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 04 - Historisches Forum 

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3. Mai 1972, von Horb Neckar-aufwärts. Zusammen mit Otfried Eisenhardt und Wilfried Kohlmeier hinter den letzten P8 her, wieder einmal. Sicherlich die dritte „Abschiedstour“ - diese Preußen waren ja nicht tot zu kriegen, liebe Freunde.

Wir trödelten im Bahnhof Neckarhausen herum, bei der 038 711, die mit ihrer Übergabe ewig lang hier herumstand. Es waren schließlich allerlei Planzüge auf der eingleisigen Strecke vorbeizulassen.

3.1)

https://up.picr.de/51162470jr.jpg

Ich habe hier, „5.72 / Teil 2“, Bilder 2.18 ff, schon einmal darüber berichtet. - Gespräche mit dem Lokpersonal, dem Rangierer, dem Fahrdienstleiter. Über Eisenbahn und anderes, über dies und das - als unerwartet das Telefon klingelte. Ein außerplanmäßiger Leer-Reisezug! Etwa mit Dampf? Rückfrage an Horb also: „Ja, so‘e Null-Vierevierzischer“.

Also, raus an die Strecke. Mittelmäßige Fotostelle wenig südlich von Dettingen, bei km 85,3. Ist ja nur eine 44.

Da kam sie auch schon, die Rottweiler 044 463:

3.2)

https://up.picr.de/51162006aa.jpg


Ui…, eine lange Leine…

3.3)

https://up.picr.de/51162007xp.jpg

Mittelmäßige Fotostelle, ich sagte es ja schon. Aber der ganze Zug kommt hier drauf.


Huch…!?!? Zug kommt nicht ganz drauf…!

3.4)

https://up.picr.de/51162008xf.jpg



3.5)

https://up.picr.de/51162009vp.jpg

Auch die Dettinger Dorfkirche schaut verwundert drein.

Also – neue Fotostelle, mit mehr „Raum“!

Bei Fischingen, km 91,6, sollte es doch klappen:

3.6)

https://up.picr.de/51162010ft.jpg


Herrje…, wieder nicht der ganze Zug!

3.7)

https://up.picr.de/51162011xp.jpg



Jetzt aber… - nördlich des Betriebsbahnhofs Grünholz bei Aistaig, km 98,5! – Voilà:

3.8)

https://up.picr.de/51162013mk.jpg

Endlich! …26 Vierachser zähle ich = 104 Achsen !

3.9)

https://up.picr.de/51162014hk.jpg


3.10)

https://up.picr.de/51162015vs.jpg


Wohin die Fuhre wohl ging? Leider haben wir das nicht eruiert, denn die nächste Rottweiler 44 mit Gag 9859, dem berühmten Ölzug nach … (?), gen Süden jedenfalls, stand an. Doch davon bei anderer Gelegenheit.

Schöne Abendgrüße aus Aachen –
Reinhard Gumbert


Wer die gesamte Serie der ersten Mai-Tage 1972 sehen möchte, wird hier fündig:


Teil 1 - Zwei Gesichter des deutschen Frühlings 1972. Teil 1 – im kalten Norden (16+2 B)
Teil 2 - Zwei Gesichter des deutschen Frühlings 1972. Teil 2 – im warmen Süden (21 + 3 B)


Edit: Korrektur zu Bild 8 - "Grünholz" statt "Aistaig". Danke an "Fritzle" für den Hinweis.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.08.26 17:43.

Boahhh! Da bin ich platt!

geschrieben von: Karabük

Datum: 03.08.26 21:11

Könnte das eine Leergarnitur für sogenannte "Gastarbeiterzüge" gewesen sein. Die fuhren ja nicht mit dem modernsten Material sondern eben mit B3yg, B4yg und Bye usw.
Vielleicht weiß da jemand mehr?
Auf jeden Fall vielen Dank für's Zeigen,
Viele liebe Grüße
Bastian
Hallo Reinhard,

der Zug könnte in Tübingen gestartet sein oder zumindest dort ein paar Wagen aufgenommen haben. 26 Vierachser kennt man sonst nur aus Indien oder China. An Gastarbeiterverkehr Anfang Mai glaube ich nicht. Vielleicht benötigte die Schweiz oder Österreich für eine Großveranstaltung eine große Anzahl an Leihwagen? Oder stand ein Fahrplanwechsel mit der Umbeheimatung von Wagen an?

