DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 11 - Bahn und Medien 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Guten Tag,
liebe Straßenbahn- und Nahverkehrsfreunde,

nach längerer Zeit wieder einmal eine umfangreiche Buchbesprung / Rezension
(in 2 Teilen) verschiedener neuer Titel aus dem Monat April.

Wie immer gilt: einiges ist nicht beim Buchhändler "an der Ecke" verfügbar,
vor allem die ausländischen Titel (dabei hat es über 3 Monate gebraucht das
Forchbahn-Buch aus der Schweiz nach D zu schaffen [Corona-bedingt]).

Gestatten Sie den abschließenden Hinweis, dass Bücher aus dem Ausland einen
sehr großen Aufwand bei der Recherche und beim Einkauf bedeuten und der
Einkaufspreis sich stark erhöht aufgrund der hohen Versandkosten hierher!

Es folgt gleich noch separat ein Eintrag zu Büchern / Broschüren von ausländischen Vereinen .....

Rolf Hafke, TS: TramShop
hafke.koeln@t-online.de

für einige ausländische Titel besteht durchaus eine längere Lieferzeit,
da teils neue Bestellungenh gesammelt werden und dass ein Einkauf erfolgt




*** Nahverkehr Deutschland ***
„125 Jahre Rheinbahn – 1896 bis 2021“, von einem Autorenteam, Düsseldorf 2021, 128 Seiten, Format 24,0 x 24,0 cm, gebunden, Herausgeber: Rheinbahn AG; Preis: 24,80 €

„Urban Mobil – 125 Jahre Rheinbahn, Düsseldorf, von Bernd Kortländer, Düsseldorf 2021, 147 Seiten im Format 17,0 x 24,0 cm, broschiert, Herausgeber: Droste-Verlag und Stadtmuseum Düsseldorf; Preis: 25,00 €
Buch plus Broschüre zusammen 47,50 €uro.


Der Düsseldorfer Verkehrsbetrieb Rheinbahn feiert im Jahre 2021 sein 125jähriges Bestehen. Angesichts der bestehenden Pandemie müssen die Aktivitäten hierzu zwangsläufig weniger umfangreich ausfallen als zum 100jährigen Jubiläum im Jahre 1996. In gedruckter Form wird dem Ereignis durch zwei Veröffentlichungen gedacht. Das gebundene Büchlein in auffälligen Rotton soll sich dabei vorzugsweise an die Mitarbeiter des Unternehmens richten. In der bebilderten Chronologie steht daher das Personal und seine Arbeit im Vordergrund. Arbeitsbedingungen, Arbeitsorte und soziale Komponenten bilden daher hier den Schwerpunkt. Dies erfolgt streng nach Jahren von den Anfängen bis heute. Der Inhalt ist vor dem Hintergrund des anzusprechenden Leserkreises auf jeden Fall gelungen. Die Bildauswahl dazu zeigt sowohl bekannte als auch unbekannte Motive. Natürlich steht das Buch natürlich auch anderen Interessenten offen. Wer einmal einen Blick in einen der größten Verkehrsbetriebe des Landes NRW mit über 2.500 Mitarbeitern werfen möchte, dem wird mit diesem Jubiläumsbuch eine gute Möglichkeit dazu geboten.


Das mit Softcover versehen Buch „Urban Mobil“ erscheint innerhalb der Schriftenreihe STADTMUSEUM und ist damit quasi der begleitende Katalog zur dortigen Ausstellung über die Entwicklung der Rheinbahn (wegen der Pandemie derzeit noch nicht eröffnet!). Die Einteilung der Veröffentlichung folgt den vier großen Themenblöcken der Ausstellung und gliedert sich in vier große Zeitabschnitte: 1896 bis zum Beginn des 1. Weltkrieges 1914, vom Ersten Weltkrieg 1914 bis Ende des zweiten Weltkriegs 1945, von der Nachkriegszeit 1945 bis zum Beginn des U-Bahn-Baus 1973 und der Zeit danach bis heute.

