DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historisches Forum 

Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit von Bahn und Bus, die mindestens 10 Jahre alt sind. Aktuelle Bilder sind nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen zu verwenden. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen, die Qualität sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahn- und KEIN Foto-Forum! Für Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten, zum aktuellen Stand historischer Fahrzeuge oder Infrastrukturen sowie für die Bewertung von Fotos sind die entsprechenden Foren zu nutzen.
Hauptverantwortliche Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - Rönshausener - Th.D.

Neu bei Drehscheibe Online? » Hier registrieren!  Zum Ausprobieren und Üben steht das » Testforum zur Verfügung!
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Liebe HiFo-Gemeinde,

verbindlichen Dank für Eure Kommentare und die vielen persönlichen Erinnerungen zum Schlussteil meines Emslandberichtes [www.drehscheibe-online.de].

@ 144.5: Deine Frage, was Politik und Gesellschaft, also jeder Einzelne von uns, aus den vor über 50 Jahren schon brandaktuellen Energieproblemen gelernt haben, ist bestürzend berechtigt. Für mich ist es immer wieder frappierend, wie wir Menschen als die angeblich höchstentwickelten Lebensformen dieser Erde unfähig sind, angemessen auf vorhersehbare Gefahren zu reagieren.
@ 01 1066 und Klaus Groß: Besten Dank für Eure ergänzenden Fotos aus Bentlage. Das war für mich ein magischer Ort! Dein Brandfoto, Klaus, ist zeitungswürdig!
@ K.F.W.: Danke Dir für die betrieblichen Ergänzungen . . .
@ Novoma: . . . und für die Erläuterungen zu den Miltärfahrzeugen.
@ Martin Welzel: Der Hinweis auf Deinen früheren Bentlage-Beitrag hat mich beim nochmal Anklicken sehr ins „Damals“ zurückversetzt.





Heute gibt es wieder etwas Elektrisches und Dieseliges. Dass ich im Augenblick mehr Beiträge als sonst ins Forum einstelle, liegt an unserem unsäglich heißen Wetter. Bei solchen Temperaturen geht man nicht freiwillig aus dem Haus, sondern beschäftigt sich viel lieber mit historischen Themen.

Viele Jahre kam ich täglich am Rangierbahnhof München-Laim vorbei, wenn ich mit der S-Bahn in die Stadt fuhr. Der Blick war geschult, alles Interessante oder auch nur das Alltägliche sofort zu erfassen. Schnell war ich mit der Sausebahn wieder vorbei. Da man damals das Bahngelände noch mit ein bisschen Courage ohne jedes Problem betreten konnte, legte ich dort gelegentlich einen Fotostop ein. Man gelangte von der S-Bahn-Station Laim über eine Treppe direkt zum Rbf und war schon drin. Im Oktober 1972 stand wieder eine kurze Visite an, und zwar nach der Schule gegen 14 Uhr:



1       1972.mü.laim.10.72.tif.jpg

Bild 1 Über die Richtungsgleise führte extra für die Fotografen (vielleicht auch für die Bahner) ein eiserner Steg vom Betriebsgebäude zu einem der Stellwerke und zur anderen Rbf-Seite. Er bot einen idealen Überblick. Ich weiß noch, mit welchem rasanten Herzklopfen ich im September 1970 erstmals wagte, unter den Augen der Eisenbahner dort hinauf zu steigen und zaghaft meine Fotos zu schießen, siehe Bilder 16 – 21 in [www.drehscheibe-online.de]. Heute kam als erstes die solo fahrende 194 158 (AEG/1944) vom Bw München Ost daher. Die Maschine hat nach ihrer Ausmusterung im Jahr 1988 noch Karriere gemacht, ihre Nummer ist dem Eisenbahnfreund des Jahres 2026 wohlbekannt: [eisenbahn-museumsfahrzeuge.de].