Bei Personenzügen ist heute bei 15 Vierachsern Schluss. Autoreisezüge dürfen aus maximal 25 Vierachsern bestehen. Für Leerreisezüge (heute PbZ) sind mir keine Maximalwerte bekannt. Gab es damals welche?

Grüße
Markus
Moin Reinhard,

Donnerschlach, da hatte man aber eine Fuhre zusammengestellt! Und dass man dafür natürlich eine 44er hergenommen hat, verstehe ich sofort!

Schön, dass ihr hinterhergehechtet seid und es dann doch noch geklappt hat!

Danke fürs Mitnehmen,

Martin
Markus Richta schrieb:
Hallo Reinhard,

der Zug könnte in Tübingen gestartet sein oder zumindest dort ein paar Wagen aufgenommen haben. 26 Vierachser kennt man sonst nur aus Indien oder China. An Gastarbeiterverkehr Anfang Mai glaube ich nicht. Vielleicht benötigte die Schweiz oder Österreich für eine Großveranstaltung eine große Anzahl an Leihwagen? Oder stand ein Fahrplanwechsel mit der Umbeheimatung von Wagen an?

Bei Personenzügen ist heute bei 15 Vierachsern Schluss. Autoreisezüge dürfen aus maximal 25 Vierachsern bestehen. Für Leerreisezüge (heute PbZ) sind mir keine Maximalwerte bekannt. Gab es damals welche?
Eine kleine Bemerkung zu dem sehr interessanten Bericht: Gastarbeiterverkehr gab es damals zu jeder Jahreszeit außerhalb der Ferien, nämlich die sog. Wählerzüge. Dieser Zug könnte eine Wagensammlung nach einem dieser Verkehre zur Rückführung an die Heimatbahnhöfe dieser Wagen sein. Wählerzüge deshalb, weil damals in Italien mehrmals im Jahr die Regierung wechselte und von den im Ausland lebenden Wahlberechtigten die Stimme nur im Heimatland abgegeben werden durfte, wovon die Betroffenen Personen gerne regen Gebrauch machten. Übrigens wurde der Zug wahrscheinlich in der Bremsstellung "G" gefahren, was die Überlänge erlaubt hätte. Auf Bild 8 müßte es anstatt Aistaig KBf Grünholz heißen. Gruß Fritzle.
Könnte passen, am 7.Mai waren Parlamentswahlen in Italien.
Markus Richta schrieb:
Hallo Reinhard,

der Zug könnte in Tübingen gestartet sein oder zumindest dort ein paar Wagen aufgenommen haben. 26 Vierachser kennt man sonst nur aus Indien oder China. An Gastarbeiterverkehr Anfang Mai glaube ich nicht. Vielleicht benötigte die Schweiz oder Österreich für eine Großveranstaltung eine große Anzahl an Leihwagen? Oder stand ein Fahrplanwechsel mit der Umbeheimatung von Wagen an?

Bei Personenzügen ist heute bei 15 Vierachsern Schluss. Autoreisezüge dürfen aus maximal 25 Vierachsern bestehen. Für Leerreisezüge (heute PbZ) sind mir keine Maximalwerte bekannt. Gab es damals welche?
Leerzüge wie Autoreisezüge =100 Achsen
Reisezüge = 80 Achsen. lediglich bei der Bremsberechnung Einschränkungen z.Bsp. bei Nutzung der Magnetschienenbremse, Nutzung Schnellbremsbeschleuniger
galt auch schon 1972

Moin

Text - siehe oben

Gruß
VTg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 13:30.
Lieber Reinhard,

ich bewundere Deinen Ehrgeiz, den Zug in gesamter Länge aufs Bild zu bekommen! Ich hätte eher aufgegeben; nun ja: ohne Auto hätte ich auch keine Chance gehabt! Trotz der gebotenen Eile hast Du immer noch Standorte für wirklich gute Fotos gefunden - Respekt! Wenn ich das richtig gesehen habe, ist unter den 26 Vierachsern kein einziger 26,4m-Wagen in dem Zug - bei der Gesamtzahl 1972 schon ziemlich ungewöhnlich!

