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Frage zu einfachem Lichtsignal (m1B)

geschrieben von: Der Bergische

Datum: 25.04.06 16:17

In meinem gestrigen Beitrag über die im Bahnhof Rothemühle (Strecke Olpe - Kirchen/Sieg - Betzdorf) begangenen Süden befand sich das nachstehende Bild, das zwei Signale in einer auffällig einfachen Bauart zeigt.


http://img391.imageshack.us/img391/5633/olpe136ld.jpg


Es wurde die Frage aufgeworfen, was es mit diesen Signalen auf sich hat. Im Signalbuch 1959 sind sie nicht verzeichnet, und die Signal-Sonderhefte der MIBA (Ausg. 17 und 18) zeigen sie auch nicht.

Kann jemand von den HiFo-Spezialistenn hier eine Antwort geben?

Es grüßt

Der Bergische!

Re: Frage zu einfachem Lichtsignal (m1B)

geschrieben von: Carsten Hölscher

Datum: 25.04.06 16:44

nach dem Unglück bei Radevormwald wurden Nebenstrecken verstärkt mit Ausfahrsignalen nachgerüstet. Dafür kamen oft diese einfachen Dinger zum Einsatz, sind auch heute noch z.B. in Winterberg zu finden.

Carsten

Re: Frage zu einfachem Lichtsignal (m1B)

geschrieben von: Peles

Datum: 25.04.06 16:54

In NKI (Str. Hof - Bad Steben) stehen die auch noch. Das war m.W. mal ne Versuchsbauart um Nebenstrecken mit einfachen Lichtsignalen auszurüsten. Inwieweit sich das durchgesetzt hat weiß ich nicht.

Gruß

Peles

Re: Weitere Standorte

geschrieben von: Klaus aus FG

Datum: 25.04.06 17:09

In meiner näheren Umgebung fallen mir da noch Münchhausen und Wetter an der Strecke Marburg-Frankenberg sowie Goldhausen an der Strecke Limburg-Siershahn ein.

Re: Frage zu einfachem Lichtsignal (m1B)

geschrieben von: Rally01

Datum: 25.04.06 17:22

Hallo,
ja das war auch meines Wissens nach eine Versuchsbauart, die auf Nebenbahnen zum Einsatz kommen sollten.
Im Signalbuch standen sie nicht extra drin, weil sie die selben Lichtpunkte abgeben, wie Formsignale.
Rally

...auch ohne Indusi!

geschrieben von: KPO9

Datum: 25.04.06 18:26

Interressant finde ich auch das Lichtsignale aber keine Indusi-Magnete vorhanden waren!

Re: Weitere Standorte

geschrieben von: Baggerfahrer

Datum: 25.04.06 20:46

In Steinhagen stehen auch welche...

Weitere Standorte...

geschrieben von: iw

Datum: 25.04.06 23:01

Hallo,

..die mir spontan einfallen sind (bzw. waren) Mörlenbach (an der Strecke nach Fürth/Odw) und Waldkirch im Elztal. Ich meine, auch im Kraichgau irgendwo welche gesehen zu haben. (Diese Angaben beziehen sich auf Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre.) Damit war das m.E. zumindest ein Großversuch, wenn nicht schon Serienproduktion. Dass sie im Signalbuch nicht stehen, finde ich nicht verwunderlich, da sie die (Nacht-)Zeichen Hp0, Hp1 und Hp2 zeigen, wie jedes andere Hauptsignal (Form- oder Lichtsignal, nicht Hauptsperrsignal!) auch - oder gibt es ein Singalbuch, in dem die sogenannten Kompaktschirmsignale extra aufgeführt sind?

@Rally: Bei der DB wurde (im Gegensatz zur DR) nie zwischen den Signalbildern bei Form- und Lichtsignalen unterschieden.

Gruß
iw

Re: Frage zu einfachem Lichtsignal (m1B)

geschrieben von: Thomas Woditsch

Datum: 25.04.06 23:56

Der Bergische hat geschrieben:

> In meinem gestrigen Beitrag über die im Bahnhof Rothemühle
> (Strecke Olpe - Kirchen/Sieg - Betzdorf) begangenen Süden
> befand sich das nachstehende Bild, das zwei Signale in einer
> auffällig einfachen Bauart zeigt.

