Liebe Steckenpferdreiter,
Kesselwagen gehören zum Eisenbahngüterverkehr, heute wie in vergangenen Zeiten. Inzwischen weiß man hier im Forum, dass ich oft unterwegs war und fotografierte, was vor die Kamera kam. Raritäten hatten es mir besonders angetan, oder das, was ich dafür hielt. So finden sich auch Kesselwagen in meiner Sammlung, von denen ich glaube, dass sie auch auf Interesse stoßen. Das ergibt sich auch aus der Lektüre des Wagenforums. Hier meine kleine Sammlung der Fotos, die zeigenswert sind.
Bild 1: Der ist natürlich als Kesselwagen nicht echt. Weil wir es mit einem genieteten Kessel zu tun haben, eröffne ich mit ihm den Bilderreigen. Kessel und Wagen gehören nicht zusammen, die einfache Befestigung mit zwei Spannstählen lässt auf ein Lagerfahrzeug schließen. Wo und wofür?
Bild 2: Nur dass der Wagen aus der UdSSR kam, ist eindeutig. An der linken Pufferbohle ist schwach eine Mittelpufferkupplung zu erkennen, wie sie in der SU üblich war. In Rußland heute noch. Ob es einen Kuppelwagen gab, vermag ich nicht mehr zu sagen.
Nördlich von Berlin gab es sowjetische Garnisonen, darunter einige Fliegerstaffeln. Darum vermute ich Kerosintransport, etwa in Bernau oder Eberswalde.
Bild 3: Auch aus der UdSSR erreichte dieser Kessel deutschen Boden. Hier gilt das gleiche wie im vorigen Bild. Beschriftungen sind verwaschen und unleserlich, das Bremserhaus nur noch ein Fragment. Der gesamte Aufbau sieht simpel aus, es könnte sich noch um ein Fahrzeug aus der einfachen Kriegsproduktion handeln. Wie lange er wohl noch gefahren sein mag?
Bild 4: Ein Brite, wie die Länderkennung aussagt. Und ein Fährbootwagen. Zu ihm weiß ich nichts, unsere Fachleute werden mit Bestimmtheit Ladung, Eigentümer und sonstige Angaben ergänzen. Wie schon oft erwähnt, gibt es zu meinen Bildern kaum Aufzeichnungen, so dass der Aufnahmeort unbekannt bleibt.
Bild 5: Schwefelsäure vom oder zum VEB Chemiewerk Coswig, fotografiert irgendwo im Zugverband. Beachtet die Korrisionsspuren auf der Kesseloberseite,
beim Befüllen wird man nicht sehr sorgfältig vorgegangen sein.
Bild 6: Wie ein Double sieht der zweite Kessel hinter dem ersten aus, es fehlt nur die Werksbeschriftung. Frage: Bedarf es beim Transport dieses gefährlichen Gutes besonderer Sicherheitsvorkehrungen, wie z.B. Schutzwagen?
Bild 7: Diesen Wasserstoffkesselwagen habe ich in Berlin-Schönefeld aufnehmen können. Das Ziel könnte der Glühlampenhersteller NARVA an der Warschauer Straße gewesen sein. Dort waren des Öfteren solche Wagen zu sehen.
Bild 8: Für welches Ladegut dieser Kessel vorgesehen war, lässt sich nicht entziffern. Auffällig ist der Glanz des übergelaufenen Transportgutes. Der Zug begegnete mir im Berliner Umland.
Bild 9: Er gehörte zum Oberbauwerk Eberswalde und war zum Zeitpunkt der Aufnahme ausgemustert. Darauf deuten die durchgestrichenen Wagennummern hin. Welchen Zweck hat die Öffnung im oberen Teil des Kessels?
Bild 10: Abschließend ein Alu-Kessel, frisch restauriert etwa 1980. VEB Maisan Werke Barby benutzte ihn, wo auch das Foto entstand. Maisan ist Maisstärke und auch als Maizena bekannt. Demnach haben wir hier einen Staubkesselwagen.
Hier endet meine Serie von alten Güterwagen, die zur Zeit der Aufnahmen noch vielfach auf den Gleisen unterwegs waren. Ich danke für das Interesse zu den vorigen Beiträgen und freue mich über die vielen Ergänzungen.
Ich grüße in alle Richtungen
Jochen