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Bahnhof Kochel am See (11 B)

geschrieben von: Djosh

Datum: 20.08.09 00:57

Hallo zusammen,

nachdem die Technik der Strecke Murnau – Oberammergau ja gerade hoch im Kurs stand, gibt es heute mal was zur anderen elektrischen Zweigstrecke der Karwendel-/Mittenwaldbahn, der Kochelseebahn.

Der Bahnhof Kochel ist der Endpunkt der Strecke Tutzing – Kochel. Eröffnet wurde die Strecke in zwei Abschnitten: Tutzing – Penzberg am 16.10.1865 und Penzberg – Kochel am 23.05.1898. Zeitgleich erreichte von München über Wolfratshausen kommend die Isartalbahn den Bahnhof Bichl.
Mit der Weiterführung der Strecke ab Penzberg Richtung Südosten bekam der alte in West-Ost-Richtung gelegene Bahnhof Penzberg zunächst die Funktion einer Spitzkehre. Mit der Verbindung der beiden Streckenäste wurde schließlich ein Gleisdreieck geschaffen über das die Personenzüge nun in den neuen Personenbahnhof Penzberg fahren konnten. Der alte Bahnhof konnte umfahren werden und wurde somit zum bekannten Güterbahnhof Penzberg. Zunächst noch zur Kohleabfuhr des nahen Bergwerks (-1966), dann noch zur Kohleanlieferung des dortigen Bahnkraftwerks (-1971), danach noch für den Ortsgüterverkehr. Bis Bichl ist die Strecke als Hauptbahn klassifiziert, erst der letzte Abschnitt Bichl – Kochel ist Nebenbahn. Nach der Fertigstellung des Walchenseekraftwerks 1924, das seither Bahnstrom erzeugt, wurde die Strecke 1925 elektrifiziert.

Jetzt erstmal nach Kochel:
Der Bahnhof liegt am nordöstlichen Ufer des Kochelsees.
Für den Bau des Walchenseekraftwerks ab 1918 wurde eine Gleisverbindung vom Einfahrtsbereich des Bahnhofs Kochel bis zum Ablauf der Loisach aus dem Kochelsee gelegt, um schwere Maschinen- und Turbinenteile über den See zur Baustelle des Kraftwerks transportieren zu können. Auf Google Earth ist die Trasse noch auszumachen, dort verläuft heute eine Ortsstraße.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%201.jpg

1.) Gesamtansicht des Bahnhofs Kochel mit kompletten Gleisanlagen und Bockkran. Schon in den 80er Jahren war geplant die Bahnhöfe der Strecke aufs nötigste zurückzubauen, inklusive Rückfallweichen und signalisiertem Zugleitbetrieb. Der Rückbau aber ließ noch einige Jahre auf sich warten, signalisierten Zugleitbetrieb gibt es bis heute nicht.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%202.jpg

2.) Seit den frühen 60er Jahren regeln Lichtsignale der Bauart 1959 den Betrieb. Sie lösten die Bay. Ru-Signale ab. Im EG befindet sich ein elektromechanisches E 43/50-Stellwerk.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/111%20114%20in%20Kochel.jpg

3.) Um die Strecke attraktiver zu machen kommen ab 1983 diverse S-Bahn-111er vom Bw Düsseldorf auf der Strecke zum Einsatz. Zunächst war es 111 115, später auch 111 114 und 111 131. Das brachte die DB nicht davon ab, 1986 das Stillegungsverfahren für den Abschnitt Penzberg – Kochel anzuleiern. Statt der Stillegung wurde dann aber doch der Fahrplan verbessert, so daß man auch heute noch mit der Bahn bis Kochel fahren kann.

111 114 steht im Spätsommer 1987 mit dem N 6680 nach Tutzing zur Abfahrt um 16.45 bereit. Sorry wegen des grausigen Orange-Tons. Ich habs nicht besser hingekriegt.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/111%20054%20in%20Kochel.jpg

4.) Leider ziemlich unscharf. In Kochel waren am Wochenende immer mehrere Zuggarnituren anzutreffen. Hier stehen 111 054 und 140 011 und warten auf neue Einsätze Richtung Tutzing und München. Nach der Abwanderung der 141 von München nach Nürnberg kamen verstärkt die neu zum Bw München gekommenen 140er auf der Kochelbahn zum Einsatz.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%203.jpg

5.) Empfangsgebäude und der dahinterliegende Güterschuppen.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%204.jpg

