DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historisches Forum 

Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit von Bahn und Bus, die mindestens 10 Jahre alt sind. Aktuelle Bilder sind nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen zu verwenden. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen, die Qualität sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahn- und KEIN Foto-Forum! Für Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten, zum aktuellen Stand historischer Fahrzeuge oder Infrastrukturen sowie für die Bewertung von Fotos sind die entsprechenden Foren zu nutzen.
Hauptverantwortliche Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - Rönshausener - Th.D.

Neu bei Drehscheibe Online? » Hier registrieren!  Zum Ausprobieren und Üben steht das » Testforum zur Verfügung!
Moin,

Ich habe Euch bereits zwei MFWE-Strecken vorgestellt: Neustrelitz - Feldberg [www.drehscheibe-online.de] und Mirow - Rechlin [www.drehscheibe-online.de] - da ist es wohl angebracht, etwas mehr über die MFWE zu schreiben. MFWE steht für die Mecklenburgische Friedrich-Wilhelm Eisenbahngesellschaft, ein 1894 gegründetes Eisenbahnunternehmen, das aus dem Zusammenschluss zweier Privatbahnen entstand: der Neustrelitz-Wesenberg-Mirower Eisenbahngesellschaft und der Blankensee-Woldegk-Strasburger Eisenbahngesellschaft, die beide im äußersten Südosten Mecklenburgs Eisenbahnstrecken betrieben. Dort gab es das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz und der Name der Eisenbahngesellschaft geht auf den Großherzog Friedrich-Wihlem II. von Mecklenburg-Strelitz zurück, der die Herrschaft über diesen Teil Mecklenburgs ausübte [de.wikipedia.org]. Neustrelitz war der Residenzsitz und hier befand sich auch der Sitz der MFWE.
Neustrelitz erhielt bereits 1877 Anschluss an das Eisenbahnnetz beim Bau der Berliner Nordbahn nach Straslund. Dieser Preußische Bahnhof ist nach wie vor der Hauptbahnhof in Neustrelitz, der Südbahnhof hingegen gehörte der MFWE. Er war durch eine Straßenunterführung vom Hauptbahnhof aus zu erreichen.
Im Gegensatz zum Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin wurden die Eisenbahnen im kleineren der beiden Mecklenburgischen Großherzogtümer nicht verstaatlicht, so dass die MFWE bis 1941 als privates Eisenbahnunernehmen geführt wurde, wobei jedoch der Mecklenburgische Staat einen wesentlichen Teil der Aktien hielt. So konnten die beiden zusammengeschlossenen Eisenbahngesellschaften ihr Netz gemeinsam ausbauen und es entstand eine in Verbindung mit der Prignitzer Eisenbahn durchaus verkehrspolitisch wichtige Ost-West-Verbindung nördlich von Berlin, die in Wittenberge Anschluss an die Strecke Hamburg - Berlin und in Strasburg Anschluss an die Strecke Lübeck - Neubrandenburg - Stettin hatte. Darübehinaus kreuzte sie in Neustrelitz die Magistralen Berlin - Rostock / Stralsund.
Wer möchte, kann auch den Artikel über die Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn (MFWE) bei Wikipedia lesen: [de.wikipedia.org].

Einen Überblick über das Eisenbahnnetz und die verschiedenen Eisenbahngesellschaften in Mecklenburg zu Privatbahnzeiten vor der zweiten Verstaatlichung im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin gibt es ebenfalls bei der Wikipedia:

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613664.jpg
[upload.wikimedia.org]

Die MFWE (gelb eingezeichnet) operierte im äußersten Südosten im ehemaligen Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz (eingezeichnet mit den blauen Grenzen):

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613665.jpg
Gut zu erkennen die MFWE-Ost-West-Magistrale durch den Süden des Großherzogtums samt der Stichstrecke nach Feldberg.
Die Strecke Mirow - Rechlin fehlt in dieser Übersicht, weil sie erst nach der Auflösung des Großherzogtums zur MFWE gelangte.

