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 04 - Historisches Forum 

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Hallo in die Runde,

heute vor 50 Jahren am Samstag, dem 17. Februar 1973 hörte ich nachmittags Dampflokgeräusche einer rangierenden Dampflok vom Bahnhof Sigmaringen her. Zu dieser Zeit war das ungewöhnlich und ich war schnellstens mit dem Fotoapparat am Bahnhof. Was war passiert? Die Reisezüge zwischen Tübingen und Sigmaringen waren ja längst von der P8 auf die BR 215 umgestellt und die Lokführerschulungen auf Diesel, die ab und zu noch eine P8 als Ersatz auf diese Strecke gebracht hatten, waren längst abgeschlossen. Aber diesmal und vermutlich letztmals mit P8-Ersatz ging die eingeplante 215 kaputt und man konnte sie nur durch die 38 1772 (038 772-0) ersetzen. Natürlich gab es dann noch bis zum Ende der P8 1974 in Tübingen und später noch Rottweil Sonderfahrten zum Abschied auch nach und durch Sigmaringen, aber das ist heute nicht unser Thema.
Der Personenzug von Tübingen kam gegen 14.50 Uhr an. Ich wundere mich heute, wie schnell ich nach den ersten Rangiergeräuschen damals am Bahnhof war. Aber ich war ja auch erst 17 Jahre alt...

1. Nach Abstellen der Wagen setzt die Lok um. Im Hintergrund das Milchwerk und das Lager des örtlichen Kohlehändlers:
1973-02-17, 9a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

2. Am Lokschuppen und der Drehscheibe sieht es heute natürlich ganz anders aus:
1973-02-17, 11a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

3. Heute stehen dort Autos auf einem Parkplatz...
1973-02-17, 13a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

4. Lediglich das Stellwerk 2 hat als Denkmal mit leicht versetztem Standort überlebt:
1973-02-17, 14a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

5. Die klassische Ansicht mit Schloss darf natürlich nicht fehlen:
1973-02-17, 16a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

6. Die Drehscheibe war ja nur für die 38er und kleinere Loks geeignet. Die BR 50 konnte hier nicht gedreht werden:
1973-02-17, 17a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

7. Ob sich Lokführer und Heizer der Letztmaligkeit der Situation bewusst waren?
1973-02-17, 24a, SN, Sigmaringen-38 1772-Lokführer und Heizer.jpg

8. Der tiefschwarze Lokschuppen hatte jedenfalls schon viele Dampfloks gesehen und seine Tage waren gezählt:
1973-02-17, 26a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

9. Das Drehen wurde mittels Druckluft von der Lok bewerkstelligt:
1973-02-17, 28a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

10. Und zu Schluss steht der Zug zur Abfahrt an Gleis 4 bereit, wie all die Jahre davor, nur an jenem 17.2.1973 eben zum letzten Mal....:
1973-02-17, 47a, SN, Sigmaringen-38 1772.jpg

Bevor Fragen dazu kommen: Nein, bis zur Abfahrt konnte ich nicht mehr am Bahnhof bleiben. Die Aktion hatte den damaligen Tagesplan schon gehörig durcheinander gewirbelt und ich mußte schlichtweg unverzüglich nach Hause gehen. Außerdem wurde das Licht ja auch immer weniger, sodass ich dies verschmerzen konnte.
Soviel für heute zum Thema, was sich vor 50 Jahren so ereignet hat...

Viele Grüße
Christoph
Hallo Christoph,

trotz allen Zeitdrucks: Da hast du wirklich Glück gehabt! Danke fürs Zeigen.

Viele Grüße,
Stefan
Hallo Christoph,
genial, das hast Du damals richtig gemacht! Danke für die schönen Bilder von der alten Sigmaringer Infrastruktur!
Viele Grüße
Stefan

https://abload.de/img/db-251902-4003812-titu8k49.jpg

Hallo Christoph,

sehr schön, dass Du dieses Schlaglicht festgehalten hast. Ja, so etwas ist ein historischer Augenblick. Und alles, was in Sigmaringen an Bahnhof und Bw zeigenswert ist, hast Du sehr gut eingefangen. Es dankt Dir jemand, der für den planmäßigen Planbetrieb schon zu spät gekommen ist und für den außerplanmäßigen nicht zur rechten Zeit am Ort sein konnte.

