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Es hält kein Zug in Hornstein (HzL) - oder doch?

geschrieben von: 50 735

Datum: 25.05.22 15:17

Hallo zusammen,

in meinem Beitrag vom 16.05.2022 hatte ich noch die Auffassung vertreten, dass das einzige Personenzugpaar zwischen Sigmaringen Landesb und Bingen (Hohenz) Haltepunkt im Mai 1972 nicht mehr am Haltepunkt Hornstein hielt. Ein mir erst jetzt möglicher Blick in alte Kursbücher hat mich eines Besseren belehrt.

Danach hielten im Sommerfahrplan 1972 die Personenzüge 61 und 62 dort jedenfalls nach Bedarf. Reisende, die dort aussteigen wollten, hatten dies dem Schaffner oder Zugführer spätestens auf dem letzten Haltebahnhof oder auf der letzten Haltestelle mitzuteilen. Reisende, die dort einsteigen wollten, hatten sich dem herannahenden Zug rechtzeitig bemerkbar zu machen.

Interessanterweise hielt im Sommerfahrplan 1973 laut Kursbuch Personenzug 61 sogar regulär in Hornstein, während Personenzug 62 weiterhin nur nach Bedarf dort hielt. Eigentlich sinnlos, da es sich bei Zug 62 um den gut besuchten Schülerzug handelte, während Zug 61 praktisch nur der Überführung des Triebwagenzuges von Sigmaringen nach Bingen diente. Ob damals irgendjemand in Hornstein ein- oder ausgestiegen ist? Fahrzeiten waren am Haltepunkt seinerzeit wohl schon nicht mehr ausgehängt.
Zurück nach Bingen werden die Schüler mittags dann mit einem Bus gekommen sein (siehe Buslinie 7523).

Viele Grüße
Wolfgang


KursbuchSommer1972.JPG
KursbuchSommer1973.JPG

Re: Es hält kein Zug in Hornstein (HzL) - oder doch?

geschrieben von: Pfeiftafel

Datum: 25.05.22 19:52

Hallo,

für das Rätsel um den Bedarfshalt, der zum Regelhalt wurde, dürfte es diese Lösung geben.

Vermutlich ist der Bahnübergang 1972 / 1973 technisch gesichert worden. Nach der Sicherung konnten Züge in der Einschaltstrecke des BÜ nur noch am Haltepunkt durchfahren oder mussten ohne Einschaltung am Haltepunkt halten und dort einschalten. Ein „vielleicht“ ging nicht mehr. Deshalb hatte man nur noch die Wahl Durchfahrt oder Regelhalt und hat sich für zweites entschieden.

Pfeiftafel
Moin,

der Zug war ja flott unterwegs. Wenn der von Sigmaringen rauf kommt, musste doch in Hanfertal noch die Fahrtrichtung gewechselt werden, oder?

Gruß
Alexander

http://www.roter-brummer.de/798/Banner-roterbrummer.jpg

Re: Es hält kein Zug in Hornstein (HzL) - oder doch?

geschrieben von: MJK

Datum: 27.05.22 02:03

Hallo Alexander,

9. Bauserie schrieb:
der Zug war ja flott unterwegs. Wenn der von Sigmaringen rauf kommt, musste doch in Hanfertal noch die Fahrtrichtung gewechselt werden, oder?
korrekt, von Sigmaringen nach Bingen muss(te) in Hanfertal die Fahrtrichtung gewechselt werden.

Sportlich die Wendezeit in Bingen. 1972: Zwei Minuten; 1973: Eine Minute!

Gruß
Matthias



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.22 02:03.
Hallo,

normalerweise ist die HzL ja gar nicht mein Interessensgebiet, sodass ich fast nicht auf den Thread geklickt hätte. Habe ich aber doch und dieses interessante Thema entdeckt. Und siehe da, im Winter 1973/74 hatte sich die HzL eine weitere Variation ausgedacht:

754_73-74.jpg

Nun fuhr der "Überführungszug" in Hornstein komplett durch, man hatte aber nur den Halt gestrichen, nicht aber die Fahrzeiten angepasst.