2        1972.mü.laim.10.72 (8).tif.jpg

Bild 2 Der Blick in die andere Richtung zeigt 260 418 (MaK/1958) vom Bw München Hbf. Sie wurde dort 1984 ausgemustert, kam aber über den Schrott- und Lokomotivhändler Layritz im Jahr 1985 in den Kosovo nach Priština und später ins serbische Belgrad. Laut [revisionsdaten.de] wurde sie dort 2021 verschrottet.


3        1972.mü.laim.10.72 (2).tif.jpg

Bild 3 Hinter der vorbeifahrenden 144 039 (KM/SSW/1935) vom Bw München Ost ist die damals neue S-Bahn-Station Laim zu sehen. Mit den Olympischen Sommerspielen des Jahres 1972 war das sternförmige Münchner S-Bahn-Netz im gleichen Jahr in Betrieb gegangen. Aus dem alten, ziemlich verranzten Haltepunkt München-Laim war nun eine neuzeitliche S-Bahn-Station mit zentraler Vernetzung geworden.


4         1972.mü.laim.10.72 (7).tif.jpg

Bild 4 Im Laimer Rbf war ständig etwas los, eine Zug- oder Lokfahrt löste die andere ab. Kein Wunder, denn die Anlagen waren inzwischen längst zu klein geworden und verursachten lange Wartezeiten. 194 107 (AEG/1943) des Bw Augsburg kam vom Bw Hbf herüber, um einen Zug zu übernehmen. Rechts sauste 260 418 vorbei. Im Hintergrund sieht man drei Abdrücksignale. Weiß einer der ortskundigen Leser, wo sich der zugehörige Ablaufberg befand? Der große Berg, an dem die Stangen-Elloks der Baureihe 191 arbeiteten, befand sich ja ganz im Hintergrund, seine Züge sind in Richtung des Betrachters zerlegt worden. Zu ihm gehörten die Signale nicht. Oder waren das vielleicht „Wiederholer“ der Bergsignale?


5       1972.mü.laim.10.72 (3).tif.jpg

Bild 5 Als sich 194 107 vor ihre Garnitur gesetzt hatte, rollte nebenan 211 288 (KM/1962) des Bw München Ost herein. Auch diese Lok fand nach ihrer Z-Stellung (01.06.1994, Bw Ulm) noch eine Weiterverwendung: Laut [www.v100.de] lief sie ab 1997 in Beauchamp in Frankreich und kam 2019 nach Salzburg. Einst hatte sie 1962 ihre Abnahmefahrt von Nürnberg nach Marktschorgast über die Schiefe Ebene absolviert.


6       1972.mü.laim.10.72 (10).tif.jpg

Bild 6 Nun war der dicke Brummer abfahrbeit. In dieser Aufnahme sieht man schön die in den 1950er Jahren angebrachte, sehr sinnvolle Dachverlängerung, die dem Lokführer als Blendschutz diente. 194 107 wurde 1987 beim Bw Ingolstadt außer Dienst gestellt und im Jahr darauf in Bremen verschrottet.


7         1972.mü.laim.10.72 (9).tif.jpg

Bild 7 Einen sehr gemischten Güterzug brachte 144 025 (KM/SSW/1934) des Bw München Ost vom Südring herein. Auch ein Kran und mehrere Bauzugwagen waren dabei. Im Jahr 1972 besaßen noch viele Altbau-Elloks ihre großen Reichsbahnlaternen, die dann bald durch die kleineren DB-Lampen ersetzt worden sind.


8        1972.mü.laim.10.72 (6).tif.jpg

Bild 8 Nun setzte ich meine Fototätigkeit eine Etage tiefer fort. 194 109 (AEG/1943) des Bw Ingolstadt lief mit einem Dg aus Würzburg ein. Die Lok fuhr noch geraume Zeit, die Z-Stellung erfolgte am 15.05.1987 in Ingolstadt. Auch sie wurde, wie so viele andere Loks auch, weit entfernt von ihrem letzten Einsatzort verschrottet, und zwar in Bous (Saar) im Jahr 1988. Ich frage mich, ob das System, die Loks rasch, aber oftmals an weit entfernten Orten zerlegen zu lassen, sinnvoll gewesen ist. Die langen Überführungsfahrten verursachten nennenswerte Personal- und Sachkosten, die vom Schrotterlös in Abzug zu bringen waren. Soweit ich weiß, gingen diese Fahrten zu Lasten der DB. Na ja, das fragt ein Außenstehender, der von den Interna des Betriebes natürlich nur wenig Ahnung hat.


