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 04 - Historisches Forum 

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Heute vor 25 Jahren im Kölner Norden (4 B. u. T.)

geschrieben von: Nobbi

Datum: 16.05.05 13:56

Der Originalinhalt dieses Beitrags ist jetzt hier (Beitrag 04-183) zu sehen.





5-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.26 14:48.

Re: Dämme und Brücken Longerich

geschrieben von: Joachim Biemann

Datum: 16.05.05 15:22

Hallo Nobbi (und alle anderen),

die von Dir angesprochenen Dämme und Brücken in Köln-Longerich haben mich immer fasziniert. In den 1970er-Jahren habe ich eine unmaßstäbliche Skizze angefertigt (siehe unten), die schwarz die bestehenden Anlagen zeigt und in rot meine Schlussfolgerung für die geplante, aber nicht verwirklichte Gleisführung. Kurz gesagt: Es sollten dort die Gütergleise kreuzungsfrei aus- und eingefädelt werden. Statt dessen ist das dann lediglich mit Weichen umgesetzt worden, wobei Güterzüge von Köln nach Neuß ein Stück lang das Reisezuggleis der Gegenrichtung benutzen.

Die Angabe "Schnellfahrstrecke" trifft für den Bereich zu; sie wurde in den 1930er Jahren begonnen, aber nicht fertiggestellt (Zusammenhang: Auseinandersetzung Reichsbahn vs. private Rheinisch-Westfälische Städtebahn). Dabei handelt es sich um den bogenförmig geschwungenen Damm, der neben der im Einschnitt verlaufenden S-Bahn-Strecke nach Chorweiler liegt. Noch in den 1970ern ging die Bundesbahn davon aus, dort eine Schnellbahn zu bauen; inmitten der Trabantensiedlung Chorweiler war das Gelände dafür freigehalten. Als die Planungen sich konkretisierten, gab es wütende Proteste der Anwohner gegen die "Blitzzugstrecke". Später ist dann alles doch noch überbaut worden.

Dann ging die vorgesehene Trasse "über" den Fühlinger See, im weiteren Verlauf war eine Rheinbrücke geplant (im "Organ" gab es eine Skizze davon). Von ihr existier(t)en sogar rudimentäre Bauteile, nämlich einen Betonklotz am linksrheinischen Ufer. Weiterer Verlauf: westlich von Rheindorf (Trasse von Bebauung freigehalten), schließlich Einmündung in die bestehende Strecke Köln - Düsseldorf bei Mehlbruch (Trasse war oder ist frei von landwirtschaftlicher Bestellung, daher am Strauch-Bewuchs gut zu erkennen).

Es grüßt
Joachim Biemann



[url]http://img89.echo.cx/img89/2441/klong011vy.jpg[/url]
Schöner Beitrag, Nobbi. Und tröste Dich: vor 25 Jahren hatte auch *ich* eine solche Matte (kaum zu glauben, gelle? ;))

Re: Heute vor 25 Jahren im Kölner Norden (m4BuT)

geschrieben von: Anonymer Teilnehmer

Datum: 17.05.05 00:17

Hallo Nobbi,

schönes Foto von dem Turmtriebwagen auf dem Ausziehgleis. Wenn ich mir das Foto so richtig anschaue, dann hat der Triebwagen ja ziemlich weit hinten gestanden, fast am Ende des Gleises. Ich habe auch nicht gewußt, das es mal mit Fahrleitung überspannt war.

Das Ausziehgleis liegt heute immer noch bis zur Höhe der Soldiner Str. (früherer Stallagsweg). Es ist allerdings mittlerweile total zugewachsen und nicht mehr befahrbar. Ich bin 1986 nach Lindweiler gezogen, damals war es noch befahrbar und wurde - allerdings sehr selten und auch nicht in der ganzen Länge - noch benutzt. Ich kann mich noch erinnern, das in den 90zigern mal an der Kopframpe eine Reihe von vierachsigen Flachwagen mit alten VW-Bussen beladen worden ist. Außerdem gab es damals noch einen Gleisanschluss (Stahlhandel) im Bereich der Ladestrasse, der hin und wieder noch bedient wurde. Das Gleis war allerdings immer nur das Ausziehgleis des Ortsgüterbahnhofs Longerich und hatte mit der von Dir angesprochenen kreuzungsfreien Ein- und Ausfädelung - der Güterzuggleise von und nach Neuss- nie was zu tun. Es kommt in der Verlängerung auch nicht auf die westliche Brücke über den Unnauer Weg raus, die Trasse für dieses Gleis ist, wenn auch schwierig, auf der anderen Seite des paralell zum Ausziehgleis verlaufenden Feldwegs noch zu erkennen (liegt auch etwas tiefer als das Ausziehgleis). Am Anfang des Ausziehgleises liegt auch heute noch eine nach links abzweigende Weiche (also Richtung Lindweiler) der direkt eine 2. Linksweiche folgt. Diese beiden Gleise führen in das Gelände wo die führere Spedition "UNION-TRANSPORT" am Unnauer Weg eine grosse Niederlassung mit Lager hatte. Das Gelände und die Gebäude darauf existieren heute noch, sind allerdings ungenutzt und stehen leer. Es kann aber durchaus sein, das eines dieser beiden Anschlußgleise früher im Verlauf des Stallagsweg weiter nach Pesch und Esch zu den Kiesgruben führte. Es müßte aber schon sehr früh, so in den 50iger Jahren abgebaut worden sein, weil es damals mit der Wohnbe- bauung am Stallagsweg schon losging. Ich muß da mal meinen Nachbarn fragen, der ist schon früher nach Lindweiler gezogen und weiß vielleicht mehr darüber.

Viele Grüße aus Köln-Lindweiler,

Hans Wirtz

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