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Neuer Bildband zur ÖBB-Reihe 86 erschienen

geschrieben von: Donni

Datum: 27.03.21 14:47

Hallo,

noch fast druckfrisch liegt ein neuer Bildband vor mir, der den bei den ÖBB verbliebenen und dort bis Anfang der 1970er Jahre eingesetzten Tenderloks der Einheitsbaureihe 86 gewidmet ist:

G.Kettler, J.Pospichal, J.Blieberger: ÖBB-Reihe 86 bei bahnmedien.at, Bildband 18 - 2021, ISBN 978-3-903177-33-8 (Preis: 37,40€)
[www.bahnmedien.at]

Deutschlandvertrieb durch die Buchhandlung Stiletto: [bahnbuch.de]

Der Bildband liegt im Format 24,6 x 21 cm vor. Die vorangesetzten allgemeinen Beschreibungen zur Baureihe 86 sowie die Einsatzgeschiche der bei den ÖBB verbliebenen Loks werden sehr kurz - auf insgesamt fünf Textseiten - abgehandelt. Auf Statistiken bzw. tabellarische Übersichten verzichtet das Buch vollständig. Die eine oder andere Besonderheit wird in den jeweiligen Bildunterschriften behandelt.

Schwerpunkt sind die in einem einheitlichen Format und Layout abgedruckten 124 Fotos (110 S/W, 14 Farbe). Dabei bestand der Anspruch, jede ÖBB-86 mindestens in einem Bild zu zeigen. Die Bilder stammen von den einschlägig bekannten Fotografen der sog. Wiener Schule, diese sind Garanten für eine durchwegs einwandfreie, mitunter spektakuläre Motivwahl. Neben manchem schon anderswo publizierten bzw. bekannten Foto aus den 1960ern aus der Region Hieflau und Gesäuse - die in diesem Zusammenhang dazugehören und auch abermals gedruckt werden dürfen - besticht der Band durch seine Fülle an Aufnahmen aus den anderen, früheren 86-Einsatzorten, hier vor allem der Steiermark. Etwa 2/3 der Fotos sind aus den 1950er Jahren.
Da die 86 aus deutscher Sicht ein großes Interesse genießt, ist die hier vorgelegte Bildersammlung sehr begrüßens- und empfehlenswert!

Als Wermutstropfen erweist sich aus Sicht des Rezensenten die o.a. bereits angesprochene Kürze der Beschreibung: einige Aspekte und Besonderheiten zu den ÖBB-86 oder etwas Tabellenmaterial hätten vielleicht in diesem Rahmen doch mit abgehandelt werden können, ohne sogleich den Rahmen des Bildbands sprengen zu müssen. So muß man sich nun manches woanders zusammensuchen, z.B. [www.dampflokomotivarchiv.de] oder [www.pospichal.net]

Als Beispiel dafür, bei dem das Buch auch durchaus einen zusätzlichen Punkt hätte machen können, sei die seit Jahrzehnten immer wieder durch die Literatur 'herumgeisternde' ominöse Mischvorwärmer-86.789 erwähnt. Erneut beschränkt sich auch diese Literatur auf den einen Satz "... erhielt sie einen der bei den ÖBB üblichen Heinl-Mischvorwärmer."

Dieses Thema soll nun aber nicht zum Hauptbestandteil dieser Buchbeschreibung ausarten, daher wird es zeitgleich einen Beitrag bzw. eine Anfrage zur weiteren Klärung im HiFo geben.

Viele Grüße

Stefan

Link ins HiFo: Frage zur MV-86.789

geschrieben von: Donni

Datum: 27.03.21 14:51

Weil die Behandlung des o.a. Themas nur am Rande mit der Buchbesprechnung zu tun hat und aus meiner Sicht auch im HiFo besser aufgehoben ist, hier der Link zur Frage:
[www.drehscheibe-online.de]

Re: Neuer Bildband zur ÖBB-Reihe 86 erschienen

geschrieben von: ludger K

Datum: 27.03.21 17:54

Donni schrieb:
Die Bilder stammen von den einschlägig bekannten Fotografen der sog. Wiener Schule, diese sind Garanten für eine durchwegs einwandfreie, mitunter spektakuläre Motivwahl.
Das klingt nicht gut. Die Bilder sind zwar handwerklich einwandfrei, bestechen allerdings durch eine monotone, weniger spektakuläre Motivwahl, so als hätte die Schallplatte einen Sprung. Wer jahrzehntelang den SVA gelesen und reihenweise die BiB-Bände im Schrank stehen hat, der kennt die Bilder im Schlaf (ich wette, Kappl am Krappfeld ist auch wieder mal dabei). Dabei gibt es doch außerhalb der allseits bekannten Hohen Wiener Schule unzählige Fotografen, die etwas Abwechslung gebracht hätten. Mir fallen z.B. die wunderschönen Turnwald-Fotos ein, oder auch andere Leute mit dem etwas anderen Blick fürs Motiv - nicht immer nur Zug schräg von vorn, Zug schräg von vorn, Zug schräg von vorn ..., mit der einzigen Abwechslung: Mal kommt er von links, mal von rechts, wie wir es aus dem Emsland bis zum Erbrechen kennen. Zum Meditieren bestens geeignet, aber ich mag zwischendurch auch die gewissen Aha-Effekte.