Viele Grüße

Klaus
Hallo Christoph,

besten Dank für die tolle Bilderserie,
als ehem. Betriebsschlosser des Bw Tübingen gehörten auch Drehscheiben zu meinem Aufgabenbereich, nur Sigmaringen wurde damals vom Bw Ulm betreut. Deine Bilder zeigen mir jetzt immerhin ein paar schöne Details wie die interessante Verriegelung mit an den Schienen angeordneten Riegeln, üblich sind ja zwei in Gleismitte angeordnete Schubriegel. Auch die beiden Schienenpakete auf "Auslegern" an der dem Antrieb abgewandten Seite hab ich so an vergleichbaren Steifrahmendrehscheiben noch nicht gesehen. Solche Drehscheiben kippeln ja immer etwas übern Drehpunkt/Königsstuhl da der die Hauptlast aufnehmen soll. Dabei entsteht immer einseitig eine Stufe (s. Bild 6) die beim Überfahren einen heftigen Schlag auf die ganze Bühne ausüben. Nehme an dass die Drehscheibe üblicherweise mit dem Antrieb zum Lokschuppen "geparkt" werden sollte damit die Zufahrt vom Bahnhof her eben liegt?
Es gab für diese Drehscheiben auch noch Schienenverlängerungsstücke, mit deren Hilfe man auch noch die etwas längeren P8 mit Wannentendern drehen konnte. Die Teile seien aber so schwer gewesen dass man, wenn es ging nach Mengen zum drehen fuhr oder ganz drauf verzichtete.

Gruß aus https://share-your-photo.com/img/7a468ead84_album.jpg
Michael
Hallo Christoph,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Die Bilder sind wirklich super. Diesen Einsatz hätte ich auch gerne miterlebt ...

Schmunzeln musste ich bei Deinem Satz: "Ich wundere mich heute, wie schnell ich nach den ersten Rangiergeräuschen damals am Bahnhof war. Aber ich war ja auch erst 17 Jahre alt..." Das erinnert mich an einen Tag im Mai 1972, als ich vom angrenzenden Berg aus plötzlich feststellte, dass man die sonst am Ablaufberg des Rbf Oberlahnstein tätige 260 wegen eines Schadens durch die 094 184 ersetzt hatte. So schnell war ich sonst nie wieder zu Hause und mit meiner Knipse auf der Fußgängerbrücke über den Rbf.

Grüße aus der Pfalz
Hubert
Danke, Stefan.

Ja, an diesem Tag bzw. Nachmittag kam alles zusammen. Am Abend war um 19 Uhr der Abschlussball meines Tanzkurses im Nachbarort Sigmaringendorf. Damals war es üblich, dass man in dem Alter von den Eltern einen Tanzkurs "verordnet" bekam. Eigentlich hätte ich mich am Nachmittag schön anziehen sollen und ein Eisenbahneinsatz war nicht erwünscht und auch nicht geplant. Entsprechend war natürlich das Unverständnis meiner Eltern, als ich gegen 15 Uhr Hals über Kopf zum Bahnhof eilte. Nun, am Ende hat es dann ja doch für beides gereicht. Heute nach 50 Jahren ist die Erinnerung an das Bahnerlebnis in meinem Gedächtnis wesentlich ausgeprägter, als an das andere Ereignis des Abends...

Viele Grüße
Christoph
Danke, Stefan.

Wenn man sich das Bahnhofsumfeld heute ansieht, kann man sich - wie an vielen anderen Orten im Lande auch - gar nicht mehr vorstellen, wie das damals ausgesehen hatte. 1973 hatte der Bahnhof Sigmaringen mal 160 (!) Beschäftigte nach Aussage des Bahnhofsvorstandes damals, heute gibt es nur noch den Fahrdienstleiter...

Viele Grüße
Christoph
Danke, Klaus.

Das ist ja das Schöne am HiFo und Internet allgemein: Alle können was aus ihrer damaligen Umgebung beitragen und jeder kann es heute mit ansehen. Manchmal muss ich auch denken, was ich noch alles hätte dokumentieren können, wenn ich etwas früher mit dem Fotografieren begonnen hätte. Aber das Gefühl haben wir ja alle...

Viele Grüße
Christoph
Danke, Michael.

