Hallo!
012 055-0 schrieb:
Moin,
auch dieser Beitrag ist wieder sehr interessant, danke.
Warum das, was heute unmöglich ist, damals noch ging, bzw. eher umgekehrt:
Damals wusste man i. d. R. noch, was sich gehört.
Wenn also ein Fremder im Gelände war und sich (selbstverständlich) gut benahm, dann wurde das oft toleriert.
Heute ist das Wissen um das, was man machen darf, und das, was man nicht machen soll/darf, leider ziemlich verloren gegangen.
Schlimmer noch, wird ein Unbefugter verletzt, hat die Bahn ja auch noch Schuld!
Außerdem wird ja auch noch geklaut, randaliert, oder sogar sabotiert...!
Das kann ich exakt so fuer das damals aufgelassene Bw Bielefeld bestaetigen:
Dort standen in den 1980er Jahren nur noch Loks abgestellt, es erfolgte keine Wartung oder Instandhaltung von dort aus mehr (die Drehscheibe war bereits gesperrt, der Ringlokschuppen verfiel).
Wenn man dort am Wochenende oder an Feiertagen auflief, war i. d. R. erst einmal niemand zu sehen, also stromerte man herum.
Sah man einen Eisenbahner, dass fragte man, ob es okay sei, sich dort etwas umzusehen und/oder Bilder zu machen. Klappte immer.
Ich erinnere mich aber an ein grosses "Donnerwetter", als drei oder vier Eisenbahn-"Freunde" an abgestellten Loks herumkletterten, Klappen und Hauben oeffnete und sich das Innenleben anschauen wollten - da bruellte ein (vorher nicht zu sehender Eisenbahner) laut auf ueber den Platz und "nordete die Jungs ein", wenn sie nicht innerhalb 30 Sekunden das Gelaende verliessen, dann mache er von seiner Verpflichtung als Hilfsbeamter der Bahnpolizei (oder so aehnlich, ich bekomme es nicht mehr auf die Reihe, aber Ihr wisst, wie das damals war ...) Gebrauch und naehme sie vorlaeufig fest.
Die waren weg wie nix. Ich war zu der Zeit einige -zig Meter entfernt, packte also auch meine Kamera ein und wollte ebenfalls gehen, als er mich ruhig ansprach und meinte, ich koenne bleiben - schliesslich wuerde ich regelmaessig ordentlich fragen.
Und auf die Idee, irgendetwas an abgestellten Loks zu machen, kaeme ich -damals wie heute- nicht einmal.
Aus dem Kontakt ergaben sich in der Folge bei mehreren Gelegenheiten nette Gespraeche und Einladungen zur Besichtigung der Fahrzeuge von innen.
Gruss
Peter
Nur die Erinnerung an die Opfer schütze vor einer Zukunft als Täter: "Ein Schlussstrich unter die Erinnerung wäre der Schlussstrich unter unserer Demokratie."
"Wir, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, tragen keine Schuld an den Taten von damals. Aber wir tragen die Verantwortung für die Konsequenzen dieser Taten im Hier und Jetzt."
(Hape Kerkeling, 12. 4. 2026, zum 81. Jahrestag der Befreiung von Buchenwald)