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? Gleisplan EHID

geschrieben von: superbird

Datum: 02.02.09 19:42

Hallo,

ich bin beim Stöbern auf der Webseite des ehemaligen Stellwerkes Schwerte-Heide an der KBS455 auf ein Bild gestossen, das meiner Meinung nach eine Zweigleisigkeit des Gleises nach Schwerte Ost zeigt.
Das Bild ist unten in der Seite das ganz Linke mit dem Personenzug, der vermutlich von einer 01 gezogen wird.
Im Vordergrund sind zwei Gleise abgebildet, die auf tieferem Niveau liegen und meiner Meinung nach zwei Gleise in Richtung Schwerte Ost zeigen.
Wenn ich mir die Strecke jedoch heute anschaue, scheinen mir die Brückbauwerke nicht für zweigleisige Betrieb ausgelegt.

Daher meine Frage, ob damals ein zweites Gleis mit Prellbock für den Rangierbetrieb mit Güterzügen stammt oder eventuell an der anderen Richtung ein Ende fand.

Danke für jeden Hinweis und Gruss,
Micha



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:02:19:55:06.

Re: ? Gleisplan EHID

geschrieben von: Drewer

Datum: 02.02.09 20:50

Hallo,

Ein älterer Gleisplan mit Heide (und eingleisiger Strecke) drauf findet sich hier:

[www.sporenplan.nl]

andererseit sieht in den Google-maps die Überführung der Gleise Richtung Schwerte schon nach einer zweigleisigen Trassenführung aus:

[maps.google.de]

Das Bild mit der 01 und dem Schnellzug gibt schon Rätsel auf, man sollte dabei vielleicht auch bedenken, das um 1964 der Güterverkehr aus dem Ruhrtal Richtung Dortmund mit dem grossen Zechensterben und aufgrund anderer Umstände (z.B. Schließung des Hüttenwerks in Neheim-Hüsten 1964)stark abgenommen haben dürfte, ein Rückbau des zweiten Gleises in Rahmen der Elektrifizierung der Hammer Strecke erscheint daher schon plausibel.
Ein Rangiergleis mit Prellbock erscheint mir hingegen nicht sinnvoll, der einzige größere Anschließer in der Gegend war das AW Schwerte, da dort aber in der Regel nur (relativ kurze) Lokzüge verkehrten dürfte ein Ziehgleis bis Block Heide nicht sinnvoll gewesen sein


MfG

Drewer



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:02:21:05:55.

Re: ? Gleisplan EHID

geschrieben von: E.Werner

Datum: 02.02.09 22:24

Für mich sieht das nicht nach einer Zweigleisigkeit aus. Zur Beachtung empfehle ich das Form Ausfahrsigal für den abgebildeten Zug weiter rechts auf dem Bilde. Es würde bei Zweigleisigkeit ein Hauptsignal zwischen den Gleisen zeigen, die für sich genommen dafür weiter voneinander entfernt sein müssen als das normalerweise zwei parallele Gleise sind.
Der Grund dafür ist, klar, der Mast, der nicht im Lichtraumprofil stehen darf.
Des weiteren scheint das Hauptsignal einen Gittermast zu haben, was nochmals gegen ein Signal zwischen zwei Gleisen spricht, da in diesen Fällen normalerweise Flachmasten Verwendung fanden.
Regelbetrieb mit vertauschten Gleisen, denn nach Regelfahrtrichtung hätte der Zug auf dem mutmaßlich hinterem Gleise fahren müssen. Eine Falschfahrt wäre zwar möglich, aber dazu passt das Hauptsignal nicht mehr.
Allenfalls ein Ausziehgleisstummel, der weiter vor, vieleicht vor dem Hauptsignal endet, wäre denkbar.

Nach Betrachten der Situation via Google Earth bin ich zu der Auffassung gelangt, daß das Verbindungsstück, mehr ist das nicht, für ein zweites Gleis vorbereitet wurde, welches man später nach Bedarf nachrüsten könnte.
Das ist lange nicht ungewöhnlich und gibt es heute noch erkennbar an vielen Stellen in Deutschland.
Selbiges trifft zu für das etwas längere Verbindungsstück zum Abzw. Heide.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:02:22:35:07.

Planum war zweigleisig

geschrieben von: Michael Poschmann

Datum: 02.02.09 22:29

Habe gerade noch mal in den Unterlagen (Ivl-Pläne, Stand Achtziger Jahre) nachgeschaut, das Planum der Verbindungskurve ist bzw. war einschließlich aller Brückenbauwerke eindeutig für zwei Gleise ausgelegt. Die Vermutung, daß diese Strecke auch mal zwei Gleise aufgewiesen hat, liegt daher nahe. Allerdings geben die Unterlagen nicht her, wann ein entsprechender Rückbau erfolgt ist. Im Istzustand wird übrigens das bogenäußere Gleis genutzt.