9        1972.mü.laim.10.72 (11).tif.jpg

Bild 9 Hauptgrund für meine Laimer Besuche waren immer die Loks der Baureihe 191. Dieses Mal traf ich 191 002 (Krauss/SSW/1926) alleine unten im Rbf an, während die andere Lok wohl „oben am Berg“ gewesen ist. Diese Maschine war erst vor einigen Monaten aus Oberhausen nach München gekommen, nachdem die hiesige 191 098 abgestellt werden musste. So war der für den Plandienst (zwei plus zwei) an den Ablaufbergen in Laim und in Berg am Laim nötige Lokbestand von sechs Stück gewährleistet.

Ende 1972 besaß das Bw München Ost die folgenden Loks:
191 002, 011, 099, 100, 101, 102
Der übrige Rest der Baureihe erlebte beim Bw Oberhausen-Osterfeld Süd gerade die letzten Einsatzwochen:
191 001, 008, 009, 010, 097.


10        1972.mü.laim.10.72 (14).tif.jpg

Bild 10 Zum Mittag hin war es an meinem Besuchstag sehr warm geworden – goldener Oktober. Es wehte ein starker Föhnwind. Der Lokführer hatte die Maschinenraumfenster seiner Lok geöffnet, um den Trafo vor Überhitzung zu schützen. 191 002 war keine der Münchner Stamm-E 91, vor dem Krieg lief sie nur wenige Jahre hier. Danach gehörte die Lok zu den Bw Landshut, Pressig-Rothenkirchen (1950 – 1967), Kornwestheim und zuletzt Oberhausen-Osterfeld Süd. Nachdem sie am 09.09.1968 im AW München-Freimann ihre letzte U2-Ausbesserung erhalten hatte, wurde sie fristgemäß am 09.09.1974 z-gestellt. Es folgte noch der mehrjährige Einsatz als Heizlok in Neustadt/Aisch an der Strecke Nürnberg - Würzburg, dann wurde auch sie verschrottet, und zwar im Juli 1983 im AW Weiden.


(Schluss folgt in wenigen Minuten)
Schluss:



11       1972.mü.laim.10.72 (18).tif.jpg

Bild 11 Eines der zahlreichen, wenig beachteten Mauerblümchen des Bahnbetriebs war 141 019 (Henschel/BBC/1957). Tag und Nacht und überall in großer Menge anzutreffen, besaßen diese Loks das scheinbar ewige Leben. Die abgebildete Maschine hatte zwei Monate zuvor im AW München-Freimann eine U3-Untersuchung mit Neulackierung in chromoxydgrün erhalten (vorher blau), außerdem waren bei dieser Gelegenheit sämtliche Schilder und auch das silbergraue Dach entfallen. In diesem Kleid war die Lok nun eine Vorbotin der künftigen aalglatten neuen Lokomotiven. Die Maschine gehörte viele Jahre zum Bw München Hbf, ehe sie 1983 zum Bw Nürnberg 1 versetzt wurde, wo sie bis zum 21.12.2000 (z) fuhr. Bereits im Folgejahr zerlegte man sie in Opladen.