Herbert Fritz - 22-11-1969 -075.jpg

Re: Neuer Bildband zur ÖBB-Reihe 86 erschienen

geschrieben von: 614 005

Datum: 27.03.21 18:47

Warum nicht einfach über die Bilder freuen? Fördert anscheinend das EGO, ständig nörgeln zu müssen.
614 005



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.03.21 18:48.

durchaus aha-Effekte

geschrieben von: Donni

Datum: 27.03.21 20:28

Hallo Ludger,

die Urteile dürfen sich ja unterscheiden: aus meiner Sicht ist es spannend, in all den hier abgedruckten Motiven, bei denen man beim Blick auf die Bildautoren automatisch und aus Gewohnheit an altösterreichische Dampfloks vor entsprechenden Wagen in gleichartigen Bahnhöfen denken würde, nun plötzlich und unerwartet die uns so wohlvertraute Architektur der Einheitstenderloks wiederzufinden.

... und im internationalen Vergleich kann die "Wiener Schule" mit ihren Resultaten (auch in Farbe!) aus den 1950er Jahren doch sehr, sehr gut bestehen...

... und ob elegische Bw-Studien denselben o.a. Effekt erzielen könnten, mögen dann andere beurteilen.

Danke für das schöne Bild (einer der späten und letzten betriebsfähigen ÖBB-86) und viele Grüße

Stefan
Mal eine andere Bw - Aufnahme einer ÖBB - 86. Allerdings würde ich sie eher in einem Buch " Lokpersonale" oder noch besser " Eisenbahner" verorten und nicht unbedingt in einem Baureihenbuch. Abgesehen davon: Die Aufnahmen von Turnwald oder auch Tausche sind wirklich wunderbar.
Grüße und bleibt gesund.
Joachim



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.03.21 23:25.

Re: Neuer Bildband zur ÖBB-Reihe 86 erschienen

geschrieben von: bahamas

Datum: 27.03.21 23:45

614 005 schrieb:
Warum nicht einfach über die Bilder freuen? Fördert anscheinend das EGO, ständig nörgeln zu müssen.
614 005

Bellt da nicht eher bei dir ein getroffener Hund? Vielleicht fördert es bei manchen mal darüber nachzudenken, ob der eigene Stil vielleicht ebenso fad ist. Das gezeigte Bw-Bild mit der 86 ist einfach klasse, aber ich ahne dadurch, was in dem Buch abgedruckt sein könnte (und was nicht). Insofern ist es doch eher das Gegenteil, nämlich Werbung, mal selbst einen Blick in das Buch zu werfen und dann ggf. zu kaufen.

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: ludger K

Datum: 28.03.21 00:04

Hallo Stefan!

Die Qualität der Fotos der Hohen Wiener Schule (das hochtrabende Prädikat haben sie sich schon vor Jahrzehnten selbst auferlegt, worüber sich zahllose Nicht-Wiener sehr mokiert haben) will ich in keiner Weise in Frage stellen. Die Aufnahmen sind handwerklich perfekt, mit einem soliden Bildaufbau nach einem strengen Schema. Selbstverständlich können sie einem internationalen Vergleich standhalten, das ist alles unbestritten. Über die Eintönigkeit haben wir allerdings schon in den 70er Jahren mit Pospischil & Co. diskutiert, und noch kürzlich mit Alfred: Er sieht es ja heute gleichfalls anders, sagt aber auch, daß damals sehr strenge Regeln gegolten hätten (z.B. § 1: niemals Menschen im Bild). Wer sich das ausgedacht hat, weiß niemand mehr (vielleicht Fröhlich oder Schmidt), aber man hat sich eben daran gehalten. Im krassen Gegensatz zur Neuen Wiener Schule (Roni & Co.), davor ziehe ich ehrfürchtig den Hut.

