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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Hallo,

heute ist die deutsche Fassung von "De RTM in kleur" mit dem deutschen Titel "Die Bahn auf dem Damm" geliefert wurden.

Das Hardcoverbuch im Format 23,5 x 16,7 cm hat 128 Seiten.

Das Buch ist bei der RTM in Ouddorp sowie bei Region im Modell [region-im-modell.de] zum Preis von 24,95 € erhältlich.

Der deutsche Untertitel auf dem Buch lautet: "Die Vorgeschichte einer Museumsbahn - Eine farbenfrohe Zeitreise mit Fotos und Dias von bekannten und unbekannten Bildautoren und Farbzeichnungen von Bas Koster".

Autoren des Buches sind Jan de Bruin, Eric van der Reiden & Mark Grootendoorst und diesen nehmen die Leser des Buches auf eine Zeitreise in de Zeit von 1951 bis 1978 bei der RTM. Die Aufnahmen zeigen die Vielfalt an Fahrzeugen von Holzwagen zu modernen Dieseltriebwagen. Die Bilder werden ausführlich beschrieben.

Für Freunde von Überlandbahnen ein Buch zum Eintauchen in eine Zeitreise mit vielen Entdeckungen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens

Ich kann das Buch mit gutem Gewissen empfehlen, da ich schon die niederländische Ausgabe davon habe und diese sehr gut aufgebaut ist.
und hier - noch einmal - die (ausführlichere) Rezension von Axel Reuther,
die im separaten Eintrag bereits erfolgte, aber auch nochmals bei der Ankündigung
zum Buch "Die RTM in Farbe" seinerzeit .....

Titel der deutschen Ausgabe wurde geändert !!!

*** Kleinbahnen Niederlande ***
Die Bahn auf dem Deich – die Vorgeschichte einer Museumsbahn“ von Jan de Bruin, Eric van der Reiden & Mark Grootendorst, Outdorp (NL) 2021, 128 Seiten im Format 23,0 x 16,5 cm, gebunden, Herausgeber: Stichting RTM

Eine „Tram“ ist in unserem Nachbarland Niederlande nicht unbedingt ein elektrisches Verkehrsmittel, sondern es wurden auch mit Dampf- und Diesel betriebene Kleinbahnen als solche bezeichnet. Der größte Betreiber derartiger Bahnen war lange Zeit die Rotterdamsche Tramweg Maatschappij (RTM) mit einem Schienennetz auf der in den Niederlanden weit verbreiteten Kapspur (1067 mm) welches sich von Rotterdam aus über die südholländischen und seeländischen Inseln bis nach Westbrabant auf einer Länge von etwa 230 Kilometern erstreckte. Da die Inseln noch nicht, so wie heute, durch Brückenbauwerke und Dämme miteinander verbunden waren, entstanden ab 1878 sechs getrennte Netze, die jeweils durch Fähren untereinander verbunden waren, die Bestandteil der Transportkette waren. Die Bahnlinien wurden nach dem 2. Weltkrieg zunehmend durch Busverbindungen ersetzt, so dass dann auch ein großer Omnibuspark zur RTM gehörte, die für Frachten zusätzlich auch noch ein Speditionsgeschäft betrieb. Mit der Einstellung der letzten Bahnstrecken von Rotterdam nach Hellevoetsluis und Oostvoorne auf den Inseln Ijsselmonde und Voorne-Putten 1965-66 war der Bahnbetrieb der RTM Geschichte.

Schon bei Aufgabe des Bahnbetriebes bildete sich ein Verein mit dem Ziel, einen Teil der Fahrzeuge der RTM zu erhalten und auch Fahrbetrieb durchzuführen. Dies gelang am ursprünglichen Standort Hellevoetsluis, wo die vorhandene RTM-Infrastruktur genutzt werden konnte wegen anderer Interessen der Gemeinde leider nicht. 1989 wurde dann in De Punt in der Gemeinde Ouddorp auf Gooree-Overflakkee ein Neubeginn gewagt. Zwar bestand bis 1957 auf dieser Insel zwischen Middelharnis und Ouddorp eine RTM Strecke, diese hatte aber nichts mit dem Neubau von Depot, Werkstätte und Fahrstrecke zu tun, sondern führte in südwestliche Richtung zum Brouwersdam. Diese neue Landverbindung zwischen den Inseln Gooree-Overflakkee und Schouwen-Duiveland war Bestandteil der sogenannten Deltabauwerke, die nach der verheerenden Sturmflut von 1953 angelegt worden waren mit dem Ziel, die Inselwelt künftig vor derartigen Ereignissen zu schützen.

Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich ein erfolgreicher historischer Fahrbetrieb mit zahleichen ehemaligen Fahrzeugen der RTM, der über das Zwischenziel Port Zeelande mittlerweile das Ende des Dammes erreicht hat und sieben Kilometer Fahrstrecke bietet. Der Bahnbetrieb ist in die touristischen Angebote der Region eingebettet und wird auch von Touristen aus Deutschland gerne besucht. Der Betreiber die „Stiftung früherer Bahnbetrieb der RTM“ legt aber großen Wert darauf, einen authentischen Bahnbetrieb wie zu RTM-Zeiten durchzuführen und auch die Geschichte der Gesellschaft in einem Museum in Outdorp zu zeigen. Viele der vorhandenen Fahrzeuge sind restauriert und betriebsfähig, es gibt fünf der typischen Tramlokomotiven, zwei Diesellokomotiven, fünf Triebwagen, 16 Personenwagen und 30 Güterwagen.

