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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Hallo,

am Do 04.02. 20:15Uhr berichtet der MDR über das Zugunglück Hohenthurm:

"Am 29.02.1984 liegt dichter Nebel über der Region Halle (Saale): Sichtweiten teilweise unter 5 Meter.

Wie jeden Werktag steigen gegen 15 Uhr am Bahnhof Bitterfeld viele Arbeiter in den Nahverkehrszug nach Halle (Saale) ein, um nach Hause zu kommen. Zur selben Zeit nähert sich ein Transitzug von Berlin- Friedrichstraße Richtung Saarbrücken. Planmäßig ist der Interzonen-Zug mit 108 Personen an Bord in Berlin abgefahren. Unter dem Druck, die Höchstfahrzeit von vier Stunden bis zur innerdeutschen Grenze einzuhalten und nicht außerplanmäßig zu halten, hat der Lokführer zwischen Berlin und Hohenthurm bei Halle (Saale) insgesamt drei Halte-Signale überfahren. Und das hat Folgen.

So fährt der Transitzug mit 40 km/h im Hohenthurmer Bahnhof ungebremst auf den Nahverkehrszug auf. Einer der beiden Lokführer des Nahverkehrszuges sowie 10 Reisende kommen ums Leben, mindestens 30 weitere werden verletzt. Der Lokführer des Transitzuges wird schwer verletzt und später verurteilt.

Auch nach 37 Jahren können sich Jens Maushake und Karl-Heinz Büchner, die in dem Nahverkehrszug saßen, gut an diesen Unfall erinnern, wie auch ihre Lebensretter."

Quelle: MDR [www.mdr.de]

Das Video ist vorab in der Mediathek verfügbar [www.ardmediathek.de]

Re: Schau mal hier:

geschrieben von: Oberadener

Datum: 02.02.21 12:46

Hallo Hansawagen,

die "Umschau" behandelt das Unglück von Hordorf von vor 10 Jahren, nicht das Zugunglück von Hohenturm 1984!

VG

Re: Schau mal hier:

geschrieben von: Hansawagen

Datum: 02.02.21 16:43

Oh sorry,

das ist eine peinliche Verwechslung.

Asche über mein Haupt.


MfG
Moin,
also ich hab' mir das Filmchen angesehen. Naja, wie in der Reihe üblich, mal wieder emotional befrachtet und zu wenig sachlich, von der begrifflichen Abgrenzung "Interzonenzug" und "Transitzug" mal ganz abgesehen. Was mich bei der ganzen Geschicht interessiert, sind drei Fragen:
1. Was haben die Dispatcherleitungen an diesem Tag eigentlich gemacht? Der D 354 war doch sicher laufwegsüberwacht und die kritische Annäherung an den vorausfahrenden P 7523 absehbar.
2. War eine Überholung in Hohenturm des verspäteten P 7523 nicht möglich? D 354 wäre dann ja wie 8 Jahre zuvor - Achtung Ironie - wieder in einer Weiche zerschellt mit wahrscheinlich weniger schweren Folgen.
3. Hat das MfS, wie in ähnlichen Fällen, das Fehlen der PZB moniert und auch gegen Fdl und Dispatcher ermittelt?
Fragen über Fragen! 🤔
Gruß Sven

Spuckste nach Lee, geht's inne See.
Spuckste nach Luv, kömmt's wieder ruuf.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.02.21 22:03.

Frage am Rande des TV-Berichts Zugunglück Hohenthurm

geschrieben von: Niels

Datum: 08.02.21 13:21

Rasender_Roland schrieb:
Moin,
also ich hab' mir das Filmchen angesehen. Naja, wie in der Reihe üblich, mal wieder emotional befrachtet und zu wenig sachlich, von der begrifflichen Abgrenzung "Interzonenzug" und "Transitzug" mal ganz abgesehen.
Volle Zustimmung!

Für mich stellt sich abseits des eigentlichen Unfallberichts noch folgende Frage:
Ab Minute 8:25 gibt es Innenaufnahmen eines Großraum-Reisezugwagens: [www.ardmediathek.de]
Könnte das einer der 10 Komfortwagen der DR gewesen sein? Oder war es ein DB-Wagen der wirklich im D 354 mitgelaufen sein könnte?

................... Gruß von Niels .......................

+++ Rettet den SVT "Görlitz" (VT 18.16) ! +++

Re: Frage am Rande des TV-Berichts Zugunglück Hohenthurm

geschrieben von: Jens

Datum: 08.02.21 20:44

Ich glaube, das waren nur die Innenaufnahmen vom DR Komfortwagen.

MfG Jens
Diue Innenaufnamen sind in der Tat von den Komfortwagen.
Rasender_Roland schrieb:
Moin,
also ich hab' mir das Filmchen angesehen. Naja, wie in der Reihe üblich, mal wieder emotional befrachtet und zu wenig sachlich, von der begrifflichen Abgrenzung "Interzonenzug" und "Transitzug" mal ganz abgesehen. Was mich bei der ganzen Geschicht interessiert, sind drei Fragen:
1. Was haben die Dispatcherleitungen an diesem Tag eigentlich gemacht? Der D 354 war doch sicher laufwegsüberwacht und die kritische Annäherung an den vorausfahrenden P 7523 absehbar.
2. War eine Überholung in Hohenturm des verspäteten P 7523 nicht möglich? D 354 wäre dann ja wie 8 Jahre zuvor - Achtung Ironie - wieder in einer Weiche zerschellt mit wahrscheinlich weniger schweren Folgen.
3. Hat das MfS, wie in ähnlichen Fällen, das Fehlen der PZB moniert und auch gegen Fdl und Dispatcher ermittelt?
Fragen über Fragen! 🤔
Gruß Sven

1. Zuglaufüberwachung bedeutete nur, das entsprechende Meldungen weitergegeben werden mu0ten. Vom Fdl wurden alle Züge an den Zugdispatcher gemeldet. Wegen der Belastung der Fdl erfolgten die Meldungen immer als Sammelmeldung für mehrere Züge. Die kritische Annäherung konnte der Dispatcher nicht erkennen. Das ging erst mit Imbetriennbahme der RDZ Ende der 80er Jahre. Es ist anzunehmen, das dieses Ereignis zu einer beschlenigten Bereitstellung der zur Beschaffung der notwendigen Hardware erforderlichen Devisen führte.

2. habe ich keine Informationen.

3. Das MfS bemängelte das Fehlen der PZB. Zumindest gegeb den Fdl wurde ermittelt. Schlieöich verstieß er gegen innerbetriebliche Regelungen nach DV 523 wonach das MfS bei vorhersehbare Außerplanmäßige Halte von Zügen des durchgehenden Verkehrs vorab zu informieren sind.