6.) Der Güterschuppen zwei Jahre später, Blick Richtung Streckenende.



http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%205.jpg

7.) Das EG 1989. Der Bockkran wurde inzwischen abgebaut.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/141%20364%20in%20Kochel.jpg

8.) 141 364 steht im Sommer 1994 mit ihren Mintlingen zur Abfahrt nach Tutzing bereit. Im Vordergrund der Sockel des Krans.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%206.jpg

9.) Die Ausfahrtsignale im Sommer 1994. Vor dem im Hintergrund sichtbaren Gebäude verläuft die ehemalige Trasse des Gleises zur Anlegestelle an der Loisach.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%207.jpg

10.) Zum Vergleich: Kochel im Jahr 2006. Das ehemalige Gleis 1 holt sich die Natur zurück, ...


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/Kochel%208.jpg

11.) ... die Gleise 2 und 3 liegen noch, auch die ASig sind noch in Betrieb. Das Quertragwerk ist nur noch im hinteren Drittel vorhanden.
Wie es inzwischen heute dort aussieht weiß ich nicht.


http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/961%20Fahrpl%2062.jpg

http://www.doku-des-alltags.de/BDMuenchen/KBS960/KBS960Data/961%20Fahrpl%2087-88.jpg

12. +13.) Fahrplanvergleiche 1962 / 1987: Aus einst 17 Zwischenhalten sind 8 geworden. Das Angebot ist ähnlich geblieben.


Viele Grüße,
Georg

http://www.doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg





4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:20:01:34:50.

Re: Bahnhof Kochel am See (11 B)

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 20.08.09 07:03

Hallo Georg,
danke für diesen interessanten Bericht und die Bilder!
Jetzt merke ich, daß ich die oberbayerischen Strecken kaum kenne.
Viele Grüße
Stefan

Djosh schrieb:
-------------------------------------------------------
> 3.) … 111 114 steht im Spätsommer 1987 … nach Tutzing zur Abfahrt um 16.45 bereit.
> Sorry wegen des grausigen Orange-Tons. Ich habs nicht besser hingekriegt.
>
> [www.doku-des-alltags.de]



Bitte mal die Farbexperten vor. Vielleicht waren ja Deine Bemühungen, „es besser hinzukriegen”, gar nicht erforderlich?

[www.drehscheibe-foren.de], Bild 5 und vergleiche dazu Deine Frage vom April 2008 [www.drehscheibe-foren.de].



Viele Grüße,
Walter



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:08:20:09:45:43.

Schöner Beitrag!

geschrieben von: knoedel

Datum: 20.08.09 11:48

Die Gleisanlagen haben sich seit dem 2006er Bild nicht mehr verändert. Gleis1 kenne ich auch nur noch ohne Fahrleitung, dafür bin ich mit der 139 noch am südlichen Bahnhofsende über die Straße bis neben den Getränkeshop gefahren (Umfahren weil Steuerwagen defekt).
Das Bahnhofsgebäude hat vor geraumer Zeit die Gemeinde gekauft und hat die Halle und den südlichen, ehemals leer stehenden Teil des Gebäudes hübsch hergerichtet. Ein Teil der Halle beherbergt jetzt die Kocheler Tourist Info.

Danke fürs Zeigen!

Mit freundlichen Grüßen vom km63.8 der Mittenwaldbahn!

Bahnhof Kochel am See - gut gelungen!

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 20.08.09 12:35

Hallo Georg,

ein rundrum feiner Beitrag, danke!

Zum Einsatz der 111:
mir war´s damals schon rätselhaft, warum sich die falsch verstandene Schnellzuglok 111 auf der aufgeblasenen Lokalbahnstrecke rumschlagen musste. Hauptbahn bis Bichl - aber nur auf dem Papier - verglichen mit der Streckenführung. Fahrzeitmässig hat sie der 140 und 141 nix genommen...
Und heute hat man sich spätestens in Starnberg schon ein ungutes Gefühl am Allerwertesten geholt, sch*** Qietschmüll.

Rote Bauchbinde
Wer sie wirklich hatte, ist in Walters verlinktem Beitrag weiter unten hier zu lesen.
Dein dunkles Rot muss nicht verkehrt sein, denn damals wurden die Loks noch geputzt ;-)

Es dankt und grüsst von der Isartalbahn
Selbiger !

Re: Bahnhof Kochel am See (11 B)

geschrieben von: Reichsbahner1981

Datum: 20.08.09 12:55

Hallo Georg,

wenn man nur mal dieses wuchernde Gestrüpp in Gleis 1 und das Geländer entfernen würde, könnte das so ein schöner Bf sein...


