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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Hallo zusammen,

für Fans des alten Berlin empfehle ich die 13-teilige Fernsehserie "Ein Mann will nach oben" nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada.
Eine Koproduktion von ZDF, ORF und SRG aus dem Jahr 1978. U.a. mit Mathieu Carrière und Harald Juhnke.

Ort der Handlung ist Berlin um 1900, genauer die Gegend um den Stettiner Bahnhof.
Die haben damals extra die Straßenfassade des Bahnhofs für den Film nachgebaut.

Wikipedia-Artikel

Meiner Meinung nach eine sehenswerte Alternative zu "Babylon Berlin".

Erhältlich beim bekannten Onlinehändler auf DVD.

Gruß, Harkort



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 11:19.
Fallada-Verfilmungen sind gesellschafts- und kapitalismuskritisch und werden schon lange nicht mehr dem Fernsehpublikum "zugemutet". Der Aufstieg der Nazis kommt in den Romanen (Filmem) auch gut rüber und wäre heute eigentlich ein Muss im Fersehn! Stattdessen werden wir mit 20:15-Schmusies und einer Unzahl sogenannter Krimis bedacht, bei denen es nur darum geht, zu erfahren, wer warum irgendjemanden um die Ecke gebracht hat - mit immer abstruseren Drehbüchern.

Gruß

Rübezahl
Hallo Rübezahl,

Genau meine Meinung. Herzlichen Dank.
Bemerkenswert bei " Ein Mann will nach oben":
Rainer Hunold war Mal ein richtig guter Schauspieler.

Herzliche Grüße
Axel
Hallo, für die "Ober-Schimpansen" genügen die von Dir genannten "Schmusies" und flachen Krimis durchaus, die "Unter-Schimpansen" bedienen sich einige Kulturstufen tiefer auf RTL, Vox, K1 und wie sie alle heißen - ... Zum Thema: Fallada und auch ähnliche Serien - zum Teil aus der ehem. DDR - stellen die Linke und davon fast ausschließlich die damalige KPD als die absoluten Helden dar, die sie nicht waren. Thälmann z.B. war Stalins Mann. In der Realität aber wählten breiteste bürgerliche Schichten die Nazis, weil sie Angst vor der Sowjetisierung Deutschlands hatten. Dies habe ich ich von vielen Zeitzeugen gehört, darunter auch Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten haben sich glücklicherweise nicht mit der KPD verbündet - sonst wären sie sicherlich untergegangen wie dann in der Sowjetzone 1946.

Vereinigung von KPD und SPD

geschrieben von: PeterK

Datum: 08.04.21 10:05

Hallo,

die Vereinigung von KPD und SPD in der SBZ geschah aber von Seiten der SPD nicht freiwillig, es handelte sich um eine Zwangs-Vereinigung.

Gruß

Peter
einheitslok44 schrieb:
Hallo, für die "Ober-Schimpansen" genügen die von Dir genannten "Schmusies" und flachen Krimis durchaus, die "Unter-Schimpansen" bedienen sich einige Kulturstufen tiefer auf RTL, Vox, K1 und wie sie alle heißen - ... Zum Thema: Fallada und auch ähnliche Serien - zum Teil aus der ehem. DDR - stellen die Linke und davon fast ausschließlich die damalige KPD als die absoluten Helden dar, die sie nicht waren. Thälmann z.B. war Stalins Mann. In der Realität aber wählten breiteste bürgerliche Schichten die Nazis, weil sie Angst vor der Sowjetisierung Deutschlands hatten. Dies habe ich ich von vielen Zeitzeugen gehört, darunter auch Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten haben sich glücklicherweise nicht mit der KPD verbündet - sonst wären sie sicherlich untergegangen wie dann in der Sowjetzone 1946.
Wieso war Thälmann "Stalins Mann"? Abgesehen davon, fast alle Fallada-Romane wurden auch in der BRD verfilmt. Sie sieht man auch nicht mehr!

Gruß

Rübezahl

Re: Vereinigung von KPD und SPD

geschrieben von: Rübezahl

Datum: 08.04.21 12:24

PeterK schrieb:
Hallo,

die Vereinigung von KPD und SPD in der SBZ geschah aber von Seiten der SPD nicht freiwillig, es handelte sich um eine Zwangs-Vereinigung.
So steht es in den derzeitigen Schulbüchern.