Gruß
Klaus
Was soll ich noch groß sagen, das nicht Vorschreiber schon geäßuert haben?

Eine tolle Fuhre habt ihr da erwischt! Und Glückwunsch, dass es mit "Zug-ganz-drauf" doch noch geklappt hat.

Bernhard

Umbauwagen außerhalb der DB...?

geschrieben von: DR01

Datum: 04.08.26 21:11

Durften Umbauwagen den Bereich der DB überhaupt verlassen...?

Natürlich vielen Dank an Reinhard für diesen ganz speziellen Zug... ;)


Schöne Grüße...Wolfgang


https://up.picr.de/51257650wt.jpg https://up.picr.de/51257651nx.jpg https://up.picr.de/51257652iv.jpg






























https://up.picr.de/51036239zx.jpg https://up.picr.de/51036240tf.jpg https://up.picr.de/51036241vx.jpg




















































































































https://up.picr.de/49095060pi.jpg























Re: Umbauwagen außerhalb der DB...? [mBL]

geschrieben von: Gleis MA 11-12

Datum: 04.08.26 23:37

DR01 schrieb:
Durften Umbauwagen den Bereich der DB überhaupt verlassen...?

Natürlich vielen Dank an Reinhard für diesen ganz speziellen Zug... ;)


Schöne Grüße...Wolfgang

Moin Wolfgang,

Gib mal Gastarbeiter und Umbauwagen oder B3yg in die Suchfunktion, wenn Du im histerischen Forum bist: Dieses Forum und älter als 1 Jahr anklicken. Da wirst Du fündig.

z.B.[www.drehscheibe-online.de]


Gruß aus Mannheim
Rolf

Edit: Linkhinweis im Betreff ergänzt

Technologieoffenheit bei der Bahn! https://up.picr.de/50359771fz.jpg https://up.picr.de/50471926ry.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 21:57.

max. Länge von Reisezügen

geschrieben von: MSR

Datum: 05.08.26 09:46

Hallo VTG,

Reisezüge dürfen aber laut EBO auch i.A. nicht länger sein als der Bahnsteig, was in der Praxis die Länge auf 400m beschränkt; auch 1972 dürfte es kaum irgendwo längere Bahnsteige gegeben haben. 26 Vierachser (auch wenn es ältere Bauarten sind, die weniger als 26,4m lang sind) sind vermutlich deutlich länger. Für einen Leerreisezug ist das natürlich egal.

Gruß
- Christopher
Eine undgewöhnliche und beeindruckende Zugzusammenstellung habt ihr da mehr oder weniger zufällig erwischt. Und mit viel Einsatz fotografisch festgehalten. Ich glaube so etwas ist nur den wenigsten Eisenbahnfans der damailgen Zeit vor die Linse gekommen. Wunderbar und vielen Dank fürs Zeigen hier.
Beste Grüße von
Peter

Re: Umbauwagen außerhalb der DB...?

geschrieben von: 824819

Datum: 05.08.26 18:56

Hallo,
Natürlich waren zu Hochzeiten B3y im Gastarbeiterverkehr nach Italien und anderen südlichen Länder im Einsatz.
Aus dem Ruhrgebiet in knapp drei Tagen bis nach Bari zum Beispiel. Da viele Wagen nur Dampfheizung hatten, fiel
bei Traktionswechsel auf E die Dampfheizung aus, und das im Dezember. Verschiedene Garnituren fuhren an jedem
Wochenende die Einsätze, 3 Tage hin- leer 3 Tage zurück- und dann die nächste Runde. Irgendwo muß noch
eine Fplo aus den &0igern rumliegen, bloss wo.
MFG -WS 824819

Gefällt!

geschrieben von: axel

Datum: 05.08.26 18:58

Hallo,

da musste sich auch eine 44er ordentlich ins Zeug legen!