Das sind "Nebenbahn-Lichtsignale", die hauptsächlich in Hessen auftauchten. Mit Steinhagen (Brackwede-Dissen), Wetter und Münchhausen (Sarnau-Frankenberg), Willingen und Usseln (Korbach-BrilonWald) und Zierenberg (da auch als ESig!) sind mir diese Signale nur an Bahnhöfen bekannt, die in den Siebzigern mit Ausfahrsignalen nachgerüstet worden sind.
Auch die Einfach-Drucktasten-Stellwerke (auf einer Strecke bei Dieburg erprobt) waren bereits damit ausgestattet.

In Signal+Draht ist die Bauform beschrieben, eine Modellumsetzung wurde in der Fremo-Vereinszeitung Hp1 vor einigen Jahren beschrieben.

mfg

Thomas



--
Heimatbahnhof: EDUL

MIBA

geschrieben von: Jens Bühren

Datum: 26.04.06 03:11

In der zweiten Auflage (1992) des "MIBA-Signalbuches" von Stefan Carstens sind auch die Nebenbahn-Lichtsignale abgehandelt, inkl. Maßzeichnungen.

Weiterer Standort:

geschrieben von: Pischek Wolfgang

Datum: 26.04.06 12:10

Bahnhof Siegsdorf (KBS 953 TS - Ruhpolding)

Ha det bra!



e-lok-woife
Hallo Thomas :-)

Die Signale zum EDr-Stellwerk für Münster-Dieburg sahen noch anders aus. Diese Nebenbahn-Lichtsignale sind zusammen mit dem Trägerfrequenzblock 71 entwickelt worden, tauchen also frühestens Anfang der 70er Jahre auf.

An Standorten fällt mir noch ein:
Goldhausen, Steinefrenz (Str Limburg - Siershahn)
Historisch: Wehrheim (Str Friedrichsdorf - Grävenwiesbach)

Wie schon angesprochen wurde, hat die DB ein Nachrüstungsprogramm für Streckenblock auf Nebenbahnen und untergeordneten Hauptbahnen aufgelegt. Ursprünglich waren die Nebenbahnen meist für 50 km/h Streckenhöchstgeschwindigkeit konzipiert, dafür brauchte man nach der damals geltenden EBO nicht zwingend Ausfahrsignale. Oft gab es nur Ne 5- Signale, manchmal beleuchtet, wie sie uns Günter T gerade in Meudt gezeigt hat.

Das Stellwerk war nur für die Bedienung der ferngestellten Weichen und der zwei Einfahrsignale vorgesehen. Die Ausfahrten waren zum Teil nicht mal durch Fahrstraßenhebel gesichert, wenn nur stumpf befahrene Weichen vorkamen, was ja meist der Fall war. Bis 50 km/h forderte die BO keine Signalabhängigkeit der Weichen, und die FV enthielt eine Bestimmung, die den Lokführer zur Beobachtung der Weichenstellung verpflichtete.

Um nun die Sicherheit zu verbessern und die Streckenhöchstgeschwindigkeiten anheben zu können, mußte Streckenblock und damit auch Ausfahrsignale nachgebaut werden. Dazu gab es prinzipiell mehrere Möglichkeiten:

a) Das Hebelwerk war noch aufnahmefähig für 4 Signalhebel und die nötgen 6 Streckenblockfelder - das wird selten der Fall gewesen sein -

b) Das Hebelwerk bzw. Kurbelwerk war alt genug, um es auszubauen und durch ein neues Hebelwerk aus dem AW Hannover zu ersetzen (Merke: Die Bundesbahn spart - und baut Hebelwerke aus Altstoffen von Stellwerken, die durch Dr-Stellwerke entfielen)

In diesen beiden Fällen wurden als Ausfahrsignale gewöhnliche Formhauptsignale mit Drahtzugantrieb aufgestellt. Auf der Strecke Kirchen - Olpe war das z. B. in Wehbach der Fall, wo sie Der Bergische für uns festgehalten hat. Nachweislich hatte Wehbach zuvor keine Ausfahrsignale.