Als nächstes ein Blick in das Kursbuch, der zeigt, dass die PEG und die MFWE bereits vor dem Ersten Weltkrieg durchgehende Züge in der Relation Wittenberge - Wittstock - Neustrelitz anboten. Der Zugverbindungen in Richtung Strasburg waren allerdings in Neustrelitz gebrochen:


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613473.jpg
[www.deutsches-kursbuch.de]


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613474.jpg
[www.deutsches-kursbuch.de]

Sowohl westlich als auch östlich von Neustrelitz fand sich ein für die damalige Zeit respektables Zugangebot.


Machen wir einen Sprung in die Dreißiger Jahre:

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613475.jpg
Karte aus dem Kursbuch Winter 1937/38
Sowohl die PEG mit ihrer Strecke Wittenberge - Pritzwalk - Wittstock - Landesgrenze als auch die anschließende MFWE mit ihrer Strecke Landesgrenze - Mirow - Neustrelitz - Strasburg sind noch als privat betriebene Hauptbahnstrecke eingezeichnet. Rot markiert ist nicht nur der Streckenanteil der MFWE, sondern auch der östliche Abschnitt der PEG von Wittstock bis zur Landesgrenze, da trotz Besitzerwechsel an der Landesgrenze dieser Streckenabschnitt als eine Einheit betrieben wurde und ich auch die gesamte Strecke ab Wittstock vorstellen möchte. Die von der Strecke abgehenden Nebenstrecken auf Mecklenburger Gebiet (Mirow - Rechlin und Thurow - Neustrelitz) standen ebenfalls unter der Betriebsführung der MFWE.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613493.jpg
Winter 1937/38
Trotz durchlaufender Zugnummer - durch den langen Aufenthalt in Neustrelitz MFWE waren die Zugverbindungen auf der Gesamtstrecke nach wie vor in Neustrelitz gebrochen. Besonders dicht war der Verkehr aber auch damals schon zwischen Neustrelitz und Mirow - dem Abschnitt, der auch heute noch in Betrieb ist!


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613477.jpg

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613478.jpg
Kursbuch Winter 1944/45 - jetzt mit neuer Kursbuchnummer 120.
Jetzt gehörte die Strecke der Deutschen Reichsbahn, die sie der RBD Schwerin zugeordnet hatte. Trotz widriger Bedingungen im Krieg gab es - zumindestens laut Fahrplan - eine regelrechte durchgehende Verbindung von Wittenberge über Nesutrelitz nach Strasburg, wo Anschluss nach Pasewalk und Stettin bestand. Neu im Fahrplan der Haltepunkt Schützenhaus kurz vor Perleberg.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613479.jpg

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613480.jpg
Kursbuch 1946
Nur unwesentlich geringerer Verkehr nach dem Krieg. Auch damals wurde die Strecke noch auf voller Länge befahren. Der Abbau des Abschnitts Thurow - Strasburg als Reparationsleistung erfolgte erst 1947! Das Schützenhaus wurde jdoch nicht mehr bedient.


Den nächsten Blick auf die Bahnstrecken der MFWE werfen wir im Jahre 1966:

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613481.jpg
Karte aus dem Kursbuch Winter 1966/67
Die Strecke von Wittenberge nach Nesutrelitz ist nur noch alls Nebenbahn eingezeichnet. Durch den Verlust der Anbindung nach Strasburg im Osten und dem Eisernen Vorhang kurz hinter Wittenberge in Richtung Westen ist auch die Funktion als Ost-West-Magistrale verloren gegangen.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613482.jpg
Kursbuch 1966/67
Die Strecke findet sich immer noch unter der Nummer 120. Die Verstärkerzüge zwischen Neustrelitz und Mirow fuhren in diesem Fahrplan letztmalig weiter nach Rechlin, diese Strecke sollte am 28.05.1967 ihren Reisezugverkehr verlieren.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613483.jpg
Kursbuch Winter 1974/75
Der durchgehende Verkehr bestand für viele Verbindungen nur noch zwischen Pritzwalk und Neustrelitz unter der Kursbuchnummer 815. Viele Züge von und nach Wittenberge gingen jetzt auf die Verbindung nach Güstrow über, die neuen Kursbuchnummern verrieten auch die geänderten Verkehrsströme: Jetzt verlief von Wittenberge über Pritzwalk nach Güstrow die KBS 810.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613484.jpg
Karte Kursbuch Winter 1990/91
Die neu sortierten Kursbuchnummern hielten sich bis zur Wende mit der 810 für die Strecke Wittenberge - Pritzwalk - Güstrow und der 815 für Pritzwalk - Neustrelitz.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613485.jpg
Von den Siebzigern bis zur Wende haben sich die Zeiten der Abfahrten etwas verschoben, das Zugangebot ist aber im Großen und Ganzen gleich geblieben.


