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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
SES schrieb:
kaufhalle schrieb:
Hat das was mit der Kieler Straßenbahn zu tun?
Genau so wenig/ viel, wie das Posting vom Herrn Kennig selbst. Such den Fehler nicht bei mir, sondern bei Ihm!

Er hat pauschale Kritik am Sutton-Verlag geäußert. Im Prinzip hat er in Anbetracht des hohen Anteils dürftiger Bücher aus diesem Verlag recht. Auch wenn ich dem Vergleich mit einer Pommesbude so nicht zustimmen kann. Schließlich sind 20 Euro für ein solches Buch nicht billig.

SES schrieb:
Kaufhalle, tritt der Herr K hier als Privatperson auf oder als Gewerbetreibender? So eindeutig sind die Grenzen leider nicht.

Ich weiß zwar nicht, ob das hier überhaupt unterscheidbar ist - aber frag ihn doch selbst.


Bw Betzdorf schrieb:
Durchaus. Aber die Frage ist doch auch, für welchen Personenkreis geschrieben wird, bzw was der Verlag vorgibt.
Reine Fachbücher die entsprechende Vorkenntnisse oder Erfahrungen voraussetzen (wie hier auch von einigen als selbstverständlich angesehen) verkaufen sich halt nur in einer geringeren Auflage, und schrecken den "Unbedarften" Leser ab.
Dann lieber ein Buch, was auch andere Zielgruppen mit anspricht. In einem solchen Buch haben dann aber technische Details und Auswüchse nichts zu suchen oder nur als Randbemerkung.

Da zitiere ich mich einfach mal selbst:

kaufhalle schrieb:
Ein Buch "Die Kieler Straßenbahn - Die Geschichte der Linien von 1881 bis 1985" lässt eine historische und komplette Abhandlung erwarten und kein Bilderbuch.

Ich halte den Hinweis auf eine vermeintlich andere Zielgruppe für eine Ausrede. Auch rein heimatkundlich orientierte Leser wollen Fakten haben. "Lustige Anekdoten von der Kieler Straßenbahn" ist woanders.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.04.21 13:29.

Re: Falsche Texte

geschrieben von: Dr. Joachim Ludwig

Datum: 02.04.21 13:56

@ Martin ( QJ 7002) Vollkommen richtig. Ich habe mir nach Deinem Beitrag die 4. Umschlagseite der BE/BEp 2/ 21 angesehen. Das ist ja noch hanebüchener als die Sutton - Anzeige im Lokmagazin. Da wird direkt nebeneinander für eine Reise " Dampf im Herzen Englands" und eine Reise " Waldbahnen in Rumänien " geworben mit demselben Fließtext für die Englandreise. Da genügt ein Blick, um den Fehler zu erkennen. Aber Hauptsache schnell die Arbeit erledigen , ob richtig oder falsch ist egal. Heutzutage kommt das Arbeitsethos immer mehr unter die Räder.
Grüße und bleib gesund!
Joachim

Re: Falsche Texte

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 02.04.21 15:31

...ja, und das bei einer bezahlten Anzeige! Der Reiseveranstalter bekommt die 4. Umschlagseite ja nicht für lau und sollte schon im eigenem Interesse an einer einwandfreien Seite interessiert sein - beim Verlag wird ja nur das fertige Druck-PDF vom Anzeigenkunden übernommen und an die Druckerei weitergeleitet.

Gesunde Ostern wünscht

Martin

Re: Kenning Bücher

geschrieben von: T13

Datum: 02.04.21 19:22

Bw Betzdorf schrieb:
Durchaus. Aber die Frage ist doch auch, für welchen Personenkreis geschrieben wird, bzw was der Verlag vorgibt.
Reine Fachbücher die entsprechende Vorkenntnisse oder Erfahrungen voraussetzen (wie hier auch von einigen als selbstverständlich angesehen) verkaufen sich halt nur in einer geringeren Auflage, und schrecken den "Unbedarften" Leser ab.
Dann lieber ein Buch, was auch andere Zielgruppen mit anspricht. In einem solchen Buch haben dann aber technische Details und Auswüchse nichts zu suchen oder nur als Randbemerkung.
Hallo Bw Betzdorf,

Ich frage mich gerade, welche Vorkenntnisse und Erfahrungen ich für ein Kenning-Buch oder ähnliche Publikationen brauche?
Und vielleicht hat der unbedarfte Leser sogar Spaß daran, seinen Horizont zu erweitern?

