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 04 - Historisches Forum 

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Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach einem Gleisplan des ehemaligen Grenz-Bahnhofs Überherrn im Saarland. Soviel ich mich erinnern kann, war Überherrn ein Systemwechselbahnhof. Sollte meine Erinnerung richtig sein, so wäre auch die Zuordnung und die Lage der umschaltbaren Gleise interessant.

Leider haben meine Internet-Recherchen nichts passendes ergeben - ich zähle auf Euch. :-)


Danke.


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.04.22 09:18.
Hallo Christof,

meine Recherchen auf meiner Festplatte haben folgendes ergeben:

https://www.klawitter.info/bahn/allgemein/Ueberherrn_1960.jpg

Überherrn im Jahr 1960

Viele Grüße

Jörg

http://www.klawitter.info/bahn/Bahnseiten-Logo-1.jpg
Herzlichen Dank, Jörg.

Dieses Forum ist unersetzlich.


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof
Ich hatte jetzt etwas Zeit, mir den tollen Plan von Jörg noch mal in Ruhe anzuschauen. Ich suche noch nach weiterführenden Informationen zum Betriebsablauf.

Es gibt mehrere Stellen auf dem Plan, an denen kurze Abschnitte geerdet sind (z.B. rechts des großen B). An anderen Stellen sind einfach zwei kleine Striche im Gleisplan, ohne Erdung.

- Sind das Trennstellen 15kV/25kV? Beide?
- Waren Gleise oder Gleisabschnitte zwischen den beiden Systemen umschaltbar? Welche?
- Wie weit konnte man maximal unter 50Hz in Richtung Völklingen fahren?


Vielen Dank, Christof


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof
Hallo Christof,

nicht dass du dich auf eine falsche Fährte lenken lässt: Der Gleisplan ist von 1960. Laut voelklingen-im-wandel.de wurde erst 1963 elektrifiziert. Ich denke, die Angaben im Gleisplan haben was mit dem Stellwerk zu tun.

Bis wohin die Fahrdrahtspannung umschaltbar war, weiß ich nicht. Völklingen oder Fürstenhausen wohl kaum; Hostenbach macht vom Gleisplan wenig Sinn. Wadgassen vielleicht.

Gruß Klaus
Also bis Wadgassen war auf jeden Fall umschaltbar. Auf diesem Abschnitt führte die AEG auch Versuchsfahrten mit der 182 001 unter 25 kV durch.

Jörg

http://www.klawitter.info/bahn/Bahnseiten-Logo-1.jpg
Vielen Dank. Ihr beiden.


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof
Also bis Wadgassen war auf jeden Fall umschaltbar. Auf diesem Abschnitt führte die AEG auch Versuchsfahrten mit der 182 001 unter 25 kV durch.

Jörg

http://www.klawitter.info/bahn/Bahnseiten-Logo-1.jpg

Re: Grenz- u. Stromsystemwechsel-Bahnhof Überherrn

geschrieben von: Wahrener

Datum: 13.04.22 21:32

Hallo liebe Eisenbahnfreunde,

anbei einige Scans und Informationen aus einem Artikel der ETR vom März 1961, S.80 - 95.

R. Berg und F. Rabanus:
Die Eisenbahngrenzübergänge am saarländischen Abschnitt der deutsch-französischen Grenze und ihre Anpassung an die verschiedenen Stromsysteme der elektrifizierten Strecken der DB und SNCF

Die Autoren schildern u.a.:

Der Bahnhof Überherrn wurde ab 1958 als Gemeinschaftsgrenzbahnhof von DB und SNCF ausgebaut und am 17. Januar 1960 in Betrieb genommen.

Rund 60 tägliche grenzüberschreitende Züge musste der Bahnhof bewältigen. Darunter waren 23 Montan-Ganzzüge mit lothringischem Erz für die Saar-Hüttenwerke und in Gegenrichtung 23 Leerzüge und Koks- und -Kohlezüge von den Saargruben. Hinzu kamen 7 Saar-Reisezüge ab Überherrn, 4 grenzüberschreitende bunte Frachtenzüge in jeder Richtung und 2 Ng`s.

