Hallo Freunde der aufreizend langsamen Bahnen,
da der Festungscharakter überwiegt, hätte es im Betreff übrigens
Burg heißen müssen, aber was tut man nicht für einen Betreff. Und nachdem neulich mit der Treidelbahn am Eisernen Tor eine der mutmaßlich langsamsten Normalspurbahnen der Welt überhaupt das Thema war, verweile ich auch diesmal gern noch in Rumänien.
Für die Fortsetzung des Themas aus dem 1. Weltkrieg muss ich noch etwas sammeln, und dieser Beitrag hier war eh komplett fertig.
Ein kurzes Video mit Restbetrieb 2008 mag für´s erste veranschaulichen, wie auch auf 760 mm geschlichen werden kann.
Quelle:
YouTube
Als es auf der Strecke noch regulär Personenbeförderung gab, benötigten die Züge für die 16 km rund 1 1/4 Stunden. Also es handelte es sich, anders als der Titel des
Artikels der deutschen Wikipedia vermuten lässt (die
englische Fassung enthält weit mehr Informationen), nicht um eine reine Industriebahn.
Auf der ORM erscheint die Bahn als ohne jede Verbindung zum Normalspurnetz. [
www.openrailwaymap.org]
Einige Fotos lassen jedoch vermuten, dass man sich da zeitweilig näher kam.
Fast könnte ich sagen, dass ich, diese Bahn betreffend, letzte Woche einen vollkommen unnötigen Aufwand betrieben hätte. Denn nachdem mir im ungarischen Archiv Fortepan viele der Fotos aus Rumänien bestens gefielen, machte ich mich umgehend daran, diese Serie von Aufnahmen um ca. 1900 mehr oder weniger aufzuhellen und sonstwie zu bearbeiten, ohne vorher zu überprüfen, ob diese Motive etwa in Wikicommons vielleicht schon enthalten sind.
Das sind die meisten, wie ich dann bemerkte, als ich den Artikel durchlas. Und dort erkennt man immerhin weit mehr als auf den recht dunklen (aber dennoch hochwertigen) Originalen bei Fortepan, aber für mein Empfinden weisen einige Bilder immer noch etwas zu viel Kontrast auf. So gesehen war meine Aktion also eh nicht ganz für die Katz.
In Wikicommons sind zu dem gewählten Thema nicht nur Fotos von Fortepan enthalten und so habe ich meine Reihe noch um ein paar Motive ergänzt (die allerdings meist ein Raster für den Druck aufweisen). Nachdem ich auch diese nun bearbeitet habe, möchte ich die ganze Reihe auch zeigen.
Bild 1: Nähern wir uns doch einfach dem Städtchen mit dem großen Schloss. Die Burg lieferte in gewisser Weise auch die Vorlage für eine Nachempfindung in Budapest. Vorn auf einem Damm die Normalspurstrecke nach Hunedoara
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes
Bild-Nr. 27205 , Lizenz: CC-BY SA (bei nicht verlinten Bildern einfach bei Fortepan die Nr. eingeben und auf die Suchlupe drücken, denn ENTER leitet dort keine Suche ein)
Bild 2: Ohne das Stahlwerk wäre die Burg sicher der das Bild ganz allein beherrschende Bau in der Stadt.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27195 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 3: Wie dicht die Bahnlinie an der Burg vorbei führte, war ja schon im Video zu sehen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27192 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 4: Ganz vorn könnte das Areal des Kleinbahnhofs liegen, aber ich tat mich hier schwerer als sonst mit der räumlichen Zuordnung.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27190 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 5: Hier z. B. Hatte ich fest erwartet, Teile des Kleinbahnhofs zu erkennen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27191 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 5a: Der Bahnhof ist ja im Blickfeld und das Aufnahmsgebäude mit seinem kreisrunden Fenster im Giebel ist klar erkennbar. Nur hatte ich mir das Ganze hier viel näher am Betrachter vorgestellt.
Bild 6: Als Karten benutzte ich außer der ORM auch die OSM (mit eingezeichneter Bahn) [
www.openstreetmap.org]
Beträchtlich tiefer gelegen als der Kleinbahnhof ist hier ein schmalspuriges Gleis in die Straße eingelassen, das vorn jedoch einen eigenen Bahnkörper hat, dessen Fortsetzung auf Bild 5 zu sehen ist.