Bei einigen Sutton-Werken braucht man nicht mal lesen können, weil die Bildtexte ggü. dem beschriebenen Bild keinen Mehrwert haben!

http://abload.de/img/rimg00141kav1.jpg
MiniMax-Grüße aus Fredenbeck
Tjark




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.04.21 19:28.

Re: Kenning-Bücher

geschrieben von: ludger K

Datum: 02.04.21 20:48

Ein gutes Beispiel, FTB! Zum Thema Kapfenberg erhielt ich vom Autor ein sehr oberflächliches, fachlich und sprachlich höchst dürftiges Manuskript, auch die Fotos waren kaum brauchbar. Ich habe daraufhin einige Obusfachleute eingeschaltet (die Namen sind Dir bestens bekannt, FTB), die den Text von Grund auf neu aufbereitet und bis ins letzte Detail waschfest gemacht haben, und ich habe weitere Fotos hinzubesorgt (die Fotos im Buch entspringen zu 90 % dieser Suche). Das alles hat Monate gekostet, hat sich bei einem so exotischen Thema natürlich überhaupt nicht gerechnet, aber darum ging es weniger, wichtig war eben, daß wir hinterher noch in den Spiegel schauen und mit gutem Gewissen sagen konnten, das Thema erschöpfend dargestellt und jede erdenkliche Quelle ausgeschöpft zu haben.

Nun mal Hand aufs Herz, Ihr Sutton-Fans: Hätte jener Fast-Food-Verlag, der einzig und allein auf klingelnde Kassen erpicht ist, auch nur einen einzigen Finger krumm gemacht, den Inhalt zu überarbeiten und die Fotos in optimaler Qualität wiederzugeben? Wundert Ihr Euch wirklich noch, daß es Leser gibt, die auf dieses Haus überhaupt nicht gut zu sprechen sind?

Erst kürzlich nahm ich das Trier-Buch von Sutton in die Hand, um für ein anderes Thema etwas nachzuschlagen. Es war hoffnungslos, von vorne bis hinten mit der heißen Nadel gestrickt. Mehr als 2-3 Tage dürfte der Autor dafür nicht investiert haben (von den Fotos, die er aus meinem HiFo-Beitrag geklaut hat, ganz zu schweigen).

Re: Kenning-Bücher

geschrieben von: 245 002

Datum: 03.04.21 10:39

ludger K schrieb:
Ein gutes Beispiel, FTB! Zum Thema Kapfenberg erhielt ich vom Autor ein sehr oberflächliches, fachlich und sprachlich höchst dürftiges Manuskript, auch die Fotos waren kaum brauchbar. Ich habe daraufhin einige Obusfachleute eingeschaltet (die Namen sind Dir bestens bekannt, FTB), die den Text von Grund auf neu aufbereitet und bis ins letzte Detail waschfest gemacht haben, und ich habe weitere Fotos hinzubesorgt (die Fotos im Buch entspringen zu 90 % dieser Suche). Das alles hat Monate gekostet, hat sich bei einem so exotischen Thema natürlich überhaupt nicht gerechnet, aber darum ging es weniger, wichtig war eben, daß wir hinterher noch in den Spiegel schauen und mit gutem Gewissen sagen konnten, das Thema erschöpfend dargestellt und jede erdenkliche Quelle ausgeschöpft zu haben.


Da sag ich nur: EIGENLOB STINKT!