Naja, wenigstens gibt es die Strecke noch, angeblich ist sogar ein teilweiser Halbstundentakt geplant. Will mal nicht hoffen, daß bei dem Ausbau dafür Betriebsstellen aufgelassen werden, befürchte es aber. Sind die Fka in den besetzten Bf'en schon zu (oder vllt. nur als Beratungsschalter ohne Verkauf) ?

Noch einmal die Frage in die Runde, ob jemand weiß, warum die Strecke Tutzing- Bichl als Hauptbahn klassifiziert ist ? War die Strecke wegen der größeren Kohleabfuhr aus Penzberg hauptbahnmäßig ausgebaut, oder lag der Grund woanders ?


Interessant vor allem die Fahrplanvergleiche 1962/1987: Man sieht an den Kreuzungen der Reisezüge wunderbar, daß 1962 Bernried und Staltach noch Bahnhöfe waren, der N 1422 fährt sogar im Blockabstand nach!

Zwar ist das Zugangebot etwa gleichgeblieben, aber in den Tagesrandlagen hat es sich doch erheblich verschlechtert. Wer Sa Nacht in München etwas unternehmen will, sieht jedenfalls 1987 alt aus, 1962 wäre das noch gegangen.

Gruß Reichsbahner1981

! zur Streckenklasse

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 20.08.09 15:58

Hallo Reichsbahner,

nach der Streckenkarte der BD München aus dem Jahr 1958 war die Strecke von München Hbf bis Penzberg Pbf als Hauptbahn klassifiziert, der Rest bis Kochel als Nebenbahn.

Die Vorsignalabstände sagen auch etwas aus:
Mü Hbf - Tutzing 1000 m
Tutzing - Bichl 700 m
Bichl - Kochel 400 m

...und mit der Streckenhöchstgeschwindigkeit von max 95 km/h auch nicht gerade der Hit.

Im Endeffekt war sie ein Konkurrenzprodukt der bayerischen Staatsbahn zur rund 16 Kilometer kürzeren, aber eben privaten Isartalbahn der LAG.
Im Buch über die Isartalbahn [Autor Claus-Jürgen Schulze by Bufe-Fachbuch-Verlag Egglham] ist einiges über das Gezecke zu lesen, was sich die bayerische Staatsregierung alles einfallen liess, um der LAG zu schaden.

Samstag Nacht in München was unternehmen?
Vergiss es, die klappen die Gehsteige um sieben Uhr abends hoch, mehr Nachtleben gibt´s sogar in Mucknitz an der Pfrunz...

Viele Grüsse vom Isartalbahner ;-)

Grund Einstufung Haupt-/ Nebenbahn

geschrieben von: Reichsbahner1981

Datum: 20.08.09 17:57

Hallo Isartalbahner,

Isartalbahner schrieb:
-------------------------------------------------------
> nach der Streckenkarte der BD München aus dem Jahr
> 1958 war die Strecke von München Hbf bis Penzberg
> Pbf als Hauptbahn klassifiziert

Wenn's kein Fehler in der Karte ist, vllt. ein möglicher Hinweis auf die Bedeutung der Penzberger Kohleverkehre.

Ca. 1992 ist sie jedenfalls bis Bichl als Hauptbahn eingezeichnet.


> Die Vorsignalabstände sagen auch etwas aus:
> Mü Hbf - Tutzing 1000 m
> Tutzing - Bichl 700 m
> Bichl - Kochel 400 m

400 m gibt's nur bei Nebenbahnen, 700 m bei Haupt- und Nebenbahnen.


> ...und mit der Streckenhöchstgeschwindigkeit von
> max 95 km/h auch nicht gerade der Hit.

Zumindest für heutige Verhältnisse.


> Im Endeffekt war sie ein Konkurrenzprodukt der
> bayerischen Staatsbahn zur rund 16 Kilometer
> kürzeren, aber eben privaten Isartalbahn der LAG.

Könnte auch mit reingespielt haben, um den Umweg über Tutzing mit der Einstufung als Hauptbahn durch höhere Geschindigkeiten ausgleichen zu können.


> Im Buch über die Isartalbahn ist einiges über das
> Gezecke zu lesen, was sich die bayerische
> Staatsregierung alles einfallen liess, um der LAG
> zu schaden.