An das "Knallen", den Schlag beim Befahren der Scheibe kann ich mich noch gut erinnern. Nun beschreibst Du schön den Grund dafür. Ich glaube aber nicht, dass man die Scheibe extra "leer" gedreht hat, um das Befahren zu erleichtern. Wegen des Druckluftbetriebes durch die Lok hätte man das ja von Hand machen müssen. Als noch alle Tübinger Züge mit P8 kamen, wurde die Scheibe etwa 10 mal am Tag benutzt. Ganz früher, als noch von Ulm und Aulendorf P8 und kleine Dampfloks kamen, sicher noch öfter. Zum Zeitpunkt meiner Aufnahmen (Februar 1973) war die Nutzung schon eher bei Null, denn es gab ja nichts mehr zum Drehen. Ich habe auch die Verlängerungsstücke auf diesen und anderen Bildern gesucht, mit deren Hilfe die zu lange 038 637-5 mit ihrem Wannentender gedreht werden konnte, diese aber nicht gefunden. Wir hatten darüber auch schon bei einem anderen Betrag im HiFo darüber geschrieben, wenn ich mich recht erinnere. Evtl. wurden diese nach Ausmusterung dieser letzten Wannentender-P8 auch entfernt. Ich erinnere mich auch noch, dass diese P8 öfter die Aulendorfer Eilzüge bespannt hatte und auch einmal als Lz rückwärts nach Tübingen zurück ging. Aber gedreht wurde diese definitiv auch in Sigmaringen, nur habe ich das nicht auf meinen Fotos gefunden, leider.... Verstanden habe ich das nie, warum ausgerechnet Sigmaringen nur eine kurze Drehscheibe hatte.

Viele Grüße
Christoph
Danke, Hubert.

Das freut mich ja, daß außergewöhnliche Triebfahrzeuge auch Dich zu sportlichen Höchstleistungen motivieren konnten! Bei mir gelang das nur der Eisenbahn, sonst eher nicht...

Viele Grüße in die Pfalz
Christoph
Hallo Christoph,

das mit dem "richtigrum" stellen der Drehscheibe stand wohl auch nur in einer Arbeitsanweisung, nach jedem zweiten drehen stand sie ja richtig ;-)
Es gab hier im Forum mal ein Bild mit einer Wanne auf den Verlängerungen, habs aber nicht mehr gefunden.
Diese 16m-Drehscheiben waren ja aus KWStE-Zeiten, so auch in Balingen oder Reutlingen, Ebingen und Schorndorf glaube ich auch. Zumindest die in Reutlingen wurde auch im Bahnhofsbereich umgesetzt vor den um 1915 neu gebauten Ringlokschuppen. Drehscheiben waren teure Teile die man nicht so ohne weiteres ersetzte. Die Tübinger 18m-Steifrahmenscheibe wurde nur mit festen Verlängerungen für BR 50 und Co angepasst. Nur im Bw Rottweil wurde die 16- oder 18m-Scheibe Anfangs der 60er Jahre (evt. etwas früher?) durch eine gebrauchte 23m-Drehscheibe aus Mannheim ersetzt.

Gruß aus https://share-your-photo.com/img/7a468ead84_album.jpg
Michael
Ja, so sah es damals in Sigmaringen aus. Wenn man etwas weiter rausging Richtung Donautal zu der Stelle, wo sich die Strecken nach Balingen-Tübingen und Tuttlingen-Ulm trennten, konnte man die P8 Richtung Balingen sehr schön vorm ganzen Zug fotografieren. Besonders war der Antrieb der Drehscheibe in Sigmaringen über die Dampfleitung der Lok: Was für eine gute Idee! In England war der Handbetrieb von Drehscheiben üblich – der Anschluss der Dampflok an die Drehvorrichtung hätte viele Mühen erspart. Bild anbei: Personenzug nach Balingen–Tübingen bei Inzigkofen, wo sich die beiden genannten Strecken kennen. Aufnahme vom August 1969 mit der ollen Zeiss Contaflex Super B (2,8/45mm-Objektiv), Selen-Belichtungsmesser, kein Rückschwingspiegel, kein wirklich auswechselbares Objektiv (nur 'Pro-Tessare' 4/35mm und 3,2/85mm waren möglich) – also mit ein Grund für den Niedergang der deutschen Kameraindustrie. LG RR
Sigmaringen.jpg
Hallo,

Danke für die schönen Bilder
Reginmaxdampf schrieb:
... Besonders war der Antrieb der Drehscheibe in Sigmaringen über die Dampfleitung der Lok: Was für eine gute Idee! In England war der Handbetrieb von Drehscheiben üblich – der Anschluss der Dampflok an die Drehvorrichtung hätte viele Mühen erspart. ...
Diese Drehscheiben hatten einen Luftmotor, der wurde an den Bremsschlauch der Lok angeschlossen. Wenn aber die Drehscheibe nicht ganz rund lief und der Motor nur die 5bar der Hauptluftleitung bekommen konnte, gab es da schon immer mal Probleme mit dem Lokdrehen und man musste händisch nachhelfen.