12       1972.mü.laim.10.72 (17a).tif.jpg

Bild 12 In dieser Aufnahme mit 144 029 (KM/SSW/1934) des Bw München Ost ist der eiserne Steg zu sehen, der die Gleise des Laimer Rbf überspannte. Ich werde nicht müde, daran zu erinnern (und habe es hier im Forum auch schon getan), dass ich damals – trotz extrem häufigen Aufenthalts auf Bahngelände – so gut wie nie Ärger mit Eisenbahnern bekommen habe. Die Männer sahen, dass sich da ein harmloser Fotograf für ihren Betrieb interessierte. Die meisten freuten sich darüber, anderen war es ganz einfach „wurscht“. Besonders der Laimer Rangierbahnhof ist ein gutes Beispiel. Da er für mich per S-Bahn ideal erreichbar war, beste Fotografiermöglichkeiten und interessante Loks bot, konnte ich dort im Lauf von vielen Jahren eine Menge Bilder schießen. Nie, auch nicht ein einziges Mal wurde ich bei meiner Tätigkeit hinausgeworfen, nicht einmal angesprochen, obwohl ich mich mitten im Bahngelände befand. Wenn ich das mit meinen Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit vergleiche, dann wage ich die begründete Behauptung, dass wir inzwischen in einer stark veränderten Zeit leben. – Übrigens fuhr 144 029 elf Jahre später die letzte Zugleistung ihrer Baureihe von Rosenheim aus, worauf sie am 29.05.1983 z-gestellt worden ist (Verschrottung 1984 in Kassel). Ich hatte sie an ihrem letzten Betriebstag mit dem Fotoapparat begleitet, siehe [www.drehscheibe-online.de] und hier [www.drehscheibe-online.de].


13       1972.mü.laim.10.72 (19).tif.jpg

Bild 13 Das letzte Foto dieser schönen halben Stunde auf dem Laimer Rbf zeigt nochmals 144 039 des Bw München Ost (siehe auch Bild 3). Sie war eine der Loks, die in den 1950er Jahren im angestrengten Wendezugbetrieb des Münchner Vorortverkehrs enorme Leistungen vollbracht haben. Damals hieß sie E 44 039G. Sie lief noch bis zum Ende ihrer Baureihe (z 30.03.1984, Bw Würzburg) und blieb dann vorerst als Denkmal in Nordenham erhalten. Die Stadt als Eigentümerin kümmerte sich jedoch nicht um die Lok, sodass die Maschine völlig verwahrloste und schließlich im Jahr 1998 an Ort und Stelle verschrottet wurde. Ein trauriger Vorgang: [eisenbahn-museumsfahrzeuge.de].


Das war´s aus Laim.




Schöne Grüße!

Steffen



Literatur:
- Braun/Hofmeister, E 91 – Portrait einer deutschen Güterzuglok, München 1985
- Gustav Röhr, Die Triebfahrzeuge der DB und ihre Heimat-Bw Ende 1972, Krefeld 1973
- [www.v100.de]
- [eisenbahn-museumsfahrzeuge.de]
[eisenbahn-museumsfahrzeuge.de]
- revisionsdaten.de


Mein Beitragsverzeichnis:
[www.drehscheibe-online.de]
Hallo, Steffen!

An dieser Stelle möchte ich mich vielmals und herzlich für Deine fulminanten Beiträge bedanken. Auch der aktuelle ist erneut in Sachen Text und Bildqualität ein absolutes Highlight!

Sehr gerne folge ich auch zukünftig Deinen Beiträgen und wünsche mir in diesem Zusammenhang, dass es noch längere Zeit zu heiss bleiben möge, um das Haus zu verlassen ;-)

Beste Grüße

Christian Hansen



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.26 22:54.

Re: Oktober 1972: Bild 4 - Nebenablaufberg

geschrieben von: Erfurt Gbf

Datum: 02.08.26 09:31

Hallo Steffen,

wirklich ein großartiger Beitrag mit wunderbaren Bildern und Eindrücken vom Betriebsgeschehen.

Zu deiner Frage zu Bild 4 und den sichtbaren Abdrücksignalen: Es gab in München-Laim mindestens einen Nebenablaufberg zum Nachsortieren der Güterwagen nach Unterwegsstationen, der Berg befand sich rechts hinter dem Nebengebäude. Dieser Ablaufberg wurde dann in den 1980er Jahren im Zuge von Spurplanoptimierungen entfernt und überbaut.