Du, solche Dinger gab's öfter. Die Schmalspurbahn von Gera-Pforten durfte auch nicht in Meuselwitz enden, sondern nur in Wuitz-Mumsdorf, um der fast parallelen Staatsbahnstrecke keine Konkurrenz zu machen. Außerdem wurde Druck auf eine möglichst lange, kurvenreiche Streckenführung ausgeübt, damit keine überörtliche Bedeutung der Strecke entsteht. Sicher auch ein Grund für den frühen Niedergang dieser Strecke.


> Samstag Nacht in München was unternehmen?
> Vergiss es, die klappen die Gehsteige um sieben
> Uhr abends hoch, mehr Nachtleben gibt´s sogar in
> Mucknitz an der Pfrunz...

Was, so schlimm, heute auch noch ? O weh...Oder gibt's da etwa Rivalitäten zwischen Isartal und Stadt München ? :-))


Gruß Reichsbahner1981

Re: Grund Einstufung Haupt-/ Nebenbahn

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 20.08.09 20:09

Hallo Reichsbahner,

der Kohlenverkehr hat sicher eine bedeutende Rolle gespielt, durchaus logisch!

> Könnte auch mit reingespielt haben, um den Umweg über Tutzing mit der Einstufung als Hauptbahn durch höhere Geschindigkeiten ausgleichen zu können.
Auch das halte ich für gegeben, bis auf die 60er-S-Kurve in Starnberg kann man´s durchaus laufen lassen.

Kurvenreiche Streckenführung der Schmalspurbahn
Na bravo, gab´s in Sachsen also auch das Gschiss...

> Was, so schlimm, heute auch noch ? O weh...Oder gibt's da etwa Rivalitäten zwischen Isartal und Stadt München ? :-))
Was die Isartaler nie vergessen werden, ist die 1964 auf Betreiben der Stadt München eingestellte Isartalbahn im Stadtbereich, Stichwort "Ausbau Mittlerer Ring". Die Verkehrtpolitik würde allein ein Buch füllen.
Münchner Nachtleben - späte 70er und frühe 80er, da tobte der Bär rund um die Uhr.
Als man noch jung und knackig war - heute ist man ja nur noch "und" - wurd´s manchmal schon zum Problem, die Lieblingsdiscos in einer Nacht durchzubringen.
Heute gibt´s nur noch ein paar sauteure Kokstempel für durchgeknallte Hüpfdohlen :-(

Schöne Grüsse von ausserhalb des Monsterdorfes
Isartalbahner

Re: Grund Einstufung Haupt-/ Nebenbahn

geschrieben von: Reichsbahner1981

Datum: 21.08.09 01:22

Hallo Isartalbahner,

Isartalbahner schrieb:
-------------------------------------------------------
> > Kurvenreiche Streckenführung der Schmalspurbahn
> Na bravo, gab´s in Sachsen also auch das
> Gschiss...

Die Streckenendpunkte Gera-Pforten und Wuitz-Mumsdorf lagen im jetzigen Thüringen, dazwischen gings noch ein Stück durch Sachsen-Anhalt. Aber warum der Altenburger Zipfel nicht zu Sachsen gehört, sondern zu Thüringen, ist mir auch nicht so klar. Sprechen tun sie jedenfalls wie die Sachsen :-)

Kleinstaaterei und provinzielles Denken hat schon etlichen Nebenbahnen jede Zukunft verbaut. Wenn man allein an die unverbundenen Stichstrecken in der Rhön denkt.


> Was die Isartaler nie vergessen werden, ist die
> 1964 auf Betreiben der Stadt München eingestellte
> Isartalbahn im Stadtbereich, Stichwort "Ausbau
> Mittlerer Ring".

Hat sich das auch außerhalb der Eisenbahninteressierten so in's Langzeitgedächtnis der Bevölkerung eingebrannt ?

> Die Verkehrtpolitik würde allein
> ein Buch füllen.

Nicht nur in München. "Dankeschöngelder" der auftragnehmenden Firmen und Zeit(un)geist, nehme ich mal u.a. an ?


> Münchner Nachtleben - späte 70er und frühe 80er,
> da tobte der Bär rund um die Uhr.
> Als man noch jung und knackig war - heute ist man
> ja nur noch "und"

Da gibt's noch 'nen anderen: Früher war man bildhübsch, jetzt ist nur noch das Bild hübsch..

