Hallo Nobbi (und alle anderen),
die von Dir angesprochenen Dämme und Brücken in Köln-Longerich haben mich immer fasziniert. In den 1970er-Jahren habe ich eine unmaßstäbliche Skizze angefertigt (siehe unten), die schwarz die bestehenden Anlagen zeigt und in rot meine Schlussfolgerung für die geplante, aber nicht verwirklichte Gleisführung. Kurz gesagt: Es sollten dort die Gütergleise kreuzungsfrei aus- und eingefädelt werden. Statt dessen ist das dann lediglich mit Weichen umgesetzt worden, wobei Güterzüge von Köln nach Neuß ein Stück lang das Reisezuggleis der Gegenrichtung benutzen.
Die Angabe "Schnellfahrstrecke" trifft für den Bereich zu; sie wurde in den 1930er Jahren begonnen, aber nicht fertiggestellt (Zusammenhang: Auseinandersetzung Reichsbahn vs. private Rheinisch-Westfälische Städtebahn). Dabei handelt es sich um den bogenförmig geschwungenen Damm, der neben der im Einschnitt verlaufenden S-Bahn-Strecke nach Chorweiler liegt. Noch in den 1970ern ging die Bundesbahn davon aus, dort eine Schnellbahn zu bauen; inmitten der Trabantensiedlung Chorweiler war das Gelände dafür freigehalten. Als die Planungen sich konkretisierten, gab es wütende Proteste der Anwohner gegen die "Blitzzugstrecke". Später ist dann alles doch noch überbaut worden.
Dann ging die vorgesehene Trasse "über" den Fühlinger See, im weiteren Verlauf war eine Rheinbrücke geplant (im "Organ" gab es eine Skizze davon). Von ihr existier(t)en sogar rudimentäre Bauteile, nämlich einen Betonklotz am linksrheinischen Ufer. Weiterer Verlauf: westlich von Rheindorf (Trasse von Bebauung freigehalten), schließlich Einmündung in die bestehende Strecke Köln - Düsseldorf bei Mehlbruch (Trasse war oder ist frei von landwirtschaftlicher Bestellung, daher am Strauch-Bewuchs gut zu erkennen).
Es grüßt
Joachim Biemann
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