Beste Grüße
Karsten

wir leben in einer anderen Zeit

geschrieben von: 012 055-0

Datum: 02.08.26 11:00

Moin,

auch dieser Beitrag ist wieder sehr interessant, danke.

Warum das, was heute unmöglich ist, damals noch ging, bzw. eher umgekehrt:

Damals wusste man i. d. R. noch, was sich gehört.
Wenn also ein Fremder im Gelände war und sich (selbstverständlich) gut benahm, dann wurde das oft toleriert.
Heute ist das Wissen um das, was man machen darf, und das, was man nicht machen soll/darf, leider ziemlich verloren gegangen.
Schlimmer noch, wird ein Unbefugter verletzt, hat die Bahn ja auch noch Schuld!
Außerdem wird ja auch noch geklaut, randaliert, oder sogar sabotiert...!

Soweit einige meiner Gedanken dazu...

...es grüßt im 3/4 Takt
.
https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=591810
.
Fototaschenbilder bitte an diesen Beitrag anhängen:[www.drehscheibe-foren.de]


Hallo Herr Lüdecke,
Ihre Aufnahmen und Erläuterungen sind einfach Spitze.
Sobald ihr Name hier im Forum auftaucht, ist es ein muss diesen aufzurufen.
Man wird mit bester Qualität und guter Beschreibung verwöhnt.
Obwohl mein Interesse eher auf die DR ausgerichtet ist, bin ich von ihren Beiträgen begeistert.
Vielen Dank für die Mühe die sich jedes mal geben.

Viele Grüße aus Leipzig
Jörg Wünschmann

Re: Oktober 1972: Eine halbe Stunde in München-Laim Rbf

geschrieben von: Josef58

Datum: 02.08.26 13:40

Servus,
ich kann mich an diese Bewertung nur dranhängen. Als Münchner bin ich des öfteren mit dem Fahrrad zum S-Bahnhof Laim gefahren, um den Betrieb dort zu beobachten, vor allem als noch die 191er zu sehen waren. Ich kannte zwar die Treppe vom S-Bahnsteig zum Rangierbahnhof, bin aber dort meiner Erinnerung nach nur einmal rübergegangen. Aber habe mich auch nie getraut, auf die Brücke zu gehen. Fotos gabs damals natürlich auch noch nicht, ich war damals zu jung. Meine erste Kamera, eine Agfa "Ritsch-Ratsch-Klick", also eine Pocket-Kamera, kam erst später.
Schön, diese Fotos als Erinnerung zu sehen!
Viele Grüße, Josef
Servus Steffen,

vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag von dahoam in Loam. Du hast recht, wenn man den Mut hatte, dann ging damals so einiges, wenn man Vernunft und Umsicht walten ließ. Warum es heute so anders ist, kann man sicher groß und breit diskutieren, aber dass es so ist, wohl eher nicht.

Viele der gezeigten Bilder sind wie Wimmelbilder, als wären sie von Ali Mitgutsch gezeichnet. Was es da alles zu entdecken gibt: einen Packwagen, einen G 10, einen VW Käfer und und und. Die E 44 von Bild 3 hat übrigens verrückterweise die gleiche wilde Lampenkombination wie die E 94 von Bild 1 in identischer Anordnung. Die jeweils linke Lampe entspricht der Reichsbahnausführung, aber was ist mit der jeweils rechten? Schaut irgendwie anders aus, mit Platte hinter der eigentlichen Lampe.

Und wo kommen die Traktoren auf Bild 3 her? Sind die von Schlüter?

Letztlich kann man trotz der Schwarz-Weiß-Aufnahmen sagen, dass der Bahnverkehr früher bunter war.

Nochmals danke für die Buidl,

Ricky

"Have a teaspoon of concrete and harden up!"