Schauen wir auf unsere Strecke nach der Wende:

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613487.jpg
Karte Kursbuch 1997/98
Dies war die letzte Fahrplanperiode für den Abschnitt Wittenberge - Mirow. Mit der nachfolgenden Stilllegung brach die einstige Ost-West-Verbindung endgültig auseinander.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613486.jpg
Kursbuch 1997/98
Bis zuletzt bot man einen lupenreinen Zwei-Stunden-Takt zwischen Neustrelitz und Wittstock an. In Wittstock bestand Anschluss an den Prignitz-Express, wie man die auf die Strecke Berlin - Wittstock - Pritzwalk - Wittenberge ausgerichteten Züge nannte. Die Auslastung der Züge auf dem wirklich dünn besiedelten Westabschnitt zwischen Mirow und Wittstock soll damals denkbar schlecht gewesen sein.


Ein Blick auf die Gegenwart:


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613488.jpg
Modifizierte Kursbuchkarte, die die Situation nach der Stilllegung des Abschnitts Mirow - Wittstock darstellt. Inzwischen fahren die Züge von und nach Mirow allerdings nicht mehr den Südbahnhof, sondern den Hauptbahnhof in Neustrelitz an.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613489.jpg

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613490.jpg
Kursbuch 2024
Auf der Strecke zwischen Neustrelitz und Mirow fahren die Züge im Zweistundentakt mit Verstärkerzügen in den Morgenstunden. Eigentlich ein gutes Angebot.
Seit 2013 halten die Züge für Ausflügler auch an der Station Weißer See.

Zur Lage des Südbahnhofs gegenüber dem Hausbahnhof ein Bild von Google maps:

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613847.jpg
Der Hbf ist mit "DB" gekennzeichnet, im Südbahnhof befindet sich ein Spielcenter.
Man kam durch eine Straßenunterführung vom Hbf zum Südbahnhof, im Reichsbahnkursbuch wurde die Entfernung mit 250 Metern angegeben.

Nach so viel Theorie und Altpapier kommen wir jetzt endlich zu den Bildern vom Bahnhof Neustrelitz Süd, einem repräsentativen Bau am Betriebsmittelpunkt der MFWE:


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613496.jpg
1. Straßenseite des repräsentativen Empfangsgebäudes der MFWE, 18.08.1999
In den frühen Neunzigern hatte man noch in das Bahnhofsgebäude investiert. Gleich nach der Wende konnte man sich noch nicht vorstellen, dass so viele Strecken stillgelegt und solche Gebäude nicht mehr benötigt, sondern nur noch eine Last darstellen würden. Seit 2003 gibt es hier keinen Reisendenverkehr mehr, die Mirower Züge fahren vom Hauptbahnhof ab. Der Neustrelitzer Hauptbahnhof an der Bahnstrecke Berlin - Stralsund / Rostock schließt sich direkt hinter einer Baumreihe links im Bild an.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613498.jpg
2. Blick aus Richtung Strasburg / Feldberg, 18.08.1999
Auch der Südbahnhof verfügte über großzügig angelegte Bahnsteige.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613497.jpg
3. Blick aus Richtung Mirow, 18.08.1999
Auf Gleis 2 ist die RB 33573 aus Mirow angekommen. Im Hintergrund erkennt man, dass es sogar richtiges Reisendenaufkommen gab.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613499.jpg
3. Blick in Richtung Mirow, 18.08.1999


