkleincr5.jpg http://img178.imageshack.us/img178/2033/logo2kleinve1.jpg http://img253.imageshack.us/img253/2018/dlalogo3kleinrn6.jpg

Bahnbetriebswerk Stolberg --- vergangen, aber nicht vergessen....

Wieder eine Wissenslücke geschlossen

geschrieben von: Palatino

Datum: 19.08.10 12:34

Hallo Nobbi,

durch den Unfall in Düren war ich persönlich direkt betroffen, denn der Unfall war die Ursache für eine meiner stressigsten Eisenbahnfahrten überhaupt.

Ich saß nämlich an jenem 18.08.1990 in einem D Dreihundertsoundsoviel, mit dem ich von Köln Hbf nach Oostende und dan weiter über London zur Severn Valley Railway fahren wollte, wo ich meine damals alljährliche Arbeitswoche ableisten wollte. Von meinem Platz im letzten Wagen sah ich, dass kurz vor der Ausfahrt aus dem Kölner Hbf die Ausfahrt zurückgenommen wurde. Es gab dann eine Durchsage, am Bahnsteig, dass sich die Abfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern würde. Nach etwa 25 Minuten fuhr mein Zug dann ab, wobei der Zf gleichzeitig im Zug durchsagte, dass die Fahrt wegen einer Betriebsstörung in Düren heute über Mönchengladbach gehen würde.

In Mönchengladbach setzte die 110 ans andere Zugende und wurde unmittelbar vor bei meinem Abteil angekuppelt. Beim Einschalten des Hauptschalters gab es dann einen lauten Knall und der Bügel wurde abgesenkt. Am Stecker für die Zugsammelschiene hatte es einen Kurzschluss gegeben, der wohl auch im Innern der Lok einiges durcheinander gebracht hatte, denn sie war nicht mehr fahrtüchtig. Eine Köf III zog sie von dem Zug ab, und der Lokführer ging wenig später zu einer auf einem Nachbargleis abgestellten 140 und rüstete sie auf. Bis sie am Zug hing und dieser endlich abfuhr verging endlos erscheinende Zeit. Mit der 140 sind wir dann in Richtung Aachen gezockelt, wobei wir in Aachen-West wieder ewig standen und auf die Einfahrt in den Hbf warten mussten.

In Aachen Hbf kann man bekanntlich aus dem Gleis, aus dem man von Mönchengladbach her einfährt, nicht in Richtung Belgien ausfahren. Also hängte die 140 ab, und eine 290 setzte sich an ihre Stelle. Mit der 290 wurde unser Zug endlos weit (gefühlt bis fast Rothe Erde) geschleppt und dann auf eines der hinteren Gleise rangiert, wo bereits die belgische Ellok wartete.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fahrt schon fast 3 Stunden Verspätung. Ich sollte in London Victoria von einem Freund abgeholt werden, der mich nach Bridgnorth mit dem Auto mitnehmen wollte. So machte ich mir Sorgen, ob er wohl von der Verspätung erfahren würde - zur Erinnerung, Mobiltelefone waren damals noch nicht alltäglich. Laut Auskunft des Zf gab es in Aachen Hbf Telefone nur in der Eingangshalle, das Risiko, dorthin zu rennen und dabei meinen Zug zu verpassen, war mir zu groß.

Während der anschließenden Fahrt durch Belgien holte der Zug nur ein paar Minuten der Verspätungauf. Kurz vor Brugge gab es eine Durchsage des belgischen Zf, natürlich auf Flämisch, was ich nicht verstand. Nach dem Anhalten in Brugge stürmte dieser dann durch die Wagen und warf mich zusammen mit anderen Fahrgästen, die seine Durchsage auch nicht verstanden hatten, aus dem Zug. Beim Aussteigen erkannten wir alle den Grund: Unser Zug wendete in Brugge statt in Oostende.