Gruß
Michael



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:02:22:30:27.

Re: Planum war zweigleisig

geschrieben von: E.Werner

Datum: 02.02.09 22:40

Poste doch mal den betreffenden Ausschnitt ;)
Bei zweigleisigem Planum war es übrigens nicht so ungewöhnlich, die Gleislage im Laufe der Jahre, bei den turnusmässigen Erneuerungen beispielsweise, zu wechseln.
Vermutlich sollte damit eine weitgehend gleichmässige Verdichtung des gesamten Planums ereicht werden.

Re: Planum war zweigleisig

geschrieben von: Michael Poschmann

Datum: 02.02.09 22:43

Aus urheberrechtlichen Gründen möchte ich gerne auf die Einstellung der Unterlagen hier verzichten. Ich weiß, so richtig befriedigend ist diese Aussage sicherlich nicht, bitte aber um Verständnis.

Gruß
Michael

Re: Planum war zweigleisig

geschrieben von: superbird

Datum: 03.02.09 07:32

Moin,

dass das Planum zweigleisig sein könnte, scheint mir auch so, war aber nicht sicher darüber...
Wenn ich mir auf dem Bild den Niveauunterschied zu heute anschaue, vermute ich eine Modifikation der Streckenführung beim Umbau auf ein Gleis. Kurz vor der Weiche im heutigen Zustand steht noch das Schild "Halt für Rangierfahrten" und ein nicht mehr genutztes Signal, das ein beschnittenes H darstellt: "-|"

Andererseits ist die Sreckenführung im Fortlauf Richtung KBS435 dann eher nnicht für Zweigleisigkeit geeignet.
Ich werde mal versuchen, beim städtischen Museum einen Hinweis zu erhalten, wann der Umbau geschehen sein könnte; desweiteren werde ich den Webseiten Betreiber mal anschreiben und den Kontakt zu dem Herren suchen, der die Bilder dort zur Verfügung gestellt hat.


Gruss,
Micha

Re: Planum war zweigleisig

geschrieben von: Michael Poschmann

Datum: 03.02.09 09:26

Das "beschnittene H" ist das Signal "Nachschieben einstellen" - Güterzüge wie der "weiße Riese" aus dem Hönnetal wurden von Schwerte Ost teilweise mit 2*218 plus Schiebelok 218 gefahren.

Die Strecke Schwerte Ost - Rangierbahnhof Geisecke (Gütergleis) war nach meinem Kenntnisstand zweigleisig ausgebaut. Zusammen mit den Personenzuggleisen ergab sich somit eine viergleisige Rennstrecke. Heute kaum mehr vorstellbar.

Gruß
Michael

p.s.: Enno hat mich überzeugt, daß die Pläne "historisch genug" sind, um hier aufzutauchen:

Ausfädelung Schwerte Ost; die Güterzugkurve Richtung Schwerte (Str. 2843) ist übrigens auch ein Kandidat für Zweigleisigkeit.

http://picup.oliverlamm.de/files/IMG_1233649926_praesi2_web.de_small.jpg

Kreuzung mit der Strecke Schwerte-Hamm

http://picup.oliverlamm.de/files/IMG_1233649992_praesi2_web.de_small.jpg

Gruß



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:03:09:36:10.

Re: Planum war zweigleisig

geschrieben von: superbird

Datum: 03.02.09 09:35

Hi Micha,

in der Tat habe ich mich schon früher gefragt, wieviel Gleise zwischen Schwerte Ost und dem ehelmaligen Rbf Geisecke gelegen haben. Ich glaube das heute selbst das alte Ausziehgleis für die Kleinbetriebe in Geisecke nicht mehr genutzt wird. Ob es noch liegt?.... müsste mal einen Spaziergang machen ;-)

Gleispläne für den alten Rbf habe ich schon vergeblich gesucht. In der Verwandschaft hatten ich eine Menge Eisenbahner, sie haben aber alle längst das Zeitliche gesegnet.

Einzig Fotos vom Bau des EAW Schwerte hatte ich von meinem Opa mal gesehen, die sind aber an jemanden für eine Buchveröffentlichung gegangen...

Gruss,
Micha

Etwas aus der einzig wahren Direktion

geschrieben von: vauhundert

Datum: 03.02.09 10:17

sollte nicht unkommentiert bleiben;-)

Allerdings stelle ich nur zur Bestätigung zwei Planzitate aus dem Nachdruck der Reichsbahnirektionskarte von 1938 ein.

Zunächst die Legende:

http://img504.imageshack.us/img504/155/1938rbdwptzitatlegendedh2.jpg


Und dann natürlich die Hauptsache, den Ausschnitt von Schwerte:

http://img502.imageshack.us/img502/4134/1938rbdwptzitatschwertece5.jpg

Also auch hier der Hinweis auf die Zweigleisigkeit, welche wohl mit der Eröffnung der Verbindung zum 15.01.1913* zum Tragen kam.
* Lt. Günther Krause, 1986 Röhr Verlag, Krefeld

Edith sagt: In diesem Beitrag von Volker Blees kann man,
dem Link der RBD Karte folgend, das gleiche Erkennen.