Eine Broschüre von knapp 150 Seiten vermag natürlich keine komplette Chronik über 125 Jahre zu geben. Ihrem Zweck als begleitender Katalog der Ausstellung folgend, vertieft sie textlich und bildlich das dort Gezeigte. Einzelne Schwerpunkte werden zusätzlich herausgegriffen. Die Schrift beschränkt sich dabei nicht auf den rein verkehrlichen Aspekt, sondern verbindet die Verkehrsgeschichte auch mit der Stadtgeschichte wobei sich zahlreiche Wechselbeziehungen ergeben. Dargestellt wird aber auch der Einfluss der politischen Verhältnisse auf die Unternehmensentwicklung. Diese äußert sich in erster Linie bei personellen Fragen, hat aber auch Auswirkungen auf Projekte wie z.B. die Entscheidung für eine U-Bahn. Jedes Kapitel wird durch etliche, auch unbekannte Fotos ergänzt, die zumeist halbseitig abgebildet auch eine akzeptable Größe bieten. Jedem Kapitel folgt ein Anhang mit Quellenhinweisen und zusätzlichen Anmerkungen, auf welche mit kleinen Ziffern im Text Bezug genommen wird.

Die Veröffentlichung stellt aufgrund ihres inhaltlichen Ansatzes eine gelungene Ergänzung zu den bisherigen Veröffentlichungen mit den verkehrlichen Aspekten der Geschichte der Rheinbahn dar und ist daher auch für Verkehrsfreunde durchaus empfehlenswert. (reu)



Vom Probewagen A zur Baureihe J / JK – Die Entwicklung des Wagenparks der Berliner U-Bahn“, von Florian Schwuttke und Norbert Walter, Berlin 2021, 112 Seiten im Format 21,0 x 29,5 cm, broschiert, Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Berliner U-Bahn e.V. (AGU); Preis: 29,80 € im Buchhandel **]

Nicht jeder, der sich für die Geschichte der Berliner U-Bahn und ihrer Fahrzeuge interessiert, möchte hier in die Einzelheiten gehen, sondern sucht eher einen kurzgefassten Überblick. Für den Bereich der Fahrzeuge, über den es zahlreiche detaillierte Einzeldarstellungen gibt, kann dem jetzt abgeholfen werden. Die AGU, welche auch das U-Bahn-Museum betreut, hat vorzugsweise für den Verkauf im dortigen Shop eine Zusammenfassung über die Entwicklung des Wagenparks der Berliner U-Bahn herausgebracht. Es war im Vorfeld der Beschaffung dieser Broschüre gar nicht so einfach, die Herausgeber davon zu überzeugen, dass auch ein überregionales Interesse daran bestehen könnte. **]

Alle im Laufe der Zeit beschafften Personenfahrzeuge für die beiden Profile einschließlich der neu bestellten werden in diesem broschünierten Buch beschrieben. Neben Text und Bildern sind besonders die zeichnerischen Darstellungen zu erwähnen, bei denen die offiziellen Typenblätter der BVG Verwendung fanden. Sie sind nicht nur mit Maßangaben versehen, sondern auch mit vielen technischen Daten. Auch für Modellbauer bietet sich hier damit eine Fundgrube. Die vergebenen Erstnummern werden im Text erwähnt, Umzeichnungen und Ausmusterungsdaten werden nicht erwähnt, ebenso wie es keine Nummernstatistik gibt. Das war nicht die erklärte Aufgabe der Veröffentlichung, und fehlt für einen kurzgefassten Überblick auch nicht. Wer mehr wissen will, der kann auf die im Literaturverzeichnis genannten Veröffentlichungen zurückgreifen.

Eine gute Idee ist hier kostengünstig realisiert worden und schließt in der recht zahlreichen Literatur über Berliner Verkehrsmittel sogar noch eine Lücke. Für den Interessenten an der Berliner U-Bahn sehr empfehlenswert. (reu)

**] Im U-Bahn-Museum in Berlin wird das Buch zu 20,00 €uro angeboten!
Der Herausgeber als Verein hat gleiche Abgabekonditionen an Besucher vor Ort wie auch an Fachbuchhändler bestätigt, im Gegenteil: wir Händler müssen noch bis 11 € Porto zahlen, daher ist diese A4-Broschüre eigentlich NICHT für Fachbuchhändler bestimmt. Da aber die Machart und der Inhalt für spezielle Nahverkehrsfreude von großem Interesse sein dürfte, haben wir eine begrenzte (inzwischen abverkaufte) Stückzahl einmalig bezogen. Interessenten wenden sich daher bitte an das U-Bahn-Museum Berlin!