Natürlich gibt es hier viele Leute, die sich über solche schematischen Fotos freuen, etwa wie früher bei den Wagner-Bilderbüchern. Das dürfen sie ja auch gerne. Aber ich gehöre eben nicht zu jenen, die jedes Mal vor Glück nur so jauchzen, wenn man ihnen ein Jahr lang Tag für Tag immer nur Erbsensuppe vorsetzt oder 100mal den Bolero vorspielt.

Zum anderen steht aber auch fest: Man kann kein Österreich-Buch ohne die Hohe Wiener Schule machen! Ihre Verdienste sind unbestritten. Wie ich aber kürzlich bei der Vellachtalbahn zeigen wollte, gibt/gab es noch viel mehr gute Fotografen, und sie haben die Bahn oft mit ganz anderen Augen gesehen. Kleines Beispiel: Mein Buch schlummerte jahrelang vor sich hin, weil es mir nicht gelingen wollte, ein Portrait des Heizhauses in Eisenkappel aufzutreiben. Die Hohe Schule hat immer nur Züge, Züge, Züge und nochmals Züge fotografiert, mal von links, mal von rechts, das war's auch schon. Schon Fahrzeugtypenbilder waren schwierig, von Gebäuden ganz zu schweigen. Es ist ohnehin äußerst gewagt, einfach so in deren Phalanx einzubrechen, vor allem darf man bestimmte Begriffe für die ÖBB niemals anwenden, wie z.B. "Bw", "Baureihe", "Bahnbetriebswerk", "Empfangsgebäude" oder "Bahnübergang". Das alles gab es dort 1938-45, und mit diesen Zeiten will man dort nichts mehr zu tun haben (ich kenne da aber eine Ausnahme...).

Viele Grüße
Ludger


(nach der 489 suche ich mal, wenn ich wieder mehr Zeit habe)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.03.21 00:10.

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 29.03.21 06:55

Macht die "Ausnahme" nicht gerade Tabula Rasa?

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: ludger K

Datum: 29.03.21 15:02

Ja, sieht so aus. Angeblich sollen es nur überzaehlige Doppelte sein, die er massenweise bei ebay verhökert.

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: Langenschwalbacher

Datum: 29.03.21 18:43

Wenn wir den gleichen Herrn meinen: Es sind immer wieder sehr interessante Aufnahmen dabei, die ich z.T. bisher nicht gesehen habe. Und die Preise gehen oft gewaltig in die Höhe.
Gruß aus dem Taunus
Anton

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: ludger K

Datum: 30.03.21 00:04

Das ist ja gerade das Problem: Das hochkarätige Archiv wird in alle Winde verschleudert und ist somit für die Nachwelt unwiederbringlich zerstört.

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: Langenschwalbacher

Datum: 30.03.21 08:17

Es sind, wenn man die ebay-Aktionen ansieht, immer Bellingrodtfotos. Vielleicht Doppelstücke? In der Eisenbahn Geschichte veröffentlichte Fotos habe ich nicht angeboten gesehen.

der aha-Effekt

geschrieben von: Crankcase

Datum: 30.03.21 10:05

Absolut richtig.
Und für mich unglaublich, es gibt Leute, die kaufen die Bilder nur um diese vom "Markt" zu nehmen.
Einerseits als Wertanlage, mit der Hoffnung auf steigende Preise in den nächsten Jahren für gesuchte Exemplare.
Anderseits als rein persönliche Bereicherung, damit es kein anderer bekommt.
Das habe ich mal zufällig bei einem Bilder Vortrag zu Eisenbahngeschichte so mitbekommen,
als ein solcher Käufer voller Stolz seinem Bekannten das erzählte.
Er war dort um zu sehen, wie rar die gezeigten Bilder sind und welchen Wert, die dann hätten.
Und wollte vom Referenten dann anschliessend Abzüge.

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 30.03.21 20:04

Langenschwalbacher schrieb:
Es sind, wenn man die ebay-Aktionen ansieht, immer Bellingrodtfotos. Vielleicht Doppelstücke? In der Eisenbahn Geschichte veröffentlichte Fotos habe ich nicht angeboten gesehen.
Ich finde die "Nicht-Bellingrodt-Fotos" viel interessanter.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: ludger K

Datum: 30.03.21 22:16

Bellingrodt-Fotos habe ich bei ihm noch nicht gesehen, dafür sehr schöne und interessante Fotos aus vielen anderen Nachlässen. Erst kürzlich hat er in seinem hohen Alter (er ist um die 90) noch das Slezak-Archiv gekauft.

Re: durchaus aha-Effekte

geschrieben von: wismarer

Datum: 31.03.21 15:12

Kann es sein, dass ihr den Bildautor der Aufnahmen von 1958 im Artikel "Lokfriedhof" im ModellEisenBahner März 2021 meint?