Beides leider nur in Schwarz/Weiß, aber ich bin da guter Hoffnung das sich das bei Gelegenheit mal ändern wird.
(Stimmts Dirk? ;-) Wenn ich mal durch EN komme meld ich mich wieder.)

Mit besten Grüßen aus dem Bergischen

[www.vauhundert.de]
Preiswerte Dienstleistungen im Bereich spurgebundener Flurfördermittel aller Art und feinster Güte.
"Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen werden."(Peter Ustinov)____ P.S.: Ich kann ihm trotzdem nicht glauben;-)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:03:10:26:20.

Re: Etwas aus der einzig wahren Direktion

geschrieben von: superbird

Datum: 03.02.09 11:06

Ja das ist doch mal ein Hinweis....

Sieht ja so aus - wenn denn die Unschärfe der SchwarzWeiss Kopie das hergibt - als wenn auch das Güterzuggleis zum Güterbahnhof in Schwerte von Schwerte Ost aus zweigleisig wäre. Auch da habe ich so manches mal gedacht, das könnte so gewesen sein...

Vielen Dank für den Ausschnitt !

Gruss,
Micha

Re: Planum war zweigleisig

geschrieben von: E.Werner

Datum: 03.02.09 13:19

Ich sehe, daß ist im Grunde ein 1:1000 Plan(für gewöhnlich sehr gute Qualität und maßstabsgetreu) und das jeweils(beide Streckenverbinder) zweigleisige Planum deutlich auch hier erkennbar. Das Gleis liegt auf dem Plan schon dort, wo es heute auch zu finden ist.


Die weiter unten in einem gesonderten Post abgebildeten RBD Karten belegen sogar einen zweigleisigen Ausbau.
Meine RBD Karte aus dem Jahre 1946 zeigt den identischen Zustand wie die hier gezeigte aus 1938. Ich vermute, daß, so ein zweigleisiger Ausbau bestand, dieser nach dem Kriege rückgebaut wurde.
Das fand bevorzugt zu dieser Zeit an noch vielen anderen Stellen in Deutschland statt.
Der Zustand des Planums via Google Earth lässt das bestätigen. Ich konnte an vielen Stellen via Google Earth das zweite Gleis noch als Abdruck erkennen, wenn dieses schon seit 30 Jahren abgebaut war.

Dennoch muss die Aussage der RBD Karten nicht stimmen. Ich habe mehrfach erlebt, daß dort auch Planzustände einflossen und jahrzehntelang "vergessen" wurde, die Realität in neueren Ausgaben zu würdigen.
Schön wäre ein Gleisplan aus den Jahren 1920-1945 möglichst auch in 1:1000 Ausführung.

Re: War Zweigleisig

geschrieben von: SchrankenThomas

Datum: 03.02.09 21:21

Hallo,


die Strecke Abzweig Heide Schwerte-Ost war ursprünglich zweigleisig......


Diese Verbindungskurve ist im Zusammenhang mit dem Bau des Verschiebebahnhofes in Geisecke zu sehen....
Dieser wurde nämlich 1913 in Betrieb genommen.Im Zusammenhang mit dem Verschiebebahnhof Geisecke wurde auch eine
Zweigleisige Verbindungskurve von der Blockstelle Grüntal (kurz vor der heutigen Unterführung der Straße aus Richtung Langschede kommend unter die Strecke gelegen)
zum Block Heide an der Dortmund-Hörder Strecke nach Schwerte geschaffen.Damit wurde aus den Blockstellen eine
Abzweigstelle.
Sinn dieser Kurve war das Kopfmachen der Güterzüge in Schwerte zu vermeiden.....man sollte nicht vergessen,das die Verkehrsströme vor dem 1.WK noch ganz anders aussahen.....


Block Heide hatte damals übrigens noch einen "Nachbarn"......:-)
An der Strecke nach Holzwickede lag der Block Ostberger Tunnel......



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:04:12:36:03.

Re: Das sieht garnicht gut aus Mike...

geschrieben von: MrKrid

Datum: 04.02.09 16:02

vauhundert schrieb:
-------------------------------------------------------
> Beides leider nur in Schwarz/Weiß, aber ich bin da
> guter Hoffnung das sich das bei Gelegenheit mal
> ändern wird.

Das sieht garnicht gut aus Mike...

> (Stimmts Dirk? ;-) Wenn ich mal durch EN komme
> meld ich mich wieder.)

Gerne!

>
> Mit besten Grüßen aus dem Bergischen


Mit ebensolchen in die Berge grüßend,
Dirk


edith fordert besseres deutsch

Längst vergessene Eisenbahnlinien:
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:04:21:48:30.