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613501.jpg
4. Blick aus Richtung Mirow, 18.08.1999
Im Unterschied zu Bild 3 von etwas weiter weg und ohne Zug.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613502.jpg
5. Blick aus Richtung Strasburg / Feldberg, 18.08.1999
Auch aus dieser Richtung der Blick von etwas weiter weg mit der RB 33573 aus Mirow.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613505.jpg
6. Blick in Richtung Mirow, 18.08.1999
Fünf mit Ausfahrsignalen gesicherte Gleise deuten an, welche Bedeutung der Bahnhof einstmals hatte.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613500.jpg
7. Blick in Richtung Strasburg / Feldberg, 18.08.1999
In der Gegenrichtung kam man mit deutlich weniger Signalen aus.
Neustrelitz Süd war einer der Bahnhöfe, die auf einer Seite Formsignale und auf der anderen Seite Lichtsignale hatten.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613506.jpg
8. Blick in Richtung Strasburg / Feldberg, 18.08.1999
Etwas dichter am Stellwerk. Das links davon verlaufende Gleis setzt geradeaus fort zu den Strecken nach Stralsund und Rostock.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613504.jpg
9. Blick aus Richtung Strasburg / Feldberg, 18.08.1999
Inzwischen war der Talent aus Feldberg zurückgekommen, man erkennt ihn schwach auf Gleis 3 im Hintergrund.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613503.jpg
10. Blick aus Richtung Strasburg / Feldberg, 18.08.1999


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613507.jpg
11. Blick in Richtung Strasburg / Feldberg, 18.08.1999
In diese Richtung befanden sich keine weiteren Signale, auch nicht direkt an der Ausfahrt aus dem Güterbereich, stattdessen haltetafeln an Gleis 2 und 3.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613508.jpg
12. Blick aus Richtung Hauptstrecke, 18.08.1999
Einen Gleisplan vom Bahnhof Neustrelitz Süd gint es hier:
[www.eisenbahn-mv.de]


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=613510.jpg
13. Blick in Richtung Mirow, 18.08.1999
Den Schienenbus nach Mirow gibt es zum Abschluss noch einmal als Nahaufnahme.
Um 14.02 Uhr war damals die planmäßige Abfahrt nach Mirow als RB 33574.

Soweit die Dokumentation des Bahnhofs Neustrelitz Süd vom August 1999.
In der nächsten Folge werden dem Zug nach Mirow folgen!
Bleibt dran!

Viele Grüße
Christoph





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:02:07:18:35:24.
Moin Christoph,

eine interessante Strecke. Da warte ich gern auf die Fortsetzungen. Interessant sind vor allem die Kursbuchauszüge aus alten Zeiten...

Zu Neustrelitz Süd habe ich nur zwei Aufnahmen gefunden.

Am 04.04.1995 fuhr die 202 666 mit einer RB in Richtung Mirow ab.

202 666 Neustrelitz Süd 1995.04.04.jpg



Am 18.12.1995 hatte man den zweiten Reisezugwagen gegen einen großzügigen Gepäckwagen getauscht. 202 272 stand mit der RB abfahrbereit da.

202 272 (Ntz) Neustrelitz Süd 1995.12.18.jpg


Bis demnächst!

Carsten

Hallo Vhristoph,

danke für die interessante Dokumentation zum Bahnhof Neustrelitz Süd.

Von mir ein Foto vom 05.07.1997 dazu.