Die Ganz- und Leerzüge konnten dank eines vereinfachtes Verfahrens innerhalb von 50 - 90 Minuten abgefertigt werden. Zugleich konnten der Tfz-Wechsel, die wagentechnische Untersuchung und die Bremsprobe durchgeführt (Gesamtzeit 30 Minuten) werden.

Die bunten Frachtenzüge mit 120 Achsen und 1500Tonnen Last mussten zur Zollabfertigung im Mittel 7 1/2 (Einfuhr) bzw. 8 ½ (Ausfuhr) Stunden verweilen. Die französische Abfertigung kannte zu der Zeit keine Versandplatz-Vorbehandlung; die Zollbeschau war damals für beide Zollverwaltungen Pflicht.

Der Ablaufberg diente der häufigen Ausrangierung der in den Frachtenzügen verstreuten Wagen mit unvollständigen Zollpapieren sowie der ständigen Einzelrückführung von zollfertigen Wagen aus der besonderen Zolluntersuchung.

Überherrn war eine Rangierlok zugeteilt. Die Zugloks mussten erheblich mitrangieren.

Der Bahnhof ist zugleich Stromsystemwechselbahnhof mit französischen 50Hz- und deutschen 16 2/3 Hz-Systemen.

Die SNCF-Zulaufstrecke war damals von Hargarten-Falk herkommend bis Überherrn mit 50Hz elektrifiziert. Die Saar-Elektrifizierung ergänzt sie. Es wurde entschieden, die Stromsystemübergange SNCF-Saar mit Mehrsystem-Elloks zu bewältigen. Dazu führten betriebliche und kostenmäßige Gründe.

Der Gleisplan von Überherrn zeigt die bestehende Überspannung mit 50Hz und mit 16 2/3Hz. Inwieweit die Saar-Elektrifizierung dort ab Betriebsbeginn 1960 nur Planung oder bereits realisiert war, müssen die örtlichen Experten wissen. Im Artikel ist von 2 Fahrten mit Reisesonderzügen zwischen Saarbrücken und Metz am 2.Dezember 1960 mit SNCF- und DB-Mehrsystemlokomotiven die Rede.
Dieser Lokomotivtypus ermöglichte Stromtrennstellen an beliebiger Stelle im Bahnhof oder auf der Strecke zu und einen problemlosen System-Übergang.

Beste Grüße Wahrener

Gleisplan:

https://bilderupload.org/image/d28d77197-sbrg09-v1.jpg


Gleisbelegungsplan:

https://bilderupload.org/image/c5b277310-sbrg10-ausschnitt.jpg


Streckenbelastungsplan:

https://bilderupload.org/image/4efa77385-sbrg02-1a-streck-belastg.jpg


Tabelle Streckenbelatung:

https://bilderupload.org/image/018b77452-sbrg05-1.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.04.22 08:29.

Re: Grenz- u. Stronsystemwechsel-Bahnhof Überherrn

geschrieben von: Lothringer

Datum: 13.04.22 22:34

Hallo zusammen,

sehr interessante Beiträge.
Ein Luftbild von 1967 der Institut géographique national (IGN) können Sie frei unter diesem Link ( Überherrn) herunterladen (16,3 Mo).
Dann , 90° links drehen und mit dem Kontrast spielen ...

Beste Grüsse,
Alain
Auch von meiner Seite nochmal vielen Dank für die Ergänzungen.


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof
Hallo,

Danke... Wenn man sich im Vergleich das Elend heute ansieht... 🙈

MfG

"Gibt es zwei- bzw. dreiachsigen Reko-Wagen der DR (Bage, Baage, Dage oder Bagtre), die die gleiche Breite aufweisen, wie die vierachsigen Reko Wagen z. b. der zuvor genannten Hersteller? Also schmaler sind, als die Wagen von Piko und Roco!
Viele mögen die 1-1,5 mm breitenuntershcied nicht stören und mich wiederum ist es egal, welche breite nun die Maßstabsgereue ist - mir wäre nur wichtig, dass die Personenzugwagons der DR in meiner Zugkombi ziemlich gleichbreit sind..."

🤦‍♂️😂🤷‍♂️

Quelle: Stummiforum..

[www.stummiforum.de]