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 15:36.
Hallo Steffen

Wieder Wunderbare Bilder von dir zu München.
Auch kann man da so manches Detail am Rande sehen aus einer Eisenbahn Zeit die so nicht mehr wieder kommt.
Ich kann auch nur Sagen : Wieder Klasse!!

Grüße
Holger
Lieber Steffen,

ich staune über den Betrieb in München-Laim Rbf! Das ist absolut faszinierend, was da in einer halben Stunde unterwegs war! Du warst zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hast den Betrieb mit zahlreichen schönen Fotos dokumentiert! Dein wiederum höchst informativer Text rundet den Beitrag hervorragend ab! Ich selbst hatte leider keinen richtigen Zugang zu Rangierbahnhöfen. Als Schüler war ich 2mal in Oldenburg am Rbf, und da herrschte "tote Hose" (Betrieb soll es da nachts gegeben haben). Seither ließ ich Rangierbahnhöfe links liegen, mit dem Ergebnis, dass ich weder Betriebsfotos von 055 noch 191 habe. Besonders um Deine Bilder von den 191 beneide ich Dich!

Gruß
Klaus
Lieber Steffen,

welch ein wieder wunderbarer "Altbau-Ellok-Beitrag", an dem man sich nicht sattsehen kann! Deine Übersichtsbilder vom Gütergeschehen in Laim mit der Unzahl an Güterwagenvarianten sind wirklich klasse; da sieht man, was damals noch so alles abging. Heute undenkbar, vermutlich auch, weil unbezahlbar!

Meine Favoriten sind die Bilder mit den Urviechern der E91 - die habe ich zwar in Osterfeld auch noch erlebt, kenne sie aber auch noch aus Laim und Berg am Laim ;-))

Danke fürs Mitnehmen,

Martin

Re: Oktober 1972: Eine halbe Stunde in München-Laim Rbf

geschrieben von: KBS962

Datum: 02.08.26 18:25

Wieder mal ein hochinteressanter Beitrag! Wie vielfältig und intensiv der damalige Güterverkehr war!

Herzlichen Dank
Andreas
Hallo Steffen,

wie immer ein sehr schöner Beitrag von Dir! Freue mich jedes Mal, wenn ich neue Beiträge von Dir erspähe. 😁

Die Osterfelder Ostereier grüßen freundlichst

Ein paar Vergleiche

geschrieben von: doku-des-alltags

Datum: 02.08.26 22:27

Hallo Steffen,

das sind wirklich sensationelle Aufnahmen von Laim Rbf! Altbaufahrzeuge und volle Gleise – ein Traum. Den Betrieb hast Du wunderbar eingefangen.

Schön zu sehen ist auch auf dem dritten Bild das noch neue Zugangsgebäude zur S-Bahn. Und der Zugang von der Laimer Unterführung herauf war noch unverbaut und ohne die späteren Dachlandschaften dort. Hier ein Vergleichsbild vom S-Bahnsteig aus gesehen:

https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Muenchen-Laim/900100%20Laim%20Rbf/140%20289%20in%20Muenchen-Laim.jpg

1.) Januar 1990, vis à vis zu Deinem Bild 3.



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Muenchen-Laim/070628%20Laim%20Rbf%20BUe/059%20Mue-Laim.jpg

2.) Auf den Steg habe ich mich erst 2007 mal raufgewagt. Er stand noch bis 2018, als dann das Betriebsgebäude abgerissen wurde.



https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Muenchen-Laim/070628%20Laim%20Rbf%20BUe/060%20Mue-Laim.jpg

3.) Da war allerdings nicht mehr viel übrig von der einstigen Pracht. Links ist das Stellwerk Ln, dessen Gebäude auch heute noch steht.


https://doku-des-alltags.de/BDMuenchen/Muenchen-Laim/070628%20Laim%20Rbf%20BUe/073%20Mue-Laim.jpg

4.) Der Zugang vom Steg zum Betriebsgebäude, an dessen Stelle sich heute der neue S-Bahnsteig befindet. Genau unterhalb vom Steg ist der km 0,0 der Güterstrecke nach München Süd.