- wurd´s manchmal schon zum
> Problem, die Lieblingsdiscos in einer Nacht
> durchzubringen.
> Heute gibt´s nur noch ein paar sauteure Kokstempel
> für durchgeknallte Hüpfdohlen :-(

Da niemand bis jetzt lautstark widersprochen hat, scheinst Du es tatsächlich treffend beschrieben zu haben. Oder alle sind im Urlaub :-))
In München und Umland ist doch so ziemlich alles sauteuer, Mieten, Kleidung, Freizeit..
Wer bei BMW oder anderen Gutzahlern Arbeit hat, kann das ja wieder ausgleichen, da er auch mehr verdient, als in anderen Regionen. Aber wer nicht, da bleibt nicht viel zum Leben...

Schöne Grüße zurück,

Reichsbahner1981

Wieder ein Super-Beitrag!

geschrieben von: Zaubermark

Datum: 21.08.09 09:44

Hallo Georg,

wieder richtig schöne Bilder, als die Eisenbahnen in Oberbayern noch sehenswert waren. Danke!

@Reichsbahner: Bin auch im Urlaub, aber habe nen Schlepptop mit, an dem kann's nicht liegen ; -)))

Ich bin mir mit dem Kohleverkehr nicht ganz sicher. Haben die nicht die in Penzberg geförderte Kohle in dem bahneigenen Kraftwerk vor Ort verheizt, dessen Halle später von der einschlägig bekannten Firma Layritz genutzt wurde?

Viele Grüsse von Mark

Re: Wieder ein Super-Beitrag!

geschrieben von: Djosh

Datum: 21.08.09 10:11

Hallo Mark,

das Kraftwerk wurde erst nach dem 2. Weltkrieg fertiggestellt und in Betrieb genommen. Davor wurde jedenfalls die Kohle abtransportiert. Über die Verwendung und Fördermenge ab Kriegsende bis 1966 habe ich leider keine Infos.

Viele Grüße und noch erfolgreichen Urlaub ;-)
Georg

http://www.doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg

... man muß nur wissen wo ;-) Jedenfalls abseits von denen:

Isartalbahner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Heute gibt´s nur noch ein paar sauteure Kokstempel
> für durchgeknallte Hüpfdohlen :-(


Immerhin wurde auch die Nacht-S-Bahn eingeführt und Bus- und Trambahn-Nightlines.
Einziges Manko ist nach wie vor die Zeitspanne zwischen 2.20 und 5.00 Uhr. Da fährt nach FFB raus nur das Taxi.

Viele Grüße,
Georg

http://www.doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg

Re: Bahnhof Kochel am See (11 B)

geschrieben von: pardorea

Datum: 21.08.09 12:48

Zwar ist das Zugangebot etwa gleichgeblieben, aber in den Tagesrandlagen hat es sich doch erheblich verschlechtert. Wer Sa Nacht in München etwas unternehmen will, sieht jedenfalls 1987 alt aus, 1962 wäre das noch gegangen.
Gruß Reichsbahner1981


Heute hat sich das aber gebessert: die aktuell letzte Verbindung verlässt MH um 23:33, mit Umsteigen in Tutzing ist man um 00:38 in Kochel.
Kann ich nur beispflichten. Bei mir im Viertel muss ich jedenfalls nicht lange suchen (geschweige dann laufen) um bis zum Sonnenaufgang die Zeit rumzubringen...

Ach ja, DANKE für die tolle Reportage...

Zustand Bahnhof Kochel

geschrieben von: Tobias M

Datum: 23.01.11 23:16

Hallo,

auch wenn der Thread schon etwas älter ist, habe ich das Ganze zum Anlass genommen, mal nach Kochel zu gondeln und dort den Bahnhof zu fotografieren. Das war schon letzte Woche, aber angesichts des Alters der anderen Aufnahmen sollte das kein Problem sein.

[cdn.fotocommunity.com] zeigt die Ausfahrt aus Kochel am 16.1.2011

[cdn.fotocommunity.com] zeigt das Bahnhofsgebäude. Heute sieht es wieder anders aus: verschneit.

Im Gegensatz zu den letzten Bildern hat sich einiges getan: Das Bahnhofsgebäude ist teilweise ein geschützter Unterstand mit Bänken und Fahrkartenautomat, teilweise ein Raum für Treffen verschiedener (?) Gruppen. Der Güterschuppen existiert noch und scheint zumindest frisch gestrichen zu sein, ebenso sind Tore und Fenster bahn- und bahnsteigseitig vermauert. Die Barriere existiert nicht mehr, so dass Gleis 2 einen hübschen, breiten Hausbahnsteig mit einer kleinen Rasenfläche hat.
An der Gleisanlage wurde nach Entfernung von Gleis 1 nichts mehr geändert, Gleis 2 ist ein Stumpfgleis, Gleis 3 und 4 sind über eine Weiche verbunden, so dass eine Lok um einen Zug herumfahren könnte. Sie würde dann immernoch fast im Geschäft stehen.
Ein Aufsichtsbeamter (ich hoffe, das ist die richtige Bezeichnung) ist ebenfalls vorhanden.