(Sorry für die Qualität des Scans, aber weder der Scanner noch ein Abknipsen mit dem Telefon haben zu besseren Ergebnissen geführt)

Grüße
Bastian
Hallo,

danke für die interessante Ergänzung. Vermutlich hat der Regelhalt ohne jeden Bedarf zu Verspätungen geführt, die man im Anschluss nicht mehr wegbekam. Schließlich ist eine Wende in Bingen Hp in einer Minute mit Zuglaufmeldung extrem sportlich. Vor dem Regelhalt wird man mit -1 min oder wenigstens pünktlich in Bingen Hp angekommen sein, da hatte es funktioniert. Mit Regelhalt in Hornstein dürfte Fahrzeit gefehlt haben.
Mit was fuhr man die Leistung eigentlich? Eine Solotriebwagen oder ein mehrteiliger Triebwagenzug? Fahrzeug vermutlich MAN-Schienenbus.

Grüße
Pfeiftafel
Guten Morgen zusammen,
Ja dieser Zug hielt sich von 1966 - 1991. Vom Ablauf erreichte der Schülerzug 3 von Burladingen über Gammertingen die Kreisstadt als MAN VT + VB + VS Garnitur. Bei- und Steuerwagen wurden dort abgestellt und der Motoragen trat solo als "Busverstärker" seine Fahrt nach Bingen (Hohenz) Hp an. Da es wohl kaum ein Verkehrsbedürfnis von Hornstein in Richtung Bingen gab (der Weiler von ca. 100 Bewohnern hatte seinen Bahnanschluß knapp einen Kilometer entfernt) wurde der Halt wieder aufgegeben. Ob Hornsteiner Schüler "ihren" Zug z.B. zur Berufschule nutzten entzieht sich meiner Kenntnis. Interessant ist, dass zumindest in der Fahrplan Periode 1979/1980 diese Leistung am späten Nachmittag einen Gegenspieler hatte. Aufgegeben wurden m.W. die Fahrten nicht "mangels Masse", sondern ein geändertes Fahrplankonzept in Richtung Gammertingen (verkürzte Standzeit des Triebwagens in Sigmaringen) machte den Leistungen den Garaus. Interessant daran ist noch, dass bis zum Umbau des HzL Bahnhofs in Sigmaringen sehr sparsam mit dem (Bei)wageneinsatz umgegangen wurde: je einer der abgestellten Bei- und Steuerwagen wurden zur Verstärkung des Mittags- und Abendverkehrs mitgegeben. Einen schönen Sonntag! Rupert
Noch eine kleine Bemerkung zu dieser relativ wenig bekannten Strecke: Bis Ende der 60er Jahre befuhren auch nur an +Tagen 2 Zugpaare diese Strecke. Dieselben sah ich jedoch nur als Solo-Vt, meistens die Ürdinger Vt 6 oder 7. Hornstein war wohl immer Bedarfshalt. Die Wendezeiten in Hanfertal waren auch schon 1911 oder 1919 mit lokbespannten Zügen sehr "sportlich" (siehe Bilder), Züge 72/73. Die Zugnummern änderten sich ja über Jahrzehnte hinweg nur unwesentlich. Allerdings war in Hanfertal damals schon ein mech. Stellwerk vorhanden und somit brauchten keine Handweichen bedient werden. Ebenso war im (Hüttenwerk-) Bahnhof Laucherthal ein mech. Stellwerk an bestimmten Tageszeiten in Betrieb. Leider ist von diesem noch nirgendwo ein Bild aufgetaucht. Gruß Fritzle.

