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 04 - Historisches Forum 

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Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Hallo,

in der Kursbuchtabelle 316b des Winterfahrplans 1948/49 bin ich auf einen (wohl rechtsrheinischen) "Posten 30" gestoßen, bei dem die Züge nach und von Lampertheim/Weinheim begannen und endeten. Die Nazis hatten bei ihrem Rückzug am 20.3.1945 sowohl die Nibelungenbrücke als auch die Eisenbahnbrücke bei Worms gesprengt. Es gab dann in der Nähe der Eisenbahnbrücke eine Behelfsbrücke, die Eisenbahn- und Autoverkehr aufnehmen mußte. Der Eisenbahnverkehr von und nach Biblis, Bensheim und Lampertheim wurde nur morgens, kurz mittags und dann erst wieder abends zugelassen. Diese Lösung wurde bis 1953 beibehalten, als die neue Nibelungenbrücke dem Autoverkehr übergeben wurde. Die Eisenbahnbrücke wurde 1959 - wenn auch mit anderem Design - wiederhergestellt.

Da mir keine Unterlagen zu selbigem Posten 30 vorliegen, hier die Frage: wo befand sich dieser?


Edit, drei Monate später. Dank User "juschmibib" ist die Frage gelöst. Posten 30 befand sich beim späteren Haltepunkt Rosengarten am Bahnübergang der B47 mit der Lampertheim-Wormser Strecke.

Gruß, Walter

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau-Erfelden, und mehr, auf https://www.walter-kuhl.de/riedbahn/.
Neueste Seite: Die Buschbaums als Maschinenfabrikanten. *** Mein DSO-Inhaltsverzeichnis.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:10:10:01:36:52.
... will ja nicht besserwisserisch sein, aber "die Nazis" haben die Brücke nicht gesprengt. Die hätten sich dabei in die Hose gemacht. Gesprengt wurde und wird immernoch von Pionier-Einheiten.

Herzliche Grüße aus der Bundesstadt Bonn

Wolfgang
Kann es sein das der "Posten 30" die Eisenbahnbrücke zwischen Hofheim und Worms gewesen ist. Die Brücke war doch einige Jahre lang Schienen- und Straßenbrücke. Die Auffahrt für die Autos erkennt man heute noch.
Hallo Walter,

Du gräbst ja immer wieder interessante Sachen aus ...

Vorweg: ich habe keinerlei Unterlagen über besagten Posten 30.
Dennoch kann ich folgende Überlegungen nicht lassen:

- Die Annahme "rechtsrheinisch" sollte auf jeden Fall korrekt sein, denn wenn man es bis Worms Brücke geschafft hätte, dann hätte man die Züge auch gleich zum Hauptbahnhof durchlaufen lassen können.

- Als Gründe dafür, die Züge aus Lampertheim rechtsrheinisch enden zu lassen, kommen m.E. nur in Frage, dass man die Behelfsbrücke nicht zu sehr belasten wollte (baulich und vor allem verkehrlich) oder dass die Gleisverbindung zwischen den Strecken Worms - Hofheim und Worms - Lampertheim noch nicht wieder intakt war. Letzteres erscheint mir aber wenig wahrscheinlich: wenn man eine Behelfbrücke bauen konnte, hätte es sicher auch für eine Weichenverbindung gereicht.

- Verkehrlich machte es Sinn, die Lampertheimer Züge so nahe als möglich an die Behelfsbrücke heranzuführen. Der nächste Punkt wäre der Abzw. Landdamm am östlichen Brückenkopf gewesen, wo sich auch die Straßenauffahrt zur Behelfsbrücke befand. Leider kann ich nur spekulieren, ob die Betriebsstelle Abzw. Landdamm mit dem Po 30 identisch war. In Friedenszeiten hatte der Abzw. jedenfalls keine Schranken zu bedienen (Hochlage der Bahntrasse), sondern war allenfalls in der alten, schon nach dem 2. Weltkrieg längst nicht mehr gebräuchlichen Terminologie ein 'Bahnbewachungsposten'. Nach dem Krieg dürfte von hier aus aber sicher der "lange Bahnübergang Behelfsbrücke" gegen den Straßenverkehr gesichert worden sein, also doch ein Posten im heutigen Sinne.

- Der nächstgelegene 'echte' Posten dürfte der am BÜ mit der Landstraße Rosengarten - Hofheim gewesen sein.

So weit meine Überlegungen dazu.

Grüße
Volker
Hallo,

hqerlen schrieb:
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> ... will ja nicht besserwisserisch sein, aber "die
> Nazis" haben die Brücke nicht gesprengt. Die
> hätten sich dabei in die Hose gemacht. Gesprengt
> wurde und wird immernoch von Pionier-Einheiten.

Das heißt sie wurde nicht aus politischem Fanatismus, sondern aus professioneller Sorgfalt zerstört? Macht das wirklich was besser?
Ich denke, das 'pars pro toto' "die Nazis" ist in diesem Kontext hier durchaus zulässig.

Grüße
Volker
Hallo Pallaswiese,
vielleicht kann diese Bericht im DSO weiterhelfen:

Eisenbahn- und Straßenverkehr auf der Wormser Brücke (m1B&3Scans)
geschrieben von: befehlsturm
Datum: 15.03.08 13:39

Gruß Jürgen

Direktlink

geschrieben von: Volker Blees

Datum: 05.07.10 16:24

[www.drehscheibe-foren.de]

juschmibib schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Pallaswiese,
> vielleicht kann diese Bericht im DSO
> weiterhelfen:
>
> Eisenbahn- und Straßenverkehr auf der Wormser
> Brücke (m1B&3Scans)
> geschrieben von: befehlsturm
> Datum: 15.03.08 13:39

Wie konnte ich diesen Beitrag nur vergessen?
Und ich dachte, ich kenne inzwischen alle relevanten Forumsbeiträge. Danke für den interessanten Hinweis, auch wenn er die ursprüngliche Fragestellung nicht beantworten kann.

Edith meinte, ich habe vergessen zu erwähnen, daß der Übergang über den Rhein auch deswegen ungewöhnlich war, weil hier zwei Besatzungszonen aneinander grenzten. Zu erkennen an dem Symbol mit dem Kreuz im Fahrplan. Hier wurde wohl auch kontrolliert.

Gruß, Walter

Die Riedbahn von Darmstadt nach Goddelau-Erfelden, und mehr, auf https://www.walter-kuhl.de/riedbahn/.
Neueste Seite: Die Buschbaums als Maschinenfabrikanten. *** Mein DSO-Inhaltsverzeichnis.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:05:18:31:13.