Gruß

Axel
Lieber Reinhard,

das muss ein Erlebnis gewesen sein! Ich glaube, nie einen Reisezug von solch einer Länge gesehen zu haben, geschweige denn mit Dampf.

Aber mehr noch als die Bilder dieses Zuges haben mir die wunderbaren Aufnahmen in Deinem zu Anfang Deines Beitrages verlinkten Artikel zum letzten Preußendampf gefallen. Es war bzw. ist einfach eine wunderbare Gegend, und dann noch mit preußischen Länderbahndampfern, einfach ein Paradies für Typen wie uns!

Danke fürs Einstellen!

Schöne Grüße
Steffen

Re: Umbauwagen außerhalb der DB...?

geschrieben von: e32

Datum: 06.08.26 07:44

Die FS hatte noch lange Dampfheizwagen im Einsatz, die bei Übergabe der Züge in den FS- Bereich, beigestellt wurden.
Ausserdem waren die Menschen damals, bei kälteren Wintern nicht so " empfindsam ".
Wenn man alleine an die damaligen Unterkünfte ( Baracken) der Gastarbeiter denkt.
Und vielleicht war es, um so weiter ein solcher Zug gegen Süden fuhr, wärmer?
Markus Richta schrieb:
Hallo Reinhard,

der Zug könnte in Tübingen gestartet sein oder zumindest dort ein paar Wagen aufgenommen haben. 26 Vierachser kennt man sonst nur aus Indien oder China. An Gastarbeiterverkehr Anfang Mai glaube ich nicht. Vielleicht benötigte die Schweiz oder Österreich für eine Großveranstaltung eine große Anzahl an Leihwagen? Oder stand ein Fahrplanwechsel mit der Umbeheimatung von Wagen an?

Bei Personenzügen ist heute bei 15 Vierachsern Schluss. Autoreisezüge dürfen aus maximal 25 Vierachsern bestehen. Für Leerreisezüge (heute PbZ) sind mir keine Maximalwerte bekannt. Gab es damals welche?
Moin
Mein jährlicher Sonderzug (Metal-Train) hat bis zu 16 Wagen. Die passen in Itzehoe, Endbahnhof, noch an den Bahnsteig.
Grüße
Ralph
Hallo Reinhard,

das meiste zu dieser extrem ungewöhnlichen Fuhre ist ja schon gesagt. Da hat euch Kommissar Zufall einen tollen Fang serviert! Mir fällt bei den letzten drei Bildern außerdem die gut ausgebaute, aber völlig leere Straße neben dem Bahngleis auf. Ob das heute auch noch so wäre? Alleine wegen der hohen Wahrscheinlichkeit, dass im entscheidenden Augenblick ein "dicker LKW" (oder zwei oder drei...) direkt vor der Lok sein dürfte, wäre eine solche Fotostelle mir heute viel zu riskant.
Und der von dir erwähnte Ölzug - der fuhr doch nach Singen, oder?

Viele Grüße,
Stefan

Re: Umbauwagen außerhalb der DB...?

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 06.08.26 13:23

Ja, das ging mittels Sondervereinbarung zwischen den beteiligten Bahngesellschaften.

Nicht ganz richtig kann die Anmerkung zur Dampfheizung sein. Jegliche yg-Wagen hatten El-Hz, aber der Teufel liegt dann
in der Heizspannungshöhe etwa in Italien. 1000 V in D,A, und CH, 3000 V in Italien. Selbst bei den Silberlingen gab es nur
relativ wenige mehrspannungsfähige Wagen.

Es mußte also bei solchen Aktionen sichergestellt werden, dass die Heizung ab dem Brenner oder nach dem Gotthardt / Simplon
nicht versehentlich 3000 V bekam.

Mit den üe-Vorkriegsschnellzugbauarten war das hingegen kein Problem, auch wenn die ja anfangs der 1970er wohl die RIC - Kennung verloren
und meist auf HG 120 gestutzt wurden.