*** Strassenbahnen International ***
Tram Atlas Nordeuropa“, von Robert Schwandl, Berlin 2021, 144 Seiten im Format 16,5 x 24,0 cm, broschiert; Herausgeber: Robert Schwandl-Verlag, Preis: 19,50 €

Knapp acht Jahre nach der ersten Ausgabe erscheint nun eine überarbeitete Neuauflage des Nordeuropa-Atlas. Dies ist sicherlich sinnvoll, denn es hat sich in dieser Zeit dort eine Menge getan. Wer hätte gedacht, dass im straßenbahnfreien Dänemark mit Ahaus und Odense zwei neue Stadtbahnsysteme gibt und in Kopenhagen an einem solchen gebaut wird. Auch in Norwegen, Schweden und Finnland sind neue Systeme entstanden oder im Bau. Auch in die bestehenden Metro-Systeme der Hauptstädte ist kräftig gebaut worden. Neu ist in der Berichterstattung, dass der Obus hier zurückstecken muss und nicht mehr so ausführlich behandelt wird, wie bisher. Die Konzentration auf schienengebundene Verkehrsmittel macht angesichts der Expansionen Sinn, um die Seitenzahl in etwa halten zu können. Auf einer Doppelseite finden auch die Straßenbahnmuseen Erwähnung.

Ansonsten gibt es zu Qualität und Inhalt nicht viel zu sagen. Wie immer zweisprachig deutsch und englisch, wie immer mit vielen Informationen zu den einzelnen Unternehmen, ergänzt durch zahlreiche gute Farbaufnahmen. Die Darstellung der Fahrzeuge ist ausführlicher geworden. Zahlreiche gute Karten geben erneut einen hervorragenden Überblick über die Netzentwicklung. Als Informationsquelle zu den jeweiligen Betrieben und als Reisebegleiter ist auch dieser neue Atlas von Schwandl bei Interesse am dortigen Verkehrsgeschehen und Besuchen wieder unverzichtbar. (reu)



„Die Type G der Wiener Verkehrsbetriebe“ von Josef Pospichal und Alfred Luft, Wien 2021, 132 Seiten im Format 24,5 x 21,0 cm, gebunden; Herausgeber: BAHNmedien.at, Preis: 38,00 €

Eines sei Vorweg gesagt: Diese Veröffentlichung ist keine umfassende Darstellung einer Fahrzeugtype der Wiener Straßenbahn, denn sie erscheint im Rahmen der als Bildbände konzipierten Veröffentlichungen des Verlages. Wer aber Freude an qualitativ guten und großformatigen Aufnahmen zum Thema hat, dem wird dieses Buch sicherlich gut gefallen.
Die Eingrenzung des Zeitraumes der Abbildungen auf die Jahre 1952 bis 1961, lenkt den Blick zurück ein eine Zeit, welche sicherlich für den Verkehrsfotografen äußerst ergiebig war.

