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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Hallo,

weil ja gerade Frauentag war, kennt jemand dieses Buch?

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Es handelt von Renate Fölsch, die sich bei der Bahn hochgearbeitet und 1982 es bis zur Präsidentin der Rbd Schwerin geschafft hat. Ein in der deutschen Eisenbahngeschichte wahrlich bis heute ein einmaliger Vorgang!

Infos zum Buch:
[www.erinnerungsbibliothek-ddr.de]

Für 48,00 Euro etwas teuer um es nur mal so mit zu kaufen finde ich. Deswegen die Frage von mir.

Der Lokführer Peter Falow berichtet auch in einem Artikel im Modelleisenbahner darüber, daß sie es war, die es ermöglicht hat die 91 134 im Jahre 1985 nach Schwerin zu holen, damit sie dort aufgearbeitet werden kann.

Wiki sagt: [de.m.wikipedia.org]

Mfg TRO

Jeden Tag neue Bilder und eine Mitarbeit ist erwünscht: [www.dampflokomotivarchiv.de]

Vorschriften, Broschüren, Eisenbahnbücher, Hefte und anderes zu verkaufen: [www.ebay-kleinanzeigen.de]


Die Such- und Angebotsliste für Eisenbahnfahrzeuge &-Teile des VDMT [www.vdmt.de]
Bei "booklooker" für 43.-- Euro, allerdings gebraucht.

Günther
Schau mal auf der verlinkten Seite unter "Aktuelles", der Verein hat in 2019 seine Tätigkeit eingestellt. Über diesen Weg wirst Du das Buch nicht mehr bekommen.
Guten Tag,

Frau Fölsch widmete in ihrem Buch dem Thema Museumslokomotiven und Traditionspflege bei der Deutschen Reichsbahn ein ganzes Kapitel: „Die Fahrzeugparade in Riesa und über die Traditionspflege im Rbd-Bezirk Schwerin“, Seiten 138 bis 145.

Konkret zur 91 134 schildert sie auf Seite 140, daß sie Anfang 1985 mit dem Städteexpreß „Petermännchen“ auf einer Lokomotive Baureihe 132 zu einer Dienstberatung nach Berlin fuhr. Der Lokführer auf der 132, Peter Falow, habe auf dem ruhigen Streckenabschnitt hinter Wittenberge ein Anliegen vorgebracht. Er begrüßte die Fortschritte bei der Reichsbahn, aber: „Er bedauerte, daß im Eifer der Modernisierung der Sinn für die lange Geschichte der Eisenbahn verloren ginge und wenn man sich später daran erinnern möchte, alle Arbeitsmittel, die die Eisenbahn einmal geprägt hätten, dann nicht mehr vorhanden wären. Er berichtete, daß er sich besonders für die Zuführung einer Museums-Dampflokomotive nach Schwerin einsetzen würde und wie schwierig es sei, bei seinen Leitern Gehör dafür zu finden.“

„Als Präsidenten waren wir angehalten worden, den Traditionsgedanken mit der Einrichtung von Geschichtskommissionen und Traditionskabinetten zu fördern. Bei meinem eigenen Versuch, eine Museums-Dampflokomotive in der Rbd Schwerin zu stationieren, fand ich bei den Leitern der Bahnbetriebswerke ebenfalls keine Gegenliebe. Da erzählten mir die Leiter der Dienststellen, daß bei ihnen keine Kapazitäten für eine Dampflok seien und bei den Lokpersonalen kein Interesse für Traditionspflege bestände, und nun kommt der Lokomotivführer Peter Falow und berichtet, daß in Schwerin ein Freundeskreis für eine Dampflok bestände, der gern eine Lok betreuen würde. Ich war über den Vorschlag des Lokführers erfreut und bat ihn gleich am nächsten Tag, einen Antrag auf Zuführung einer Dampflok zu stellen. Ihm war wohl sehr daran gelegen, denn er stellte den Antrag gleich doppelt. Einen gab er in den normalen Dienstweg, den anderen gab er direkt bei mir im Büro ab. Vermutlich wollte er sicher gehen.“

Der nächste Schritt sei ein Kontakt mit dem Verkehrsmuseum Dresden gewesen. In der Verfügung des Ministers für Verkehrswesen vom 1. Dezember 1969 seien 32 Dampflokomotiven als technische Denkmale aufgeführt gewesen, wozu auch die 91 134 gehörte. „Diese Lokomotive war lange zuvor in Schwerin im Einsatz und älteren Lokomotivführern ans Herz gewachsen. Von der Verwaltung der DR war man über jedes Kollektiv froh, das sich der Pflege einer historischen Lok annahm.“

Und letztlich traf 91 134 am 1. September 1985 in Schwerin ein. „Sie bekam im Rundschuppen Gleis 1 ihren eigenen Stand, in dem sie gepflegt und unterhalten wurde.“ Bei der Lokparade in Riesa sei die Rbd Schwerin mit vier Lokomotiven vertreten gewesen. „Für mich gehörte die 91 134 mit ihrem langen Schornstein, dem altertümlichen Aussehen und ihrem gepflegten Äußeren zu den schönsten Lokomotiven der Lokparade.“

Das Buch ist 2008 im Verlag von Dr. Klaus-Ulrich Keubke als Band 22 der Schriften zur Geschichte Mecklenburgs erschienen. Vollständiger Titel: „Einmalig bei den deutschen Eisenbahnen. Eine Frau als Präsident der Reichsbahndirektion Schwerin“ von Renate Fölsch. Gekostet hat es seinerzeit um die 10 Euro. Im Zweifel könnte man auch die Ausleihmöglichkeiten per Fernleihe nutzen.

Ende der 1980er Jahre war Frau Fölsch übrigens Hauptperson in einer ARD-Reportage: "Deutsches Frauenleben 1945 - 1988 2. Teil: Zwischen Familie und Beruf in der DDR". Erläuternder Text in einer (West-)Programmzeitschrift (Abbildung auf Seite 134 des Buches): "Fast alle Frauen in der DDR sind berufstätig. Vielen ermöglicht der Staat durch Gesetze die berufliche Gleichstellung in der Gesellschaft - wie Renate Fölsch (...), der Präsidentin der Reichsbahndirektion in Schwerin und Chefin von 17000 Eisenbahnern. Sie und andere Arbeitnehmerinnen berichten - auch kritisch - über ihre Situation in Beruf, Ehe und Familie."

Gruß

Andreas Räntzsch
Danke für die zusätzlichen Erläuterungen.
Ich war gerade dabei, den Ablauf der Ereignisse um die 91 134 auf die heutige Zeit zu übertragen...

Gruß
Wolfram