Grüße
824819 schrieb:
Hallo,
Natürlich waren zu Hochzeiten B3y im Gastarbeiterverkehr nach Italien und anderen südlichen Länder im Einsatz.
Aus dem Ruhrgebiet in knapp drei Tagen bis nach Bari zum Beispiel. Da viele Wagen nur Dampfheizung hatten, fiel
bei Traktionswechsel auf E die Dampfheizung aus, und das im Dezember. Verschiedene Garnituren fuhren an jedem
Wochenende die Einsätze, 3 Tage hin- leer 3 Tage zurück- und dann die nächste Runde. Irgendwo muß noch
eine Fplo aus den &0igern rumliegen, bloss wo.
MFG -WS 824819



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.26 13:28.

Re: max. Länge von Reisezügen

geschrieben von: bollisee

Datum: 06.08.26 22:45

MSR schrieb:
Hallo VTG,

Reisezüge dürfen aber laut EBO auch i.A. nicht länger sein als der Bahnsteig, was in der Praxis die Länge auf 400m beschränkt; auch 1972 dürfte es kaum irgendwo längere Bahnsteige gegeben haben. 26 Vierachser (auch wenn es ältere Bauarten sind, die weniger als 26,4m lang sind) sind vermutlich deutlich länger. Für einen Leerreisezug ist das natürlich egal.

Gruß
- Christopher
Die Regel hat aber damals niemanden interessiert. Ich bin auch schon aus den Kurswagen in Rottweil ins Gleisbett ausgestiegen. Das waren schon komplett 26,4 m-Wagen und die Kurswagen waren Nummer 17 und 18 im Bunde. Also deutlich länger als 400 m. Damals gab es nicht so viele Memmen bei den Verantwortlichen, sondern man war praxisnäher veranlagt und hat eben das Nötige getan. Es dürfte zwischen 1977 und 1979 gewesen sein, der Zug war ein Rückreisezug aus den Weihnachtsferien und hatte schon eine ziemlich überforderte 110er vorgespannt.
Stefan Hinder schrieb:
Hallo Reinhard,

das meiste zu dieser extrem ungewöhnlichen Fuhre ist ja schon gesagt. Da hat euch Kommissar Zufall einen tollen Fang serviert! Mir fällt bei den letzten drei Bildern außerdem die gut ausgebaute, aber völlig leere Straße neben dem Bahngleis auf. Ob das heute auch noch so wäre? Alleine wegen der hohen Wahrscheinlichkeit, dass im entscheidenden Augenblick ein "dicker LKW" (oder zwei oder drei...) direkt vor der Lok sein dürfte, wäre eine solche Fotostelle mir heute viel zu riskant.
Und der von dir erwähnte Ölzug - der fuhr doch nach Singen, oder?

Viele Grüße,
Stefan
Zwischen Rottweil und Sulz ist generell sehr wenig auf der B 14 los. Auch heute kannst Du das Bild noch probieren. Die LKW werden heute zum Großteil von der parallelen A81 aufgesaugt. Ein paar mehr Autos sind es allerdings dann schon...
Hallo!

E 658 Hof - Saarbrücken, gezogen von der Hofer 001 173, erreicht in Kürze seinen Bahnhofshalt in Kulmbach 12.10.1972
54a-07.jpg


Ich glaube nicht, daß der nächste Zughalt des E 658, der Bahnhof Kulmbach, einen so langen Bahnsteig aufwies, so daß Reisende aus dem letzten Waggon noch zum Bahnsteig hin hätten aussteigen können.
Ich vermute, selbst der Knotenpunkt Lichtenfels hatte keinen für die Zuglänge des E 658 ausreichenden Bahnsteig.
Das war eigentlich auch nicht nötig. Denn die Mehrzahl im damaligen Alltagsverkehr laufenden Personen-, Eil- und D-Züge hatten ja nicht einmal die Hälfte der Zuglänge, wie sie E 658 auf wies.