Gruß

Rübezahl

Re: Vereinigung von KPD und SPD

geschrieben von: Peter

Datum: 08.04.21 13:57

Hallo!

Rübezahl schrieb:
PeterK schrieb:
(D)ie Vereinigung von KPD und SPD in der SBZ geschah aber von Seiten der SPD nicht freiwillig, es handelte sich um eine Zwangs-Vereinigung.
So steht es in den derzeitigen Schulbüchern.
Nicht nur in derzeitigen, sondern auch in bereis vor Jahrzehnten verlegten Publikationen.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

***** Friends help you move. True friends help you move bodies. *****

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.
Hallo Rübezahl,
Thälmann war ein Werber und Vorkämpfer für die Einführung eines ein stalinistischen Systems in Deutschland, genauso wie Pieck, Ulbricht und der auch kräftig in roter Wolle gefärbte Wehner aus Dresden... Wenn Dich das mehr interessiert, lies mal die Bücher von Prof. Leonhardt. Kritische Stimmen in der KPD wurden mundtot gemacht, oft auch im Hotel Lux von den obengenannten Herren diskriminiert und verschwanden dann. ( Dazu: Margarete Buber-Neumann) . Thälmann selbst ging 1933 den Nazis in die Fänge , wurde inhaftiert und 1945 kurz vor dem Einmarsch der Russen, umgebracht. So konnte der "Spitzbart" mit Duldung der Sowjets, also Stalins , seine Herrschaft aufbauen. Alles hochinteressant.......
Die 1947–52 aus allen Funktionen entfernten, aus der SED geworfenen, in den besseren Fällen schweigend resignierenden oder kurz vor der Verhaftung in den Westen geflüchteten und im schlechteren Fall im Strafvollzug gebrochenen oder auch gestorbenen Sozialdemokraten brauchten keine "heutigen Schulbücher", um sich Klarheit über ihr Schicksal zu verschaffen. Die Abstimmung in den Westsektoren von Berlin am 31. März 1946 bewies mit 82 % Ablehnung die Haltung in der SPD. Besatzungsmacht und KPD wussten sehr gut, warum sie in Sowjetzone und Sowjetsektor keine Abstimmung erlaubten. "Sozialdemokratismus" und "Schumacher-Propaganda" waren für Ulbricht & Co. schon 1949 weit schwerere Verbrechen als die NSDAP-Aktivität ein paar Jahre zuvor.
Ich habe jetzt keine Lust zu politisieren, weil es in dieser Form eh nichts bringt. Es wundert mich nur, wie man von den Fallada-Romanen gleich zu den Stalinisten kommt. Und wieso man selbst die Westverfilmungen nicht mehr zeigt, und das bei den Wiederholungsorgien in ARD und ZDF! Filme über Widerstandskämpfer im 3. Reich, auch im Westen gedrehte, mit Günter Mack beispielsweise, kommen auch nicht mehr vor, neue werden nicht produziert. Widerstand hat sich auf Stauffenberg & Co. zu beschränken ...

Gruß

Rübezahl
Hallo Andreas,
da ich mich mit diesem hochinteressanten Abschnitt der deutschen Nachkriegsgeschichte sehr ausführlich beschäftigt habe, stimme ich Dir zu. Schlimm, was in der DDR-Literatur unter Ulbricht & Konsorten über die SPD und die "Vereinigung" verbreitet wurde , unter Erich und seinen Betonköpfen war es nicht anders......

Sehr richtig! (o.w.T)

geschrieben von: PeterK

Datum: 09.04.21 13:25

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Gruß

Peter
Hallo,

Deine Meinung geht hier doch etwas an der historischen Gerechtigkeit vorbei. Auch ich habe ich seit meiner Schulzeit in den 1960-er und 1970-er Jahren (Schulabgangsjahr 1973) sehr intensiv mit der deutschen Geschichte beschäftigt. Von Hans Fallada und seinen Werken auf den Stalinismus zu kommen ist doch eine sehr gewagte These ...

... das Werk "kleiner Mann, was nun" wurde sehr ausführlich und auch unter dem Aspekt der Gerechtigkeit gegenüber historischen Vorgängen und den daran beteiligten Personen im Deutschunterricht meiner Schulzeit besprochen. Da ist auch die Ansicht der westlichen Seite zum Thema der Vereinigung von SPD und KPD im Jahr 1946 genauso zu hinterfragen, wie auch die Ansicht der östlichen Seite.

@ Rübezahl, ich stimme Dir zu.