Als Streckenblock wurde Felderblock Form C - aus Altstoffen der Sigw Wuppertal - eingebaut, wenn das die Stellwerke an beiden Enden der Strecke zuließen, sonst Tf 71. An mechanische Stellwerke der Altbauarten wurde der Felderblock C ggf. durch elektrische Tasten- und Hebelsperren (sog. sperrenloser Block) angepaßt.

c) Das Hebelwerk war noch relativ neu, sodaß eine Auswechslung nicht zu vertreten war. Das kam häufig vor, weil noch in den 50er und 60er Jahren zahlreiche Hebelwerke aus Altstoffen noch ohne Platz für Ausfahrsignale und Streckenblock auf den Nebenbahnen eingebaut wurden, um noch primitivere Anlagen zu ersetzen. Dann hat man als Ausfahrsignale die speziell für diese Fall entwickelten Nebenbahn-Lichtsignale aufgestellt und an einen standardisierten Schaltschrank angeschlossen, der die Relaisanlagen für 2 Streckenköpfe mit Licht-Ausfahrsignalen und Tf 71 enthielt. Die Einfahrsignale bleiben in der Regel Formsignale (Ausnahme aber z. B. Wehrheim). Die Bauteile wurden bei Siemens oder Scheidt&Bachmann beschafft.

d) Es wurde ein kleines E 43-Stellwerk - auch das aus Altstoffen der DB in der Sigw Wuppertal zusammengebaut - eingebaut, dazu entweder Formsignale mit elektrischem Antrieb oder Lichtsignale der Einheitsbauart, wobei an den Ausfahrsignalen das sonst standardmäßige Ersatzsignal meist entfiel.

Auf größeren Bahnhöfen konnte man durch ein zentral gelegenes E43-Stellwerk meist ein oder zwei Wärterstellwerke einsparen. Beispiele dafür sind Korbach, Alsfeld, Wallau (abgebaut), Montabaur (abgebaut) - alle mit Lichtsignalen -, aber auch einige Durchgangsbahnhöfe wie Reiskirchen, Bad König oder Ohlstadt - Formsignale -.

Montabaur hatte, obwohl es sich um einen Abzweigbahnhof handelte, keine Ausfahrsignale, wie der Beitrag von Wolfgang Z hier zeigt.

e) Wenn die Bundesbahn schließlich ganz viel Geld übrig hatte, wurde ein neues Dr-Stellwerk in Auftrag gegeben (Wertheim und umliegende Bahnhöfe, Rottweil - Horb mit Fernsteuerzentrale in Rottenburg). Für Durchgangsbahnhöfe war das anfangs DrS 2 von Siemens (und auch welche aus Altstoffen), später auch MCL 84 von Standard Elektrik Lorenz.

Martin Balser.

Edit: Link.



Eintrag editiert (26.04.06 12:26)

Antwort zu den NE-Lichtsignalen

geschrieben von: Gruppentaste

Datum: 26.04.06 13:21

Der Bergische hat geschrieben:

> Es wurde die Frage aufgeworfen, was es mit diesen Signalen auf sich hat. Im Signalbuch 1959 sind sie nicht verzeichnet.

Also. Zunächst erstmal grundsätzlich müssen diese Signale nicht extra im Signalbuch verzeichnet sein, weil sie ganz normalen Signale Hp0, Hp1 und Hp2 zeigen, was ja auch schon ausgeführt wurde. Im Signalbuch wird bekanntlich nichts über die Schirmform gesagt.

Einige Dinge wurden über diese vereinfachten Nebenbahnlichtsignale ja schon gesagt. Deshalb dazu noch ein paar ergänzende Angaben.

Die Installation dieser Signale ist eine Konsequenz aus dem Unfall von Radevormwald, wo ja fehlende Ausfahrsignale und fehlender Streckenblock eine Rolle spielten. Daraufhin entwickelte die Firma Scheidt & Bachmann einen kleinen "(Relais-)Zusatz" für mechanische Stellwerke, mit dem sich leicht Ausfahrsignale und ggf. ein Streckenblock nachrüsten ließen. Die Lichtsignale sind eine vereinfachte Ausführung. Im Bedienraum des Stellwerkes wurde dann ein kleines zusätzliches (Gleisbild-) Bedienpult aufgebaut, über das die Signale und (falls vorhanden) der ebenfalls nachgerüstete Streckenblock bedient werden konnten. Beim Streckenblock handelt es sich um den sog. Tonfrequenzblock Tf 71. Den Tf 71 Block findet man durchaus öfter, als den Relaisaufsatz für die Lichtsignale.