Schönen Gruß

Hans
Hallo Reinhard,
Herzlichen Dank für diese grandiosen Bilder eines wirklich besonderen Leerzugs! Vielleicht lässt sich ja noch final aufklären woher die Wagen kamen und gingen... Würde mich auf jeden Fall sehr interessieren! Vielleicht auch eine Rückführung vom Aw in die diversen Heimatbhf der einzelnen wagen?
Gruß Steffen

Von der Modellbahn zum Bahnmodell - Mein Uai 839 Tragschnabelwagen in 1:87!
[www.stummiforum.de]

Re: max. Länge von Reisezügen

geschrieben von: rolf koestner

Datum: 08.08.26 14:01

Um 1970 herum bin ich mit meinen Eltern und Brüdern mit einem Sonderzug von Osnabrück nach Timmendorfer Strand gefahren. In Osnabrück mußten die zwei oder drei vorderen Wagen freigehalten werden, da der Bahnsteig in Bohmte nicht ausreichen lang war. Die Wagen wurden erst kurz vor oder in Bohmte aufgeschlossen, damit die dort Zusteigenden diese entern konnten.

Ähnliches habe ich später noch einmal erlebt.



Bis neulich

Rolf Köstner

Liebe Leser und Bilderangucker, ich denke, dass ich jetzt nahezu 100 % der vor dem 30. Juni 2024 sichtbaren Bilder zu picr holen konnte. Sollte aber dennoch ein Beitrag (ab 2017) ohne Bilder sein, bitte ich um eine PN. Das dürfte dann eigentlich kein Problem sein, dass nicht kurzfristig erledigt werden könnte.



Man hat nicht richtig gelebt, wenn man nie in einem ICE gesessen hat, der in Hamm geteilt worden ist.


Beeindruckende Fotos, Reinhard, danke fürs Zeigen!

VTG schrieb:
Leerzüge wie Autoreisezüge =100 Achsen
Reisezüge = 80 Achsen. lediglich bei der Bremsberechnung Einschränkungen z.Bsp. bei Nutzung der Magnetschienenbremse, Nutzung Schnellbremsbeschleuniger
galt auch schon 1972
Wo war das damals geregelt?  Im Deutschen Reich war die maximale Zuglänge in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BO) festgelegt; in der EBO 1967 ist nichts davon zu finden.

Die am 28. Mai 1967 in Kraft getretene und heute noch geltende EBO sagt lediglich [1]:
                                        § 34
                       Begriff, Art und Länge der Züge
(5)  Ein Zug darf nicht länger sein, als es seine Bremsverhältnisse, Zug- und Stroßeinrichtungen und die Bahnanlagen zulassen.  Bei bestehenden Bahnsteigen dürfen Reisezüge nur dann länger als die Bahnsteige sein, wenn Sicherheit durch betriebliche Anweisungen gewährleistet ist.
Gemäß BO 1928 [2] (speziell § 54 [2]) in der seit dem 1. September 1933 geltenden Fassung [3] konnten Reisezüge durchaus 104 Achsen haben, vorausgesetzt dass der Mindestbremshundertstel ≤ 56 war (also grob gesagt max 75–85 km/h auf Haupteisenbahnen, je nach den Neigungsverhältnissen) [3]:
                                        § 54
                   Begriff, Gattung und Stärke der Züge
(3)  Die Stärke der Züge (ausschließlich der Achsen der arbeitenden Lokomotiven und ihrer Tender) darf höchstens betragen:
     bei Reisezügen
          mit durchgehender Bremsung........... 160 − B,
          mit Handbremsung......................... 160 − 2 B,
     jedoch nicht mehr als 120 Achsen;
     bei Güterzügen
          mit durchgehender Bremsung........... 190 − B,
          mit Handbremsung......................... 190 − 2 B,
     jedoch nicht mehr als 150 Achsen.
Hierbei entspricht B den Bremshundersteln, die für den Zug vorgeschrieben sind.
Reisezüge dürfen stets 60 Achsen stark sein.
Dieser Absatz galt unverändert, bis die BO außer Kraft gesetzt wurde:  In Westdeutschland am 28. Mai 1967 durch die EBO (§ 65 [1]), in Ostdeutschland mit Fortgeltung bis zum 31. Dezember 1993 durch den Einigungsvertrag (Anl. I Kap. XI Sachgeb. A Abschn. III Nr. 7 [4]).

Die Länge der Bahnsteige war gar nicht in der BO 1928 erwähnt, nur deren Höhe (§ 23 BO [2]).  Diese Bestimmung wurde nie geändert, ging 1967 fast unverändert in § 13 EBO [1] auf, — seither ist sie nur schlechter geworden.