VieleGrüße

Matthias
202 415-6_Neustrelitz-Süd_05.07.1997_Foto Matthias Nieke.jpg
Moin Christoph im Juni 2014 war die 52 8177 in Neustrelitz Süd
DSCI0772.JPG
DSCI0778.JPG
Grüße Jens
Moin Christoph,

ich bin immer wieder sehr begeistert von Deinen fundierten Streckenreportagen und habe also gerne die Wanderschuhe angezogen und bin gespannt auf die weiteren Folgen.
Beste Grüße

Wolfgang
Edit hat ein wenig korrigiert...

Mich interessiert vieles - und alles rund um das Bw Bestwig!





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:02:08:11:38:19.

Danke und noch ein paar Bilder aus letztem Jahr

geschrieben von: KED Halle

Datum: 07.02.25 21:51

Guten Abend!

Zunächst einmal wieder Dankeschön für die Fortsetzung der Serie!

Hier [www.esv-lok-neustrelitz.de] gibt's noch etwas zur Geschichte von Neustrelitz Süd und der Hafenbahn, insbesondere zum Aufkommen im Güterverkehr.

Die Anbindung von Mirow an den Hbf und die Auflassung vom Stellwerk Nz fand 2003 statt, das ESTW ging erst 2004 in Betrieb. Ich vermutete bisher fälschlich, dies wurde in einer Baumaßnahme umgesetzt.

Das nordöstliche Wärterstellwerk No wurde bereits 1973 aufgelassen. Damit wurden die Weichen in diesem Bahnhofskopf auf Handweichen (schlüsselabhängig zu Nz) umgebaut. Nur das Einfahrsignal blieb erhalten und wurde dann von Nz gestellt.

Und noch ein paar Bilder, die ich am 12.08.24 aufgrund des unplanmäßigen Erreichens eines verspäteten ICE in Berlin-Südkreuz machen konnte, bevor es dann planmäßig weiter nach Mirow ging.

Blick Richtung Mirow, wo sich bis auf die Kreuze an den Signalen und etwas Grünzeug scheinbar nicht viel verändert hat.

P1120652.JPG


Blick auf Stellwerk Nz und weiter Richtung Feldberg

P1120653.JPG

Man möge mir meinen signaltechnischen Senf nachsehen: Absolut überrascht war ich von den Kreisscheiben an den Signalen B und K. Rangierfahrstraßen wird es auf Nz wohl eher nicht gegeben haben.

Nz von der Nordostseite

P1120659.JPG


Blick Richtung Feldberg und das schon lange aufgelassene Stellwerk No

P1120658.JPG


Es tut sich was im ehemaligen Bw der MFWE.

P1120662.JPG


Und 'ne lila Lok gibt's auch noch.

P1120668.JPG


Viele Grüße!
Hallo!
Im Heft 113 von "EisenbahnGeschichte" ist ein Bericht über die drei DWK -Triebwagen in Neustrelitz. Hier ein Bild des letzten Überlebenden der MFWE, nun als Triebwagen 156 in Diensten der Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn, aufgenommen 1967 in Schmarsau.



LSchE 156 in Schmarsau, 1967.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:02:08:13:04:22.
Eine absolut spitzen Dokumentation, danke für die Arbeit die du hierfür reingesteckt hast. Auf Bild 6 sehe ich am Hf-Signal eine Kreisscheibe, das ist das erste mal, dass ich so ein Ding an einem Formsignal sehe. Kenne ich sonst nur an Hl-Signalen. Vielleicht gab es hier eine Löschung für das Ra 12 durch einen Schinenstromschließer o.ä., merkwürdige Konstellation.

Gruß aus der nördlichsten Hauptstadt Europas

- - -




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:02:09:12:17:36.

Re: Kreisscheiben

geschrieben von: KED Halle

Datum: 09.02.25 17:04

Sorry Christoph, wenn es jetzt wieder leicht OT wird!

Aber die Kreisscheiben an den Signalen B und K sind in der Tat recht ungewöhnlich.
An Kreisscheiben an Formhauptsignalen erinnere ich mich bei einem Bahnhof auf der ehem. HBE-Strecke Blankenburg - Thale, der von der Straße aus zu sehen war. Aber keine Ahnung, welcher Bf. das war. Dahinter war ein Werk. Vielleicht waren aber die Hauptsignale schon in Hf 0 festgelegt und nur noch Ra 12 funktionierte.
Mittlerweile ist diese Strecke abgerissen. In Thale erinnert noch ein Viadukt daran.