Winter 1919
001.jpg


01. Okt. 1911

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Sommer 1966

002.jpg
Zu den sonntäglichen Triebwagenfahrten sei noch erwähnt, dass das Bingener Buspersonal Sonntagsruhe hatte und dass statt dessen bis 1968 der Zug den Anschluß an die große weite Welt herstellte. Ich kann mich aber noch relativ gut an den 4achsigen VT 3 (1.Besetzung) erinnern, mit dem wir an einem Sonntag zur Verwandtschaft gefahren sind. Über lange Jahre hatten die HzL Triebwagen ihr Stammpersonal und kamen so entsprechend auch auf diese Strecke. An einen Plan- Halt am Hp. Hornstein kann ich mich nicht erinnern; es gab über die Jahre eine Anzahl von Sonderfahrten z. B. der Eisenbahnfreunde Gammertingen ins nahe "Bittelschießer Täle, das der Zug am Rand tangiert. Vmtl. letztmalig war der schon arg ramponierte Bahnsteig des Haltepunkt 2008 zum 100jährigen Streckenjubiläum dieses Abschnitts das Ziel einer privaten Sonderfahrt mit 2 Regio-Shuttles im Stilllager des sonntäglichen Rad- Wander- Shuttles. Vielleicht finde ich hierzu sogar mal noch ein Bild.

Und weitere Rätsel zu dieser Strecke

geschrieben von: Pfeiftafel

Datum: 29.05.22 13:49

Hallo,

sehr interessante Aufstellung, weshalb ich heute mal im Altpapier gegraben habe.
Anbei ein Ausschnitt aus dem Bildfahrplan gültig ab 22. Mai 1966, der sich vom Kursbuch unterschied. Ist deines wirklich von Sommer 1966?
Laut Bildfahrplan fuhren die Züge wie folgt:

T 65 S: Sigmaringen 11:30 - 11:34 Hanfertal 11:36 - 11:54 Sigmaringendorf
T 66 S: Sigmaringendorf 12:22 - 12:43 Hanfertal 12:46 - 12:50 Sigmaringen
T 67 S: Sigmaringen 17:52 - 17:56 Hanfertal 17:58 - 18:18 Sigmaringendorf
T 68 S: Sigmaringendorf 18:33 - 18:51 Hanfertal 18:53 - 18:57 Sigmaringen

Die Züge T 61 W und T 62 W waren die bekannten Schülerzüge.
Es gab am Vormittag aber noch ein Zugpaar der Gattung T, dass vermutlich dem Stück- oder eher Expressgut (da blau = Güterzug) diente: T 63 W und T 64 W.
Warum T 64 W im weiteren Verlauf „Ausf W“ hatte, macht zumindest keinen Sinn, wenn „Ausfall“ heißen soll. Aber was könnte es sonst sein? Und was wäre dann in Hanfertal mit dem Triebwagen passiert? Mit Zug T 13 oder T 20 vereinigt?
Dann wäre T 64 ab Hanfertal nur an S gefahren, was ein Abhängen bei T 13 bedeutet hätte. Warum dann nicht S? Zumal T 13 bereits zweiteilig nach Sigmaringen verkehrt sein muss, damit an S sowohl T 20 wie T 65 S bedient werden konnten.

A43F5C68-C825-4ABB-AFD9-99A9605F3828.jpeg


Grüße
Pfeiftafel



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.05.22 13:53.

Re: Und weitere Rätsel zu dieser Strecke

geschrieben von: stauss-im-bahnhof

Datum: 29.05.22 14:24

Guten Tag zusammen! Denke mal, dass "Ausf" nicht Ausfall sondern vllt Ausführung Wagenladung?? bedeuten könnte. Zumindest die jeweils langen Standzeiten in Bingen(Hohenz) und Laucherthal deuten darauf hin, dass diese Stationen mit diesem Zugpaar mit Stück- und Expressgut ver- und entsorgt wurden. Der Güterbahnhof der HzL für Sigmaringen war nie der dortige Bahnhof sondern immer Hanfertal. Dies erklärt auch, dass der T 64 im Anschluß gleich weiter in Richtung Gammertingen durchgebunden wurde.