Foto: Fortepan/Magyar Földrajzi Múzeum / Diagyűjtemény Bild-Nr. 95116 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 7: Dieses Holzhaus des Normalspurbahnhofs meinte ich im vorigen Bild hinter Bäumen zu sehen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27194 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 8: Die Vergrößerung des winzigen Bilds aus wikicommons brachte auch nicht mehr Details, aber ich meine, einen Normalspurwaggon zu sehen.
Foto:
wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 9: Auf den Landkarten kommen sich schmale und normale Spur längst nicht so nah wie hier. Der Bildtext wurde vom translator so übertragen:
Oberbahnhof, der beschädigte Gleisabschnitt der Siebenbürgischen Grubenbahn.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr.
27233 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 10: Ein Bild von der Eröffnung. Das Stationsgebäude trägt (nach massiver Aufhellung) genau wie bei Bild 9 die Anschrift „Vajdahunyad“. So schrieb sich die seinerzeit ungarische Stadt nämlich.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-
Nr. 27196 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 11: „Erste Brücke in einer Kurve“ heißt es beim Streckenband der Wikipedia. Das ist praktisch, denn es gibt derer drei, die bestens unterscheidbar sind. Rechts vom Bildrand befindet sich heute noch das Depou Diesele, was man in google earth gut erkennt. [
earth.google.com]
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27197 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 12: Ein Bild vom Depot aus der Frühzeit der Bahn fand ich ebenso nicht, wie eines von den Tunnels. edit: Dafür hat man in einer Folge von Eisenbahnromantik sogar
den Unterschied der Ausmauerung in östereichischer und in italienischer Manier fein herausgearbeitet.
Die hölzerne Brücke hier scheint mir Teil eines Bewässerungssystems zu sein. Das Original bei Fortepan ist links so finster, dass ich zuerst den Zug nicht wahrnahm.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes
Bild-Nr. 27198 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 13: Oben links hier nur schwach zu erkennen: Nicht allein die Schmalspurbahn, auch andere Transporttechniken erschlossen das Bergbaugebiet.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27199 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 14: Für die Zeit um 1900 hätte ich nicht mit einer derartigen Spannweite der Seilbahn gerechnet.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27200 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 15: Dem Anschein nach steht hier noch derselbe Zug auf der fast fertigen Brücke. Falls vom selben Fotografen, dürfte es zufuß mit Plattenkamera gedauert haben...
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27201 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 16: Die Zlaști Talbrücke steht offenbar heute noch als Ruine im Tal. (ist jedenfalls in google earth zu sehen)
und nicht nur dort
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 17: Das Gerüst ist teilweise abgetragen, aber was ist mit der Seilbahn passiert?
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 18: Praktisch ist ja immer, wenn die Hauptlast der Züge stets talwärts befördert wird.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27202 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 19: Auch hier geht der Blick talwärts.
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 20: Das Foto ist in wikicommons anders eingereiht, aber mir schien es hier gut zu passen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27207 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 21: Dann weitet sich das Tal. Der Blick geht hier talaufwärts. Das Foto dürfte ca. 3 Jahre nach der Eröffnung aufgenommen sein.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27203 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 22: Hier fehlt nämlich noch das Wärterhaus und der Bewuchs ist an der Halde sehr viel kleiner.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27204 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 23: Die Ganzzüge wiesen oft eine beträchtliche Länge auf.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27206 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 24: Der translator meldete hierzu: „
die beschädigten Brücken der siebenbürgischen Grubenbahn bei Kaszabánya.“ Ich hatte vermutet, hier wird die Baustelle gezeigt, ehe es an die Brücken selbst ging.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27208 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 25: Durch Hochwasser waren diese Bücken jedenfalls wohl kaum gefährdet.
Foto: wikicommons . Lizenz: CC 0
Bild 26: Laut dem Fahrplan von 1916 erfolgte die Personenbeförderung in
drei gemischten Zugpaaren.
edit: Oh, das war noch alter Text. Werktags waren es zwei.
Ein auf englisch übersetzt rekonstruierter Fahrplan:
Rekonstruktion Rudolf Hanzelik, Lizenz CC BY SA
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27209 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 27: Aber vielleicht war ja nicht immer Fracht anzuhängen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27211 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 28: Hier hat sich möglicherweise im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten eine Herrengesellschaft abgesetzt...
