geschrieben von: Dampffrosch
Datum: 15.04.23 14:17
geschrieben von: hartmut.wunderlich
Datum: 15.04.23 14:27
geschrieben von: Schwellendoktor
Datum: 15.04.23 16:46
geschrieben von: Silbergräber
Datum: 16.04.23 23:00
geschrieben von: meister-röhrich
Datum: 17.04.23 08:38
Hallo Koni,
die Steinmuldenwagen wurden von oben beladen und zum abladen wurden die Mulden mit einem Kran heruntergehoben und dann über dem regelspurigen Güterwagen (in Zollhaus) oder dem Binnenschiff (in St. Goarshausen sogar noch vorhanden) dann geöffnet und entladen.
Die Mulden waren für den Verkehr in Richtung GOH. In Zollhaus gab es keinen Kran, mit dem die Mulden hätten entladen werden können. Sofern in den letzten Jahren Muldenwagen unterwegs waren: Diese letzten 3 Exemplare dienten als Bremswagen.
In den letzten Jahren des Güterverkehrs wurden meist nur noch die (einseitigen)
Schüttgutwagen zwischen den Steinbrüchen und Bergwerken bei der Maiblumenlai und bei Mudershausen zum Transport nach Zollhaus benutzt. Da brauchten dann auf dem Sturzgerüst in Zollhaus nur die Klappen geöffnet werden.
Die Schüttgutwagen waren Sattelbodenwagen mit beidseitiger Öffnungsmöglichkeit. Auf dem Sturzgerüst waren seitliche Bleche angebracht, die das Schüttgut in die mittigen Trichter leiteten.
Die Bremsen wurden ja schon umfangreich erklärt. Die nach 1950 neu beschaffte Jung-Dampflok bekam wohl standardmäßig eine Druckluftbremse. Es waren auch mehrere Rollwagen gebraucht beschafft worden, welche eine Druckluftbremse hatten.
Es gab keine Rollwagen mit Druckluftbremse bei der NK. Die ersten beiden Rollwagen waren von der DB (Pfalz) beschafft worden. Saugluftbremse, die bei der NK nicht verwendet werden konnte. Die insgesamt 7 nachbeschafften Rollwagen aus dem Sauerland / Westfalen hatten nur Handbremse. Es war schon für die Herren bei der Lokomotivfabrik Jung nicht nachvollziehbar, warum die NK unbedingt eine Druckluftbremse auf ihrer ohnehin zu großen Lok wollte...
Dies sollte den GV modernisieren. Man versuchte Regelspurwagen auf den Rollwagen direkt zu den Steinbrüchen zu bringen. Die große Dampflok und die doch dann recht schweren Rollwagen mit den beladenen Regelspurwagen waren dann aber für den alten Oberbau deutlich zu schwer. Es häuften sich die Entgleisungen und danach stand dann die neue Dampflok fast nur noch herum bis sie an die Brohltalbahn verkauft werden konnte.
Es gab zwar noch den Versuch den Oberbau zu verbessern mit kräftigeren Gleisen, aber nach knapp zwei Kilometern Gleisaustausch wurde dann eine Grube nach der anderen geschlossen (1960 bis 1962) und der Restbetrieb in Zollhaus eingestellt. So blieb dann nur noch bis 1977 der Restbetrieb in Braubach übrig. Viele der Fahrzeuge konnten nicht mehr verkauft werden und fast alle Fahrzeuge wurden dann an Ort und Stelle verschrottet.
Ergänzend hierzu; ab 1956 war der Teil St. Goarshausen - Nastätten - Hohlenfels komplett stillgelegt. Der Abschnitt Nastätten - Hohlenfels wurde ab 10.1956 bis ca 02.1958 lediglich als Anschlussgleis weiter geführt. Einziger Anschließer war die betriebseigene Werkstatt in Nastätten.
Es gab zu dieser Zeit Planungen, den Restbetrieb Hohlenfels - Zollhaus auf Normalspur umzubauen und durch die DB bedienen zu lassen. Am Ende hat bei der NK ausnahmsweise einmal klug gehandelt, indem man diverse Gutachten der Harz-Lahn Erzbergbau AG abgewartet hat, ob die Gruben überhaupt noch eine lange Zukunft haben. Das Ende kam letztendlich schneller als erwartet.
Den größten Teil dieser Infos bekam ich vor vielen Jahren von einem damals noch lebenden NK-Eisenbahner.
Freundliche Grüße
Klaus Röhrich

Hallo Manfred,
die Dampfloks de NKB (zumindest die D-Kuppler von Henschel) hatten vier Bremsen:
- Eine Wurfhebelbremse
- Ein Spindelbremse, ebenfalls auf dem Führerstand
- Ein Gegendruckbremse
- Eine Seilzugbremse
Die Lok 16 ex Selters Hachenburg 2 hatte bei der NKB zusätzlich eine Dampfbremse. Ist aus einer Körting-Saugluftbremse umgebaut worden, die die Lok bei der Einführung der Rollwagenbetriebs in Selters erhalten hatte.
Die Klappmuldenwagen hatten eine Görlitzer Gewichtsbremse. Im Gegensatz zur üblichen Anordnung der Leine "über das Dach" wurde hier das Seil unter dem Fahrgestell durchgeführt. Nach meinem Kenntnisstand waren die Klappmuldenwagen immer im Päärchen eingesetzt: Ein Wagen mit Bremserhaus und eine Wagen ohne Bremserhaus. Offen ist, ob ein Bremser immer nur ein Päärchen bremste oder das Seil über mehrere Einheiten ging. Von den Klappmuldenwagen gibt es übrigens sehr gute Görlitzer Fabrikfotos im online Archiv vom Verkehrsmuseum Dresden.
Gruß
Roland
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