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? Frage zu Klein-Lindener Verbindungsbahn (mit 1 Karte)

geschrieben von: Fandorin

Datum: 20.06.10 14:35

Im I. Weltkrieg wurde die aufwendig auf hohen Dämmen verlaufende, zweigleisige sogen. Klein-Lindener Verbindungsbahn von Dutenhofen nach Gießen-Bergwald eröffnet. Sie dient(e) in erster Linie dem Güterverkehr vom Ruhrgebiet nach Süddeutschland und macht(e) das Kopfmachen in Gießen überflüssig. Im Personenverkehr war die Strecke naturgemäß immer nur von geringer Bedeutung; zeitweise verkehrten überhaupt keine Personenzüge. - Auf einem alten Messtischblatt von 1948 habe ich nun ein kurzes, ca. 250 Meter langes Gleis entdeckt, welches an das Streckengleis Bergwald-Dutenhofen beidseitig nördlich angeschlossen war (siehe Kartenausschnitt, nördlich des Sportplatzes!). Für dieses Gleis war der dort sehr hohe Damm extra offenbar nachträglich erweitert worden, wie man im Gelände noch erkennen kann. - Wozu mag dieses Gleis gedient haben? Wäre es denkbar, dass hier früher eine Schiebelok stationiert gewesen war? (Die Steigung in Richtung Gießen-Bergwald ist immerhin beachtlich.) Auf späteren Karten ist dieses Gleis nicht mehr verzeichnet. Weiß jemand etwas darüber?
[img]http://img718.imageshack.us/img718/8941/verbindungsbahn1.jpg
... und so sieht es heute da aus:
[maps.google.de]

Herzliche Grüße aus der Bundesstadt Bonn

Wolfgang
Vielleicht eine Schuttstelle?

Die Eisenbahnen betrieben Deponien für Aushub, Altschotter und anderen Unrat. Dazu wurde früher oft an geeigneter Stelle, wo nicht anderweitig verwertbares Land vorhanden war, ein Gleis abgezweigt und der Dreck abgeladen. Besonders geeignet sind dazu natürlich hohe Bahndämme. Vielleicht ist es Aushub von einer Vergrößerung des Bf Gießen-Bergwald, der liegt ja sehr tief eingeschnitten...

Gruß,
Martin

Re: ? Frage zu Klein-Lindener Verbindungsbahn (mit 1 Karte)

geschrieben von: hab

Datum: 21.06.10 22:11

Hallo,
könnte das als Gleisstück vermutete Kartenelement auch die zeicnerische Darstellung eines "Entwässerungs- und Stützsystems" sein?

Dazu Zitat aus einem Kurzbericht von Dieter Eckert in DGEG-Nachrichten Nr.64/Jan.1985,S.3:
"Das zweite Gleis konnte erst [...] befahren werden, nachdem die Gefahr weiterer Dammrutsche durch den Einbau von sieben Rigolen gebannt war."

Diese Interpretation der Kartendarstellung erscheint mir wahrscheinlicher, als die Vermutung eines Zusatzgleises in der dargestellten Realität - besonders bei Berücksichtigung der schwierigen Damm-Geländeverhältnisse an dieser Stelle.

Gruß
hab