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? Einführung DB-Keks in den Fünfzigern

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 01.06.06 16:18

Hallo zusammen,

wieder mal eine Frage an die geballte HiFo-Wissenskraft:

Wann wurde der Nachkriegskeks der Deutschen Bundesbahn erfunden bzw. lässt sich ein Zeitraum nennen, in dem er erstmals an den Fahrzeugen erschien?

Mir schwebt zwar das Jahr 1954 im Hinterkopf, aber einige Aufnahmen vom Herbst 1955 zeigen Fahrzeuge noch ohne Keks.

Ist es richtig, dass Dr. Adolf Mielich auch als "Vater" des DB-Keks anzusehen ist?

Schon mal schönen Dank im Voraus für die Aufklärung,
Gruss Isartalbahner

Re: ? Einführung DB-Keks in den Fünfzigern

geschrieben von: Bernhard Terjung

Datum: 01.06.06 16:46

Die Buchstaben "DB" in schlichter Form zierten erstmals 1955 einen neuen VT08. Der bekannte DB-Keks war jedoch erst 1956 "fertig". Die Umzeichnung aller Fahrzeuge nahm naturgemäß eine gewisse Zeit in Anspruch.

Vielleicht hat jemand genauere Daten?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:06:01:16:58:30.

Re: ? Einführung DB-Keks in den Fünfzigern

geschrieben von: wr4üe

Datum: 01.06.06 17:43

Die Buchstaben "DB" zierten bereits als aufgesetzte Metalllettern die Touropa-Liegewagen 1952 sowie die 3 Musterwagen ABC4üm 1952.

Der erste VT 08.5 erhielt versuchweise eine Variante - heute würde man sagen, einen anderen Font - der aber bald wieder verschwand.Es gibt eigentlich nur ein oder 2 Fotos davon, deren Echtheit bzw. Retouche ist vor einiger Zeit hier diskutiert worden. BZA-Dezernent Dr.-Ing. Adolf Mielich hat zwar viel technisches gemacht, aber den DB-Keks hat er nicht zu verantworten.

Das Markenzeichen "DB" in der mit Rahmen dekorierten Form ("Keks" genannt) wurde Ende 1955 vom Präsidium entschieden. Mindestens 2 23er erhielten noch eine etwas grössere Entwurfsvariante auch auf der Rauchkammertür. Die konsequente Einführung begann erst 1957, nachdem genügend Schablonen vorlagen und die Klassenumzeichnung, der Tag sich heute zum 50 mal jährt, beendet war.

Mit etwas Zeit kann ich das auch mal quellenmäßig belegen.

Gruß
Will

Re: ? Einführung DB-Keks in den Fünfzigern

geschrieben von: KBS424

Datum: 01.06.06 18:02

Es gab auch Dampfloks, die keinen Keks, sondern nur einen Schriftzug "Deutsche Bundesbahn" am Führerhaus trugen. Die Schilder hatten etwa dieselbe Größe wie die BD- und Bw-Schilder.

Fotolink zu Einführung DB-Keks in den Fünfzigern

geschrieben von: wr4üe

Datum: 01.06.06 18:07

Im EK-Forum hat Paul Eckerter ein Foto aus 1957 eingestellt. Dies zeigt einen VT98.9/VM98.9 (VT98 9553, WMD Abnahme 1956) und einen frisch abgelieferten weiteren VT98.9/VS98.9. Der dienstältere Teil hat eine "Deutsche Bundesbahn"-Anschrift am Rahmen, der frische den Keks.

[www.eisenbahn-kurier.de]
Gruß
Will

Re: ? Einführung DB-Keks in den Fünfzigern

geschrieben von: wr4üe

Datum: 01.06.06 18:13

KBS424 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Es gab auch Dampfloks, die keinen Keks, sondern
> nur einen Schriftzug "Deutsche Bundesbahn" am
> Führerhaus trugen. Die Schilder hatten etwa
> dieselbe Größe wie die BD- und Bw-Schilder.

Das war die Standardeigentümerbeschriftung ab Ende 1949 - man hat die Größe der "Deutsche Reichsbahn"-Schilder übernommen. Alle Fahrzeuge im Bestand der jungen Deutschen Bundesbahn erhielten umgehend diese Beschriftung.

Zunächst haben bei den Triebfahrzeugen nur Neubauten bei Ablieferung den "Keks" erhalten.

Erst ab ca. 1960 kam es zu Montagen der Gusskekse an Loks. Auch hier wie bei den Wagen wurden zunächst die "hochwertigen" Loks sowie eben die Quasi-Neubauten mit Neubaukessel oder Franco-Costi-Kessel mit dem neuen Zeichen ausgerüstet.