In Neustrelitz Süd betrifft es ja auch nur jeweils ein Signal aus der Gruppe. Für Hs gab es wohl Kreisscheiben, wenn z. B. eine Dauerzustimmungsabgabe für das Rangieren aus einem Handweichenbereich in ein Ausziehgleis erreicht werden sollte. In älteren Signalbüchern gab es WIMRE Regeln für Gsp 1 mit und ohne Kreisscheibe. In natura gesehen habe ich so etwas aber nicht.
Aber Ra 12 verlischt ohne Rangierfahrstraßen i. d. R. nach 90 s. Daher würde mich auch interessieren, was hier der Hintergrund war.

Viele Grüße!
Auch von mir ein dickes Lob für diese Spitzendokumentation. Als Fan der Infrastuktur erfreut es mich jedesmal, wenn Fotos von Strecken gezeigt werden, bevor sie "modernisiert" werden, sofern sie noch in Betrieb sind. Besonders Bahnhöfe, die nach solchen "Modernisierungen" eher wie Straßenbahnhaltestellen aussehen.

http://www.berliner-stellwerke.de/images/Logo Berliner Stellwerke_120px.jpg

Neustrelitz Süd, Antwort

geschrieben von: ccar

Datum: 13.02.25 21:51

Moin,

Mit Euren Beiträgen habt Ihr das Portrait vom Bahnhof Nesutrelitz Süd und der MFWE abgerundet, so bringt HiFo Spaß!

@ Carsten / Dieselkutscher und Matthias Nieke:
Die Ära der lokbespannten Züge in Neustrelitz habe ich leider verpasst, umso schöner, jetzt Eure Bilder zu sehen. Was für Zaunreste wurden da denn im April 1995 auf dem Bahnsteig gelagert?

@ Jens / Schrankenwaerter 02:
Auch die 52 macht sich gut im Südbahnhof. War das eine Fahrt nach Feldberg oder nach Mirow?
Ich frage mich, wie man die Lok in Neustrelitz damals wendete. Gab es dort noch eine Drehscheibe oder ein Gleisdreieck?

@ Wolfgang Sorger:
Gut, dass Du die Wanderschuhe angezogen hast. Morgen geht es weiter in Richtung Mirow.

@ KED Halle:
Danke für Deine aktuellen Bilder. Einerseits macht es traurig zu sehen, wie der Bahnhof im Kontrast zu den Alltags-Betriebsaufnahmen aus den Neunzigern langsam unter der Vegetation verschwindet. Andererseits ist es ja erfreulich, dass die Anlage an sich noch nicht komplett entsorgt wurde.

@ Christoph Meyer:
Danke für das Bild und den Hinweis auf die Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn. Dass es die Fahrzeuge der MFWE ins Wendland verschlug, war mir nicht bekannt. Und damit, bei diesem Beitrag über Neustrelitz ein Betriebsbild aus Schmarsau zu Gesicht zu bekommen hätte ich entsprechend auch nicht gerechnet. Klasse!

@ EDK 1000 und KED Halle:
Ich bin immer wieder überrascht, was Ihr Eisenbahnprofis an Besonderheiten auf alten Bildern entdeckt. Da dürft Ihr gerne ein wenig offtopic diskutieren, ich folge gespannt mit!

@ Berliner Stellwerke:
Auch ich freue mich immer über Bilder der "alten" Eisenbahn bevor die DBAG angefangen hat entweder zu modernisieren oder abzureißen. Leider findet man solche "alten" Bahnhöfe heutzutage immer seltener. Umso schöner, dass es doch noch so viele Bilder von damals hier im Forum gibt.