Als bisher noch nicht genanntes Beispiel fällt mir die Strecke 5403 Kempten - Pfronten-Steinach ein. Hier gibt es sogar den ganz seltenen Fall, daß auch die Einfahrsignale Ne-Lichtsignale sind.
Heute sind nach meiner überschlägigen Schätzung allenfalls noch zwischen 15 und 20 Anlagen in Betrieb. Tf 71 aber einige mehr.



Schöne Grüße

Gruppentaste

"Vor meiner Black Mamba geht jeder Schaffner in die Knie."
Harald Schmidt in mobil 04/2009 über seine BahnCard100

Sehr interessant,...

geschrieben von: Der Bergische

Datum: 26.04.06 13:26

...was hier so alles zusammengetragen wird. Das habe ich (fast) alles nicht gewußt.

HiFo als Erwachsenen-Bildungseinrichtung, ein völlig neuer Aspekt!

Danke an alle, die zu meiner (und sicher auch der einiger anderer) Erhellung beigetragen haben - und vielleicht nich beitragen werden.

Es grüßt aus Selbigem

Der Nämliche!

danke für den interessanten Beitrag! (owT)

geschrieben von: alfbreitkopf

Datum: 26.04.06 13:43

.



„Wir brauchen keine Eisenbahn, die einerseits auf Hochglanzbroschüren potenziellen Aktionären immer höhere Gewinne ausweist und andererseits Verkehrsleistungen reduziert, treue Kunden verprellt und dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen behindert.“ Thomas Jurk, Verkehrsminister von Sachsen

Re: Antwort zu den NE-Lichtsignalen

geschrieben von: Thomas Woditsch

Datum: 26.04.06 13:50

Gruppentaste hat geschrieben:

> Daraufhin
> entwickelte die Firma Scheidt & Bachmann einen kleinen
> "(Relais-)Zusatz" für mechanische Stellwerke, mit dem sich
> leicht Ausfahrsignale und ggf. ein Streckenblock nachrüsten
> ließen. Die Lichtsignale sind eine vereinfachte Ausführung. Im
> Bedienraum des Stellwerkes wurde dann ein kleines zusätzliches
> (Gleisbild-) Bedienpult aufgebaut, über das die Signale und
> (falls vorhanden) der ebenfalls nachgerüstete Streckenblock
> bedient werden konnten.

Zum Beispiel in Zierenberg noch heute vorhanden.
Da dort im Juni eine umfangreiche Streckensanierung geplant ist, sollte man sich mit einem Besuch beeilen...

mfg

Thomas



--
Heimatbahnhof: EDUL

Re: Antwort zu den NE-Lichtsignalen

geschrieben von: Jens Bühren

Datum: 26.04.06 19:37

Danke, das war mir auch noch nicht bekannt .
JB

Re: Antwort zu den NE-Lichtsignalen

geschrieben von: Eurorunner

Datum: 26.04.06 20:07

Das mit Scheidt und Bachmann weiß ich noch von stellwerke.de aber der Rest war mir noch unbekannt.

Danke für die Info.



Gruß vom Rhein

http://img689.imageshack.us/img689/5479/unbenannt3u.jpg

! zum Bahnhof Münster (bei Dieburg) (m2½Scan)

geschrieben von: Alberto

Datum: 03.10.17 19:30

Auch die Einfach-Drucktasten-Stellwerke (auf einer Strecke bei Dieburg erprobt) waren bereits damit ausgestattet.


Hallo allerseits,

zufällig fand ich im Heft „Der Eisenbahnfachmann“ - Ausgabe vom 15. Juni 1956 - einen Aufsatz über das EDr2-Stellwerk (Einfach-Drucktast-Technik), das wohl 1952 auf dem Bahnhof in Münster (bei Dieburg/Hessen) in Betrieb genommen wurde:

http://up.picr.de/30540808dy.jpg

http://up.picr.de/30540809wq.jpg

http://up.picr.de/30540810rq.jpg

Vielleicht weiß ein Ortskundiger mehr dazu zu erzählen.

Gruß Alberto
Hochinteressant - danke!

Bin mit User "Zweisystemer" weder verwandt noch verschwägert.