Liebe HiFo-Gemeinde,
schönen Dank für Eure Fotos und Ergänzungen zu meinem Freimann-Beitrag [
www.drehscheibe-online.de] vor ein paar Tagen. Ich freue mich, dass meine Bilder so viel Interesse geweckt haben.
Heute ein kleiner
Abstecher nach Freilassing im April 1982. Er ergab sich nebenbei, und zwar auf der abendlichen Rückfahrt aus dem österreichischen Linz. Dort befand sich unsere 41 018 in der Zeit von 1981 bis 1983, nachdem sie bei den ÖBB im Jahr 1980 die Zulassung auf deren Streckennetz erhalten hatte. Die Entfernung von 250 km machte die Unterhaltung der Lok von München aus zwar nicht einfacher, aber die große Maschine auf den wunderbaren Strecken unseres Nachbarlandes angemessen einzusetzen zu können, mobilisierte unsere Energie. Hier daheim herrschte ja seit Jahren und noch für viele weitere Jahre das unsägliche Dampflokverbot der heute manchmal etwas zu hoch gelobten ehemaligen Deutschen Bundesbahn.
Bild 1 Es war schon nach 19 Uhr, als wir im Bw Freilassing eintrafen. 194 183 (Krauss-Maffei-AEG/1954) des dortigen Betriebswerks und eine Münchner 111 standen abgebügelt am Hilfszugwagen.
Bild 2 Von den ehemals neun Loks der Baureihe E 44
5 gab es bei unserem Besuch noch vier betriebsfähige Maschinen: 144 502, 504, 505 und 507. Zwei wurden für den Umlaufplan nach Berchtesgaden und Salzburg gebraucht. Wir hatten das Glück, dass wir alle vier fotografisch erwischten. 144 502 (BMAG-AEG/1933) stand untätig im Schuppen. Sie war ein Jahr später eine der beiden letzten Loks ihrer Gattung, die am 29.05.1983 mit der Z-Stellung ausschieden. Die Lok ist als Denkmal in Freilassing erhalten geblieben: [
www.eisenbahn-museumsfahrzeuge.de]
Bild 3 144 505 (BMAG-AEG/1933) befand sich ebenfalls im Rundhaus, der heutigen Lokwelt Freilassing. Da es im Sommer 1982 nur noch einen eintägigen Umlauf mit geringen Leistungen nach Salzburg gab (nicht mehr nach Berchtesgaden!), konnte ab 26.09.1982 (z) auf die Lok verzichtet werden. 1984 wurde sie im AW Kassel verschrottet.
Bild 4 Auch die im westlichen Freigelände stehende 144 507 (AEG/1934) beendete ihre Betriebszeit zum Ende des Sommerfahrplans 1982 am 30.09.1982 (z). Sie gehörte zur zweiten Serie der E 44
5, die über eine größere Leistung verfügten, nämlich 2990 PS gegenüber 2175 PS der E 44 501 – 505. Die modifizierten Loks unterschieden sich durch ihren trapezförmigen Brückenrahmen und etliche Abweichungen im Fahrwerk. Beim genauer Betrachtung ist erkennbar, dass die erste Achse von 144 507 ausgebaut und die Lok auf einem Gestell mit kleinen Rollen abgestützt war. Ein Drittel der E 44
5 ist erhalten geblieben. Neben der schon gezeigten 144 502 (Denkmal Freilassing) sind dies 144 508 in der Lokwelt Freilassing sowie die obige 144 507 im ehemaligen Bw Weimar: [
eisenbahn-museumsfahrzeuge.de]
Bild 5 Das Quartett der im April 1982 noch betriebsfähigen E 44
5 machte 144 504 (BMAG-AEG/1933) voll, die mit dem E 3516 (Berchtesgaden 18.23 Uhr – Freilassing 19.20/19.30 Uhr – München Hbf 21.22 Uhr) pünktlich in Freilassing eintraf. Sie schloss zusammen mit 144 502 die Betriebsgeschichte ihrer Baureihe zum Ende des Winterfahrplans 1982/83 ab (Z-Stellung am 29.05.1983). Die Verschrottung erfolgte 1992 in Nürnberg.
Bild 6 Nach 10 Minuten Aufenthalt, in denen der Fahrtrichtungs- und Lokwechsel bewerkstelligt wurde, setzte der E 3516 um 19.30 Uhr seine Fahrt nach München fort. Das neue Zugpferd war die Münchner 111 049, hier bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Freilassing.
Bild 7 Der Blick ins DB-Kursbuch vom Winter 1981/82 zeigt den Fahrplan des E 3516, der nach dreistündiger Fahrt aus den Bergen in der Landeshauptstadt München eintraf. Streckenlänge: 180 km.
Bild 8 Im Blockabstand folgte die Lz-fahrende 111 087 vom Bw München Hbf. Die Lok fährt noch heute. Sie begegnete mir gestern an der Starnberger Seepromenade vor einer RegionalBahn Garmisch – München.
Bild 9 Nun konnte auch 144 504 in Richtung Bw zurücksetzen, nachdem ihr Zug das Gleis geräumt hatte.
(Schluss folgt in wenigen Minuten)