Viele Grüße
Christoph

Re: Kreisscheiben

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 14.02.25 02:14

Zitat
Aber Ra 12 verlischt ohne Rangierfahrstraßen i. d. R. nach 90 s. Daher würde mich auch interessieren, was hier der Hintergrund war.
Ich kenne Kreisscheiben nur von Rangiersignalen in Bereichen mit Rangierfahrstraßen, das aber auch in mechanischen Stellwerksbezirken. Denk an die Schleppfahrten in Engelsdorf vom Ost- zum Westberg über das Gleis 45. Dafür hatte das Stellwerk 6 eine Rangierfahrstraße, allerdings ohne Festlegung. Der umgelegte Fahrstraßenhebel überbrückte die Zeitstufe am Rs 43. Das Rs 45 vom Stellwerk 2, das noch so funktionieren müsste (nur war ich dort seit dem Einstellen des Ablaufbetriebes nicht wieder), hat einen Löschkontakt. Der Hintergrund ist, dass eine am Stellwerk 6 aufgehaltene Schleppfahrt praktisch den ganzen Bahnhof blockieren würde. Beim Rs 45 am Stellwerk 2 wäre das Wiederanfahren zum Problem geworden. Die Fahrten durch das Gleis 45 wurden deshalb auch zwischen den beteiligten Stellwerken voraus- und zurückgemeldet.
Praktisch dauernd auf Gsp 1 stehende Gleissperrsignale mit Kreisscheiben gab es auch im Bahnhof Le-Dre Gbf am Stellwerk 18 (oder 21) zum Postamt 18.
An Formsignalen dürfte die Ausrüstung mit einer Kreisscheibe ebenfalls mit Rangierfahrstraßen zusammenhängen. Letztlich war es doch nur so, dass man ohne Kreisscheibe vor dem Fahrtbegriff die Haltlage gesehen haben musste.
Richtig verständlich war das Abschaffen der Kreisscheibe nicht. Schließlich gibt es den Unterschied von freistellbaren und fahrstraßenabhängigen Rangierfahrtsignalen noch immer.

Falk

Re: Neustrelitz Süd, Antwort

geschrieben von: Schrankenwaerter 02

Datum: 14.02.25 08:14

Moin Christoph

Der Zug kam aus Feldberg, am Lokschuppen des Hafenbahnvereins Neustreliitz befindet sich eine grosse Drehscheibe.


Grüüsse Jens

Re: Kreisscheiben

geschrieben von: Knut Ochdorf

Datum: 14.02.25 09:51

falk schrieb:

Richtig verständlich war das Abschaffen der Kreisscheibe nicht. Schließlich gibt es den Unterschied von freistellbaren und fahrstraßenabhängigen Rangierfahrtsignalen noch immer.


Den Unterschied macht man auch heute noch, nur zeigt man es nicht am Signal sondern schreibt es in die Örtlichen Unterlagen.

Ob es dort Rangierfahrstraßen gegeben hat bezweifle ich mal. Vielleicht kam man so auch an einem Signal vorbei wenn das Stellwerk unbesetzt ist.

Re: Kreisscheiben ? Raute an DB-Gsp?

geschrieben von: Schienenknecht

Datum: 14.02.25 12:01

Ob Rangierfahrstraße oder nicht, irgendwie muss das Ra12 vor der Fahrt angeschaltet worden sein. Die Bedingung, dass die Verwandlung des Ra 12 erkannt werden musste, war nicht gegeben. Sonst hätte es keiner Kreisscheibe bedurft.

Bei dem Thema fällt mir eine Frage ein:
Gab es bei der DB nicht an Gsp-Signalen teilweise ein Raute, mit ähnlicher Bedeutung?



Grüße aus Berlin
Schienenknecht


Re: Neustrelitz Süd, Antwort

geschrieben von: Christoph Meyer

Datum: 16.02.25 11:01

Hallo!
Nur eine kleine Klarstellung: Lediglich der T I hat in Niedersachsen überlebt; er wurde in Bremervörde umgebaut und kam von der BOE dann nach Lüchow. Hier diente er sogar noch beim Streckenabbau; verschrottet wurde er dann wieder in Bremervörde. Der ältere T II ist höchstwahrscheinlich nach 1945 im AW Wittenberge verschrottet worden.
Christoph


LSchE 156 beim Streckenabbau, Sommer 1969.jpg
KED Halle schrieb:
u. a.