Die Triebwagen der Type G waren mit 520 in den Jahren 1901 bis 1903 beschafften Exemplaren die größte jemals in Dienst gestellte Fahrzeugserie. Zur Zeit ihrer Auslieferung waren sie hinsichtlich Größe und Ausstattung ein Quantensprung gegenüber den bisherigen kleinen, sich an den Abmessungen von Pferde- und Dampfbahnwagen orientierenden Triebwagen. Keine Fahrzeugserie war so lange im Einsatz wie die „G“, nämlich bis in die frühen 1960er Jahre hinein, keine ist so häufig umgebaut und angepasst worden, so dass es insgesamt vom Aussehen her fast 20 verschiedene Varianten gab. Besonders die Ausführung mit der kobelartigen Verglasung des Führerstandes wurde aber gerade in der Zeit, welche dieses Buch behandelt, zum Sinnbild eines hoffnungslos überalterten Straßenbahnbetriebes. Als solcher galt Wien lange Jahre und bescherte den Freunden der „guten alten Tram“ paradiesische Zustände, aber den Fahrgästen und den Bediensteten eher Verdruss und schlechte Arbeitsbedingungen.
Das Format der Buchreihe eignet sich sehr gut für die großformatige Wiedergabe rechtwinkliger Negative. Sie stammen ausschließlich von zwei Wiener Fotografen, welche zu den Pionieren von gut vorbereiteten und geplanten Aufnahmen zähen. Dazu gehörten neben einer guten Kamera auch entsprechendes Filmmaterial und der „Blick fürs Motiv“. Der Rezensent findet es ein wenig schade, dass sich der Fokus im Buch nur auf die abgelichteten Fahrzeuge richtet, nicht aber zumindest auch kurz über die „Männer hinter der Kamera“ und deren Schaffen berichtet wird. In Wien ist das sicherlich auch nicht nötig, da jeder Verkehrsfreund dort die Herren Alfred Luft und Harald Navè kennt, darüber hinaus sieht es aber sicher etwas anders aus. Wer sich mit dem Wirken beider Fotografen näher beschäftigen möchte, der sei auf zwei Veröffentlichungen innerhalb der Buchreihe „Alte Meister der Eisenbahnphotographie“ des EK-Verlages verwiesen. Damit wären wir auch wohl beim „Kern des Problems“, denn beide gelten in erster Linie als Meisterfotografen der Eisenbahn. Sie haben jedoch, Luft mehr als Navè und beide vorzugsweise in Wien, schon sehr früh auch städtische Verkehrsmittel fotografiert. Alfred Luft begann im Juli 1952 seine fotografische Tätigkeit, da war er 17 Jahre alt. Seine erste Straßenbahn fotografierte er einen Monat später in Gmunden. Der ebenfalls 1935 geborene Harald Navé, der mit Luft in die gleiche Schulklasse ging, hatte schon 1951 erste Bahnbilder gemacht, am 1.11.1952 fotografierte er erstmalig Straßenbahnen beim Verkehr zum Wiener Zentralfriedhof.

Viele Jahre unternahmen beide ihre Fotoexkursionen auch gemeinsam, Luft blieb in Wien und übernahm dort die elterliche Apotheke, Navé führte der Weg 1960 beruflich als studierter Elektroingenieur zu BBC in die Schweiz. Beide hielten aber Kontakt und Navé fotografierte auch weiterhin regelmäßig in seiner alten Heimat. Leider kam er viel zu früh im Jahre 2004 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Sein Freund Luft übernahm den fotografischen Nachlass. Das erklärt, warum die Bilder beider Fotografen in diesem Buch nun gemeinsam gezeigt werden. Beide gelten auch als Pioniere der Farbdiafotografie im Bahnbereich und arbeiteten parallel zum weiterhin verwendeten Schwarz/weiß-Film ab 1956 auch mit Diafilmen. Legendär waren die beiden parallel auf einer Platte montierten Fotoapperate Lufts, mit denen die Motive gleichzeitig für beide Filmarten synchron festgehalten werden konnten.

Schon mit Beginn der 1950er Jahre wurde auf Initiative des Verlegers Alois Ployer der Verband der Eisenbahnfreunde (VEF) gegründet. Im Ployers Verlag erschien seit 1948 mit der „Eisenbahn“ auch eine Zeitschrift für Eisenbahnfreunde. Damit gab es, viel früher als in Deutschland, eine Plattform für Verkehrsfreunde mit regelmäßigen Treffen, Vorträgen und Gedankenaustausch in Wien, aber auch in anderen Städten des Landes. Die Exkursionen des VEF boten viele Besonderheiten, nicht zuletzt, weil einflussreiche Kreise der Österreichischen Bundesbahn dies tatkräftig unterstützen.

