Guten Tag zusammen,
eine Besonderheit der Krefelder Eisenbahn bestand darin, dass es keinen einheitlichen Fahrzeugpark gab. Während beispielsweise die Krefelder Hafenbahn sechs Jung-Loks des Typs R 42 C besaß, verkehrten bei der KEG nur Einzelstücke, was den Betrieb abwechslungsreich machte.
Ich beginne mit einem Bild, das bei den heutigen hochsommerlichen Temperaturen etwas Abkühlung verschaffen mag.
Bild 1
Eines meiner Lieblingsbilder ist dieses Winterfoto, das die erst 1966 fabrikneu zur Krefelder Eisenbahn gelangte Jung-Lok des Typs R 60 D zeigt. Von dieser Loktype wurden nur fünf Exemplare gebaut. Die Lok rangiert auf dem Ausziehgleis am Südkopf des Nordbahnhofs. Im Hintergrund die Holzhandlung Carl Götz. Links der erst kurz zuvor dort aufgestellte moderne stählerne Prellbock, der den alten Schüttprellbock, von dem im ersten Teil des Beitrags die Rede war, ersetzte.
Bild 2
Dieselbe Lok durchfährt mit einem Güterzug aus Richtung Moers den Bahnhof Hülserberg. Das abzweigende Gleis im Vordergrund ist das Anschlussgleis zur Zementfabrik Carstanjen. Dass trotz regnerischen Wetters so viele Leute am Bahnübergang stehen, hängt damit zusammen, dass das Foto in der Festwoche im Herbst 1968 entstand. Die Leute werden mit dem Dampfzug, der im Anschlussgleis wartet, nach Krefeld Nord zurückfahren. Auf die Festwoche werde ich im Teil 3 des Beitrags eingehen.
Bild 3
Diese Jung-Lok vom Typ R 42 C war seit 1962 bei der Krefelder Eisenbahn im Einsatz. Ich erwischte sie am Preußenring zwischen Nord- und Westbahnhof. Dort bin ich ungezählte Male entlanggegangen, wenn ich meinen Schulfreund Alexander F. (seine Mutter backte vorzügliche Kuchen) nach Hause begleitet hatte und dann nach Hause ging. Im Hintergrund der Gasometer des Gaswerks an der St. Töniser Straße.
Bild 4
Fast an derselben Stelle, nur von der anderen Seite aus (dort verläuft ein Spazierweg durch Grünanlagen) fotografiert, ist die Deutz-Lok vom Typ MS 530 C mit ihrem Zug Richtung Westbahnhof unterwegs. Ich freute mich damals über dieses Foto, weil es auch einen italienischen Spitzdachgüterwagen zeigt. Ich kannte italienische Güterwagen aus dem TRIX EXPRESS-Katalog, seitdem TRIX Anfang der 1960er Jahre eine Kooperation mit Rivarossi begonnen hatte.
Das Geländer gehört zum BÜ (nur für Fußgänger) Maurenbrecherstraße. Im Hintergrund das gerade fertiggestellte neue RWE-Verwaltungsgebäude.
Bild 5
Ein Foto vom Führerstand dieser Lok habe ich bereits im
1. Teil des Beitrags gezeigt. Die 1958 gebaute MaK-Lok vom Typ 240 B war relativ selten zu sehen und wurde 1967 an die HzL verkauft. Das Foto mit dem freundlichen Lokführer, der mich auf den Führerstand einlud, entstand 1965. Links sieht man noch den alten Schüttprellbock. Gut zu sehen ist auch, dass das Ausziehgleis hier etwas höher liegt als das Ein-/Ausfahrgleis; durch das leichte Gefälle wurde der Abstoßbetrieb erleichtert.
Bild 6
Unerwartet kommt der fabrikneue Gleiskraftwagen (Sollinger Hütte, Bj. 1965) in den Nordbahnhof. Im Hintergrund das Amts-/Landgericht. Ich zeige hier den eigentlich misslungenen Schnappschuss, weil er mein einziges Betriebsfoto dieses Fahrzeugs ist.
Bild 7
Ein einziges Mal (1967 oder 1968) sah ich diese Lok der Moerser Kreisbahn am Nordbahnhof. Warum sie bei der KEG zum Einsatz kam, weiß ich nicht. Vielleicht war eine KEG-Lok defekt; denkbar ist auch, dass wegen der Rübenkampagne oder wegen der Sonderzüge in der Festwoche erhöhter Lokbedarf herrschte.
Bild 8
Für mich ein besonders wertvolles Foto; es zeigt die Lok der Moerser Kreisbahn wahrscheinlich bei der Bedienung des Gleisanschlusses der Esso-Tankstelle, die sich am Preußenring (oder Oranierring?) befand. Kann jemand diese Tankstelle aus der Erinnerung genau verorten? Gibt es vielleicht Bilder davon?
Man beachte auch die Fracht mit Lademaßüberschreitung im Hintergrund! Ein Produkt von Koerver & Lersch oder Dornbusch oder Siempelkamp oder ...?
Bild 9
Eine weitere Leih- bzw. Mietlok rangiert im Herbst 1968 während der Festwoche (aus diesem Anlass weht auch eine Flagge; seltsamerweise ist der Mast mitten im Gleis platziert) auf dem Nordbahnhof. Es handelt sich um eine Jung-Lok des Typs R 30 C.
Bild 10
Dieselbe Lok auf dem Ausziehgleis neben der Holzhandlung Carl Götz. Man beachte den sechsachsigen Kesselwagen! Markus D., ein Experte in Sachen Krefelder Eisenbahn, äußerte die Vermutung, dass der Waggon Teer, ein Nebenprodukt des Krefelder Gaswerks, geladen haben könnte.
Was hier nicht zu sehen ist:
Die im Eigenbau (1963) entstandene Diesellok mit der Achsfolge A1; diese Lok habe ich nie im Betrieb gesehen, sondern nur als Spielzeuglok an Holthausens Kull. Dort habe ich sie in den 1980er Jahren fotografiert und zeige sie im 4. Teil dieses Beitrags.
Ebenfalls nie gesehen habe ich die in Kempen stationierte zweiachsige Deutz-Lok (Bj. 1959), von der Martin Welzel in einem älteren Beitrag Bilder gezeigt hat.
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Richtigstellungen und Ergänzungen.
Aus Gladbeck grüßt
Joachim
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 21:35.