Re: Kenning-Bücher

geschrieben von: Helmut Ulrich

Datum: 03.04.21 17:34

245 002 schrieb:Zitat:
Da sag ich nur: EIGENLOB STINKT!
Wie bitte? Du musst Ludger ja nicht mögen, aber er hat hier lediglich in äußerst sachlicher Form erläutert, welche umfangreiche "Nacharbeit" das eingereichte, offenbar ziemlich dürftige Kapfenberg-Manuskript erforderte, um ein vorzeigbares Buch daraus zu stricken. Ich vermute, er hat sich die Mühe aus persönlicher Freude am Thema gemacht, aber das schmälert den Aufwand in keiner Weise.

Gruß, Helmut

Re: eingetroffen: Kieler Straßenbahn (Suton)

geschrieben von: vierachser

Datum: 03.04.21 19:59

Hallo zusammen,

hier noch etwas zum Kieler Buch. Denn darum ging es ja ursprünglich.

Hier kommen 2 wichtige Faktoren zusammen:
1. Der Autor ist in der Kieler Historie bewandert. Er hat schon einige Bildbände über das alte Kiel veröffentlicht und
viele Lichtbildervorträge gehalten. Auch zum Thema Straßenbahn, allerdings ist er hier nur oberflächlich bewandert.
Hintergrundwissen fehlt.
2. Der Sutton-Verlag mit seinen schon besprochenen Umständen.

Ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber schon beim Durchblättern sind mir einige Fehler aufgefallen.
Als Linienchronik im Untertitel beschrieben ist das im Buch allerdings schwer nachvollziehbar. Der Autor springt mithilfe
der Bilder sehr durch die Zeit. Linienentwicklungen und -verläufe werden nicht erklärt. Wer hier also eine Linie nachvollziehen
will wird so seine Probleme bekommen.

Schaut man sich die Quellenangaben an wird das verständlich. Der Autor hat sich bei den bekannten
Kieler Straßenbahnbüchern (Mausolf, Kreipe und Höltge) bedient. Bedenklich allerdings ist die Quelle Hackhe. Ulrich Hackhe hat
um 1999/2000 herum seine Erinnerungen als „Buch“ verfasst.
Wobei das Wort Buch schon zu hoch gegriffen ist. (Fotokopierte Seiten im festen Einband gebunden) Darin sind zum Teil
Bildkollagen mit irrwitzigen Schlussfolgerungen ohne Hintergrundwissen zusammengetragen. Und dieses „Werk“ hat er ungefragt
einigen Leuten zugeschickt und auch im Stadtarchiv hinterlegt.
So wurde z.B. ein Bild (von mir) einer Sonderfahrt so umgedeutet, als wenn es sich hierbei um eine angepasste Betriebsform handelt.
Wenn man also ohne großes eigenes Wissen sich solch einem komplexen Thema widmet und dann nicht selber recherchiert, von dem
kann man kein Standartwerk erwarten.

Und so hatte ich selber auch keine großen Erwartungen, die voll und ganz erfüllt worden sind.

Dieses Buch ist als „Bilderbuch“ ohne viel Inhalt dem normalen, historisch interessierten Kieler , bzw. an Kiel Interessierten zu
empfehlen. Mehr aber auch nicht.

Für den Straßenbahnfreund aber gibt es zum Glück den schon von Rolf erwähnten Band 1 von André Hellmuth. Ich kann hier
bereits schon berichten, das der 2. Band in Vorbereitung ist. Aufgrund der Fülle des Materials, und der entsprechenden qualitativen
Aufarbeitung von Plänen, Zeichnungen und Fotos ist aber die Fertigstellung noch nicht zu terminieren.
Wer z.B. die Vorlagen kennt und dann die Ergebnisse in dem Band 1 sieht, weiß was hier an Arbeit drinsteckt.
Aber das Warten lohnt sich...

