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Frage zum Weserbergland

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 05.05.09 18:52

Angesichts des Weserbergland-Feuerwerks habe ich eine kurze Frage: Soweit ich weiß wurde diese Strecke nicht elektrifiziert und hat ihre damalige Bedeutung nach dem Dampfende völlig verloren, richtig? Warum waren die 44er hier eigentlich so lange im Einsatz, und warum über diese Strecke? Wo ging der Güterverkehr nach dem Dampfende lang?

Re: Frage zum Weserbergland, teilantwort

geschrieben von: Michael Bahls

Datum: 05.05.09 19:55

Hallo,

nur auf die Schnelle zu den 44ern:

Die BD Hannover hat für eine möglichst wirtschaftliche Nutzung die letzten Dampf-BRen auf zunehmend weniger Heimat-BWs konzentriert, so die 044 am Ende in Ottbergen und die BR 50 in Lehrte bzw. die Öler in Rheine und Emden. So wurden noch nicht verdieselte Umläufe zwar auch von/über die alten Heimat-Bws Löhne, Hameln und Uelzen gefahren, die es Ende der 60er noch gab, die Werkstätten u.A. konnten aber auf Lehrte und Ottbergen konzentriert werden.

Warum Ottbergen? Nun, Hameln und Lehrte lagen bereits unter Draht, Lehrte war mit vielen 50ern bedient und Ottbergen war bis dato ohnehin DIE 44-er Hochburg. Einige Dampfstrecken bis Ende Mai '76 wurden zwar von 44 wie 50 frequentiert. Allerdings hätten nicht alle Zugleistungen der Strecke Altenbeken - Northeim, auf die Du sicher anspielst, ohne Weiteres von der 50 gefahren werden können; der Unterschied zwischen ca. 1600 und ca. 2000 PSi spielte schon eine Rolle. Schon in den 20ern hatte Ottbergen die schweren Güterzugloks der Reihe 58 erhalten und gehörte dann zu den ersten Bws die 1937 die Serien-44 erhielten. Die Wahl für Ottbergen als Auslauf-Bw der 44er war also nicht nur aus "ästhetischen Erwägungen" sinnvoll.

Michael





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:05:05:19:59:18.

Re: Frage zum Weserbergland, teilantwort

geschrieben von: Rally01

Datum: 05.05.09 20:58

Hallo,
nach dem Dampfende hat man die Züge mit Diesel bespannt. dabei kam es sogar zu Dreifachtraktionen. Aber durch was ist eine 44er zu ersetzen????Richtig, durch eine E 40 oder je nach Gelände durch eine 150 oder 151. (Paderborn-Kassel)
da das Weserbergland aber nicht elektrifiziert wurde, wurde die Züge später über Hannover elektrisch gefahren.
Heute ist das Weserbergland Güterzug Frei..... und fast durchweg eingleisig.
Nach der Wende gab es zwar Planungen vom 2 gleisigen Wiederaufbau und elektrifizierung,,, aber das wars dann auch.

Rally


Re: Frage zum Weserbergland, teilantwort

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 05.05.09 23:40

Danke für die Antworten! Ich finde es aus Laiensicht ein wenig seltsam, dass man hier quasi "über Nacht" die vielbefahrene Strecke völlig durch eine andere ersetzt hat. Die Sache mit dem Fahrdraht leuchtet mir ein, aber warum wurde dann diese Strecke nicht elektrifiziert?

Dies ist eine der Schattenseiten der konsequenten Elektrifizierungsstrategie in Deutschland, fehlt der Fahrdraht, gibts keine Güterzüge mehr. Wirtschaftlich nachvollziehbar, aber hier wäre sicherlich noch eine Menge Kapazität frei.

Re: Frage zum Weserbergland, teilantwort

geschrieben von: Zaubermark

Datum: 06.05.09 10:56

Quasi über Nacht war das allerdings nicht, die Durchgangsgüterzüge von Herzberg nach Hamm liefen noch bis zur politischen Wende über die Sollingbahn, wie schon erwähnt teilweise mit Vorspann- und Schubloks. Der Niedergang der Sollingbahn im Güterverkehr begann erst in den 1980er Jahren, u.a. mit Aufhebung von Herzberg als Knotenbahnhof, mit der Kastrierung von Bodenfelde (Zerschlagung des Knotenpunktbereichs, Abzug der Bahnhofs-Köf etc.) usw. Beispielsweise wurden die Wagenladungen der zwischen Northeim und Ottbergen liegenden Tarifpunkte von Moringen bis Lauenförde (und das Aufkommen war damals noch erheblich, u.a. Degussa/Chemviron-Carbon in Bodenfelde, Zementwerk Hardegsen, Herlag-Möbelwerke Lauenförde) schon ab Mitte/Ende der 1970er Jahre nicht über Ottbergen-Altenbeken-Hamm abgefahren, sondern über die Strecke Bodenfelde-Göttingen. Warum das so praktiziert wurde, kann ich nicht genau sagen, der Knotenbahnhof Bodenfelde wurde jedenfalls von Göttingen aus angefahren.