Viele Grüße,
Georg

https://doku-des-alltags.de/banner/DSObanner01.jpg

[früherer Benutzername: Djosh]

Verschrottung - Einsatzort

geschrieben von: Schienenknecht

Datum: 03.08.26 03:47

Zur oben gestellten Frage, warum teilweise weit entfernt vom letzten Einsatzort Lokomotiven verschrottet wurden:

Das Problem gibt es noch heute.
Die Kaufleute schreiben Schrottmengen aus, ohne mit dem Betrieb zu sprechen, wo diese anfallen.
Wenn Bieter in Bremen und Saarbrücken die Ausschreibungslose bekommen haben, wurden die Schrott-Loks dorthin gekarrt. Die internen Kosten dafür waren egal.

Ausschreibungen waren und sind bundesweit zu tätigen.


Danke für den interessanten Beitrag, aus einer Region, die mir sehr fern ist und war.



Grüße aus Berlin
Schienenknecht


Guten Morgen!

Kompliment, ein wirklich toller Beitrag eines mir bestens bekannten Bahnhofs. I sog nur "fahrst über Loam, kimsd nimmer hoam".

Gruß Christian
Nicht Schlüter, sondern Fendt (steht vorne drauf).

http://www.petervelten.de/Bilder/Schnelles.jpg

There are only 10 types of people in the world: Those who understand binary, and those who don't.

Re: Oktober 1972: Eine halbe Stunde in München-Laim Rbf

geschrieben von: ICE

Datum: 03.08.26 12:01

Moin Steffen,

auch ich bin schwer begeistert von deinen Beiträgen. Auch ohne Dampf außerordentlich sehenswert. In Laim kamen ja auch die als V60-Nachfolger angedachten 259er verschiedener Hersteller zum Einsatz.
Die 144 und 141 zogen offenbar auch Güterzüge, im Nebenerwerb. Die 199 002 habe ich nur noch als Heizlok in Neustadt/Aisch erlebt.

Was das Herumstromern im Gleisbereich betrifft, war man im Süden wohl etwas lockerer drauf, es waren aber auch noch nicht so viele Eisenbahnfreunde unterwegs. Heute geht das schon wegen der Massen nicht mehr. Fotografieren war auch sehr teuer, ordentlche Kameras waren selten, und das Filmmaterial mit Entwicklung kam noch dazu. Glückliche Zeiten.

Grüße - Helmut (ICE)





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 12:41.
Stimmt, danke! Ich sollte mir HiFo-Beiträge grundsätzlich am großen Bildschirm ansehen und nicht am Handy. ;)

Ricky

"Have a teaspoon of concrete and harden up!"

Re: Verschrottung - Einsatzort

geschrieben von: ICE

Datum: 03.08.26 13:01

Moin,

außer Betriebsstoffen (Kohle, Diesel, Energie usw.) fielen doch praktisch keine Kosten an, das Personal war eh da und bekam sein Geld. Trassengebühren gab es nicht. Sparte eine Menge unnützer Rechnerei und Dokumentation, und man konnte sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren: Züge fahren. Oder Schrott verkaufen.

Der Ansatz, dass jede Einheit als "Profit Center" ihr Geld verdienen muss, führt halt zu sehr viel Verwaltungsarbeit und Hin- und Hergeschiebe von Geld, ohne dass was reinkommt. Nützt auch nichts, wenn sich 99% auf Kosten von 1% eine goldene Nase "verdienen", wenn dieses 1% für den Zufluss von Cash sorgen muss.

Und wenn jeder Meter Gleis x Euro kostet, kann man durch Stillegung viel Geld sparen - real leider nicht, die restlichen Gleise kosten dann eben x+y (wobei y > 0). Das hat dann den schönen Effekt, dass man mit weiterer Stillegung noch mehr Geld spart.

Grüße - Helmut (ICE)

Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Kontakt | Impressum
(c) 2026 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.