Gruß vom vierachser

Re: eingetroffen: Kieler Straßenbahn (Suton)

geschrieben von: Harald Müller

Datum: 04.04.21 12:27

Hallo zusammen, nachdem ich die vorangegangenen Beiträge gelesen habe, möchte ich
mich dazu nur insofern äussern, das ich mich den Ausführungen von vierachser voll und
ganz anschliesse – es ist einfach ein „Kieler Bilderbuch“ über die dortige, ehemalige
Strassenbahn – gewürzt mit einigen Informationen, die teils wohl korrekturbedürftig sind.
Das kann vierachser – als langjährig profunder Kenner der Kieler Strassenbahn und des
Kieler ÖPNV – sicherlich behaupten dürfen.

Wer weitergehende Informationen über die Kieler Strassenbahn wünscht, sollte sich auf
die bereits erschienenen und noch erscheinenden Bücher von André Hellmuth freuen.
Hier bleibt kaum eine Frage offen.

Vom preislichen Standpunkt hatte ich auch nicht mehr erwartet ( € 19,99 ).
Trotzdem habe ich noch einige Aufnahmen gefunden, die ich nicht kannte und aufgrund
meiner Kenntnisse der Kieler Stadt gut zuordnen konnte.

Einer Beurteilung des Sutton Verlages möchte ich mich enthalten, hier kann ich weder
positiv noch negativ etwas berichten. Sicherlich ist es immer ein Wagnis, ein Buch mit
nicht so grosser Auflage zu finanzieren und zu vermarkten. Aus diesem Grund habe ich
auch meine nicht gerade wenigen Aufnahmen hier in DS-Online veröffentlicht. Eine
kommerzielle Verbreitung wollte ich nicht beginnen bzw. finanziell verantworten.

Was ich auch im Kieler Buch von Pieper-Wöhlk vermisse sind eben Gleisnetzgrafiken
und Wagenparkstatistiken. Bei dem Kieler Betrieb wäre es wohl nicht so schwer, diese
aufzustellen bzw. von anderen Autoren zu erbitten. In einem der „Kreipe“ Bücher
findet man auch eine damals aktuelle Fahrzeugaufstellung. Selbst solch eine Liste
fehlt leider.

Auch die Veröffentlichungen bzw. Quellenangaben zum Thema des Berliner Ulrich Hackhe
finde ich sehr bedenklich, da ich ebenso wie vierachser damals um 2000 einen regen Schrift-
wechsel mit Herrn Hackhe über seine Veröffentlichung hatte. Er hatte damals einige Fotos
aus meiner Sammlung – veröffentlicht in einem Artikel des Strassenbahn Magazins – unge-
fragt in sein Buch „hineinkopiert“ - !

Aber eine Frage sei mir doch genehmigt: Hat eigentlich schon einmal jemand die
Herausgeber gefragt, welchem Anspruch sie mit diesem Buch hier gerecht werden wollten?
Vielleicht soll es ja auch „nur ein Bilderbuch“ werden……

Ich finde, nun sind genug der Worte gefallen – obwohl über 50% dieses Forum-Beitrages
eigentlich nichts mehr mit dem Kieler Buch (!) zu tun haben – und wir Strassenbahnfreunde
sollten uns wieder dem eigentlichen Hobby widmen und es nicht gegenseitig in wortreichen
Beiträgen zerreden…. – ein Hobby soll doch Freude bereiten – oder ??

Gruss Harald - und bleibt alle gesund.

Die gezeigten Fotos stammen von mir und das Urheberrecht liegt falls nicht anders gekennzeichnet bei mir.
Anmerkungen und Korrekturen zu meinem Beitrag sind willkommen und sogar gewünscht.