Dies als Erklärung zur Entstehungsgeschichte der in diesem Buch verwendeten Aufnahmen. Die Autoren, darunter der Fotograf Luft (mit 85 Jahren immer noch aktiv und langjähriger Präsident des VEF) haben sich dazu entschieden die Triebwagen der Reihe G, von denen sie Bilder haben, in der Reihenfolge ihrer Ursprungsnummern zu zeigen. Dabei waren es in der Regel keine Zufälle, dass bestimmte Fahrzeuge abgelichtet wurden, sondern geplantes Vorgehen. 129 ganzseitige Abbildungen füllen das Buch, drucktechnisch allesamt genauso ausgezeichnet wie das gezeigte Motiv. Die Spuren der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges sind noch an vielen Stellen im Stadtbild zu sehen. Der Autoverkehr war überschaubar, gepflasterte Straßen noch Standard. Kurze Bildunterschriften beschränken sich auf das Wesentliche. Schön wäre gewesen, wenn im Vor- oder Nachsatz ein Streckenplan mit Linienübersicht Platz gefunden hätte. Damit wäre eine Lokalisierung der Aufnahmen besser möglich gewesen.
Über die Wiener Straßenbahn gibt es wahrlich genügend Veröffentlichungen, das vorliegende Buch schafft es aber doch, etwas Neues zu bieten aus einer Zeit, in der die „klassische Tramway“ noch unangefochten das Straßenbild beherrschte. Für die Freunde guter Fotografien aus dieser Epoche sehr zu empfehlen. (reu)


*** Privatbahnen Schweiz ***
„Forchbahn 1912 – 2020“ von Hans Bodmer, Gossau ZH (CH) 2020, 388 Seiten 21,5 x 30,0 cm, gebunden, Herausgeber: Eigenverlag des Autors; Preis 59 CHF = 59,00 €uro

Im Eigenverlag legt der der Eisenbahner und Schweizer Verkehrshistoriker Hans Bodmer ein schwergewichtiges Buch über eine elektrische Überlandbahn im Raum Zürich vor. Diese teilweise auch das Gleisnetz der Züricher Straßenbahn benutzende, straßenbahn-ähnliche Schmalspurbahn stellt seit 1912 die Verbindung zwischen Zürich und der Forch genannten Hochebene oberhalb des Zürichsees und den dortigen Orten her und endet in Esslingen. Neben der Forchbahn (FB) erschlossen bis 1949/50 aber auch noch zwei weitere Überlandtrams das Zürcher Oberland, nämlich die Wetzikon-Meilen-Bahn (WMB), die von Meilen am Zürichsee ins Hochland fuhr und die Uster-Oetwil-Bahn (UOeB), die am SBB-Bahnhof Uster begann im Hochland begann und über Esslingen nach Langholz führte, wobei sie Verbindungen mit den beiden anderen Bahnen FO und WMB herstellte.

Es ist daher nur konsequent, wenn der Autor am Beginn des Buches nach Darstellung der Anfänge der Forchbahn in den Jahren 1912/13 auch diese beiden Bahnen kurz vorstellt. Mit einer über 85 Seiten reichenden Chronik an Hand von Informationen aus den Geschäftsberichten der FO von 1912 bis 2018 verfolgt der Autor einen in Literatur seltenen Ansatz, eigenen sich diese doch aufgrund ihrer detaillierten Darstellungen zumeist recht gut dafür. Es folgen kleinere Kapitel über die in den 1950er Jahren ernsthaft diskutierte Umstellung der FO auf Busbetrieb, dessen mehrwöchiger Versuch im Jahre 1950 im Fahrwasser der zuvor erfolgten Umstellung der beiden anderer Oberlandbahnen sehr schnell wieder zur Rückkehr auf die Schiene führte. Es folgte eine bis in die 1970er Jahre reichende grundlegende Modernisierung von Strecke und Betriebsanlagen einschließlich des Rollmaterials. Dabei wurde, für eine Überlandbahn sehr ungewöhnlich, auch ein Streckenteil in einen Tunnel unter der Straße verlegt.

Über 120 Seiten befassen sich ausführlich mit dem Rollmaterial der Forchbahn, es folgt eine ausführliche Streckenbeschreibung. In weiteren kleinen Kapiteln werden die übrigen Aspekte des Bahnbetriebes, zu denen Stromversorgung und Sicherungstechnik ebenso gehören, wie besondere Betriebssituationen, Sonderfahrten für Bahnfreunde, die Bewältigung von Großveranstaltungen. Unfälle gehören leider auch dazu und sie werden ebenfalls nicht ausgespart. Den Abschluss bildet die Beschreibung der historischen Fahrzeuge. Ein Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen fehlt ebenso wenig, wie ein ausführliches Quellenverzeichnis.