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.04.21 23:11.
Entschuldigung, da geht es doch nicht um "Ansichten", sondern um gesichertes historisches Wissen auf der Basis der leidvollen Erfahrungen realer Menschen. Klar, bis 1989 durfte nur im Westen gedruckt und öffentlich gesagt werden, dass Besatzungsmacht und die "Moskauer" und "Buchenwalder" Fraktionen der KPD in der sowjetischen Zone ab 1945 so wesentliche gesellschaftliche Elemente wie öffentlichen Dienst, Justiz, Anwaltschaft, Unternehmertum, Gewerbe, Handwerk, freie Bauernschaft, liberale, kirchennahe und konservative politische Richtungen, Hochschullehre, überlebende Juden, alten Adel, freie Gewerkschaften, Schriftsteller, kommunale Selbstverwaltung, verdächtige Kreise innerhalb der KPD in Gestalt von Westemigranten, "Trotzkisten", "Titoisten" usw. usw. und eben auch die Sozialdemokratie mit allen Mitteln entrechteten, enteigneten, intellektuell enthaupteten, mundtot machten, einsperrten, vertrieben oder zu völliger Anpassung zwangen. Immerhin überlebten die meisten betroffenen Menschen im Gegensatz zum sowjetischen Vorbild ab 1917.
Und ja, ab 1989 musste man manches Bild korrigieren, und zwar dahingehend, dass jeder bisher überlieferte Akt der Repression noch viel breiter und intensiver gewesen war als bisher bekannt. Den Stoff für diese Erkenntnis lieferte nicht "der Westen", sondern die nun vom Schweigegebot befreiten Zeitzeugen und die geöffneten Archive im Osten.
Das Ganze bildete sich ja auch drastisch auf dem Gebiet der Eisenbahngeschichte ab, so etwa mit den Generaldirektoren der DR: Sozialdemokrat Besener als Saboteur verdächtigt und gerade noch nach West-Berlin geflohen. Kommunist und Westemigrant Kreikemeyer in Stasihaft gestorben. Erst der Moskau-Emigrant Kramer "passte" dann.
Im Ergebnis scheiterte dann ja ein gesellschaftliches Experiment, das so vielen Gruppen von der Mitwirkung ausschloss.
Ich rekapituliere diese allgemeinkundige und nicht von mir exklusiv verkündete Geschichte nicht mit dem Triumph eines Siegers. Ich habe hier nicht gekämpft und demgemäß auch nicht gesiegt. Aber ich entstamme einer Generation, die in den 1970er-Jahren einem sozialistischen Gesellschaftsmodell durchaus zugeneigt war. Doch der Einwand "Wollt Ihr Verhältnisse wie in der DDR?" plättete jede solche Illusion. Die DKP bekam immer mal ihre 1 % der Stimmen. Der "reale Sozialismus" wurde nicht vom Kapitalismus kaputtgemacht. Nein, das schaffte er ganz allein. Die von ihm angerichteten Verwüstungen zu heilen, überließ er dann dem Kapitalismus. Der wird dafür noch lange brauchen.

Als alter Sozialdemokrat werde ich immer das Andenken der Genossen wahren, die im stalinistischen Terror ihr Leben ließen.

Sie haben Post ... (o.w.T)

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 23.04.21 10:38

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Um noch mal zum Originalbeitrag zu kommen (Ich war schon baff, wie schnell man sich ins Politisieren verlieren kann.) : Im Film gab es ja eine Reihe von Szenen, in denen auch eine Straßenbahn durchs Bild fuhr. 10 Jahre nach Einstellung der letzten Strab in West-Berlin war es nicht möglich, einen "echten Berliner" auf die Schienen zu setzen. Es soll sogar entsprechende Bemühungen in Richtung Ost-Berlin gegeben haben. So hat man dann einen 2x-Zug aus Hannover (Tw 199 und Bw 1020) nach Berlin geholt und auf "alt" getrimmt. Wenn ich das richtig im Kopf habe, lag auf dem Filmglände an der Kanalstraße in Rudow ein Eisenbahngleis, und dann hat man ein Stück Fahrdraht darüber gespannt. Ist natürlich genauso unecht, wie bei Babylon-Berlin, aber die Diskussion hatten wir ja schon an anderer Stelle. Beigefügtes Bild erschien in den Berliner Verkehrsblättern 10/77.
Tw 199 (HANN) 1977 im Film.jpg