Eine Übersicht meiner Beiträge / Zeitraum bis1989 findet man hier: [www.drehscheibe-online.de]
Eine Übersicht meiner Beiträge ab 1990 sehr Ihr hier: [www.drehscheibe-online.de]

Harald Müller

Re: eingetroffen: Kieler Straßenbahn (Suton)

geschrieben von: 642

Datum: 04.04.21 23:03

Harald Müller schrieb:
Zitat:
Hallo zusammen, nachdem ich die vorangegangenen Beiträge gelesen habe, möchte ich
mich dazu nur insofern äussern, das ich mich den Ausführungen von vierachser voll und
ganz anschliesse – es ist einfach ein „Kieler Bilderbuch“ über die dortige, ehemalige
Strassenbahn – gewürzt mit einigen Informationen, die teils wohl korrekturbedürftig sind.
Das kann vierachser – als langjährig profunder Kenner der Kieler Strassenbahn und des
Kieler ÖPNV – sicherlich behaupten dürfen.
Die Ansichten von vierachser teile ich ohne weiteres auch und auch die knappe Anmerkung zu dem Buch kommt mir nicht unbekannt vor. Denn, dass sind zu 90% und vielleicht sogar mehr alle Bücher aus dem Sutton Verlag die es für unsere Hobbyrichtung bei dem Verlag gibt. Ich kann mich auch an recht gute Werke erinnern aber diese sind schon seit langer Zeit nicht mehr erhältlich. Ich möchte mich nicht beschweren, dass es sich um Bildbände handelt nein keinesfalls aber ich kenne neben den Bücher an deren Layout ich beteiligt bin und auch aus zahlreichen anderen Verlage sehr gute Bildbände die auch eine Geschichte wieder geben können und bei Lesern auch es schaffen können die die Geschichte eines Verkehrsbetriebes, eines Verkehrsmittels oder einer Strecke hinein zu versetzen. Dies gelingt aber beim Sutton Verlag meistens nicht, weil vieles mit der "heißen Nadel gestrickt" wurde, die Bildbearbeitung fehlt oder mangelhaft bis ungenügend ist. Weiterhin fehlt das Lektorat, wenn nicht der Autor selbst Kenner zu der Geschichte fragt und um ordentliche Überarbeitung bittet. Und zum Abschluss kommt dann hinzu das Informationsgehalt fehlt, wenn ich eine Geschichte in Form eines Bildbandes wiedergeben möchte, was beim Sutton Verlag der Fall ist dann muss ich auch entsprechende Bildunterschriften liefern und nicht vor Fehler, Ungereihmtheiten so nichts aussagende Texte hinknallen.


Harald Müller schrieb:
Zitat:
Vom preislichen Standpunkt hatte ich auch nicht mehr erwartet ( € 19,99 ).
Trotzdem habe ich noch einige Aufnahmen gefunden, die ich nicht kannte und aufgrund
meiner Kenntnisse der Kieler Stadt gut zuordnen konnte.
Wie bereits schon weiter oben geschrieben habe ich das Buch nicht und kann mir somit eigentlich weniger ein Urteil erlauben aber ehrlich gesagt, wenn ich mir alle Beiträge zu diesem Buch hier durchlese und nicht die Kritiken über Sutton Verlag oder ob Bücher aus einem anderen Verlag, dessen Eigentümer hier z. B. selbst mitliest besser sind kann ich nur sagen, dass mir dort sogar die 19,99 € zu viel sind, weil anscheinend kaum Informationsgehalt vorhanden ist und wahrscheinlich die Zielgruppe die Bevölkerung der Stadt Kiel ist bzw. deren Teil der gerne in Erinnerungen schwelkt oder ehemalige Kieler und keine Straßenbahnfreunde wie ich es z. B. in diesem Fall wäre.