Neben der ausführlichen textlichen Darstellung in lesefreundlichem Layout mit entsprechender Buchstabengröße vermag die Veröffentlichung vor allem durch ihre zahlreichen Abbildungen zu gefallen. Dazu gehören zunächst zahlreiche vom Motiv her gute Abbildungen in Schwarz-weiß und in Farbe in unterschiedlichen aber stets ausreichenden Größen zu allen beschriebenen Aspekten. Ergänzt werden diese durch eine Vielzahl von Grafiken und Zeichnungen, so z.B. von den Fahrzeugen und deren technischen Einzelheiten, aber auch von den Gleisanlagen und Bauten.

Entstanden ist eine mit viel Liebe gestaltete Chronik einer Schweizer Schmalspurbahn mit beeindruckender Detailfülle und Präzision, die wohl kaum einen Aspekt der über 100jährigen Entwicklungsgeschichte der Bahn außer Acht lässt. Wenn der Autor zu Beginn des Buches schreibt „Die Forchbahn hat eine Zukunft – aber auch eine Vergangenheit“ dann sind die Aussichten genauso erfreulich wie der nun vorliegende umfassende Rückblick. Für den Freund helvetischer Privatbahnen ist das eine absolut empfehlenswerte Neuerscheinung, die angesichts des Gebotenen auch ein sehr gutes Verhältnis zwischen Preis und Leistung bietet. (reu)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.21 11:52.
Hallo,
es ist schon erstaunlich, welche Preise von Herrn Hafke aufgerufen werden. Andere Anbieter wie zum Beispiel: Region im Modell haben diese Bücher günstiger im Angebot. Ich selber kaufe sehr gern bei Region im Modell. Können auch immer sehr schnell liefern.
Guten Tag,

wo bitte werden erstaunliche Preise für die Bücher aufgerufen ???


Die inländischen Titel eines Verlages unterliegen der Preisbindung,
da sind die genannten Preise völlig identisch.

Bei ausländischen Buchtiteln kommt - teils - erhebliches Auslandsporto
auf den Einkaufspreis drauf, der Aufwand diese reinzuholen ist manchgmal sehr groß,
am Ende plus die 7 % Mehrwertsteuer.

Spezifisch sind Warenbezüge außerhalb deutscher Verlage.
Daher habe ich das durchaus für viele Nahverkehrsfreunde sehr interessante
Berliner U-Bahn-Buch nicht weiter im Angebot, ich müsste 29,80 € dafür nehmen!

Bei dem Juiläumsbuch der Rheinbahn kaufen wir quasi zum Abgabepreis (in den
Kundencentren) ein, ein Versand erfolgt nicht - wir holen die Bücher dort ab.
Auch dieser Aufwand muss kalkuliert werden.

Wenn Leistung nicht mehr akzeptiert wird, dann lasse ich es lieber!
Im übrigen ist es jedem Kunden überlassen wie er den Service einordnet.
Gottlob gibt es noch Kunden, die diesen wünschen und auch dafür bereit sind
etwas auszugeben.

Rolf Hafke

Engagement von Herrn Haffke

geschrieben von: Armin Gärtner

Datum: 10.05.21 21:42

Hallo zusammen,

ich finde das Engagement von Herrn Haffke anerkennswert und möchte dies hier ausdrücklich hervorheben!

Ich begrüße die Art und Weise, wie Herr Haffke in sehr engagierter Form über neue Bücher zum Thema Straßenbahn informiert und die Bücher auch anbietet. Das ist keinesfalls selbstverständlich und soll auch unbedingt gewürdigt werden.

Ich bin gerne bereit, für ein solches Engagement etwas mehr zu bezahlen; und Herr Haffke hat bestellte Bücher immer sehr schnell geliefert.

Bemerkungen wie von KLv 11 4172 sind unnötig.


Armin

Re: Engagement von Herrn Haffke

geschrieben von: DAVIDG

Datum: 11.05.21 06:49

ich kann Armin nur zustimmen.