Das Reststück bis Oostende musste dann in einem überfüllten Nahverkehrstriebwagen zurückgelegt werden, so dass die Verspätung in Oostende schließlich rund 3 1/2 Stunden betrug. Zum Glück hatte das Jetfoil, das ich zur Kanalüberquerung nutzen wollte gewartet. Nein, nicht das Schiff, mit dem ich planmäßig fahren sollte, sondern das, welches laut Fahrplan 3 Stunden nach meinem ablegen sollte. Und zum Glück stand in Dover ein Extrazug bereit, der in Richtung London abfuhr, unmittelbar nachdem die letzten Reisenden aus dem Jetfoil im Zug waren. In London kam ich dann 2 3/4 Stunden nach Plan an und musste feststellen, dass mein Freund offenbar nicht gewartet hatte. Wieso auch, denn die Nachricht über die Verspätung hatte sich nicht bis nach England herumgesprochen.

Zum Glück wohnte seinerzeit noch ein anderer meiner englischen Freunde in unmittelbarer Nähe der Museumsbahn, die ja mein Reiseziel war. Diesen konnte ich zu Hause von der nächetsn Telefonzelle aus erreichen, und er erklärte sich spontan zur Rettung der Situation bereit. Nach der Unterquerung Londons per U-Bahn nahm ich dann einen Zug nach Birmingham New Street mit gutem Anschluss nach Droitwich. Dort wurde ich abgeholt und mit dem Auto nach Bridgnorth gebracht. Ich erinnere mich noch gut, dass wir den Pub im Bahnhof etwa 5 Minuten vor dem Ruf des Wirts "Last orders please" betraten, so gab es noch ein frisch gezapftes Bitter. Und ich feierte auch mit meinem Londoner Freund ein frohes Widersehen, der in Unkenntnis der Verspätung natürlich nicht gewartet hatte.

Vielleicht gerade angesichts der abenteuerlichen Anreise wurde dieser Aufenthalt bei der Severn Valley Railway zu einem der schönsten, die ich dort verbringen durfte.

Und dank dem HiFo und Nobbis Bildern habe ich auch jetzt ein paar Details über die Ursache meiner ungewöhnlichen Bahnreise erfahren.

Vielen Dank dafür.

Grüße aus der Pfalz
Hubert

Re: Flankenfahrt in Düren am 18.08.90 (12 B.)

geschrieben von: 01 1066

Datum: 19.08.10 13:45

Waren denn die Lokkästen der BR 110 so viel stabiler als heute die ICE? Nach dem Unfall bei Lambrecht (Pfalz) sah der nämlich so aus:

[p4.focus.de]

Zum vollständigen Artikel: [www.focus.de]

Zum Vergleich nochmal nobbis Foto der 110 273:

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/32/2801532/3937643938633264.jpg

Der Vergleich mit dem zwar verkratzten und eingebeulten Kosten der 110 läßt darauf schließen, daß die Außenwand deutlich stabiler war als die des ICE 3. Welche Materialien sind denn bei letzterem verbaut (nach dem Foto könnte man auf reine Kunststoffbauweise schließen...)

Re: Flankenfahrt in Düren am 18.08.90 (12 B.)

geschrieben von: MSS

Datum: 19.08.10 16:55

Die schäden kommt sehr auf der gewicht beider fahrzeuge an.
Der einheitslok hatte ein unfall mit zweiachsigen güterwagen, die sie hauptsächlich aus der gleis gewerft haben. Wäre es aber ein anderen lok, reisezugwagen oder grösseren güterwagen, wurde der lok auch schwerer "verletzt" sein...

MFG Morten aus Dänemark

Meine eisenbahnfotos: [mortenschmidt.piwigo.com]
http://mortenschmidt.piwigo.com/uploads/7/o/d/7odqzpartj//2017/05/29/20170529221833-f5aca47d.jpg

Re: Wieder eine Wissenslücke geschlossen

geschrieben von: HFy

Datum: 27.11.24 22:03

Man kann schon in Aachen Hbf von Mönchengladbach in die Gleise 6 und 7 einfahren und von dort nach Belgien ausfahren. Ob das allerdings 1990 schon möglich war, kann ich nicht sagen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:11:27:22:05:27.

Re: Wieder eine Wissenslücke geschlossen

geschrieben von: S&B

Datum: 28.11.24 11:18

Hallo Herbert,
es gab die Fahrstraßen G1 bis G6. Wobei G das ESig von West war.
Gruß, Ulrich
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