Gruß aus https://share-your-photo.com/img/7a468ead84_album.jpg
Michael
Hallo Michael,

sehr interessant, Dein Drehscheibendetailwissen hier und anderswo! Vielen Dank!
Ich habe mich nie darum gekümmert, für mich waren es einfach Drehscheiben.... Gerade für Tübingen und Rottweil als Bw hätte ich von Anfang an grosse Scheiben erwartet, aber das war natürlich auch ein Kostenfaktor.
An der Sigmaringer Scheibe fällt mir jetzt 50 Jahre später anhand der Bildern auch auf, dass es dort diese Einsteckvorrichtungen gab, in die man bei Ausfall der Druckluftversorgung lange Holzstangen einstecken konnte, um dann die Lok von Hand unter erheblichem Kraftaufwand mit mindestens 2, besser mehr kräftigen Eisenbahnern zu drehen. In der Schweiz als Beispiel habe ich das des Öfteren später so gesehen. In Sigmaringen habe ich nie gesehen, dass man von Hand drehen musste. Anscheinend war der Druckluftantrieb zuverlässig.

Viele Grüße
Christoph
Besten Dank für die schönen Bilder von der mir bestens bekannten Streckenteilung bei Inzigkofen, RR!

Leider ist heute das Meiste sehr zugewachsen, sodass sich Dein 2. Bild so nicht wiederholen liesse und das erste nur sehr eingeschränkt.
Zum Druckluftantrieb, nicht Dampfantrieb der Drehscheibe hat Michael ja schon etwas geschrieben.

Viele Grüße
Christoph
38 2383 schrieb:
Hallo Michael,

sehr interessant, Dein Drehscheibendetailwissen hier und anderswo! Vielen Dank!
Ich habe mich nie darum gekümmert, für mich waren es einfach Drehscheiben.... Gerade für Tübingen und Rottweil als Bw hätte ich von Anfang an grosse Scheiben erwartet, aber das war natürlich auch ein Kostenfaktor.
An der Sigmaringer Scheibe fällt mir jetzt 50 Jahre später anhand der Bildern auch auf, dass es dort diese Einsteckvorrichtungen gab, in die man bei Ausfall der Druckluftversorgung lange Holzstangen einstecken konnte, um dann die Lok von Hand unter erheblichem Kraftaufwand mit mindestens 2, besser mehr kräftigen Eisenbahnern zu drehen. In der Schweiz als Beispiel habe ich das des Öfteren später so gesehen. In Sigmaringen habe ich nie gesehen, dass man von Hand drehen musste. Anscheinend war der Druckluftantrieb zuverlässig.

Viele Grüße
Christoph
Hallo Christoph,

Rottweil war ja zu KWStE-Zeiten ein Aw, das massive Umbauten an Loks vornahm,

https://i.ibb.co/Xb6mLqt/Rottweil-Bw-alt-2.jpg
hier sieht man den ursprünglichen Zustand des "Aw" und Bw Rottweil. Der Ringlokschuppen ist noch geplant und ersetzte die Schuppen, die einst mittig im heutigen Gleisfeld standen, die wurden dann abgerissen. Um aber beim Thema Drehscheibendurchmesser zu bleiben, die "alte" Drehscheibe hat man wohl an den neuen Rundschuppen umgesetzt und wiederverwendet? Auch die Schiebebühnen die die Shedbauten der Werkstätten erschlossen, waren den damaligen württ. Loklängen angepasst, relativ kurz. Vermute dass erst wg. der langen Einheitsloks der rechte Shedbau mit der bekannten 23m-Schiebebühne versehen wurde um die Loks auch in diesen Schuppen bringen zu können. Wie bereits geschrieben wurde der Rundschuppen erst nach dem II.WK mit einer - gebrauchten - 23m-Gelenkdrehscheibe versehen. An eine Zwischenlösung mit 18m -Bühne mag ich nicht glauben, da dafür die zuletzt vorhandene Grube nicht tief genug war?
Im Plan sieht man auch, wie weit der Neckar dort verlegt werden musste und das war noch nicht das Ende, denn auch ganz links im Plan wurde er nochmals für eine Anzahl Gütergleise mit Ablaufberg verschoben.
Ich hoffe, ich bin jetzt nicht zu weit vom Thema Sigmaringen abgebogen?