Harald Müller schrieb:
Zitat:
Was ich auch im Kieler Buch von Pieper-Wöhlk vermisse sind eben Gleisnetzgrafiken
und Wagenparkstatistiken. Bei dem Kieler Betrieb wäre es wohl nicht so schwer, diese
aufzustellen bzw. von anderen Autoren zu erbitten. In einem der „Kreipe“ Bücher
findet man auch eine damals aktuelle Fahrzeugaufstellung. Selbst solch eine Liste
fehlt leider.
Das unterscheidet uns wieder von einander und auch zu anderen. Wenn ich solch einen Bildband in den Hände halte der mir auf dem Cover bewirbt ich erfahre etwas über die Geschichte der Straßenbahnlinien in Kiel, dann erwarte ich Gleispläne, Linienchroniken und Kapitel die entweder nach Zeitepochen oder nach Linien sortiert sind, was sich dann z. B. am besten mit den Linienchroniken verbinden lässt. Dort erwarte ich keine Wagenparkstatistiken, sondern eher Anmerkungen hierzu in ausführlichen Bildunterschriften oder Einleitungstexten zu den einzelnen Kapiteln oder als gesondertes Kapitel als Zugabe über die dort in der Zeit eingesetzt wurden. Dies hat man bei wenigen Sutton-Werken bislang leider geboten bekommen. Denn wenn ich eine ausführliche Geschichte erwarte mit allen drum und dran, wozu dann auch die Wargenparkstatistik gehört, dann kann ich mir

a) kein Bildband kaufen, denn dort bleibt mit Sicherheit immer etwas auf der Strecke und bei Sutton leider häufig ziemlich viel und
b) dann kalkuliere ich selbst nicht mit einen Kaufpreis von 19,99 € oder nur mit einem Band zu diesen Preis, sondern mit mehreren

Harald Müller schrieb:Zitat:
Auch die Veröffentlichungen bzw. Quellenangaben zum Thema des Berliner Ulrich Hackhe
finde ich sehr bedenklich, da ich ebenso wie vierachser damals um 2000 einen regen Schrift-
wechsel mit Herrn Hackhe über seine Veröffentlichung hatte. Er hatte damals einige Fotos
aus meiner Sammlung – veröffentlicht in einem Artikel des Strassenbahn Magazins – unge-
fragt in sein Buch „hineinkopiert“ - !

Aber eine Frage sei mir doch genehmigt: Hat eigentlich schon einmal jemand die
Herausgeber gefragt, welchem Anspruch sie mit diesem Buch hier gerecht werden wollten?
Vielleicht soll es ja auch „nur ein Bilderbuch“ werden……
Das mit den Quellen zu dem Hackhe-Buch finde ich jetzt schon mehr als bedenklich zumal in den letzten 20 Jahren das Thema Quellen, Bildrechte etc. schon häufig in dieser Zeit zu negativen Nebenerscheinungen geführt hat. Die Frage ob es nur ein "Bilderbuch" werden sollte ist gestattet, nur sorry dann benenne ich den Titel auch entsprechend und bewerbe das Buch nicht mit einem Untertitel der nicht der Wahrheit entspricht. Denn zwischen ein Bildband und einen Bilderbuch liegen für mich auch Welten, zumal ich diese auch von vornerein anders bewerte und beurteile.

Fazit zum Ende: Für mich lesen sich die wenigen ehrlichen und themenorientierten Beiträge in diesem Thema eines. Mir wird für 19,99 € ein Bilderbuch geboten dessen Versuch es in Richtung eines Bildbandes zu bringen durch zahlreiche fehlende Punkte und Fehler grandios gescheitert ist. Somit gewinne ich als Außenstehender zu diesem Thema zu dem Gefühl das der gewählte Titel des Buches für mich reiner Etikettenschwindel ist. Es wird etwas angepriesen was nicht vorliegt.

642

Rezension: Kieler Straßenbahn (Sutton)

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 06.04.21 14:33

hier nun die versprochenen Buchbesprechungen (Neuheiten März):

klar hinzuweisen ist auf den geänderten Untertitel,
daher die Konzentratiopn auf die einzelnen Linien.

Nicht unbedingt für Straßenbahnfeunde!!