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27216 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 29: Das Fass, das hier beim Bahnhof Govăjdia vorn gerollt wird, brachte mich auf den Gedanken. Man beachte auch das Aufzugshäuschen (?) hinter dem Abdampf.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27213 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 30: Der Bahnhof von Govăjdia in der Frühzeit der Bahn. Das Häuschen am Dach...
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27212 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 31: ...ist hier ganz rechts im Bild. Aber gegenüber der Bau ist bereits stark verändert.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27214 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 32: Und hier steht bereits der erste Teil des leinen Stahlwerks von Govăjdia. Das qualitativ nicht sehr hochwertige Bild ist einem Buch entnommen, das es auch als Pdf gibt. [
mek.oszk.hu]
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 33: Hier haben dann auch die vier Pappeln dran glauben müssen. Mehr zum Stahlwerk auch bei: [
en.wikipedia.org]
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 34: In der Frühzeit der Bahn kam es zu allerlei Verwüstungen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27239 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 35: Eine Reihe Fotos mit Hochwasserschäden konnte ich nicht räumlich zuordnen. Aber die hängende Weiche...
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27242 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 36: ...ist hier aus der Nähe zu sehen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27244 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 37: Oberhalb von Govăjdia wird in einer langen Talschleife Höhe gewonnen. Siehe ORM [
www.openrailwaymap.org]
Oben am Berghang ist die Trasse zu ahnen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27234 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 38: Bei dieser lädierten Brücke nahm ich an, dass es sich um die in der Haarnadel handelt. Ob die Motordraisine wohl leicht genug ist, das frei schwebende Stück Gleis zu passieren?
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27235 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 39: Die wiederholt sichtbaren hölzernen Bauten könnten der Zuführung von Brauchwasser gedient haben. Das Foto zeigt wohl die Herrenrunde von Bild 28.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27215 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 40: An den zackig zerfransten Felsen ist erkennbar, dass es sich um die gleiche Gegend handelt.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27217 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 41 (Ausschnitt von Nr. 42): Der Zug unten im Tal ist auf diesem Ausschnitt nur schwach erkennbar. An der Bahntrasse ist bereits deutlich mehr Grün zu sehen, als noch auf Bild 40.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27218 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 42: Im Ganzen zeigt das Bild schwieriges Gelände. Wo auf Bild 37 die Trasse am Hang war, dürfte nun klarer sein.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27218 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 43: Viel Güter, wenig Personen. Gemischter Zug rumpelt talwärts.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27219 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 44: Hier noch die dritte der Brücken im Bogen aus der Nähe besehen.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27220 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 45: Eine talquerende Brücke ohne gebogene Gleisführung folgte vor der Endstation. Hinten die Erzverladung.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27236 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 46: „Von oben ist die Aussicht besser!“, sang wer?
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27222 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 47: Aus Anlass der Streckeneröffnung kamen allerlei Leut bis zur Endstation. edit: Bei der Eisenbahnromantik gibt es
das sogar in einer anmierten Form.
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 48: Im Alltag bestimmten dann die Erzwagen hier das Bild. Im Hintergrund der Schrägaufzug.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27221 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 49: Dieser Schrägaufzug hatte wie eine Standseilbahn eine Ausweiche auf halber Strecke. Wieder ein Bild aus dem Buch.
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 50: Vielleicht aus Anlass der Eröffnung war eine Art Kommission in der Umgebung der Endstation Retișoara unterwegs.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27224 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 51: Außer den Herren, die besichtigen, sind auch einige Arbeiter anwesend.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27225 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 52: Auf einer mittleren Etage des vielfach abgestuften Terrains.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27228 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 53: Ein anderer Schrägaufzug von vorn...
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 54: … und einer im Profil. Jedoch nicht an der Zwischenebene vom vorigen Bild, meine ich wegen der Abraumhalden.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27227 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 55: Das gesamte Gebiet ist heute so verändert, dass mit google earth hier rein nichts anzufangen ist. Gleichermaßen war ich bei den nun noch folgenden Bildern ziemlich ratlos.
Foto: Fortepan/Schoch Frigyes Bild-Nr. 27226 . Lizenz: CC-BY SA
Bild 56: Alle drei gängigen Traktionsarten waren hier irgendwo, irgendwann vertreten.
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 57: Mit ihrem niederen Führerhaus sicher eine Dampflok für im Stollen.
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Bild 58: Diesel geht im Stollen aber sicher schon etwas besser.
Foto: wikicommons . Lizenz: CC-0
Video zum Start, Video zum Ausklang:
Quelle:
YouTube
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