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111 023

geschrieben von: DerTalentierteThalys

Datum: 24.05.04 10:53

Zur 111 023 hatte ich hier einen Quellennachweis für ein Bild genannt, auf dem sie zwei unterschiedliche Stromabnehmer trägt.

Toller Beitrag, wirklich sehr interessant! Vielen Dank!

Re: Stromabnehmer BR 111 - Bilanz

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 25.05.04 20:44

Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die sich an der Diskussion beteiligt und mit zusätzlichen Informationen dazu beigetragen haben, dass dieses interessante Spezialthema immer deutlichere Konturen bekommt.

Die Bezeichnung der Stromabnehmerbauarten scheint generell ein schwieriges Thema zu sein. Deshalb hierzu noch ein paar Bemerkungen (unvollständige Aufzählung):

DBS 54a: Der Standardstromabnehmer der DB Einheits-Elloks wird in der Literatur oft nur verkürzt DBS 54 genannt. Wofür das kleine "a" steht, weiss ich auch nicht, nur definitiv nicht für die Ausführung mit Oberscherendämpfung (OSD) und Wanischwippe. Die hatte m.W. keine eigenständige Kurzbezeichnung.

DBS 54 mit Wanischwippe WB 15: Schnellfahr-SA (1. Ausführung) für 103.0 und 112.4

DBS 54 mit Wanischwippe B12 und OSD: Schnellfahr-SA für 103.1, nie auf 111, aufgebraucht auf 110, 140 und 141

SBS 65: Wie erläutert, z.B. 103.1, 111, (151)

SBS 66: Ähnlich SBS 65, jedoch mit 3 Stützisolatoren, für 181.0/1, 181.2, 184

SBS 67: Weiterentwicklung SBS 66, für 420

WBL 79: Entwicklung ETK (Wanisch), Österreich, Erprobung auf 111 102, 103, 104,105 und 109

SBS 80Al: Aluminium-SA, ursprünglich für 120.0, aufgebraucht auf 111 196 und 202

SBS 81: Wie SBS 65 mit im Grundrahmen integrierten Senkantrieb, für 111 179ff, 120.1, später auch 120.0

SES84: Gemeinschaftsentwicklung Siemens und ETK (Wanisch), Österreich, erprobt auf 111 101 -> Rätsel gelöst

Die auf den 111 erprobten Stromabnehmer WBL 79 haben nichts mit den ursprünglich auf den 103.1 verwendeten DBS 54 mit Wanischwippe und OSD gemeinsam. Wie Ralph Dißinger richtig anmerkt, wurden diese SA in einem ersten Schritt gegen normale DBS 54a getauscht, und erst diese wiederum gegen SBS 65 ex 111. Aber die Stromabnehmer der 103 sind ein Kapitel für sich und einen eigenen Beitrag wert.

Aus der 1. Bauserie 111 haben mindestens 4 Lok je einen DBS 54a und einen SBS 65 besessen: 111 023, 024 046 und 059.

Bezüglich der 111 aus der 1. Bauserie, die nicht auf DBS 54a umgerüstet wurden, ist meine Aussage dahingehend zu präzisieren, dass die genannten Loks (111 004, 016, 018, 029, 061, 063 und 064) heute wieder einen SBS 65 haben. Zumindest 111 004 und 016 hatten zwischenzeitlich auch einen DBS 54a.

111 161 ist wie alle anderen Loks der 4. Bauserie mit einem SBS 65 ausgeliefert worden, besaß dann aber zwischen ca. 1984 und 2000 einen DBS 54a.

Nochmals vielen Dank für's Mitmachen und schönen Abend
Ulrich Budde

Beitrag editiert bzgl. SBS81 und 111 mit 2 versch. SA



Eintrag editiert (02.10.05 14:22)

DBS 54a

geschrieben von: Paulchen

Datum: 25.05.04 21:39

Da muß ich abschließend etwas widersprechen.
In der einschlägigen Literatur, z.B. im EK Baureihenbuch E 03/103, ist der DBS 54 mit Oberscherndämpfung als DBS 54 a beschrieben. Dort ist ebenfalls ein Bild einer 141 mit DBS 54 a zu sehen.

Unterschied SBS 65 zu SBS 67 ist der bei letzterem auf 450 mm vergrößerte Schleifleistenabstand.

Schade, daß Herr Katzer nicht mehr lebt, der hätte da ganz schnell Klarheit reingebracht.

Re: Stromabnehmer BR 111 - Bilanz

geschrieben von: Streckenbauer

Datum: 26.05.04 08:03

Bleibt zum Schluß die persönliche Frage, warum Du Dich so sehr für so ein spezielles Thema interessierst!
Sag mal: Arbeitest Du etwa in einem DB Werk? [img]http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=694

Streckenbauer

Re: Widerspruch abgelehnt

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 26.05.04 19:37

Hallo "Paulchen",

die zitierte Literaturquelle - EK-Baureihenbuch 103 - liegt da leider falsch. Im Siemens Sonderdruck SSW.500.231/219 von 1957 (!), in dem die elektrischen Lokomotiven E10 und E40 beschrieben werden, wird als Stromabnehmer (mit Bild) der "DBS 54a" angegeben - damals dachte sicher noch keiner an eine Oberscherendämpfung oder Wanischwippe.
Ich vermute (aber weiss es eben nicht), dass sich das "a" auf die Wippenbauart bezieht. Aufnahmen vom Lieferzustand der E41 001, E50 001 und E50 003 zeigen nämlich eine andere Wippe als die spätere Einheitsbauart. Und weil die Unterbauart "a" sehr schnell zur absoluten Standardbauart wurde, wurde der Zusatz "a" in späteren Veröffentlchungen einfach weggelassen/vergessen.

Was den Unterschied zwischen SBS 65 und SBS 67 angeht, mag ein unterschiedlicher Schleifleistenabstand richtig sein. Entscheidend ist aber der unterschiedlche Grundrahmen - SBS 65 mit 4 Punkt-Abstützung, SBS 67 mit 3 Punktabstützung - der einen Tausch unmöglich macht.

Nur was Deine letzte Bemerkung angeht, schließe ich mich voll an. Ich habe Hrn. Katzer als netten und überaus fachkundigen Kollegen persönlich gekannt und geschätzt. Er hätte es gewußt.

Schönen Abend noch
Ulrich Budde



Eintrag editiert (02.10.05 14:27)

Re: DBS 54a

geschrieben von: Pischek Wolfgang

Datum: 26.05.04 19:58

Bezüglich der Stromabnehmer ist in so mancher EK-Publikation schon einiges geschrieben worden, über das man lieber den Schleier der Nächstenliebe legen sollte. DBS 54a als Stromabnehmer mit Oberscherendämpfung zu bezeichnen ist jedenfalls ein Krampf.

Die ersten DBS 54 hatten die (z. T. auch in Österreich gebräuchlichen) Siemenswippen mit kurzer Schleifleiste und einem unter der Schleiferpalette durchgezogenen Auflaufhorn. Die Serienausführung (der DBS 54 a) hatte eine Dozlerwippe, bei der die beiden Schleifleisten zu einem Auflaufbügel verlängert worden sind. Letztere Bauart war leichter herzustellen und brachte eine geringe Materialeinsparung.

Ha det bra!



e-lok-woife

Re: Widerspruch angenommen

geschrieben von: Paulchen

Datum: 27.05.04 07:58

Das war alles nur aus dem genannten EK-Baureihenbuch zitiert. Jetzt weiß ich, was ich in Zukunft davon halten kann....
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