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 04 - Historische Bahn 

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Hallo Martin,

hatte schon versucht, Dir telefonisch zu den netten Bildern zu gratulieren, leider warst Du nicht erreichbar.
Bei der Gelegenheit, hast Du eine Ahnung, wer das nette Kerlchen auf Bild zwei ist (der ganz links auf dem Rangierertritt der 23 105 sitzt)?

Gruß
Susi

Re: Walsum 5

geschrieben von: Palatino

Datum: 18.12.06 13:07

Lieber Jo,

Dein etwas bissiger Kommentar über den Umbau der Walsum 5 zur Schlepptenderlok im Eisenbahnmuseum Neustadt/Weinstraße veranlasst mich, Dir mal aus der Sicht eines 1986 bis 1991 an der Aufarbeitung der Lok beteiligten Museumsbahners eine Stellungnahme abzugeben:

Vom Eisenbahnmuseum Neustadt/Weinstraße der DGEG wurde seit 1984 die Museumsbahn "Kuckucksbähnel" auf der knapp 20 km langen Nebenbahn nach Elmstein betrieben, einzige planmäßige Zuglok war damals die Moll'sche T 3 89 7159. Die Bahn hatte von Anfang an einen so großen Erfolg, dass neben den Planfahrten im 14-Tages-Rythmus zahlreiche Sonderfahrten für Gruppen und Vereine unter der Woche angefordert wurden. Schon 1985 war klar, dass dies mit einer einzigen betriebsfähigen Dampflok auf Dauer nicht machbar gewesen wäre, weshalb der Museumsleiter Ausschau nach einer geeigneten weiteren Dampflok hielt.

So wurde dem Museum von den DGEG-Kollegen die Walsum 5 angeboten, die seit 1977 mit Fristablauf untätig in deren Museum Bochum-Dahlhausen stand. Allerdings war bei der Lok eine komplette Hauptuntersuchung mit Neubekesselung erforderlich. Der Kessel wurde in Pila hergestellt und mit Unterstützung von Leuten des Museums Kranichstein eingebaut. Alle übrigen Arbeiten haben die wenigen Aktiven in Neustadt selbst ausgeführt.

Während der Aufarbeitung wurde klar, dass der Inhalt des Wasserkastens (weniger als die T 3, die schon gelegentlich Wasserprobleme auf der steigungsreichen Strecke hatte) für eine einfache Fahrt Neustadt - Elmstein nicht ausreichen würde, unterwegs gab es keine Möglichkeit, Wasser zu fassen. Daher wurde der Entschluss gefasst, die Lok zu einer Schlepptenderlok umzubauen. Mit den zusätzlichen 15 m³ hat sie nunmehr keine Probleme, auch DB-Strecken im Umland von Neustadt zu befahren.

Natürlich hat der Umbau die zum Teil herbe Kritik von Puristen ausgelöst, wieso eine Lok so umgebaut werden kann. Dazu ist folgendes zu sagen: Schon als die Lok in den 70er Jahren zum MEC Essen und dann zur DGEG kam, war sie nicht mehr original. Denn die RAG hatte der Lok für den Einsatz auf der Zeche Walsum einen - wie ich meine - potthässlichen Kohlekasten an die Rückseite des Führerhauses "angepappt". Außerdem wurde die Lok nur mit einer Dampfbremse abgeliefert, später wurde von der RAG zusätzlich eine Druckluftbremse, die aber nur den Wagenzug abbremste, nachgerüstet. Also, wo fängt die Originalität an? Diese nach der Ablieferung vorgenommenen Veränderungen wurden nie bescholten!

Wie man sieht, hat der jeweilige Eigentümer der Lok sich in der Vergangenheit die Freiheit genommen, die Lok an die Bedürfnisse der jeweiligen Einsatzes anzupassen. Und genau das haben die DGEG-Mitarbeiter in Neustadt getan, indem sie die Lok mit dem Schlepptender für den Einsatz auf ihrer Strecke ertüchtigten. Ohne diesen Umbau wäre ein Einsatz der Lok auf dieser Strecke unmöglich geworden. Ich bezweifele, dass die Lok dann jemals wieder betriebsfähig gemacht worden wäre, denn auch die Kollegen in Bochum-Dahlhausen fahren ja mit ihren Museumszügen inzwischen weiter, als der Wasserkasteninhalt der Lok reichen würde. Und was ist denn erstrebenswerter, eine "Walsum 5", die untätig in einem Schuppen vor sich hin dämmert oder eine "Speyerbach", die jedes Jahr Tausende von Reisenden bei den Fahrten der Museumsbahn erfreut und auch die Vereinskasse nicht ganz so leer aussehen lässt? Und ich finde, sooo schlecht sieht die Lok als Schlepptenderlok doch gar nicht aus. Zum Glück wurde auch davon Abstand genommen, der Lok eine fiktive DR- oder DB-Nummer zu verpassen.

Als letztes noch folgende Anmerkung: Bei dem Umbau wurde darauf Wert geachtet, dass - falls erforderlich - ein Rückbau zur Tenderlok möglich ist. Die hintere Pufferbohle wird noch in Neustadt aufbewahrt, so dass man nur das Führerhaus umbauen und neue seitliche Kohlekästen fertigen müsste, die alten waren, wie das Führerhaus, ohnehin schon stark von Rost angegriffen.

Ich hoffe, dass ich Deine Tränen mit diesen Erläuterungen ein wenig trocknen und etwas Verständnis für den Umbau wecken konnte.

Grüße aus der Pfalz
Hubert

Re: Walsum 5

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 06.06.10 08:54

Jo schrieb:
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>
> wenn ich die "Walsum 5" so sehe, kommen einem die
> Tränen.

NICHT NUR DIR!!!

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