Manche 55, 94 oder E44 erlebte noch die Computernummernumzeichnung und gar die Ausmusterung ohne Keks.

Gruß
Will

Re: ? Einführung DB-Keks in den Fünfzigern

geschrieben von: Michael Bahls

Datum: 01.06.06 18:50

wr4üe schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die Buchstaben "DB" zierten bereits als
> aufgesetzte Metalllettern die Touropa-Liegewagen
> 1952 sowie die 3 Musterwagen ABC4üm 1952.
>
> Der erste VT 08.5 erhielt versuchweise eine
> Variante - heute würde man sagen, einen anderen
> Font - der aber bald wieder verschwand.Es gibt
> eigentlich nur ein oder 2 Fotos davon, deren
> Echtheit bzw. Retouche ist vor einiger Zeit hier
> diskutiert worden. BZA-Dezernent Dr.-Ing. Adolf
> Mielich hat zwar viel technisches gemacht, aber
> den DB-Keks hat er nicht zu verantworten.
>
> Das Markenzeichen "DB" in der mit Rahmen
> dekorierten Form ("Keks" genannt) wurde Ende 1955
> vom Präsidium entschieden. Mindestens 2 23er
> erhielten noch eine etwas grössere
> Entwurfsvariante auch auf der Rauchkammertür. Die
> konsequente Einführung begann erst 1957, nachdem
> genügend Schablonen vorlagen und die
> Klassenumzeichnung, der Tag sich heute zum 50 mal
> jährt, beendet war.
> Will

Du meinst sicher die 23 053 bis 064, gebaut1955 von Krupp und zwischen Juni und November in Dienst gestellt. Auch die beiden 10er hatten am Führerhaus einen solchen Keks mit lediglich einem dicken Rand.

Michael

Offizieller Einführungstermin ...

geschrieben von: 03 1008

Datum: 01.06.06 19:06

... war wohl der 3. Januar 1955 (siehe "Die DB in den 50er Jahren", (Bahn-Extra 2/92) S. 50 und Wenzel in EK 1/2005).

Erfinder

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 01.06.06 19:22

Wenn ich mich nicht irre, war es ein früher "Designer" namens Ege, der den berühmten "Keks" schuf. Welche Loks ihn erhielten und welche nicht, war recht uneinheitlich: manche 94er trugen ihn schon sehr früh, manch andere, z.B. 094 567, wurde mit Deutsche Bundesbahn-Schriftzug ausgemustert. Auch die "Hochwertigkeit" oder Geschwindigkeit war nicht entscheiden: Es gab Schmalspurdampfloks mit Keks, die E 16 trugen ihn aber meines Wissens nie...

Grüße

Martin

Richtig! Professor Eduard Ege ...

geschrieben von: E101265

Datum: 01.06.06 19:59

... hat den DB-Keks entworfen. Und zwar in München an der "Akademie für das Grafische Gewerbe"!

Übrigens dürfte dieser Kunstmaler und Designer zumindest unseren bayerischen Eisenbahnfreunden nicht ganz unbekannt sein, denn er war es, der das noch heute verwendete bayerische Staatswappen entwarf!

Gruß, Claus

Re: Erfinder

geschrieben von: Ronald Krug

Datum: 01.06.06 20:01

In Epoche IV hatten einige 116 ebenfalls den "Keks".
Die beiden Lokomotiven der Baureihe 66 wurden 1955 bereits mit dem "Keks" mit einfachem Rand geliefert.


Gruß

Ronald

D A N K E ! ! !

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 02.06.06 01:18

Ein herzliches Dankeschön an alle für die umfassenden Erklärungen!

Wieder einmal mehr der Beweis, dass im HifO keine noch so lapidare Frage ungelöst bleibt.
Hochinteressant in dem Zusammenhang auch die Querverweise auf die Anwendung an Triebfahrzeugen.

Und dann der 50te Jahrestag der Klassenreform, dank dem Hinweis von Will wieder ins Bewusstsein gerufen.

Nochmals vielen Dank und Wochenendgrüsse
vom Isartalbahner

Bilder von verschiedenen "Keksen" und Schriftzügen

geschrieben von: Hans-von-E94

Datum: 02.06.06 11:50

Im Bildlink kommt Ihr direkt auf die Unterseite mit den Bildern:

http://www.lokschilder.info/Galeriebilder/Eigentumsschilder/tn_DB-Keks.o.St._jpg.jpg

Dort unter DB klicken...


Gruß
Hans

Professor Eduard Ege schnitzte in Holz

geschrieben von: wr4üe

Datum: 02.06.06 13:46

Prof. Ege war Holzschnitzer. Also bekam die DB ein Design, dass vor allem der Herstellungstechnik des Druckmusters geschuldet ist - aus Holz geschnitzt.

Gruß
Will