Wohl bekanntestes rollendes Objekt ist ein Dreiwagenzug, der seine Ursprünge in zwei DÜWAG-Großraumtriebwagen für Meterspur der Straßenbahn Ravensburg – Weingarten – Baienfurt hat, nach deren Einstellung zur RTM kam und um einen Generatorwagen mit Dieselantrieb ergänzt und auf 1067 mm umgespurt wurde. Ende der 1960er Jahre fand er lange Jahre auf 760 mm Spur im Tiroler Zillertal seine Heimat und kehrte schließlich in den 1990er Jahren wieder in die Niederlande zurück, wo er nach Aufarbeitung und erneuter Umspurung auf Kapspur wieder im RTM-Zustand fährt.

Literatur zur RTM gibt es reichlich, bereits 1971 erschien eine auch heute noch als Standardwerk geltende Veröffentlichung, die immer wieder mal antiquarisch angeboten wird. In den 1990er Jahren kamen nach und nach 16 kleine Bildbände über die Bahn heraus. Auch ein Jubiläumsbuch zum 125jährigen ist erschienen und noch heute beim Betreiber erhältlich. Nunmehr schien dem Verein die Zeit reif für ein neues Bilderalbum mit Farbaufnahmen der RTM, die gerade in den letzten Jahren des Betriebes zahlreich entstanden sind. In 2020 erschien dieses in Niederländisch unter dem Titel „De RTM in kleur“. Um auch den zahlreichen deutschen Besuchern beim Besuch etwas in ihrer Sprache bieten zu können, wurde diese Veröffentlichung übersetzt und liegt nun vor. Der Titel „Die Bahn auf dem Damm“ passt zwar nicht so ganz, da dort wo heute der Museumsbetrieb stattfindet, zu RTM-Zeiten kein Bahnbetrieb war, der längere Untertitel erklärt aber den Inhalt des Buches. Den Leser erwartet, im dafür sehr geeigneten Querformat, eine Zeitreise mit vielen guten Farbaufnahmen über die letzten RTM-Strecken ab Rotterdam und zeigt nicht nur den vielfältigen Fahrzeugpark, sondern auch den Betrieb RTM mit seinen Mitarbeitern und den übrigen Betriebsteilen wie Schifffahrt, Busbetrieb und Spedition.

Die Streckenführung war ungemein abwechslungsreich und führte in Maashaven auch ein längeres Stück parallel zur städtischen Straßenbahn. Wo einst die RTM durch eine typische südholländische Landschaft schlängelte, fährt seit einiger Zeit die Rotterdamer Metro nach Spijkenisse durch dicht besiedeltes Gebiet! Ein Höhepunkt der Strecke war die von der RTM befahrene Straßenbrücke mit Hubteil in Spijkenisse. Die Streckenreise beginnt am Rotterdamer Endpunkt Rosestraat jenseits der Maas, wo immer Betrieb war und führt dann zu den beiden zuletzt bedienten Streckenendpunkten Hellevootsluis und Oostvoorne. Zusätzlich gab es auch in Zijpe auf Schouwen-Duijveland einen Restbetrieb für Güter, der ebenfalls im Bild gezeigt wird. Aber auch Bilder von den Fähren, den Bussen und den Lkws sind in dem Büchlein zu finden. Alle Aufnahmen werden gut und verständlich beschrieben. Die einzelnen kleinen Kapitel beginnen jeweils mit einem informativen Einführungstext. Die Farbaufnahmen reichen bis 1952 zurück und sind zumeist von guter Qualität. Was das Original nicht hergibt, lässt sich ja heute mittels Bildbearbeitung gut erreichen. Neben den Fotos bieten auch die schönen Fahrzeugzeichnungen einen guten Überblick über das vielfältige Rollmaterial in den 1950er und 1960er Jahren und die gefahrenen Zugzusammenstellungen.

Wenn dem Buch etwas fehlt dann ist es, wie heute leider so häufig, die Kartographie. Zumindest eine Übersichtskarte über den Gesamtbetrieb, aber auch Detailansichten der letzten Strecke würden die Orientierung und Verortung der gezeigten Aufnahmen ermöglichen, die Ortsunkundigen nur an Hand der erwähnten Ortsnamen nur schwer möglich ist.

Der gut gestaltete und preisgünstige Bildband erinnert an die letzten Jahre der RTM und macht zugleich Lust, die Museumsbahn zu besuchen und zu befahren um dort Bekanntschaft mit etlichen der hier im Bild gezeigten Fahrzeuge zu machen. Entsprechende Informationen liefert die ebenfalls auf Deutsch verfügbare Internetseite des Betreibervereins. (reu)

Bezugsquelle: neben beim Kollegen beim Verein in Ouddorp oder Buchhandlung Donat in Duisburg
oder im Versand bei

Rolf Hafke, TS: TramShop
hafke.koeln@t-online.de
Wenn ich früher regelmäßig mal in Renesse war, dann bin ich auch immer mal wieder nach "de Punt" gelaufen, um mir die dortige Museumsbahn anzuschauen. Eine riesige Strecke hatten die jetzt zwar nicht, aber ein paar nette Fahrzeuge gab es dort schon. Das letzte Mal war ich wohl um 2002 dort. Inzwischen hat man das Gleisfeld anscheinend wohl ein wenig erweitert.


Beste Grüße
Bernd