MfG, Dennis
_____________________

[1]  „Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO)“ vom 8. Mai 1967, in Kraft den 28. Mai 1967  (BGBl. II № 20 S. 1563–1603, 1578, [BGBl]).
[2]  „Verordnung über die Einführung einer neuen Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung“ (BO) vom 17. Juli 1928, in Kraft den 1. Oktober 1928  (RGBl. II № 37 S. 541–587, 563, [ALEX]).
[3]  „Verordnung zur Änderung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung“ vom 12. Mai 1933, in Kraft den 1. September 1933  (RGBl. II № 19 S. 281–303, 287, [ALEX]).
[4]  „Gesetz zu dem Vertrag vom 31. August 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands — Einigungsvertragsgesetz — und der Vereinbarung vom 18. September 1990“ vom 23. September 1990  (BGBl. II № 35 S. 885–1245, 1098–1099, [BGBl]).
Steffen Lüdecke schrieb:
Ich glaube, nie einen Reisezug von solch einer Länge gesehen zu haben, geschweige denn mit Dampf.
Hai Steffen,

im Land hinter dem großen Wasser gab es noch etliche Längere und Schwerere. Aufnahmen von ungeschnittenen Gesamt-Vorbeifahrten gibt es nicht all zu viele, weil man dort solche Zuglängen nicht für so besonders hält, aber hier sind ein paar:

[youtu.be]

33 Wagen, fast nur „Light Weights“, die durchschnittlich 60-65t wiegen, ein paar „Heavy Weights“ mit durchschnittlich 90t waren auch drin, der Zusatz-Wasser-Tender wiegt (wenn voll) ca. 180t, d. h. der Zug wog ungefähr 2300t. Solche Züge hat die Nickel Plate 765 (welche hier nur als C&O Kanawha maskiert wurde) regelmäßig gefahren.
Züge dieser Länge (auch manchmal darüber) sind in den 1980ern und frühen 90ern auch mit der C&O 614, Reading 2101, 2102, N&W 611 und vermutlich auch anderen gefahren worden – zu Zeiten, als noch keine Angstlok dabei sein mußte. In der Ebene wurde i. d. R. „Track speed“ 60 und auch 70mph damit gefahren, mit der C&O 614 auch mal über 80mph.

[youtu.be]

[www.youtube.com]

Heute sind die Zuggewichte meist kleiner, aber gelegentlich immer noch bei bei 20 Wagen + Zusatztender und ca. 1500t:

[www.youtube.com]

[www.youtube.com]

Genug Dampf zum Pfeifen ist auch noch da.
Gruß
Guten Morgen Reinhard,

danke für diese außergewöhnlichen Bericht! Was es nicht alles gab, bzw. bei der Eisenbahn gibt es nichts, was es nicht gibt... . QED! Solange der Zughaken nicht abreist, ist doch alles gut.

In meinen Archivalien habe ich gefunden, dass der Ölzug Gag 9859 von Karlsruhe-Knielingen Raffinerie über Stuttgart-Münster - Tübingen (dort Lokwechsel von 150 auf 044) - Horb nach Rottweil verkehrte.

Freue mich schon auf Deine Bilder vom Ölzug.

Liebe Grüße
Matthias

Nachtrag: Leer-Garnituren für 2 Pilgerzüge ?

geschrieben von: Reinhard Gumbert

Datum: 16.08.26 11:48

Hallo in die Runde,

noch ein später Nachtrag: Wilfried Kohlmeier, der mit von der Partie war, erinnert sich, daß wir von einem Fdl. an der Strecke die Info erhielten, es handele sich um die Überführung der Leer-Garnituren für zwei demnächst anstehende Pilgerzüge. Leider ist nicht notiert oder sonst erinnerlich, welches Ziel der Lr hatte bzw. ab wo die Pilgerzüge fahren sollten. Jedenfalls stand Pfingsten vor der Tür (21./22. Mai 1972), das paßte also.

Schöne Grüße aus Aachen -
Reinhard
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