Übrigens wurde mir erzählt, dass der wirklich ansprechend renovierte Bahnhof schon mehrmals Kulisse für Filmproduktionen war, in denen jemand vor der Kulisse der Alpen aus dem Zug steigen musste.

Dort, wo Gleis 1 war, ist im Bereich vor dem Bahnhofsgebäude Rasen ausgelegt worden, man legt relativ viel Wert auf Blumenbeete, auch wenn das im Januar kaum zu sehen ist.
Sonntags standen zwei vierteilige und ein zweiteiliger Quietschie da, 425 055-5 war gerade als RB aus Tutzing gekommen und ist während meiner Fotografiererei auch wieder abgedüst. 426 535 und 425 040 (mit den dazu gehörigen Gegenstücken) standen gekuppelt, aufgerüstet abgestellt und verschlossen auf Gleis 4, übrigens alle fein mit dem Triebzugteil mit der Ordnungsnummer, die die 0 trägt, in Richtung München.
Seit einer Weile fahren nur noch Quietschies hier, das war bereits einmal Thema in DSO: [www.drehscheibe-foren.de], vorher bekam man mehrmals täglich 111er und Bügelfalten 110er mit n-Wagen zu Gesicht. Schade finde ich, denn eine Lokomotive und wenns eine Neubaulok mit Wendezug ist, hat immer mehr Charakter als ein Triebwagen.

schöne Grüße

Tobias

PS: bitte nur informieren, nicht schlagen, wenn es nicht gewünscht ist, so alte Threads noch zu bedienen.

Edit: Bildformatierungen geändert und ein paar Dinge ergänzt

Tante Edit war jetzt fünf mal da, aber jetzt weiß ich, wie das mit den Bildern klappt.

Auch für die Diskussion in DSO gilt: Man muss nicht auf jeden vorbeifahrenden Jauchewagen aufspringen und das Ventil öffnen.




5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:01:23:23:53:03.

zur FC bitte nur Links setzen …

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 23.01.11 23:39

Tobias M schrieb:
-------------------------------------------------------
> bitte … nicht schlagen, wenn es nicht gewünscht ist, so alte Threads noch zu bedienen.

Warum sollte das „nicht gewünscht” sein?



Information: Auf Bilder aus der FC kann man keinen Hotlink setzen. Du müßtest Deinen Beitrag also noch einmal editieren und die [img][/img]-Tags wieder löschen; ein Deeplink funktioniert.

Nachtrag Kohle aus Penzberg

geschrieben von: Tobias M

Datum: 23.01.11 23:47

Hallo,

danke, Mikado-Freund. Ich bin halt "neu" in diesem Forum und kenne mich mit den Gepflogenheiten hier nicht so aus. Da halte ich es für besser, manchmal etwas vorsichtiger, als mit der "Hoppla, jetzt komm ich"-Mentalität zu Werke zu gehen.
Ich bessere das sofort aus, wenn ich diesen Beitrag geschrieben habe.

Zur Penzberger Kohle habe ich bei Wikipedia ein wenig gefunden: [de.wikipedia.org].
Um es kurz zusammenzufassen: Die Kohle ist nicht für die Montanindustrie zu verwenden, sondern "nur" für Feuerungszwecke (Hausbrand und Verstromen) und zur chemischen Aufbereitung. Daher konnte sie vor Ort nur im Kohlekraftwerk verwendet werden, Montanindustrie wie im Ruhrgebiet hat sich nie angesiedelt. Der Abtransport war also besonders wichtig, daher auch die frühe Anbindung von Penzberg ans Eisenbahnnetz: Penzberg musste die Kohle weitflächig verkaufen und München brauchte Kohle.

schöne Grüße

Tobias

Re: Nachtrag Kohle aus Penzberg

geschrieben von: Programmierer

Datum: 24.01.11 08:52

Und so sah es im Mai 2010 in Kochel aus:

http://i52.tinypic.com/2wpp9ah.jpg

MfG,
Piet

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