Gruß aus https://share-your-photo.com/img/7a468ead84_album.jpg
Michael
Hallo,

"Wenn aber die Drehscheibe nicht ganz rund lief und der Motor nur die 5bar der Hauptluftleitung bekommen konnte, gab es da schon immer mal Probleme mit dem Lokdrehen und man musste händisch nachhelfen."

@Michael:
Aber du weißt ja sicher wie man auch 8 Bar in die Leitung bekommt ;o).

Die 1772 hatte ja auch sicher ein "Knorr 8"....

Ob eine P8 in Zukunft mal wieder laufen wird? Naja, die Bochumer 38 2267 könnte ja mal fertig werden in naher Zukunft. Beim Rest sieht es schlecht aus. Bei der 38 1772 wohl auch, der ihr Zustand vom "Auslaufbetrieb der Dampftraktion" siehe Bilder oben... mit dem außenliegenden Indusikasten und draufgeschraubten Nummernschild, sieht so blöd aus, daß es schon wieder gut ist :o)!

Mfg TRO.

Mit täglich neuen Bildern und jetzt auch mit dem LVT 171/ 172:
[www.triebwagenarchiv.de]

Seit 4. Juni: die neue "Such- und Angebotsliste" für Eisenbahnfahrzeuge &-Teile des VDMT [www.vdmt.de]
Hallo Tom,

Du hast ja recht, mit "überladen" machte ich auch schon mal Erfahrungen gesammelt ;-)
Hatte nur an der Reutlinger Drehscheibe ein paar mal beobachten können wie die sich mit einer der letzten drei P8, die dort öfters nach einer Übergabe von Tübingen drehten (klick), sich festfuhr und nur mit händischer Nachhilfe und/oder drehen in anderer Richtung ans Ziel kam.

Gruß aus https://share-your-photo.com/img/7a468ead84_album.jpg
Michael
38 2383 schrieb:
Hallo Michael,


An der Sigmaringer Scheibe fällt mir jetzt 50 Jahre später anhand der Bildern auch auf, dass es dort diese Einsteckvorrichtungen gab, in die man bei Ausfall der Druckluftversorgung lange Holzstangen einstecken konnte, um dann die Lok von Hand unter erheblichem Kraftaufwand mit mindestens 2, besser mehr kräftigen Eisenbahnern zu drehen. In der Schweiz als Beispiel habe ich das des Öfteren später so gesehen. In Sigmaringen habe ich nie gesehen, dass man von Hand drehen musste. Anscheinend war der Druckluftantrieb zuverlässig.

Viele Grüße
Christoph
Noch eine kleine allgemeine Bemerkung dazu: diese Einstecköffnungen für einen Notbetrieb mit einem bzw. zwei für diesen Zweck vorgehaltenen Holzbengeln hatte eigentlich jede Drehscheibe. Allerdings war dieser Notbetrieb nur bei tadelloser Lage und sauberer Laufschiene der Scheibe durchfürbar. Normaler Notbetrieb wurde unabhängig von der Antriebsart der Scheibe mit einer aufsteckbaren, 2-männig betätigbaren, Handkurbel ausgeführt. Da brauchte es für eine 180°-Drehung allerdings über 100 Kurbelumdrehungen, war aber mit 2 Mann zu schaffen. Was den Luftantrieb betraf, so war dieser bei einigen elektrisch betriebenen Drehscheiben der Notantrieb, so z.B. in Singen, Appenweier, Karlsruhe Bw. Wenn die 5 bar Leitungsdruck zum Antrieb der Scheibe zu schwach oder zu langsam erschienen, so konnte das Führerbremsventil ja auf Füllstoßstellung gelegt werden. Allerdings sollte dabei während des Drehvorganges das Steuerventil abgesperrt werden, um eine Überladung und nachheriges entlüften zu vermeiden. Mal einfach gesagt. Gruß Fritzle.
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