.........
An Kreisscheiben an Formhauptsignalen erinnere ich mich bei einem Bahnhof auf der ehem. HBE-Strecke Blankenburg - Thale, der von der Straße aus zu sehen war. Aber keine Ahnung, welcher Bf. das war. Dahinter war ein Werk. Vielleicht waren aber die Hauptsignale schon in Hf 0 festgelegt und nur noch Ra 12 funktionierte.
Mittlerweile ist diese Strecke abgerissen. In Thale erinnert noch ein Viadukt daran.
.............
Viele Grüße!
Hallo,

ich musste etwas tiefer in meinen Kisten suchen und ich habe ein Foto von diesem Signal gefunden. Es entstand im März 1997.
Vielleicht kann jemand was genaueres zu dieser Betriebsstelle sagen. Zu erkennen ist eine Anschlussweiche, die aber wohl ausschließlich ein Ladegleis anband.
Dort war aber diverser Literaturquellen nach im folgenden die Abzweigung Richtung Quedlinburg und Thale Bodetal. Timmenrode sollte zudem in km 7,22 km liegen. Das würde aber nicht mit dieser "aktuellen" Hektometertafel 6,7 passen. Unmittelbar hinter der Anschlussweiche war (1997) das Gleis aus Richtung Blankenburg dann mit einem Prellbock zu Ende.

1997-03-16_Signal A Timmenrode .jpg

1997-03-16_Anschluss Abzw Bodetal Nord.jpg

1997-03-16_Anschlussweiche und Gleisabschluss.jpg

MfG

"SIE SIND IM DIENSTLICHEN VERKEHR VERPFLICHTET UND AUSSERDIENSTLICH BERECHTIGT, DEN DIENSTRANG ZU FÜHREN"
N' Abend!

Vielen Dank fürs Auffrischen und Bestätigen der Erinnerung! Ich meine, in der Gegenrichtung standen früher auch noch einflüglige Formsignale. Ist ja mittlerweile alles lange her.
Als interessierter Laie würde ich anhand des Fotos sagen, Signal A war ein "toter Vogel" und konnte nur noch Hf 0 und Ra 12 zeigen. Die Stellstange mit Ausgleichsgewicht und die Grünblende fehlen. Die Strecke war dann wohl schon zum Streckenrangierbezirk herabgestuft. Die Bude war dann vielleicht das "Stellwerk". Und bei Nichtbesetzung gab's womöglich bei passender Weichenlage Dauer-Ra 12.

Auch für mich ist die Stationierung verwirrend: Die einzige Stelle, wo die Strecke neben der Landstraße verläuft, ist östlich von Timmenrode, welches aber selbst schon bei km 7,2 (ab Blankenburg) lag. Dort befindet sich nahe des ehemaligen Gleisdreiecks ein passendes Areal. Der Streckenverlauf ist im Luftbild noch recht gut zu erkennen. Aber vielleicht hat man mit einer eventuellen Abgabe (evtl. Stahlwerk Thale?) der Strecke durch die DR oder schon DB AG die Stationierung geändert. Km 0 wäre dann Beginn der Werkbahn.
S&W und das Rübelandbahnbuch von Transpress haben nichts zu dieser Betriebsstelle. Ältere Luftbilder oder passendes Altpapier bringen vielleicht noch etwas Licht ins Dunkle.



Viele Grüße!

Edit: Maschinenwirtschaft ist bereits vorher auf den gleichen Widerspruch zur Stationierung gestoßen, daher nochmal umformuliert.

PS: Wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin, schaue ich mir die Reste der HBE-Strecke nochmal genauer an.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:03:20:23:39:04.
Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Kontakt | Impressum
(c) 2026 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.