Gruß
Rofl Hafke, TS: TramShop
hafke.koeln@t-online.de


*** Strassenbahnen Deutschland ***
„Die Kieler Straßenbahn – Die Geschichte der Linien von 1881 bis 1985“ von Dieter Wöhlk und Hannelore Pieper-Wöhlk, Erfurt 2021, 124 Seiten im Format 16,5 x 24,0 cm, gebunden, Herausgeber: Sutton-Verlag, Preis: 19,99 €

Entgegen der sonst üblichen Einstellung in eine Buchreihe (z.B. Zeitreise) fehlt diese bei der Neuerscheinung. Um keine falschen Erwartungen zu haben, sollte der Untertitel unbedingt zur Kenntnis genommen werden, denn es wird nicht die gesamte Geschichte der Straßenbahn mit allen Aspekten behandelt, sondern schwerpunktmäßig deren Linien. Auch wird das Buch ausdrücklich als Bildband bezeichnet. Unter diesen Einschränkungen erfüllt es dann seinen Anspruch weitgehend, wenn auch mit kleinen Einschränkungen. Das Autorenehepaar ist bislang mit einigen Publikationen zur Heimat- und Stadtgeschichte in Erscheinung getreten und auch die nun vorliegende Veröffentlichung zielt eher auf diesen Interessentenkreis, als auf die Straßenbahnfreunde. Das äußert sich z.B. darin, dass es keine näheren Angaben zu den zu sehenden Fahrzeugen gibt.

Die zahlreichen unveröffentlichten Aufnahmen zeigen vor allem die Straßenbahn im Stadtbild mit recht ausführlichen Beschreibungen der jeweiligen Örtlichkeit. Die Einteilung nach Linien liefert dabei den roten Faden, wobei zuvor ein eigenes Kapitel über die Pferdebahn den Bilderreigen eröffnet. Viele der Aufnahmen aus der Vorkriegszeit, aber auch aus den 1950er und 1960er Jahren sind vom Motiv her sehr ansprechend. Es gibt aber, gerade für die letzten Jahre, auch etliche „Ausreißer“ was die Qualität angeht, für die sich bei entsprechender Suche sicherlich auch besseres Material hätte finden lassen.

Ein Fehlen von Übersichtskarten wie z.B. Stadtplanausschnitten erschwert leider auch in diesem Buch die Orientierung für nicht Ortskundige. Die drei sehr kleinen Abbildungen im nur zweiseitigen Kapitel über die Linienverläufe in den Stadtteilen vermögen diese Aufgabe nur unzureichend wahrzunehmen. Ebenfalls zwei Seiten behandeln das Thema Fahrscheine und Tarife, stellen aber nur wenige Aspekte eher zusammenhanglos dar. Die letzten Seiten widmen sich den Stadtbahnprojekten und Zukunftsaussichten, erschöpfen sich aber in ausführlichen Beschreibungen von Bildern von Bahnhöfen und Zügen in und um Kiel herum und ergeben kein Gesamtbild dazu.

Wer sich für bildliche Darstellungen der Straßenbahn im Stadtbild interessiert, der wird in diesem Buch gut fündig, einen tiefergehenden Einstieg in das Thema Straßenbahn in Kiel vermittelt es jedoch nicht und war wohl auch nicht die Intention der Autoren. Ob es daher, wie auf der Rückseite im „Waschzettel“ zu lesen ein „Muss für Straßenbahn-freunde“ darstellt, sollte jeder potentielle Interessent aus diesem Kreis für sich selbst entscheiden. (reu)

Re: Rezension: Kieler Straßenbahn (Sutton)

geschrieben von: vierachser

Datum: 06.04.21 15:02

Hallo Rolf,

ja, diese Buchbesprechung (von Axel Reuter ?) trifft des "Pudelskern" sehr gut.

Mir sind mittlerweile auch schon einige Fehler aufgefallen. So wurde die Linie 3 beispielsweise nicht wie im Buch beschrieben 1964,
sondern erst 1965 stillgelegt. Also sind die Angaben mit "Vorsicht" zu genießen.
Aber als Bilderbuch geht es durchaus durch...

Gruß aus Kiel
vom
vierachser



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.21 15:02.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -